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Argumente für und gegen aktive Sterbehilfe. Eine ethische Betrachtungsweise

Titel: Argumente für und gegen aktive Sterbehilfe. Eine ethische Betrachtungsweise

Essay , 2020 , 9 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Noah Dietsche (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Frage, ob das Verbot der Tötung auf Verlangen aufgehoben werden sollte, ist Gegenstand vieler Diskussionen und beschäftigt nicht nur Juristen und Ärzte, sondern auch Ethiker und Philosophen. In der folgenden Arbeit sollen Für- und Gegenargumente aus ethischer Sicht betrachtet und erläutert werden.

Dank des anhaltenden medizinischen Fortschritts und einer immer besser werdenden Behandlung und Betreuung ist es heute einer Vielzahl von Menschen möglich ein vergleichsweise hohes Alter zu erreichen, wodurch die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich stieg. Doch nicht immer bedeutet dies, dass die letzten Jahre eines Lebens gesund, erfüllend und für die Betroffenen wünschenswert sind. Zwar mag der Tod durch Medikamente und Therapien hinausgezögert werden können, damit kann jedoch ein langwieriger und qualvoller Sterbensprozess verbunden sein. Zudem gibt es Krankheiten, bei denen eine Heilung nicht absehbar oder gar unmöglich ist. Solche Patienten haben täglich mit Schmerzen und Einschränkungen zu kämpfen, die die Lebensqualität soweit beeinträchtigen, dass einige Menschen die Art und den Zeitpunkt ihres Todes selbst bestimmen möchten.

Während in Deutschland die Tötung auf Verlangen gesetzlich verboten, und somit eine aktive Sterbehilfe nicht angeboten werden kann, ist diese in Ländern wie Belgien, den Niederlanden oder der Schweiz legal. Unter der aktiven Sterbehilfe, oder auch Euthanasie genannt, versteht man Handlungen, die den Tod eines Menschen gezielt herbeiführen sollen. Erforderlich dazu ist die ausdrückliche oder auch mutmaßliche Einwilligung des Kranken. In der Regel wird dabei vom Arzt eine tödliche Spritze injiziert oder eine Überdosis verabreicht. Abzugrenzen ist die aktive von der passiven Sterbehilfe. Bei der passiven werden lebenserhaltende Maßnahmen unterlassen, die Krankheit nimmt ungehindert ihren Verlauf und der Patient wird „sterben gelassen“. Bei dem assistierten Suizid verschafft der Arzt ein todbringendes Mittel, welches nicht verabreicht, sondern selbst genommen werden muss.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 EINLEITUNG UND BEGRIFFSERLÄUTERUNG

2 WAS GEGEN DIE AKTIVE STERBEHILFE SPRICHT

3 GRÜNDE FÜR EINE LEGITIMATION DER AKTIVEN STERBEHILFE

4 FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die Hausarbeit untersucht die ethische Debatte rund um die aktive Sterbehilfe und analysiert die gegensätzlichen Positionen zur Frage, ob das gesetzliche Tötungsverbot in Deutschland aufgehoben werden sollte. Dabei wird der Konflikt zwischen dem ärztlichen Berufsethos, der Selbstbestimmung des Patienten und der staatlichen Schutzpflicht für das Leben beleuchtet.

  • Ethische Beurteilung der aktiven Sterbehilfe im Vergleich zur passiven Sterbehilfe
  • Argumente gegen eine Legalisierung (ärztliches Tabu, soziale Drucksituationen, Suizidforschung)
  • Argumente für eine Legalisierung (Autonomiebegriff, Wohl des Patienten, Leidminderung)
  • Rolle der ärztlichen Motivation und Intention bei der Beurteilung lebensbeendender Handlungen
  • Notwendigkeit von Schutzvorkehrungen und Kontrollmechanismen bei einer möglichen Legalisierung

Auszug aus dem Buch

3 Gründe für eine Legitimation der aktiven Sterbehilfe

Im Gegensatz zu den Kritikern sieht der Philosoph und Jurist Norbert Hoerster die aktive und die passive Sterbehilfe als ethisch gleichwertig an. Geht man vom Standpunkt des Betroffenen aus, so macht es für diesen keinen moralischen Unterschied, ob er indirekt oder direkt getötet wird. Wichtig für ihn ist das Ergebnis der Handlung, nicht aber die Intention desjenigen, der die Tat vollbringt.

