Konzept für ein Mentaltraining. Nervosität als Leistungsblockade vor und in Wettkampfsituationen


Hausarbeit (Hauptseminar), 2021

25 Seiten, Note: 1


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Aufgabenstellung und Grundlagen
2.1. Aufgabenstellung
2.2. Grundlagen für Mentales Training

3. Grundlagen zur Analyse der Ausgangssituation für ein Mentales Training
3.1. Anamnese
3.2. Persönliches Gespräch
3.2.1. Empathisches Aktives Zuhören
3.2.2. Hypno-Rhetorik
3.3. Exploration
3.4. Strukturierte und freie Selbstbeobachtung
3.4.1. Strukturierte Selbstbeobachtung
3.4.2. Freie Selbstbeobachtung

4. Transformation - Diagnose als Grundlage für ein Mentales Training
4.1. Persönliches Gespräch
4.2. Anamnese
4.3. Exploration
4.4. Selbstbeobachtung
4.5. Zusammenfassung der Diagnose der Ausgangssituation
4.5.1. Formal
4.5.2. Inhaltlich und soziales Umfeld
4.5.3. Sonstige Hinweise
4.5.4. Ausrichtung Mentaltraining

5. Zielsetzung
5.1. Wunderfrage
5.2. Einsatz der Skalierungstechnik

6. Zielsetzung auf Basis der SMART-Technik

7. Durchführungsplanung

8. Beschreibung einer Mentalen Trainingseinheit

9. Zusammenfassung und Erkenntnisse

10. Abbildungsverzeichnis

11. Literaturverzeichnis

In dieser Arbeit wird auf die Aufzählung beider Geschlechter (z.B. Klientin oder Klient) oder die Verbindung beider Geschlechter in einem Wort (z.B. Sportler*Innen) zugunsten einer möglichst einfachen Leseart des Textes verzichtet. Aus diesem Grunde weisen wir darauf hin, dass bei allgemeinen Personenbezügen beide Geschlechter gemeint sind und Frauen, oder Männer nicht benachteiligt werden.

1. Einleitung

Die Techniken des Mentalen Trainings stammen ursprünglich aus dem therapeutischen Anwendungsbereich der Psychologie, die vorrangig für Therapien bei der klinischen Behandlung von psychologischen Krankheiten wie Depressionen oder Neurosen zur Anwendung kamen.

Erst später, entwickelt von Robert Dilts, John Grinder und Steve de Shazer, wurden diese Anwendungen und Methoden auch zur Weiterentwicklung von „normalen“ Menschen in anderen Bereichen angewendet. So wurden die Methoden und Techniken aus der Psychologie, wo sie als Interventionstechniken genutzt wurden, in andere Bereiche übertragen, in denen sie als Präventionstechniken zur Anwendung kamen.

Es gibt daher eine wachsende Nachfrage nach Prävention, die sich mehr mit der Vorbeugung von psychischen Störungen oder Erkrankungen beschäftigt. Der klassische Bedarf nach mentalem Training kommt heute daher überwiegend aus dem Privatbereich, der betrieblichen Weiterentwicklung, dem Sport und der Politik.

Als Bindestrich-Wissenschaft ist die Sportpsychologie zum Einen eine Teildisziplin der Psychologie, zum Zweiten hat sie eine direkte Ausrichtung auf den Sport (Sportpraxis) und ist über diese zum Dritten eine Teildisziplin der Sportwissenschaft. (Willimczik, 2006)

In diesem Zusammenhang befasst sich die Sportpsychologie in Forschung, Lehre und Anwendung mit der Analyse und Optimierung der psychischen, psychosomatischen und psychosozialen Bedingungen, Abläufe und Wirkungen sportbezogener Aktivität.

Dies geschieht anhand von zwei Leitfragen:

1 Wie lassen sich Erleben und Verhalten im Sport systematisch und planmäßig beschreiben, erklären, vorhersagen und in verantwortbarer Weise beeinflussen („kontrollieren“)?
2 Wie lassen sich durch Sport und Bewegung wünschenswerte Veränderungen von Erleben und Verhalten systematisch erzielen oder unterstützen?

Zentrale anwendungsbezogene Zielstellungen der heutigen Sportpsychologie sind:

- Optimierung von Leistung durch psychologische Trainingsmaßnahmen und -verfahren (unter anderem mentales Training, Selbstmotivierungstraining, Willenstraining; Wahrnehmungstraining, Entscheidungstraining; Verbesserung der Selbstkontrolle, Stressresistenz und Regenerationsfähigkeit; Kommunikations- und Interaktionstraining). (Nußbeck, 2006)
- Entwicklung und Umsetzung von Beratungskonzepten zur Verbesserung des alltäglichen Selbstmanagements und der langfristigen Karriereplanung sowie von Betreuungskonzepten zur psychologischen Intervention bei akuten Krisen
- Schulsport

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 1: Sportpsychologie als Bindestrich-Wissenschaft zwischen Psychologie, Sportwissenschaft und Sportpraxis (eigene Darstellung) (Vergrößerte Darstellung im Anhang)

„Aus sportpsychologischer Sicht bezeichnet mentales Training eine nicht körperliche Trainingsmethode zur Verbesserung der Leistung und des Wettkampfverhaltens von Athleten.

