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Dyskalkulie. Populär-moderne Panikmache oder wissenschaftlich fundierte Rechenschwäche?

Título: Dyskalkulie. Populär-moderne Panikmache oder wissenschaftlich fundierte Rechenschwäche?

Trabajo Escrito , 2006 , 21 Páginas , Calificación: 1,0

Autor:in: Anne Kuhnert (Autor)

Pedagogía - Psicología pedagógica
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In Mathematik schwach gewesen zu sein, gilt unter Erwachsenen heutzutage eher
als vollkommen normal und trendy, denn wer kann schon diese viele
trigonometrische Zahlendreherei verstehen und wer sieht tatsächlich einen
Zusammenhang zwischen alltäglichem Leben und Infinitisimalrechnung?
Andererseits könnte ebenso provokant behauptet werden, dass Pädagogen und
Ärzte nach der PISA-Studie bei Kindern tendenziell schnell Legasthenie- oder
Dyskalkuliediagnostiken stellen, wenn diese Kinder vergleichsweise langsam
lesen, schreiben und rechnen lernen und nicht der Norm entsprechen. Ohne die
Bedeutung der Dyskalkuliediagnostik abzuwerten, stellt sich doch die Frage, ob
nicht vorschnell geurteilt wird, ohne genau zu beobachten und jedem Kind seinen
individuellen Entwicklungszeitraum zu lassen. Ist es wirklich eine Störung, wenn
man musikalisch oder sprachlich begabt erscheint und für das mathematische
Verständnis etwas länger braucht? Und wo findet man als Pädagoge in seinen
Beobachtungen die Grenze, die aus einem langsameren Kind ein
rechenschwaches werden läßt?
Mit diesen Fragen soll sich die folgende Arbeit beschäftigen. Obwohl aber
Dyskalkulie und sein Wesen im Mittelpunkt der Betrachtungen stehen, so sollen
nur für das Verständnis markante Elemente der Rechenschwäche erläutert
werden, da eher die Bedeutung der heutigen Dyskalkuliediagnostik im
Vordergrund steht, als eine genau Analyse der Teilleistungsstörung. Sowohl
theoretische, als auch praxisorientierte und geschlechtsspezifische Komponenten
werden beleuchtet. Die provokante Ausgangsfrage, inwiefern Dyskalkulie nur
populär-moderne Panikmache zum Geldverdienen ist und wieviel wissenschaftlich fundierte Rechenschwäche tatsächlich von den Ärzten diagnostiziert wird, dient
als Basis für die fachliche Auseinandersetzung mit Dyskalkulie und seinen Folgen
für die betroffenen Kinder heute und später.

[...]

Extracto


Gliederung

Einleitung

1. Was ist Dyskalkulie?

1.1. physiologische Faktoren

1.2. psychische Belastungen

1.3. Anzeichen, Symptome

2. geschlechtsspezifische Dyskalkulie

3. Umgang mit Dyskalkulie heute

3.1. Tests

3.2. Hilfe, Förderung, spielerische Unterstützung

4. Schlussbetrachtung

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Arbeit untersucht, inwieweit die Diagnose Dyskalkulie eine wissenschaftlich fundierte Notwendigkeit oder eine moderne, kommerzialisierte Panikmache darstellt. Ziel ist es, die Komplexität der Rechenschwäche zu beleuchten, diagnostische Ansätze kritisch zu hinterfragen und die Bedeutung individueller Entwicklungszeiträume bei Kindern hervorzuheben.

  • Grundlagen und physiologische sowie psychische Ursachen von Dyskalkulie
  • Die Rolle geschlechtsspezifischer Stereotypen bei Rechenschwächen
  • Methoden der Diagnostik und professionelle Testverfahren
  • Ansätze zur Förderung und spielerischen Unterstützung im mathematischen Lernprozess

Auszug aus dem Buch

1.3. ANZEICHEN, SYMPTOME

Mit Hilfe der Bundesarbeitsgemeinschaft Hilfe für Behinderte e.V. veröffentlichte der Diplom-Psychologe und Diplom-Heilpädagoge Professor Dr. Michael Atzesberger 1994 die Informationsbroschüre „Kommunikation zwischen Partnern – Legasthenie und Dyskalkulie“, die speziell Fragen nach Anzeichen und Symptomen von Dyskalkulie nachgeht (vgl. Atzesberger 1994). Aufgrund der ausdifferenzierten Herangehensweise in seiner Arbeit soll seine Zusammenstellung der Erscheinungsformen mathematischer Lernschwierigkeiten exemplarisch für die Erläuterung von Anzeichen und Symptomen von Rechenschwäche herangezogen werden.

Grundsätzlich sind bei rechenschwachen Kindern zwei grob zu unterscheidende Formen von Symptomen zu erkennen. Anfangs, meist zu Beginn des ersten Rechnen Lernens in der Vorschule, sind es Wahrnehmungsstörungen, die die Kinder für die Eltern und Pädagogen auffällig werden lassen. Diese Kinder haben grobe Raumorientierungsschwächen und Schwierigkeiten in der Raumlagezuordnung. Außerdem fehlt ihnen eine Körperorientierung und auch das Erfassen von Mengen, Größen und Verhältnissen fällt ihnen schwer. Diese Form von Symptomen lässt sich mit kleineren Spielen und Sortieraufgaben, die über einen längeren Zeitraum gebraucht werden, herauskristallisieren, sofern eine tatsächliche Rechenschwäche besteht.

