Konzeption eines betrieblichen Gesundheitsmanagements


Hausarbeit, 2020

28 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

1. Einleitung
1.1. Fragestellung
1.2. Zielsetzung
1.3. Aufbau der Arbeit

2. Theoretische Grundlagen
2.1. Gesundheit
2.1.1. Salutogenetisches Gesundheitsmodell nach Antonovsky
2.1.2. PsychologischesKapital

2.2. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Theorie
2.2.1. DreiSäulendesBGM
2.2.2. Phasen und Instrumente des BGM

3. KonzeptioneinesBetrieblichenGesundheitsmanagements
3.1. Zieldefinition
3.2. HandlungsfelderundMaßnahmen
3.3. Erfolgsfaktoren

4. Diskussion und Fazit

Literatur- und Quellenverzeichnis

Anhang

Abkürzunqsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildunqsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1. Einleitung

Das Arbeitsleben und dessen Auswirkungen auf die Gesundheit rückt in zahlreichen Un­ternehmen immer mehr in den Fokus der Betrachtung. So nimmt der prozentuale Anteil älterer Menschen in Unternehmen immer mehr zu. Die demografische Entwicklung in Deutschland und dabei insbesondere die steigende Erwerbsbeteiligung von Menschen über 55 Jahren, eine sinkende Bevölkerungszahl und eine abnehmende Geburtenrate nehmen Einfluss auf die heutige Arbeitsumgebung.1 Auch ein stärker werdender Wett­bewerbsdruck bei anhaltender Verknappung von Ressourcen werden als betriebliche Einflussfaktoren auf den Krankenstand in Unternehmen gesehen.2 Neben Erkrankungen des Atmungssystems und des Muskel-Skelett-Systems gewinnen auch psychische Er­krankungen bezogen auf die häufigsten Krankheitsarten in Deutschland an Bedeutung (Anhang 1). In verschiedenen Studien konnte zudem ein Zusammenhang zwischen den Arbeitsbedingungen und dem gesundheitlichen Zustand von Menschen nachgewiesen werden. Bspw. fördert Stress das Risiko einer Infektionskrankheit. Soziale Unterstützung hingegen fördert die Resilienz bei Belastungssituationen.3 Die gegenwärtigen Anforde­rungen und Belastungen bezogen auf die Arbeit haben sich verändert. Allein auf Grund der Entwicklung einer Industriegesellschaft hin zu einer modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft ist die Arbeitswelt komplexer und anspruchsvoller gewor­den. Waren es im industriellen Zeitalter eher körperliche Belastungen so spielen gegen­wärtig verstärkt geistige Anforderungen eine zunehmende Rolle.4 Die digitalisierte, ver­netzte Arbeitswelt 4.0 beinhaltet sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Gesundheit von Beschäftigten. Insbesondere die Arbeitsverdichtung z. B. durch steigen­den Zeit- und Leistungsdruck bzw. erforderliche Rationalisierungen führen zu einer Stei­gerung der Arbeitsproduktivität und einer höhen Belastungen von Arbeitnehmern. Aber auch die Entgrenzung der Arbeit auf Grund des technischen Fortschritts und der Flexi­bilität von überall und zu jeder Zeit arbeiten zu können hat entsprechende Folgen für Mitarbeiter.5 Eine gesundheitsfördernde Gestaltung der Arbeit stellt demnach eine große Bedeutung für die Zukunft von Unternehmen dar. Erhalten Aspekte wie die Arbeitszu­friedenheit, das Wohlbefinden und das Engagement von Mitarbeitern einen gewissen Stellenwert in der betrieblichen Praxis können sich positive Effekte im wirtschaftlichen Erfolg wiederspiegeln.

