Von der griechischen zur römischen Mythologie und deren Einfluss auf den Staat unter Betrachtung des tetrarchischen Systems


Essay, 2011

9 Seiten, Note: 1,7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis:

1. Entstehung und Entwicklung der antiken Mythologie bei den Griechen.

2. Mythologie und Herrschaftslegitimierung bei den Römern am Beispiel der tetrarchischen Herrschaft Diocletians.

3. Biographie

1. Entstehung und Entwicklung der antiken Mythologie bei den Griechen.

Noch heute fasziniert die griechische und römische Mythologie mit ihren Göttern, Ungeheuern, Tieren und Sagen die Menschen und Historiker zu gleichen Teilen. Verfilmungen wie Troja in den Achill gegen Hector kämpft und Odysseus mit dem trojanischen Pferd die Verteidigung der Trojaner überwindet, oder Kampf der Titanen in dem der verstoßene Zeus Sohn Perseus gegen Hades kämpft und dabei die schöne Prinzessin Andromeda rettet sind ebenso Ausdruck dafür wie antike Schrift- und Bildquellen.

Die Ilias und Odyssee von Homer sind zum Beispiel ein Beleg für diese Sagen, welche uns von den Griechen hinterlassen wurden. Doch wie entwickelte sich der Glaube an die Götter in Griechenland und welche Auswirkungen auf den Staat zeigten sich nach dem Sieg des römischen Reichs über Griechenland?

Mythische Inhalte finden wir bei den Griechen in fast jeder Literaturgattung, allen voran in der Epik und Tragödie, als bevorzugte Gattung für mythische Stoffe. Dabei reichte bei den Griechen die historische Zeit bis in die mythische Zeit zurück, in der die Menschen noch persönlichen mit den Göttern Kontakt hatten. Allerdings geben uns nicht nur die schriftlichen Quellen Auskunft über den Götterkult der Griechen, sondern auch Bildquellen und antike Gebäude wie z.B. der Zeustempel in Athen. So finden sich ab der geometrischen Zeit Darstellungen auf antiken griechischen Vasen, die bis ins 5. Jahrhundert an Darstellung und Komplexität zunehmen. Oftmals sind sogar durch diese Darstellungen einige Mythen früher zu belegen, als durch schriftliche Texte, welche zum Teil nur fragmentarisch erhalten sind. Doch was machte die Mythologie für die Griechen so wichtig, dass wir heute noch so viele Überbleibsel ihres Götterkults finden?

In der griechischen Mythologie waren die Entstehung der Welt und die Entstehung der ersten Götter nicht auseinander zu halten, da für die Griechen die ersten Götter Personifikationen von Teilen der Welt waren. So zum Beispiel die Göttin Gaia als Personifikation für die Erde selber. Es gibt jedoch sehr viele unterschiedliche Mythen darüber, wie die Götter entstanden sind und in welcher Reihenfolge, wobei sich keine dieser Mythen sich als allgemein gültig oder anerkannt durchzusetzen vermochte. Eine Möglichkeit zur Einordnung der Götter in einen Stammbaum bildet Hesiods Theogonie der Götter. Hesiods stellt das Chaos, in welchem dem Namen nach nichts als Chaos existierte an den Anfang seiner Genealogie. Aus diesem geht die erste Generation der antiken griechischen Götter hervor: die Erde Gaia, die Unterwelt Tartaros, die Liebe Eros, die Finsternis Erebos und die Nacht Nyx. In der Folge gehen Erebos und Nyx eine Verbindung ein, aus welcher der Tag Hemera und die Luft Aither hervorgeht. Nyx selber wird in der griechischen Mythologie auch noch als Urheber weiterer Götter, die aus ihm selber entstehen gesehen. Diese sind allerdings in direktem Bezug zur Nacht zu sehen.

Die eigentliche griechische Mythologie bezieht sich jedoch auf die von Gaia hervorgebrachte Göttergeneration, aus der später die olympischen Götter hervor gehen.

Dabei entstehen aus Gaia erst weitere Naturgötter wie: das Meer Pontos, die Berge Ourea und der Himmel Uranos. Mit Uranos zeugt Gaia viele weitere Nachkommen aus denen unter anderem die Titanen entstehen. Somit gibt uns die Theogonie von Hesiods zugleich Aufschluss darüber in welcher Reihenfolge die Götter herrschten, was von zentraler Bedeutung in den meisten griechischen Mythologien ist.

