Das Hauptziel dieser Arbeit ist, herauszufiltern, inwiefern kognitive Dissonanz, ausgelöst durch eine in dem Fragebogen dargebotene, neue Information, zur Bereitschaft der Änderung des bisherigen (Ess-)Verhaltens führt.
Daraus leitet sich die Hypothese ab: Kognitive Dissonanz, ausgelöst durch eine neue Information, führt zu einer Bereitschaft, das (Ess-)verhalten zu ändern.
Um dieses zu eruieren, wurde ein Fragebogen mit insgesamt neun Skalen entwickelt, die den Ablauf einer kognitiven Dissonanz widerspiegeln. Zum einen sind diese das Verhalten und die Einstellung zum Thema Essen, das subjektiv empfundene Arousal der Probanden, die Vorbeugung, die Reduktion und Konsequenz für das jeweilige Verhalten.
Der bisherige Forschungsstand zeigt, dass es viele Studien zur der kognitiven Dissonanz gibt, häufig gemessen nach dem Treffen von Entscheidungen. Bisher wurde jedoch noch nicht darauf eingegangen, wie sich das Gesundheitswesen dieses zu Nutze machen könnte.
Nach den jetzigen Einschätzungen könnte der Fragebogen potentiell bei Essstörungen oder Übergewicht eingesetzt werden. Der diagnostische Nutzen hierbei könnte die mögliche Prognose über die Änderungsbereitschaft bei ungesundem Essverhalten (Störung; z.B. Anorexie oder Adipositas) sein. Aber auch grundsätzlich im Bereich der Verhaltensänderungen, wenn beispielweise der Wunsch eines Probanden nach Änderung des Essverhaltens besteht, gemessen bei hohem Arousal in diesem Fragebogen.
Die vorliegende Studienarbeit ist in fünf Kapitel unterteilt. Auf die Einleitung folgt die Beschreibung des Fragebogens. Kapitel drei behandelt die Testkonstruktion und Analyse. Im vierten Kapitel wird auf die Fragestellung eingegangen und die Ergebnisse werden interpretiert. Abschließend erfolgt deren Diskussion. Im Anhang befinden sich das Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Fragebogenbeschreibung
2.1 Merkmalsbeschreibung
2.2 Fragebogenbeschreibung
2.3 Instruktion für Testanwender
3 Testkonstruktion
3.1 Strategie der Testkonstruktion
3.2 Erhebungsmethode
3.3 Stichprobenbeschreibung
3.4 Analyse der Testvorform
3.5 Itemselektion
3.6 Analyse der Testendform
3.7 Itemanalyse
3.7.1 Schwierigkeitsindex
3.7.2 Trennschärfe
3.7.3 Itemvarianz
3.7.4 Objektivität der Skalen
3.7.5 Reliabilität der Skalen
3.7.6 Validität des Fragebogens
4 Empirische Fragestellung
5 Diskussion
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist es zu untersuchen, inwieweit kognitive Dissonanz, die durch spezifische neue Informationen ausgelöst wird, zu einer erhöhten Bereitschaft führt, das bisherige Essverhalten zu ändern. Die Forschungsfrage konzentriert sich darauf, ob die Konfrontation mit gesundheitsrelevanten Informationen eine messbare emotionale Erregung (Arousal) hervorruft und ob diese in einem statistisch signifikanten Zusammenhang mit der Änderungsbereitschaft steht.
- Konstruktion und Anwendung eines Fragebogens zur kognitiven Dissonanz bei Ernährungsthemen.
- Messung von emotionalem Arousal und Verhaltensänderungsbereitschaft.
- Statistische Validierung der Testskalen mittels SPSS (Trennschärfe, Reliabilität, Validität).
- Explorative Faktorenanalyse zur Identifikation von psychometrischen Clustern.
- Diskussion der Eignung des Instruments für die Statusdiagnostik bei Essstörungen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Merkmalsbeschreibung
Leon Festinger war es, der 1957 eine der bedeutendsten sozialpsychologischen Theorien des 20. Jahrhunderts entwickelte: die „ Theorie der kognitiven Dissonanz“.
Hierbei handelt es sich um eine kognitive Theorie, deren Gegenstand die Änderungen von Kognitionen aufgrund eines auftretenden Zustands der Inkonsistenz eines Paares von Kognitionen ist (vgl. J. Beckmann, 1984).