1.1. Problemstellung

Die Belegschaft weist in zahlreichen Unternehmen einen steigenden Altersdurchschnitt auf. Die Fehlzeiten steigen und auf Grund der demografischen Entwicklung gestaltet sich die Personalakquise zunehmend schwieriger. Die Führungskräfte sehen sich für die Ge­sundheit der Mitarbeiter auf Grund der Auftragslage des Unternehmens nicht in der Ver­antwortung. Um diesen Einflüssen entgegenzuwirken benötigt es ein wissenschaftlich fundiertes Gesamtkonzept in Richtung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Nachfolgende Abbildung soll die Fragestellung noch einmal verdeutlichen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Problemstellung (Quelle: Eigene Darstellung)

1.2 Zielsetzung

Ziel dieser Arbeit ist es, ein wissenschaftlich fundiertes Konzept für ein betriebliches Ge­sundheitsmanagement zu erarbeiten, welches sich dabei bedarfsgerecht in die Abläufe eines mittelständigen Unternehmens implementieren lässt. Dabei spielen sowohl Ver­hältnis- als auch verhaltensorientierte Faktoren bei der Erarbeitung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements eine wichtige Rolle. Es werden entsprechende Handlungs­schwerpunkte und daraus abzuleitende Maßnahmen die Grundlage für das Konzept bil­den. Zuvor erfolgt eine klare Zielklärung als Basis für ein nachhaltiges betriebliches Ge­sundheitsmanagement.

1.3 Aufbau der Arbeit

Zu Beginn der Arbeit erfolgt zunächst eine Betrachtung der theoretischen Grundlagen in Bezug auf die Gesundheit von Menschen. Dabei steht zum einen das Salutogenetische Gesundheitsmodell nach Antonovsky sowie das Psychologische Kapital von Beschäftig­ten im Vordergrund. Anschließend wird das betriebliche Gesundheitsmanagement in der Theorie erläutert. Es werden dabei die Grundlagen zur Implementierung im Unterneh­men sowie entsprechende Instrumente und Maßnahmen des betrieblichen Gesundheits­management betrachtet. Im Methodenteil erfolgt die Zielklärung in Bezug auf bedarfsge­rechte Faktoren eines betrieblichen Gesundheitsmanagements. Entscheidend dabei werden die Identifizierung von Handlungsfeldern, mögliche Erfolgsfaktoren sowie zu im­plementierende Maßnahmen sein. Im Ergebnis steht ein wirtschaftlich fundiertes Kon­zept welches speziell die Belange eines mittelständigen Unternehmens berücksichtigt. Im letzten Abschnitt erfolgt die kritische Betrachtung der Vorgehensweise sowie ein zu­sammenfassender Ausblick.

2. Theoretische Grundlagen

Die Thematik zum betrieblichen Gesundheitsmanagement erhält seit einigen Jahren ein erhöhtes Interesse in verschiedenen Bereichen der Forschung. Dabei wurde insbeson­dere deutlich, dass ganzheitliche, betriebliche Gesundheitsmaßnahmen auf körperli­chen, psychischen sowie sozialen Ebenen ansetzen sollte.6 Das Verständnis von einem gesunden Menschen beinhaltet dabei unterschiedliche Facetten. Einen wichtigen Ein­fluss stellt dabei das Kohärenzgefühl dar. Es beschreibt die Verstehbarkeit, Machbarkeit und Sinnhaftigkeit als zentrale Einflussfaktoren auf die Gesundheit eines Menschen.7 Die Gesundheit kann aus verschiedenen Perspektiven betrachtet werden. Im Folgenden sollen einzelne Sichtweisen kurz skizziert werden.

2.1. Gesundheit

Die Thematik Gesundheit ist zunächst eng mit der medizinischen Deutung und Diagnos­tik verbunden.

