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Prinzipien der Dogmenentwicklung

Titel: Prinzipien der Dogmenentwicklung

Hausarbeit , 2012 , 21 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sandra Baltes (Autor:in)

Theologie - Sonstiges
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Werden der Prinzipien und somit dem Werden der Dogmenentwicklung. Gerade bei den Kirchenvätern gab es zunächst noch Vorbehalte gegenüber einer Entfaltung, da diese meist mit einer Neuerung identifiziert wurde. Auf diese Vorbehalte geht die vorliegende Seminararbeit zu Beginn kurz ein. Darauf folgend werden die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung und deren Anlässe und Faktoren dargelegt. Anschließend folgt die Darstellung der Anfänge der Dogmenentwicklung. Abschließend werden die Kriterien authentischer Lehrentfaltung benannt und erläutert. Die Seminararbeit stützt sich v. a. auf die Werke „Die Theologie der Kirchenväter“ und „Das Handbuch der Patristik“ von Michael Fiedrowicz. Ihnen sind auch alle Zitate der Kirchenväter entnommen. Die Arbeit stellt einen Versuch dar, die Prinzipien der Dogmenentwicklung im Gesamt der Patristik zu erläutern. Schwerpunktmäßig geht sie dabei jedoch auf das Commonitorium des Vinzenz von Lérins ein, da wir gerade bei ihm die ausdrücklichste Anerkennung einer kirchlichen Lehrentfaltung innerhalb der Patristik aufweisen können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Hinführung

1. Vorbehalte

2. Die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung

3. Anlässe und Faktoren der Lehrentfaltung

3.1 Nutzen der Häresie

3.2 Persönlicher Erkenntnisfortschritt

3.3 Suchen und Finden

4. Anfänge einer Theorie der Dogmenentwicklung

4.1 Anerkennung eines faktischen Fortschritts

4.2 Kontroverse Auslegungen der Parakletverheißungen

4.3 Sukzessives Erfassen der Offenbarungswahrheit

4.4 Präzisere Formulierungen

4.4.1 Neuerung in der Formel ohne Neuerung im Inhalt

4.4.2 Umprägung philosophischer Begriffe

4.5 Inhaltliche Entfaltung des Glaubensgutes: Konzilien als privilegierter Ort kirchlicher Dogmenentwicklung

5. Kriterien authentischer Lehrentfaltung

5.1 Organisches Wachstum

5.2 Analogie des biologischen Wachstums

5.3 Unterscheidung von Fortschritt und Veränderung (comm. 23)

5.4 Aufgabe des kirchlichen Theologen und der Konzilien

5.5 Bedingungen authentischer Entwicklung

6. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Prinzipien der Dogmenentwicklung innerhalb der Patristik, wobei insbesondere die Herausforderungen und Kriterien beleuchtet werden, mit denen die Kirchenväter den Übergang von der ursprünglichen Glaubensüberlieferung zur theologischen Entfaltung bewältigten.

  • Kritische Auseinandersetzung mit Vorbehalten gegenüber dogmatischen Neuerungen
  • Anlässe für Lehrentfaltung, insbesondere durch Irrlehren und spekulatives Interesse
  • Die Bedeutung von Vinzenz von Lérins und seinem Commonitorium
  • Methoden und Kriterien für authentisches, organisches Wachstum des Glaubensgutes
  • Die Rolle von Konzilien als privilegierte Orte der kirchlichen Dogmenentwicklung

Auszug aus dem Buch

5.3 Unterscheidung von Fortschritt und Veränderung (comm. 23)

„Zum Fortschritt gehört nämlich, dass eine jede Sache in sich selbst erweitert wird, zur Veränderung hingegen, dass etwas in etwas anderes verwandelt wird […] Ausgeschlossen sei es, dass sich jeden Rosengarten des katholischen Glaubensverständnisses in Disteln und Dornengestrüpp verwandelt“ (comm. 23,3.12) So wie sich der Mensch trotz zunehmender Reife im Alter dieselbe Person bleibt, die er schon als Kind war, so gilt das gleich auch für die kirchliche Lehre, die „mit den Jahren gefestigt (annis consolidetur), mit der Zeit erweitert (dilatetur tempore) und mit dem Alter verfeinert wird (sublimetur aetate), dennoch unzerstört und unversehrt bleibt und im gesamten Ausmaß ihrer Teile, sozusagen an allen ihr zukommenden Gliedern und Sinnen vollständig und vollkommen ist, dass sie außerdem keine Veränderung (nihil permutationis) zulässt, keinen Verlust ihrer Eigenart (nulla proprietatis dispendia) und keine Abweichung von ihrer Wesensbestimmung (nullam definitionis varietatem) erträgt“ (comm. 23,9).

