Der Zusammenhang zwischen den vier Säulen des Selbstwertes und Menschen mit einer sozialen Phobie


Hausarbeit, 2021

10 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die vier Säulen des Selbstwertes
2.1 Selbstakzeptanz
2.2 Selbstvertrauen
2.3 Soziale Kompetenz
2.4 Soziales Netz

3 Soziale Phobie
3.1 Beschreibung des Störungsbildes und Komorbiditäten
3.2 Belastungen durch Soziale Phobien

4 Selbstwertgefühl stärken
4.1 Wie kann das Selbstwertgefühl gestärkt werden?
4.2 Interventionen zum Aufbau des Selbstwertgefühls

5 Fazit

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Die Rolle des sozialen Miteinander in unserem täglichen Leben ist fundamental. Soziale Phobien können das alltägliche Leben jedoch stark beeinträchtigen und sich negativ auf die psychische Gesundheit auswirken. Da das Selbstwertgefühl ausschlaggebend durch die soziale Interaktion bestimmt wird, kann es gefährlich für Betroffene werden, wenn der Selbstwert sowie das Gefühl der Sicherheit bedroht werden.

Laut Schweitzer, Hunger-Schoppe, Hilzinger und Lieb (2020, S.17) zählen soziale Phobien zu den häufigsten Angststörungen in der Allgemeinbevölkerung. Betroffene erleben sich weniger sozial unterstützt und akzeptiert und können infolgedessen mit sozialem Rückzug reagieren sowie nach Angaben der Autoren, ein erhöhtes Mortalitätsrisiko aufweisen (Schweitzer, Hunger-Schoppe, Hilzinger & Lieb, 2020, S. 23).

Das Konzept des Selbstwertgefühls hat schon lange eine bedeutsame Stellung in den verschiedenen psychologischen Disziplinen. Die Ursache dafür ist, dass der Selbstwert als fundamentale Größe für die Auffassung der Persönlichkeit und soziale Interaktionen gilt, bei denen Emotionen, Motivationen, Kognitionen und (soziales) Handeln eine große Rolle spielen (Potreck-Rose & Jacob, 2003, S. 17). Alle Menschen streben nach dem Bedürfnis der Selbstwerterhöhung- und Stabilisierung. Dass die Selbstkritik als primärer Faktor für die Entstehung von Minderwertigkeitskomplexen steht, verdeutlicht den Zusammenhang zwischen der persönlichen Selbsteinschätzung und der Informationsgrundlage für die Konstituierung sowie Stabilisierung des Selbstwertes. Eine schädliche Form der Selbstkritik führt zur Minderwertigkeit, Insuffizienz, Selbstzweifel bis hin zur Selbstverachtung und unter extremen Umständen auch zum Selbsthass (Frick, 2019, S. 78).

So lässt sich annehmen, dass Menschen mit einer sozialen Phobie und einem geringen Selbstwert häufig in einer sogenannten sozialen Isolation geraten können. Ihnen zu einem gesunden sozialen Verhalten und zur Stabilisierung sowie Optimierung des Selbstwertes zu verhelfen, sollte jedoch als eine dringende Notwendigkeit angesehen werden. Dies kann nur durch ausreichende Aufklärung einer breiten Bevölkerung geschehen, weshalb eine Beschäftigung mit dem Zusammenhang des Selbstwertes und Menschen mit einer sozialen Phobie eine herausragende Wichtigkeit besitzt. Die Forschungsfrage dieser Arbeit stellt sich daher folgendermaßen: Wie kann das Selbstwertgefühl von sozialängstlichen Menschen gestärkt werden?

2 Die vier Säulen des Selbstwertes

Der Selbstwert beschreibt den Wert, den sich eine Person selbst zuschreibt. Diese subjektive Bewertung muss nicht vorwiegend mit der Realität dieser Person übereinstimmen (Potreck-Rose, 2014, S.10). Laut Potreck-Rose und Jacob (2003, S. 70f.) ist der Selbstwert nicht nur intrapersonell verankert, sondern auch in seiner Entwicklung interpersonell, also vielen sozialen Einflüssen ausgesetzt. Entsprechend nehmen die oben genannten Autoren Bezug auf die vier Säulen des Selbstwertes. Zwei davon beziehen sich auf die intrapersonellen sowie subjektiven Aspekte, wie die Selbstakzeptanz und das Selbstvertrauen. Die anderen zwei Säulen besitzen einen interpersonellen Bezug und heben die Soziale Kompetenz und das Soziale Netz hervor.