Das bedeutet, die Dissonanz entsteht immer dann, wenn eine bestimmte Kognition das genaue Gegenteil einer anderen Kognition impliziert. Um zum Ausdruck zu bringen, dass nicht rein logische, sondern psychologische Inkonsistenz gemeint ist, benennt L. Festinger diese Inkonsistenz zwischen zwei Kognitionen mit Dissonanz. Nach L. Festinger (1957) sind Kognitionen oder „kognitive Elemente“ jede Art von Wissen, Meinungen, Überzeugungen über die Umwelt, die eigene Person oder das eigene Verhalten. Dabei ist die entstehende Dissonanz umso höher, je wichtiger die widerstreitenden Kognitionen für die Person sind, die sie erlebt und je stärker sie dem persönlichen Standard entsprechen (vgl. Fischer & Asal & Krueger, 2013).
Da das Auftreten dieses Zustandes die Aufnahme bestimmter Verhaltensweisen nach sich zieht, konzeptualisierte Leon Festinger kognitive Dissonanz als Motivationszustand. Entstehen gegensätzliche Kognitionen, reicht dies jedoch nicht aus, um den Motivationszustand der kognitiven Dissonanz zu erzeugen, dessen Ziel die Auflösung der Dissonanz ist. Dieser entsteht erst, wenn die gegensätzlichen kognitiven Elemente zu einem gegebenen Zeitpunkt für einander relevant werden (vgl. J. Beckmann, 1984).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Theorie der kognitiven Dissonanz nach Festinger ein und definiert das Ziel, den Einfluss dieser Dissonanz auf die Änderungsbereitschaft des Essverhaltens mittels eines neu entwickelten Fragebogens zu untersuchen.
2 Fragebogenbeschreibung: In diesem Kapitel wird das theoretische Konstrukt sowie der Aufbau des Fragebogens, einschließlich der verwendeten Likert-Skalen, der Zielgruppe und der Instruktionen für die Testanwender, detailliert beschrieben.
3 Testkonstruktion: Hier werden die methodischen Grundlagen der Testentwicklung erläutert, angefangen bei der Strategie der Testkonstruktion über die Stichprobenbeschreibung bis hin zur umfassenden psychometrischen Analyse der Skalen.
4 Empirische Fragestellung: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Hypothesen, wobei mittels Regressions- und Korrelationsanalysen der Zusammenhang zwischen dem durch Informationen ausgelösten Arousal und der Verhaltensänderungsbereitschaft geprüft wird.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Gütekriterien des Fragebogens bewertet und Empfehlungen für eine zukünftige Weiterentwicklung des Instruments zur Diagnostik gegeben.
Schlüsselwörter
Kognitive Dissonanz, Festinger, Gesundheitspsychologie, Testkonstruktion, Arousal, Essverhalten, Verhaltensänderung, Item-Analyse, Reliabilität, Validität, Fragebogen, Sozialpsychologie, psychometrische Testtheorie, explorative Faktorenanalyse, Skalenentwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und psychometrischen Erprobung eines Fragebogens, der das sozialpsychologische Konstrukt der "kognitiven Dissonanz" auf das individuelle Essverhalten von Personen anwendet.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Theorie der kognitiven Dissonanz, gesundheitsrelevantes Verhalten, Methoden der psychologischen Testkonstruktion sowie die statistische Überprüfung von Erhebungsinstrumenten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, herauszufinden, ob eine durch gezielte Informationen ausgelöste kognitive Dissonanz zu einer höheren Bereitschaft führt, das eigene, möglicherweise ungesunde Essverhalten zu verändern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine rationale Teststrategie verfolgt, die mit quantitativen Methoden (statistische Analyse mittels SPSS, inklusive Trennschärfen- und Faktorenanalyse) kombiniert wird, um die Qualität des Fragebogens zu belegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die Konstruktionsstrategie, die Beschreibung der Stichprobe, die Durchführung der Testungen sowie die detaillierte psychometrische Analyse der verschiedenen Skalen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Kognitive Dissonanz, Testkonstruktion, Essverhalten, psychometrische Gütekriterien und Arousal beschreiben.
Warum wurde eine explorative Faktorenanalyse durchgeführt?
Diese Analyse wurde gewählt, um die interne Struktur der Items besser zu verstehen und zu prüfen, ob die verwendeten Fragen tatsächlich die intendierten psychologischen Faktoren (z.B. Erregung oder Rechtfertigung) widerspiegeln.
Wie bewertet die Autorin die Eignung des Fragebogens für die Praxis?
In seiner jetzigen Form ist der Fragebogen laut Autorin eher als Testvorform zu betrachten und nicht direkt als finales diagnostisches Instrument zur Feststellung von Essstörungen geeignet, bietet jedoch einen soliden Ansatz für eine Weiterentwicklung.
- Arbeit zitieren
- Psychologie B.sc. Petra Jeunette (Autor:in), 2018, Fragebogen zur Erfassung kognitiver Dissonanz, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160953