Mentales Training ist prinzipiell ein verbal gesteuertes, planmäßig wiederholtes intensives Vorstellen oder Wahrnehmen von einzuübenden Bewegungsabläufen und sportlichen Handlungen, ohne diese jedoch praktisch auszuführen“.(Sutoris,M., Lehrskript Mentales Training im Sport, Academy of Sports, Backnang.)

Eberspächer (2008) definiert menatales Training kurz und knapp als „Probehandeln im Kopf“

2. Aufgabenstellung und Grundlagen

2.1. Aufgabenstellung

Aufgabe dieser Abschlussarbeit ist die Konzeption einer Trainingsplanung für ein Mentaltraining über einen Zeitraum von drei Monaten (bei einer Einheit Mentaltraining pro Woche) auf Grundlage einer ausführlichen Anamnese. Über die Trainingsplanung hinaus eine beispielhafte Beschreibung einer 50­minütigen Trainingseinheit.

Folgende Punkte sollte die Trainingsplanung berücksichtigen:

- Anamnese, persönliches Gespräch, Exploration, Auftragsklärung, Selbstbeobachtung (mit Auswertung)
- Zielsetzung
- Trainingsplanung
- Durchführung einer mentalen Trainingseinheit
- Analyse

Der Beschreibung bzw. dem Mentalen Trainingskonzept liegt folgender Fall zugrunde:

Sina ist vor jedem Wettkampf extrem aufgeregt, sodass ihre Leistungsfähigkeit darunter leidet.

2.2. Grundlagen für Mentales Training

Mentales Training vereint spezifische Techniken, bei denen kognitive, mentale und emotionale Fähigkeiten gefördert werden, um besser mit bestehenden und neu auftretenden Herausforderungen umgehen zu können.

Für eine erfolgreiche Arbeit und damit Grundvoraussetzungen für eine effektive Arbeit mit einem Sportler sind folgende Faktoren:

- Konkretes Thema / Anliegen muss benannt werden, an dem der Sportler freiwillig arbeiten und sich verbessern möchte.
- Als Voraussetzung für eine gedankliche Vorstellung ist ein absoluter Entspannungszustand und hohe Konzentrationsfähigkeit notwendig.
- Eigenerfahrung mit der zu trainierenden Bewegung.
- Orientierung an real zu erreichenden Zielen
- Vorstellungskraft bzw. Vergegenwärtigungsvermögen als grundlegende Voraussetzung für das Funktionieren des mentalen Trainings.

Wichtigste Erfolgsvoraussetzung für mentales Training ist unbedingt eine positive oder zumindest neugierig-zuversichtliche Grundhaltung, auf der die Sinnzuschreibung sowie Motivation und damit die Bereitschaft zur Eigenleistung aufbaut.

Zusätzlich ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit unbedingt zu berücksichtigen, dass die Wirksamkeit von mentalem Training / Coaching weniger von einer bestimmten Methode abhängt als vielmehr von einer guten, vertrauensvollen Beziehung zwischen Coach und Sportler / Klient. (z.B. Asay und Lambert 1999) In diesem Zusammenhang spielt insbesondere das erste Gespräch eine entscheidende Rolle für den Verlauf und den Erfolg und den weiteren Verlauf des Mentalen Trainings.

Coaching bzw. Mentales Training ist ein professioneller, individuell auf einen Klienten ausgerichteter Begleitprozess in herausfordernden beruflichen und privaten (z.B. Sport) Lebenssituationen (Wettkampfsituationen). Dabei sind die Klienten die Experten für die Inhalte und der Coach der Experte für den Prozess bzw. die Struktur. Der Mental-Trainer / Coach arbeitet mit dem Sportler / Klienten auf Augenhöhe und bietet ihm / ihr einen geschützten Rahmen, innerhalb dessen Ressourcen (re-) aktiviert, verschiedenen Perspektiven auf Themen / Anliegen / Probleme eingenommen und nachhaltige interessen- und bedürfnisbasierte Lösungen erarbeitet werden können.