Grundsätzlich wird dabei Gesundheit als körperlicher und psychischer Zustand beschrie­ben, wonach der Mensch frei von Krankheit und Gebrechen ist und ein vollständiges körperliches, geistiges und soziales Wohlbefinden vorherrscht.8 Aus der subjektiven Per­spektive des Menschen kann die Gesundheit, im Sinne von einem erlebten Gesundheits­zustand betrachtet werden, indem ein Wohlbefinden und eine Krankheitsvermeidung im Vordergrund steht.9 Neben dem körperlichen Wohlbefinden spielen zudem emotionale und soziale Faktoren eine bedeutende Rolle. So gehen bspw. ein geringer sozialer Sta­tus, körperliche Krankheiten, psychische Belastungen sowie ein Migrationshintergrund mit einer subjektiv schlechten empfundenen Gesundheit einher. Positiv dagegen wirken sich Sport, Verzicht auf Tabak und geringer Medienkonsum auf das gesundheitliche Wohlbefinden aus.10 In Bezug auf die objektive Sichtweise spielen Risikofaktoren sowie körperliche und psychische Funktionsfähigkeiten, bspw. im Rahmen des beruflichen Kontextes eine wichtige Rolle.11 Zur Erhaltung der Arbeitsfähigkeit von Menschen haben Aspekte wie z. B. entsprechende Kompetenzen, Motivationen, die Gesundheit und das Erleben von Sinnhaftigkeit eine große Bedeutung.12 Im Zusammenhang mit dem betrieb­lichen Gesundheitsmanagement steht insbesondere das tätigkeitsspezifische Wohlbe­finden im Fokus. Dabei nehmen die seitens der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Ver­fügung stehenden Ressourcen eine besondere Rolle im Hinblick auf die Gesundheits­förderung ein. Das salutogenetische Gesundheitsmodell von Antonovsky richtet seinen Fokus insbesondere auf die Ressourcen von Menschen und wird demnach im Folgen­den näher betrachtet.

2.1.1. Salutogenetisches Gesundheitsmodell nach Antonovsky

Im Modell der Salutogenese wird Gesundheit und Krankheit als Kontinuum betrachtet. Im Rahmen des Kontinuums bewegen sich Menschen entweder in Richtung einer völli­gen Gesundheit, Zufriedenheit und eines Wohlbefindens oder in Richtung einer völligen Abwesenheit von Wohlbefinden und Gesundheit.13 Im Gegensatz zur Pathogenese, wo ausschließlich die Krankheit und seine Behandlung im Vordergrund steht wird im Rah­men der Salutogenese die Entstehung von Gesundheit betrachtet und wie trotz Risiken und Stressoren Menschen gesund sind, bleiben Oder werden.

Eine wichtige Komponente des Salutogenesemodells sind die Ressourcen eines Men­schen zur Bewältigung von Stressoren, Belastungen und Spannungszuständen. Wirken demnach Stressoren auf einen Menschen ein, werden hier Spanungszustände im kör­perlichen sowie psychischen Bereich ausgelöst und anschließend versucht zu bewälti­gen. Je erfolgreicher ein Spannungszustand aufgelöst wurde desto mehr bewegt sich der Mensch hin zum positiven Kontinuum.