Mit Bezugnahme auf das Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen greift Vinzenz nochmals das Gesetz der natürlichen Entfaltung auf. Er stellt heraus, dass auch, wenn etwas von außen hinzukommt, ein neues Merkmal, eine neue äußere Erscheinungsform, so bleibt dennoch das Wesen gleich. Vinzenz bezieht es weiterhin auf die kirchliche Lehrentfaltung und sagt weiter: „Was also in dieser Kirche, der Pflanzung Gottes durch den Glauben der Väter ausgesät worden ist, genau das muss durch den Fleiß der Kinder gepflegt und gehegt werden, genau das muss blühen und reifen, genau das muss wachsen und zur Vollendung kommen.

Zusammenfassung der Kapitel

Hinführung: Einführung in den Begriff der Dogmenentwicklung und die patristische Skepsis gegenüber Neuerungen.

Vorbehalte: Darstellung der frühen Betonung der treuen Bewahrung des apostolischen Depositums durch die Kirchenväter.

Die Notwendigkeit einer Weiterentwicklung: Aufzeigen, warum Klärung und Abgrenzung notwendig wurden, um die Identität des Glaubens zu wahren.

Anlässe und Faktoren der Lehrentfaltung: Analyse der Impulse durch Häresien, persönliches Erkenntnisstreben und das Suchen in der Schrift.

Anfänge einer Theorie der Dogmenentwicklung: Untersuchung der Entwicklung von einer praktischen Reflexion zu ersten theoretischen Ansätzen, besonders bei Vinzenz von Lérins.

Kriterien authentischer Lehrentfaltung: Erörterung der qualitativen Maßstäbe für Entwicklung, wie organisches Wachstum und Identitätswahrung.

Schluss: Zusammenfassende Einschätzung der Patristik als grundlegende Epoche für das Verständnis von Dogmenentwicklung.

Schlüsselwörter

Dogmenentwicklung, Patristik, Vinzenz von Lérins, Commonitorium, Depositum fidei, Lehrentfaltung, Häresie, Offenbarungswahrheit, Theologische Reflexion, Konzilien, Organisches Wachstum, Identitätswahrung, Glaubensgut, Kirchenväter, Tradition

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die historischen und theologischen Grundlagen der Dogmenentwicklung innerhalb der Epoche der Patristik.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Spannungsverhältnis zwischen bewahrender Tradition und notwendiger Weiterentwicklung der christlichen Lehre.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Prinzipien der Dogmenentwicklung in der Patristik zu erläutern und dabei insbesondere die Position des Vinzenz von Lérins hervorzuheben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer literaturgestützten Analyse bedeutender Werke zur Patristik und der direkten Arbeit mit Quellentexten der Kirchenväter.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Anlässe für Lehrentfaltung, die Anfänge einer Theorie der Dogmenentwicklung sowie die Erarbeitung spezifischer Kriterien für authentische Entwicklung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Dogmenentwicklung, Depositum fidei, organische Entfaltung und das Wächteramt der Kirche.

Warum spielt Vinzenz von Lérins eine so große Rolle?

Vinzenz von Lérins lieferte mit seinem Commonitorium die wohl expliziteste Anerkennung und theoretische Fundierung einer kirchlichen Lehrentfaltung innerhalb der Patristik.

Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Fortschritt und Veränderung?

Unter Rückgriff auf Vinzenz von Lérins wird Fortschritt als innere Entfaltung bei gleichbleibendem Wesen definiert, während Veränderung eine illegitime Wesensänderung oder Verfälschung darstellt.

Welche Funktion haben Konzilien laut der Arbeit?

Konzilien dienen als privilegierte Orte, an denen Glaubensvergewisserung durch präzisere Formulierungen erfolgt und Klärungsprozesse ihren Abschluss finden.

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Details

Titel
Prinzipien der Dogmenentwicklung
Hochschule
Universität Trier  (Theologische Fakultät Trier)
Note
2,0
Autor
Sandra Baltes (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2012
Seiten
21
Katalognummer
V1159911
ISBN (PDF)
9783346559685
ISBN (Buch)
9783346559692
Sprache
Deutsch
Schlagworte
prinzipien dogmenentwicklung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sandra Baltes (Autor:in), 2012, Prinzipien der Dogmenentwicklung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1159911
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Leseprobe aus  21  Seiten
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