Zur Unterstützung und Orientierung für ein ergebnisorientiertes Beratungsgespräch / Sitzung, gibt es für den Coach / Mentaltrainer einen „Roten Faden“ für den Prozess vom ersten Kontakt mit dem Klienten über die Intervention bis hin zur Verabschiedung. Eine Verinnerlichung der Struktur gibt jedem Mentaltrainer zu jeder Zeit während der Sitzung / Beratungsgespräch Orientierung, wo man sich gerade im Prozess befindet und damit Sicherheit.

Grundsätzlich gilt für jeden Schritt im Rahmen des Mentalen Training / Coaching:

- Zeit zum (aktiven) Zuhören, Nachdenken und Fragen nehmen
- Dem Klienten Zeit zum Zuhören und Antworten geben.
- Nachfragen - „Was noch?“ und 6-Sekunden-Regel (Middendorf 2017)
- Sprechpausen einlegen, wo es passt.
- Beobachtung evtl. nonverbaler Signale des Klienten (Körperhaltung, Gestik, Mimik)
- Der Klient sollte am Ende jeder Sitzung, das Gespräch in einem sehr guten (zuversichtlichen) Zustand verlassen.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abbildung 2:"Roter Faden" für Coaching / Mentaltraining (eigene Darstellung)

3. Grundlagen zur Analyse der Ausgangssituation für ein Mentales Training

Jeder Versuch, das Verhalten eines Sportlers zu beeinflussen und langfristig zu verändern, setzt Kenntnisse seiner individuellen Verhaltensbedingungen voraus.

Eine grundlegende und unabdingbare Voraussetzung für ein effektives und effizientes Mentaltraining ist die Analyse der Ausgangssituation sowie die individuelle Zieldefinition. Erst aus einer korrekt gestellten Diagnose lassen sich Prognose und konkrete Schritte zu entsprechenden Mentaltechniken ableiten. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Anamnese ist eine Stärkung der Vertrauensbeziehung zwischen Sportler und Mentaltrainer.

Die Gründe für einen Leistungsabfall bzw. die Blockade einer Leistungsentwicklung können im persönlichen, sportlichen oder im sozialen Umfeld zu suchen sein.

In der Praxis haben sich zur Analyse der Ausgangsituation folgende vier diagnostische Verfahren bewährt:

- Anamnese,
- persönliches Gespräch,
- Exploration und
- systematische und freie Selbstbeobachtung

Diese diagnostischen Verfahren können je nach individueller Situation des Klienten einzeln oder in Kombination eingesetzt werden.

3.1. Anamnese

Die Anamnese stellt eine Informationssammlung über Lebenslauf und Vorgeschichte einer Person bzw. eines Sportlers dar. Die Informationen dieser Analyse dürfen nicht zu positiven oder negativen Persönlichkeitsbeurteilungen des Mentaltrainers über den Sportler führen. Alle Informationen stellen die diagnostische Grundlage für eine zielorientierte Trainingsplanung dar und öffnen dem Mentaltrainer die Tür zur Persönlichkeit seines Klienten.

Die Anamnese sollte folgende Bereiche erfassen:

Allgemeine Fragen:

- besondere Neigungen und Interessen neben dem Sport
- alle entscheidenden Erlebnisse außersportlicher und sportlicher Art
- berufliche bzw. schulische Bezüge (zum Beispiel aktiv/passiv; Schulart; Weiterbildung)
- Freizeitgestaltung
- persönlichkeitsorientierte Fragen
- soziale Bindungen (Freundschaften, Verein, Organisationen)
- besondere Leistungen außersportlicher Art, praktisch oder geistig (Darstellung praktischer Begabungen und Erwähnung geistiger Interessen)
- Selbstcharakterisierung nach der Gefühls- und Willensseite (leicht beeindruckbar, beharrlich), der Fremd- oder Selbstbezogenheit (gesellig oder gerne allein)
- eindrucksvolle Erlebnisse (Begegnungen mit anderen Menschen, mit Vorbildern sportlicher und nichtsportlicher Art)
- Reisen
- Krankheiten und Verletzungen

Weiterführende Fragen:

- Herkunft (Landschaft, Stadt oder Land, geographische Lage, häufiger Ortswechsel)

[...]

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Konzept für ein Mentaltraining. Nervosität als Leistungsblockade vor und in Wettkampfsituationen
Note
1
Autor
Jahr
2021
Seiten
25
Katalognummer
V1158119
ISBN (eBook)
9783346561107
ISBN (Buch)
9783346561114
Sprache
Deutsch
Schlagworte
konzept, mentaltraining, nervosität, leistungsblockade, wettkampfsituationen
Arbeit zitieren
Michael Schrodt (Autor:in), 2021, Konzept für ein Mentaltraining. Nervosität als Leistungsblockade vor und in Wettkampfsituationen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1158119

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