Die Bewältigungspotenziale spielen in diesem Zusammenhang eine wichtige Rolle. Eine wesentliche Komponente zur Bewältigung von Belastungssituationen sind Widerstands­ressourcen. Auf der psychosozialen Ebene stellen sie Merkmale einer Person wie bspw. Wissen, Intelligenz, Bewältigungskompetenzen, Selbstwertgefühl u. ä. dar. Im Bereich der körperlich-konstitutionellen Ebene sind es Eigenschaften wie z. B. ein stabiler Kör­perbau oder ein gutes Immunsystem welche zur Bewältigung von Stressoren beitragen. Ebenso wirken soziale und gesellschaftliche Merkmale in Form von sozialen Bindungen, religiösen Überzeugungen sowie kulturelle und materielle Stabilität auf die Ressourcen ein. Sofern im Zusammenhang mit den genannten Merkmalen positive Lebenserfahrun­gen gesammelt wurden, hat sich im Laufe der Zeit ein Kohärenzgefühl entwickelt. Ge­mäß Antonovsky stellt das Kohärenzgefühl das zentrales Schlüsselkonzept der Saluto- genese dar. Es beschreibt die Überzeugung und Zuversicht von Personen ihr Leben zu verstehen, mit Sinn zu erfüllen und es gut zu bewältigen. Die Gefühle der Kohärenz bestehen demnach aus Verstehbarkeit, Sinnhaftigkeit und Handhabbarkeit. Die Sinnhaf- tigkeit beschreibt die Energie das Leben sinnvoll zu gestalten und die Anforderungen es wert sind hierfür Leistung und Kraft einzusetzen. Die Verstehbarkeit beschreibt das Ge­fühl, dass das Leben nicht chaotisch sondern strukturiert, kognitiv klar und durchschau­bar ist. Als Handhabbarkeit wird die Zuversicht verstanden Anforderungen und Belas­tungen im Leben zu bewältigen.14 Menschen mit einem hohen Kohärenzgefühl können Situationen im Leben demnach besser bewältigen und empfinden diese als weniger be­lastend. Können Anforderungen und Herausforderungen nicht bewältigt werden, wird Stress erlebt und kann in gesundheitsschädliche Belastungszustände münden.15 Für das betriebliche Gesundheitsmanagement stellt neben der Salutogenese auch das psy­chologische Kapital einen wichtigen Baustein für das Wohlbefinden und die Leistungs­fähigkeit von Menschen im Arbeitsleben dar.

2.1.2. PsychologischesKapital

Das psychologische Kapital beschreibt „wer wir sind“ bzw. „was wir sein können“16 und setzt sich aus den folgenden vier Dimensionen zusammen.

Die Hoffnung bezeichnet das Bestreben, die persönlich gesteckten Ziele erreichen zu wollen und zu können sowie die Fähigkeit bei Hindernissen entsprechende Handlungs­alternativen zu entwickeln. Die Selbstwirksamkeit beschreibt die Überzeugung, schwierige Aufgaben zu bewältigen und dafür die notwendigen Ressourcen aufzubrin­gen. Der Optimismus ist das Bewusstsein, dass jetzt und in der Zukunft entsprechen­den Situationen positiv ausgehen werden. Die Ursache hierfür liegt in der Person, welche die Situation angemessen beurteilt und Fehler als Lernmöglichkeiten betrachtet.17 Die Resilienz ist die Fähigkeit Hürden im Leben auch über einen längeren Zeitraum mit er­höhtem Einsatz zu bewältigen, im Zweifel darüber hinwegzukommen und sich bei Bedarf anpassen zu können.18

Ist das psychologische Kapital bei einer Person hoch ausgeprägt, so ist diese motiviert und strebt nach Weiterentwicklung und einer persönlichen Entfaltung. Mithilfe des psy­chologischen Kapitals können Gesundheit und Lebenszufriedenheit gefördert werden. Anhand zahlreicher Untersuchungen sowie empirischen Studien konnte belegt werden, dass signifikante Zusammenhänge zwischen dem psychologischen Kapital und der Ar­beitszufriedenheit, dem Engagement, einer höheren Leistung sowie einem geringeren Stresserleben bestehen.19

Die Steigerung des psychologischen Kapitals erfolgt unmittelbar im Zusammenhang mit den vier beschriebenen Dimensionen. Im beruflichen Kontext kann die Hoffnung bspw. mit einer genauen und fordernden Zielformulierung entwickelt werden. Die Erhöhung der Selbstwirksamkeit erfolgt durch den Zuspruch und das Vertrauen der Führungskraft in den Mitarbeiter. Aber auch die Erfahrung eine herausfordernde Aufgabe gemeistert zu haben fördert die persönliche Selbstwirksamkeit. Ebenso können Vorbilder und Respekt­personen das Selbstvertrauen steigern.

