Durch einen siebenmonatigen Aufenthalt an der Chuô-Universität in Tôkyô konnte ich intensive Erfahrungen mit der japanischen Bevölkerung sammeln, wobei immer neue Fragen über das Zusammenleben in dieser Gesellschaft auftraten. Einen Teil dieser Fragen möchte ich mit dieser Arbeit versuchen zu beantworten.
Inhaltsverzeichnis
- TEIL I
- DIE STRUKTUR DER JAPANISCHEN GESELLSCHAFT
- IE UND MURA
- KONTROLLMECHANISMEN
- ZWISCHENFAZIT
- THEORIEN SOZIALER BEWEGUNG
- NEUE SOZIALE BEWEGUNG
- SOZIALE BEWEGUNGEN IN JAPAN BIS 1970
- SOZIALE BEWEGUNGEN IM IMPERIALISTISCHEN JAPAN
- SOZIALE BEWEGUNGEN IM NACHKRIEGSJAPAN
- DIE STUDENTENBEWEGUNG
- DIE ARBEITERBEWEGUNG
- BEREITSCHAFT ZUR RADIKALEN AUSEINANDERSETZUNG
- ZWISCHENFAZIT
- TEIL II
- ERSTER EXKURS: DIE MINAMATA-BEWEGUNG
- DIE NEUE FRAUENBEWEGUNG
- FORSCHUNGSSTAND
- THEORETISCHE GRUNDLAGE / IDEOLOGIE
- ENTWICKLUNG
- ORGANISATIONEN
- STRATEGIEN
- TRÄGERSCHAFT
- DISKUSSION
- ZWEITER EXKURS: DIE ANTI-ATOMWAFFENBEWEGUNG
- DRITTER EXKURS: BEWEGUNG GEGEN DEN AMPO-VERTRAG
- DIE NEUE FRIEDENSBEWEGUNG
- FORSCHUNGSSTAND
- THEORETISCHE GRUNDLAGE / IDEOLOGIE
- ENTWICKLUNG
- ORGANISATIONEN
- STRATEGIEN
- TRÄGERSCHAFT
- DISKUSSION
- ABSCHLUSSDISKUSSION
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit analysiert die neuen sozialen Bewegungen in Japan und untersucht ihre Besonderheiten im Vergleich zu Bewegungen im Westen. Dabei steht die Frage im Vordergrund, wie sich die andersartigen gesellschaftlichen Kontextstrukturen Japans auf die Entstehung, Entwicklung und Ausprägung dieser Bewegungen auswirken. Insbesondere die Rolle des Konsensmodells und die Schwierigkeit des öffentlichen Protestes in der japanischen Gesellschaft werden beleuchtet.
- Die strukturellen Besonderheiten der japanischen Gruppengesellschaft
- Das Konsensmodell und die Rolle des Familiensystems
- Die Schwierigkeit des öffentlichen Protestes und der Konfliktbildung in Japan
- Die Unterschiede zwischen neuen sozialen Bewegungen in Japan und im Westen
- Die Ausprägung von Ideologie, Trägerschaft, Organisationen, Strategien und Entwicklung der Bewegungen in Japan
Zusammenfassung der Kapitel
Die Arbeit beginnt mit einer Einleitung, die den Forschungsgegenstand und die Forschungsfrage einführt. Sie erläutert die Motivation der Arbeit, die sich aus den Erfahrungen des Autors während eines siebenmonatigen Aufenthalts in Japan ergibt. Anschließend wird das Konzept der neuen sozialen Bewegungen in Japan vorgestellt und die These aufgestellt, dass diese sich deutlich von den Bewegungen im Westen unterscheiden. Die Arbeit setzt sich zum Ziel, diese These durch die Analyse der gesellschaftlichen Kontextstrukturen Japans zu belegen.
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Struktur der japanischen Gesellschaft. Es werden die Begriffe „Ie“ und „Mura“ erläutert, die wichtige Elemente des japanischen Familiensystems und der Dorfgemeinschaft darstellen. Anschließend werden die Kontrollmechanismen und die Schwierigkeiten der Konfliktbildung in der japanischen Gesellschaft untersucht. Der erste Teil endet mit einem Zwischenfazit, das die Relevanz der untersuchten Strukturen für das Verständnis der neuen sozialen Bewegungen in Japan hervorhebt.
Der zweite Teil der Arbeit widmet sich den neuen sozialen Bewegungen in Japan. Er beginnt mit einem Exkurs über die Minamata-Bewegung, die sich gegen Umweltverschmutzung durch die Chisso Corporation richtete. Anschließend wird die neue Frauenbewegung in Japan vorgestellt und ihre Entwicklung, Organisation, Strategien und Trägerschaft analysiert. Ein weiterer Exkurs behandelt die Anti-Atomwaffenbewegung und ihre Ziele. Die Arbeit endet mit einer Diskussion über die neue Friedensbewegung in Japan und ihren spezifischen Herausforderungen.
Schlüsselwörter
Neue soziale Bewegungen, Japan, Gruppengesellschaft, Konsensmodell, Konfliktbildung, Harmonie, Protest, Umweltverschmutzung, Frauenbewegung, Friedensbewegung, Anti-Atomwaffenbewegung, Minamata-Bewegung, Ie, Mura, Entwicklung, Organisation, Strategien, Trägerschaft, Ideologie.
Häufig gestellte Fragen
Was unterscheidet soziale Bewegungen in Japan von denen im Westen?
In Japan sind soziale Bewegungen stark durch das gesellschaftliche Konsensmodell und die Gruppenzugehörigkeit geprägt. Öffentlicher Protest ist aufgrund des hohen Stellenwerts von Harmonie und traditionellen Strukturen schwieriger als in westlichen Gesellschaften.
Was bedeuten die Begriffe „Ie“ und „Mura“ für die japanische Gesellschaft?
„Ie“ bezeichnet das traditionelle Familiensystem und „Mura“ die Dorfgemeinschaft. Diese Strukturen bilden die Basis für soziale Kontrollmechanismen, die die Entstehung individuellen Protests oft hemmen.
Was war die Minamata-Bewegung?
Die Minamata-Bewegung war eine bedeutende Umweltbewegung in Japan, die sich gegen die Quecksilbervergiftung durch die Chisso Corporation richtete. Sie gilt als ein Wendepunkt für das zivile Engagement in Japan.
Wie hat sich die neue Frauenbewegung in Japan entwickelt?
Die Arbeit analysiert die Ideologie, Organisation und Strategien der japanischen Frauenbewegung. Sie zeigt, wie Frauen trotz gesellschaftlicher Zwänge eigene Trägerschaften und Forderungen innerhalb der japanischen Struktur entwickelten.
Welche Rolle spielt die Anti-Atomwaffenbewegung in Japan?
Aufgrund der historischen Erfahrung mit Atombomben ist diese Bewegung in Japan besonders tief verwurzelt. Sie ist ein zentrales Element der Friedensbewegung und prägt den öffentlichen Diskurs über nationale Sicherheit.
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- Daniel Joachim (Author), 2006, Konflikt der Harmonie - Neue Soziale Bewegungen in Japan, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116049