Dennoch reicht allein der Blickwinkel des Betroffenen nicht aus, denn für das Funktionieren einer Gesellschaft müssen immer auch deren moralischen und ethischen Werte eingehalten werden. Um dies zu gewährleisten müssen auch die Motive und Intentionen des Arztes Beachtung finden. Nicht umsonst wird im Strafrecht die Schwere einer Tat auch anhand der Motive eines Täters bewertet, wie dies z.B. bei der Unterscheidung zwischen Mord und Totschlag der Fall ist. Würde ein Arzt aus Lust am Töten die aktive Sterbehilfe durchführen, wäre dies zurecht in der Gesellschaft geächtet. Deshalb spielt, um eine Handlung ethisch beurteilen zu können, die Implikation, also das Motiv, die Intention und der Zweck eine wichtige Rolle.

Das Motiv eines Arztes, also die Gründe, die ihn zu dieser Handlung bewegen, dürfte in der Regel kein niederes sein. Er möchte das Leiden und die Schmerzen seines Patienten beenden. Die Intention ist es, einen schnellen und möglichst schmerzfreien Tod herbeizuführen. Der Wunsch des Patienten und die Beweggründe des Arztes stehen im Einklang, es handelt sich mitnichten um eine verwerfliche Tat, die im Gegensatz zu gesellschaftlichen Werten steht, weshalb ein gesetzliches Verbot wenig einleuchtend ist.

Zusammenfassung der Kapitel

1 EINLEITUNG UND BEGRIFFSERLÄUTERUNG: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Sterbehilfe ein, differenziert zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe sowie assistiertem Suizid und formuliert die ethische Forschungsfrage.

2 WAS GEGEN DIE AKTIVE STERBEHILFE SPRICHT: Hier werden die ethischen und praktischen Bedenken gegen eine Legalisierung, wie das ärztliche Berufsverbot, soziale Druckfaktoren und die Unvorhersehbarkeit von Lebensentscheidungen, diskutiert.

3 GRÜNDE FÜR EINE LEGITIMATION DER AKTIVEN STERBEHILFE: Dieses Kapitel beleuchtet Argumente für die aktive Sterbehilfe, insbesondere unter dem Aspekt des Selbstbestimmungsrechts und der ethischen Gleichstellung von aktivem und passivem Handeln beim Lebensende.

4 FAZIT: Das Fazit fasst zusammen, dass ein striktes Verbot im Sinne des Patienten kritisch zu sehen ist und unter strengen Kontrollen eine rechtliche Öffnung für das Selbstbestimmungsrecht am Lebensende erwogen werden sollte.

Schlüsselwörter

Aktive Sterbehilfe, Passive Sterbehilfe, Medizinethik, Selbstbestimmung, Autonomie, ärztliches Berufsethos, Tötung auf Verlangen, Lebensqualität, Patientenwille, Suizidprävention, Menschenwürde, Sterbebegleitung, Ethikrat, Assistierter Suizid, Strafrecht.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der ethischen Kontroverse um die aktive Sterbehilfe und analysiert, inwieweit das geltende Verbot in Deutschland gerechtfertigt ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind das ärztliche Berufsethos, das Recht auf Selbstbestimmung am Lebensende und die Abgrenzung zwischen verschiedenen Formen der Sterbehilfe.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die Für- und Gegenargumente für die aktive Sterbehilfe gegenüberzustellen, um eine fundierte ethische Bewertung der aktuellen Rechtslage vorzunehmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, in der ethische und philosophische Positionen sowie Stellungnahmen von Institutionen wie dem Nationalen Ethikrat ausgewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden sowohl die kritischen Argumente gegen das Töten durch den Arzt als auch die Argumente der Befürworter dargelegt, die insbesondere auf dem Autonomiebegriff basieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Sterbehilfe, Selbstbestimmungsrecht, Medizinethik und ärztliches Handeln charakterisiert.

Wie unterscheidet der Autor zwischen aktiver und passiver Sterbehilfe?

Der Autor definiert aktive Sterbehilfe als gezielte Herbeiführung des Todes durch einen Arzt, während passive Sterbehilfe das Unterlassen lebenserhaltender Maßnahmen bei schwerer Krankheit beschreibt.

Welche Rolle spielen Kontrollmechanismen in der Argumentation des Autors?

Der Autor betont, dass bei einer möglichen Legalisierung strenge Vorschriften und verpflichtende Beratungsgespräche mit Psychologen notwendig sind, um Missbrauch und leichtfertige Entscheidungen zu vermeiden.

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Details

Titel
Argumente für und gegen aktive Sterbehilfe. Eine ethische Betrachtungsweise
Hochschule
Hochschule Niederrhein in Krefeld  (Gesundheitswesen)
Note
1,3
Autor
Noah Dietsche (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
9
Katalognummer
V1160982
ISBN (PDF)
9783346561763
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ethik Aktive Sterbehilfe Gesundheitswesen Medizin
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Noah Dietsche (Autor:in), 2020, Argumente für und gegen aktive Sterbehilfe. Eine ethische Betrachtungsweise, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1160982
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Leseprobe aus  9  Seiten
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