Risikosituationen zu vermeiden oder wichtige Ressourcen wie z. B. persönliche Fähig­keiten, Talente und unterstützende Personen zu aktivieren, um schwierige Situationen zu meistern führt letztlich zu einer Weiterentwicklung und ist wichtig für die Stärkung der Resilienz.20

Sowohl das Modell der Salutogenese als auch das Konzept des psychologischen Kapi­tals stellen wichtige Aspekte für die Betrachtung des Leistungsverhaltens und der Ge­sundheit im betrieblichen Rahmen dar und werden im Laufe dieser Arbeit eine entspre­chende Bedeutung einnehmen. Zunächst werden jedoch die theoretischen Grundlagen eines betrieblichen Gesundheitsmanagements betrachtet.

2.2. Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) in der Theorie

Ein ganzheitliches betriebliches Gesundheitsmanagement befasst sich mit der Gesund­heitsförderung von Mitarbeitern und liefert einen wichtigen Beitrag für Effizienz und Nachhaltigkeit im Unternehmen. Es bezieht sowohl die Perspektive des Mitarbeiters als auch des Unternehmens mit ein und kann sich positiv auf die Leistung und Motivation der Beschäftigten auswirken.21 Mit einem betrieblichen Gesundheitsmanagement sollen Mitarbeiter u. a. im Hinblick auf ein gesundheitsbewusstes Verhalten sowohl im Berufs­ais auch Privatleben sensibilisiert und befähigt werden.

Die Gründe zur Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements sind sehr viel­fältig. Häufig stehen bspw. hohe Fehlzeitenquoten, enorme Arbeitsbelastungen von äl­teren Beschäftigten, psychische Belastungen im Berufs- und Privatleben sowie ein ge­sundheitsschädlicher Umgang von Bewegung und Ernährung im Fokus der Betrach­tung.22 Insbesondere das Phänomen der erhöhten Fehlzeitenentwicklung kann in unter­schiedlichen Unternehmen beobachtet werden. Auch hier steigt der Altersdurchschnitt der Belegschaft und erfordert somit ein Umdenken in der Geschäftsleitung. Bevor ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Unternehmen eingeführt wird ist eine klare Zielformulierung erforderlich. Als primäres Ziel wird bspw. die Senkung von Fehlzeiten und damit verbundenen Kosten in Bezug auf Arbeitsentgeltfortzahlungen benannt. Ein niedriger Krankenstand stellt auch einen wichtigen Wettbewerbsfaktor in Bezug auf die Effizienz dar.

Weitere Ziele können die Verbesserung von Wohlbefinden und Gesundheit sowie die Mitarbeitermotivation, die Erhöhung der Mitarbeiterbindung oder auch die positive Stär­kung des Unternehmensimages sein. Grundsätzlich sollte sich ein betriebliches Gesund­heitsmanagement an den speziellen Gegebenheiten im Unternehmen sowie den ent­sprechenden Belastungsfaktoren orientieren.23 Bevor die verschiedenen Instrumente näher beleuchtet werden erfolgt zunächst eine kurze Betrachtung der drei Säulen des BGM.