2.1 Selbstakzeptanz

Selbstakzeptanz repräsentiert die positive Einstellung zu sich selbst. Sie umfasst, dass man mit sich als Person zufrieden ist und die eigenen Meinungen, Haltungen und Reaktionen wertschätzt. Selbstakzeptanz bedeutet auch mit sich im Einklang zu stehen, selbst wenn die eigenen Gewohnheiten oder Eigenschaften schwierig sind sowie auf die eigenen Bedürfnisse zu achten und sich diesen anzuschließen. Die Frage, ob man sich und den eigenen Körper so akzeptieren kann, beschäftigt vor allem Menschen, die auf irgendeiner Weise eingeschränkt sind, beispielsweise durch chronische Erkrankungen oder Behinderungen. Viel häufiger steht jedoch das Leiden an der Durchschnittlichkeit des eigenen Aussehens im Vordergrund (Potreck-Rose & Jacob, 2003, S. 72f.).

2.2 Selbstvertrauen

Selbstvertrauen unterstreicht die positive Einstellung zu den eigenen Fähigkeiten und Leistungen. Menschen mit hohem Selbstvertrauen trauen sich bestimmte Fähigkeiten zu, wie zum Beispiel handwerklich begabt zu sein oder gut kochen zu können. Des Weiteren vertrauen sie darauf neue Aufgaben zu bewältigen sowie lernfähig zu sein. Diese positive Einstellung zum eigenen Können deutet darauf hin, dass man der eigenen Einschätzung zu Folge etwas gut meistert, wie beispielsweise die Kindererziehung oder den eigenen Beruf. Das Selbstvertrauen äußert sich auch durch die Frustrationstoleranz und dem Durchhaltevermögen. Zu dem letzten wichtigen Aspekt des Selbstvertrauens gehört es auch die eigenen Grenzen zu kennen und diese zu akzeptieren. Menschen mit geringem Selbstvertrauen nehmen die eigenen Schwächen und Fehler ausgeprägt selektiv wahr und es kommt zu einer selektiven Überbewertung der Selbstkritik sowie der Kritik anderer. Das Gefühl minderwertig zu sein und nicht zu genügen führt zum großen Leidensdruck der Betroffenen. Menschen mit enorm hohem Selbstvertrauen hingegen neigen dazu ihre Fähigkeiten und Leistungen sehr selektiv wahrzunehmen und ihre Fehler und Schwächen zu übersehen. Dies führt dazu, dass die Anerkennung und das Lob anderer, sowie der übermäßig große Stolz auf sich selbst, in ihrer Selbstbewertung zum Vorschein kommen. Dementsprechend kann es zu permanenten Konflikten im sozialen Umfeld oder zu den Bezugspersonen führen. Abhängig davon ob der Selbstwert zu gering oder zu hoch ausgeprägt ist, soll die therapeutische Arbeit dazu dienen, einen ausbalancierten Zustand zu begünstigen (Potreck-Rose & Jacob, 2003, S. 73ff.).

2.3 Soziale Kompetenz

Laut Michaelis und Niemann (2017, S. 122f.) soll die Soziale Kompetenz als eine Fähigkeit verstanden werden, die voraussetzt sich auf zunehmend komplexere Beziehungen mit anderen Menschen einzulassen sowie sich in einem engen oder erweiterten sozialen Umfeld kompetent verhalten zu können. Die Soziale Kompetenz hebt das Erleben von Kontaktfähigkeit hervor. Sozial kompetente Menschen können mit Anderen gut umgehen indem sie sich schwierigen, sozialen Situationen gewachsen fühlen und darauf eingehen was gerade in einer Situation erforderlich ist. Sie sind anpassungsfähig und nicht an ihrem eigenen Verhaltensmuster gebunden. Die Fähigkeit, Grenzen zu ziehen und sich von gewissen Situationen distanzieren zu können, gehört zu den Aspekten der sozialen Kompetenz. Kontaktfähig zu sein soll nach Angaben der Autoren nicht auf einen ununterbrochenen Idealzustand hinweisen, sondern in den meisten Situationen als Aspekt der sozialen Kompetenz vorhanden sein (Potreck-Rose & Jacob, 2003, S. 77f.).