In der Grundschule zeichnen sich dann die mathematischen Schwierigkeiten bezogen auf das Arbeiten mit Zahlen und Mengen differenzierter aus: Die Kinder rechnen rein mechanisch, ohne Verständnis. Nur mit Hilfe der Finger oder anderem Anschauungsmaterial ist das Zählen und Rechnen möglich.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den gesellschaftlichen Umgang mit mathematischen Schwierigkeiten und stellt die Forschungsfrage nach der wissenschaftlichen Validität der Dyskalkulie-Diagnostik gegenüber einer möglichen vorschnellen Stigmatisierung.

1. Was ist Dyskalkulie?: Dieses Kapitel definiert Dyskalkulie als Teilleistungsstörung und differenziert zwischen physiologischen Ursachen, wie neurologischen oder wahrnehmungsbasierten Faktoren, und psychischen Belastungen.

2. geschlechtsspezifische Dyskalkulie: Hier wird untersucht, warum bei Mädchen häufiger Rechenschwächen diagnostiziert werden, wobei der Fokus auf sozialen Faktoren und Geschlechtsstereotypen liegt.

3. Umgang mit Dyskalkulie heute: Dieses Kapitel erläutert diagnostische Testverfahren und stellt Ansätze für eine umfassende Förderung sowie die Bedeutung spielerischer Unterstützung zur Stärkung der mathematischen Kompetenz dar.

4. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst zusammen, dass eine individuelle Förderung essenziell ist, jedoch vor einer vorschnellen Diagnostik gewarnt werden muss, um Kindern ihre notwendigen Entwicklungsspielräume zu lassen.

Schlüsselwörter

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Teilleistungsstörung, Diagnostik, Wahrnehmungsstörungen, mathematisches Verständnis, Lernschwierigkeiten, Frühförderung, Geschlechtsstereotype, Pädagogik, Lernprozess, Fördermaßnahmen, Schulerfolg, Neuropsychologie, Mathematikangst.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen Dyskalkulie vor dem Hintergrund, ob es sich um eine wissenschaftlich fundierte Diagnose oder eine moderne, oft übersteigerte Wahrnehmung von Rechenschwierigkeiten handelt.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen umfassen die Definition der Dyskalkulie, ihre verschiedenen Ursachen (physiologisch und psychisch), geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Diagnose sowie aktuelle Methoden der Förderung und Diagnostik.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das primäre Ziel ist es, ein differenziertes Bild der Dyskalkulie zu zeichnen, um Pädagogen und Eltern für eine Beobachtung zu sensibilisieren, die den individuellen Entwicklungszeitraum des Kindes berücksichtigt, statt vorschnelle Urteile zu fällen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine theoretische Literaturanalyse, bei der Expertenmeinungen und Forschungsergebnisse (u.a. von Atzesberger, Barth und Gaidoschik) zusammengetragen und kritisch diskutiert werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Ursachenforschung (Wahrnehmung, Psyche, Schule), eine Analyse geschlechtsspezifischer Rollenbilder und einen praxisorientierten Teil über Testverfahren und Fördermöglichkeiten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Diagnostik, Wahrnehmung, Förderung, Geschlechtsstereotype, mathematisches Verständnis und Lernschwierigkeiten.

Wie beeinflussen Wahrnehmungsbereiche das mathematische Verständnis?

Defizite in der visuellen, taktil-kinästhetischen oder auditiven Wahrnehmung können laut Arbeit dazu führen, dass Kinder Schwierigkeiten bei der Raumorientierung, dem Erfassen von Mengen oder dem akustischen Verständnis im Unterricht haben, was sich als Rechenschwäche manifestieren kann.

Warum spielen Geschlechtsstereotype bei der Diagnose eine Rolle?

Die Arbeit legt dar, dass Mädchen oft aufgrund gesellschaftlicher Erwartungen und psychosozialer Faktoren vermehrt als rechenschwach eingestuft werden, obwohl neuropsychologische Funktionsstörungen primär bei Jungen nachweisbar sind.

Welche Rolle spielt die Schule bei der Entstehung von Rechenschwächen?

Schulische Faktoren wie häufig wechselnde Lehrkräfte, unstete Lehrmethoden sowie eine zu hohe Klassengröße können laut der Autorin ein negatives Lernumfeld schaffen, das vorhandene Unsicherheiten beim Kind verstärkt.

Was empfiehlt die Arbeit zur spielerischen Unterstützung?

Es wird empfohlen, Mathematik durch alltägliche Bezüge, Experimente und das "Brücken bauen" zwischen Begriffen und realen Objekten zu vermitteln, um den Spaß am Rechnen zu fördern und Fehler als Lernchancen zu begreifen.

Final del extracto de 21 páginas  - subir

Detalles

Título
Dyskalkulie. Populär-moderne Panikmache oder wissenschaftlich fundierte Rechenschwäche?
Universidad
Alice Salomon University of Applied Sciences Berlin AS  (Erziehung und Bildung im Kindesalter)
Curso
Modul: körperliche und kognitive Entwicklung und Behinderung von Kindern
Calificación
1,0
Autor
Anne Kuhnert (Autor)
Año de publicación
2006
Páginas
21
No. de catálogo
V115328
ISBN (Ebook)
9783640166015
ISBN (Libro)
9783640166275
Idioma
Alemán
Etiqueta
Dyskalkulie Modul Entwicklung Behinderung Kindern
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Anne Kuhnert (Autor), 2006, Dyskalkulie. Populär-moderne Panikmache oder wissenschaftlich fundierte Rechenschwäche?, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/115328
Leer eBook
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