2.2.1. Drei Säulen des BGM

Die erste Säule des BGM bezieht sich auf den Arbeitsschutz und die Verpflichtung des Arbeitsgebers und des Arbeitnehmers die bestehenden gesetzlichen und betrieblichen Regelungen einzuhalten. Regelmäßige Gefährdungsbeurteilungen inklusive der daraus abgeleiteten Maßnahmen stellen hier eine wichtige Grundlage dar. Seitens des Gesetz­gebers wurde in diesem Zusammenhang im Arbeitsschutzgesetz die Bedeutung des physischen als auch psychischen Wohlbefindens von Beschäftigten hervorgehoben. Die zweite Säule beschäftigt sich mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement und der damit verbundenen Reduzierung von Fehlzeiten, die Überwindung von Arbeitsunfähig­keit sowie der Wiedereingliederung eines länger erkrankten Mitarbeiters. Diese Thema­tik ist für den Arbeitgeber vom Gesetzgeber verpflichtend vorgegeben. Für den Arbeit­nehmer besteht hier ein Wahlrecht. Die dritte Säule steht unter dem Fokus der betriebli­chen Gesundheitsförderung und ist für den Arbeitgeber als freiwillig einzustufen. Mit pro­aktiven Maßnahmen sollen die Mitarbeiter dabei unterstützt werden Potenziale für ihre persönliche Gesundheit zu erkennen, zu entwickeln und zu fördern sowie die Arbeit und Kultur im Unternehmen gesundheitsfördernd zu gestalten. Unternehmen können sich dabei Unterstützung u. a. von Krankenkassen holen und somit mehr Angebote für die körperliche Fitness, eine gesunde Ernährung oder auch Kurse zur Stressbewältigung schaffen.24 In Bezug auf die benannten Maßnahmen kann grundsätzlich zwischen Ver­haltens- und Verhältnisorientierung unterschieden werden. Verhaltensbezogene Maß­nahmen beziehen sich auf das individuelle Verhalten von Menschen und deren Ausrich­tung auf eine gesunde Selbststeuerung.25 Bei verhältnisbezogenen Maßnahmen steht die Gestaltung von gesunden Arbeitsbedingungen im Vordergrund.26

[...]


1 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. 4

2 Vgl. DAK-Gesundheit (2019): S. 5

3 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. 5-6

4 Vgl. Jacobs, S. (2019): S. 24

5 Vgl. Jacobs, S. (2019): S. 27-31

6 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. 6

7 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. 7

8 Vgl. Berth, H., Balck, F., Brähler, E. (2008): S. 170

9 Vgl. Berth, H., Balck, F., Brähler, E. (2008): S. 178

10 Vgl. Robert-Koch-Institut, Bundeszentralefürgesundheitliche Aufklärung (2008): S. 11

11 Vgl. Berth, H., Balck, F., Brähler, E. (2008): S. 178

12 Vgl. Pfannstiel, M. A., Mehlich, H. (2018): S. 20

13 Vgl. Reimann, S., Hammelstein, P. (2006): S. 14

14 Vgl. Bundeszentralefürgesundheitliche Aufklärung (2020); Nitsch, S. (2016): S. 21-24

15 Vgl. BundeszentralefürgesundheitlicheAufklärung (2020); Hausen, A. (2013): S. 17

16 Vgl. Luthans, F., Luthans, K. W., Luthans, B. C. (2004): S. 45-50

17 Vgl. Tomhoff, M. (2017): S. 163

18 Vgl. Luthans, F., Avolio, B. J., Avey, J. B., Norman, S. M. (2007): S. 541-572

19 Vgl. Tomhoff, M. (2017): S. 163

20 Vgl. Tomhoff, M. (2017): S. 164

21 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. S. 176-179

22 Vgl. Vaupel, B. (2014): S. 11-15

23 Vgl. Vaupel, B. (2014): S. 16-20

24 Vgl. Struhs-Wehr, K. (2017): S. 177-178

25 Vgl. Hausen, A., Gerber, P., Koch, A., Wittke, G., Gunkel, J., Rimbach, A. (2017): S. 16

26 Vgl. Hausen, A., Gerber, P., Koch, A., Wittke, G., Gunkel, J., Rimbach, A. (2017): S. 16

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten

Details

Titel
Konzeption eines betrieblichen Gesundheitsmanagements
Hochschule
SRH Hochschule Riedlingen
Note
1,0
Autor
Jahr
2020
Seiten
28
Katalognummer
V1156520
ISBN (eBook)
9783346551269
ISBN (Buch)
9783346551276
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gesundheitsmanagement, betriebliches, Arbeit und Gesundheit, Fehlzeiten, Fachkräftemangel
Arbeit zitieren
Nicole Sommer (Autor:in), 2020, Konzeption eines betrieblichen Gesundheitsmanagements, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1156520

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