2.4 Soziales Netz

Das Soziale Netz repräsentiert die Eingebundenheit in positiv sozialen Beziehungen. Zu den Merkmalen des sozialen Netzes zählen somit gute Familienbeziehungen, gute kollegiale Beziehungen sowie das Vorhandensein von eher losen Bekanntschaften und eine befriedigende Partnerschaft. Die beiderseitige Verlässlichkeit ist dabei hinsichtlich der Qualität der Beziehung von großer Bedeutung. Ein weiterer wichtiger Aspekt dieser interpersonellen Säule ist es, eine Bedeutung für andere Menschen zu besitzen, also wichtig für den anderen zu sein. Die Beliebtheit, welche weniger mit der Qualität, sondern mit der Quantität von Beziehungen zu tun hat, wird als einen, für den Selbstwert wichtigen Aspekt betrachtet. Jedoch ist die Strategie sich dauernd anzupassen und die eigenen Bedürfnisse zu verleugnen, um somit Anderen zu gefallen und deren Wünsche zu erfüllen, nicht verlässlich, sondern im Gegenteil als oberflächlich zu betrachten. Die große Anzahl von Beziehungen tragen in diesem Falle nicht zu einem positiven Selbstbild bei, sondern können zu dem verstärkten Gefühl führen, nicht für das „wahre Ich“ geschätzt zu werden (Potreck-Rose & Jacob, 2003, S. 78f.).

3 Soziale Phobie

Die Erscheinungsweisen Sozialer Phobien sind sehr vielseitig und nicht immer leicht zu erkennen. Der Umfang kann von beschriebenen Befürchtungen die auf einzelne Situationen zutreffen, wie beispielweise das öffentliche Reden, bis hin zu generalisierten Sozialen Phobien in einer großen Vielfalt sozialer Beziehungen- und Situationen reichen. Das eigene Verhalten der Betroffenen kann als peinlich, merkwürdig oder lächerlich wahrgenommen werden. Des Weiteren haben Betroffene Angst davor, dass ihr Verhalten als eine Blamage oder ein Versagen bewertet wird. Personen mit sozialen Ängsten können an Selbstunsicherheiten und einem negativen Selbstbild leiden. Die Vielfältigkeit der Erscheinungsformen macht es für die Betroffenen und Psychotherapeuten kompliziert die Soziale Phobie zu erkennen, auch deshalb, da spezielle Fragebögen zur systematischen Diagnostik erst vor wenigen Jahren entwickelt wurden (Stangier, Heidenreich & Peitz, 2009, S. 3).

3.1 Beschreibung des Störungsbildes und Komorbiditäten

Die klinische Diagnose der sozialen Angst ist die Soziale Phobie, auch soziale Angststörung genannt. Betroffene fürchten in sozialen Situationen als schwach, dumm, ängstlich oder verrückt angesehen zu werden. Dem zu Folge weichen sie sozialen Situationen aus, denn diese werden nur unter intensiver Angst ertragen. Somit kommt es zu einer nicht zu unterschätzenden Beeinträchtigung im alltäglichen Leben der betroffenen Menschen. Zu den Symptomen dieses Störungsbildes zählen auch bestimmte physiologische Reaktionen wie beispielsweise das Erröten, Zittern, Schwitzen oder Herzklopfen. Nur wenn die sozialen Ängste das Leben der betroffenen Personen enorm und langfristig beeinflussen, wird eine soziale Phobie diagnostiziert. Die Diagnostik hängt somit vom Ausmaß der erlebten Beeinträchtigung sowie von der Art der Reaktionen und der angstauslösenden Situationen ab (Büch & Döpfner, 2012, S. 14).

Soziale Phobien oder soziale Angststörungen werden in Klassifikationssystemen wie der ICD- 10, welcher für „Internationalen Klassifikation Psychischer Störungen“ steht oder dem „Diagnostischen und Statistischen Manual Mentaler Störungen“, auch DSM-5 genannt, definiert. Wobei der hohe Leidensdruck, welcher es den Betroffenen subjektiv nicht mehr möglich macht, die Angst auszuhalten, in beiden Klassifikationssystemen im Vordergrund steht (Schweitzer, Hunger-Schoppe, Hilzinger & Lieb, 2020, S. 11).

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Details

Titel
Der Zusammenhang zwischen den vier Säulen des Selbstwertes und Menschen mit einer sozialen Phobie
Hochschule
Hamburger Fern-Hochschule
Note
1,0
Autor
Jahr
2021
Seiten
10
Katalognummer
V1159710
ISBN (Buch)
9783346556967
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpsychologie, Soziale Phobie, Selbstwert, vier Säulen des Selbstwerts, Psychologie
Arbeit zitieren
Diana Raykova (Autor:in), 2021, Der Zusammenhang zwischen den vier Säulen des Selbstwertes und Menschen mit einer sozialen Phobie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159710

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