So wird Uranos als der erste Herrscher der Welt betrachtet, der von seinem eigenen Sohn dem Titanen Kronos gestürzt wird. Die Herrschaft der Titanen wird danach jedoch von Kronos Sohn Zeus beendet, welcher die Titanen absetzt und ein eigenes Göttergeschlecht an die Macht bringt. Mit dieser Machtübernahme durch Zeus beginnt die auch die in heutiger Zeit noch sehr bekannte Herrschaft der olympischen Götter. Dabei sichern sich die Götter auch oftmals ihre Herrschaft dadurch, dass sie ihre eigenen Nachkommen eliminieren. Zudem wird in der griechischen Mythologie auch darauf hingewiesen, dass durch einen Herrschaftswechsel wie zum Beispiel von Kronos auf Zeus, die Welt neu geschaffen wird.

Die von Zeus gegründete Herrschaft beruht in der ersten Generation auf ihm und seinen fünf Geschwistern Hera, Hades, Hestia, Poseidon und Demeter. Hera wird dabei in der heutigen Sicht der Mythologie als die Gemahlin des Zeus gesehen, während Zeus zusammen mit Hades und Poseidon die großen Drei bildet.

Die Hauptchronologie der Götterabfolge geht davon aus, dass Zeus zehn göttliche Kinder zeugt, welche die zweite Generation der olympischen Götter bildeten. Diese sind: Ares, Hephaistos, Hebe, Eileithyia, Artemis, Apollon, Hermes, Athene, Persephone sowie Aphrodite. Außerdem zeugt Zeus noch viele Kinder mit sterblichen wie zum Beispiel Herakles, der als Halbgott später ebenfalls in den Olymp aufgenommen und in Rom später als Herkules verehrt wurde. Dabei gilt Herakles als der größte der Helden und wird als Beschützer der Sportstätten und Paläste verehrt.

Mit der Entstehung der Götter ist auch die Entstehung der Ungeheuer verbunden, die für die Menschen eine Geisel sind. Viele der noch heute bekannten mythischen Heldentaten beziehen sich auf den Kampf der Götter gegen diese. So wird zum Beispiel Herakles der Sieg über die vielköpfige Hydra zugeschrieben.

Es entstehen aber auch Tiere welche von den Menschen als inspirierend angesehen werden, wie der Phönix; der sich aus seiner eigenen Asche erhebt oder das geflügelte Pferd Pegasus.

Andere mythische Überlieferungen drehen sich auch um den Kampf von sterblichen gegen Ungeheuer oder die olympischen Götter selbst. So zum Beispiel die Abenteuer des Odysseus, welche Homer in der Ilias und Odyssee niedergeschrieben hat.

Odysseus gilt in der griechischen Mythologie als listenreichster sterblicher Held, der es durch den Bau des trojanischen Pferds schaffte, Trojas undurchdringliche Mauern zu überwinden und somit den trojanischen Krieg zu beenden. Allerdings opferte er vor seiner Heimfahrt nach Ithaka nicht Poseidon dem Gott des Meeres. Dieser bestrafte Odysseus für seinen Hochmut und ließ ihn fortan mit seinen Männern über das Mittelmeer irren. Dabei musste sich Odysseus einer Vielzahl von Gefahren und Prüfungen stellen wie zum Beispiel den Sirenen. Diese sind in der Mythologie weibliche Fabelwesen welche durch ihren Gesang vorbeifahrende Schifffahrer anlocken und diese töten. Odysseus befahl daher seiner Besatzung sich die Ohren zu verstopfen, damit diese den Gesang nicht vernehmen konnten. Des Weiteren begegnete er Scylla und Charybdis, welche die Meerenge von Messina bewachten. Für Odysseus stellte sich die Frage ob er unter Scylla vorbei segeln sollte, die als Meerungeheuer beschrieben wird, dass ähnlich wie die Hydra mehrere Köpfe hatte, mit dem es vorbeifahrende Matrosen verschlang oder ob er sich an Charybdis vorbei wagen wollte, einem alles verschlingenden Meeressog. All diese Rätsel und Gefahren überwand Odysseus schließlich und schaffte es mit Hilfe der Göttin Athene wieder nach Ithaka zu gelangen.

Die griechische Mythologie war also durch eine Vielzahl von Sagen und Göttergeschichten geprägt, die auch auf das tägliche Leben der Hellenen Einfluss hatten. So entwickelte sich in der griechischen Polis ein öffentlicher Götterkult. Die wichtigen Tempel wurden auf einem schwer einzunehmenden Berg der Akropolis errichtet. Zeugen dieser Bauweise sind zum Beispiel heute noch die Akropolis in Athen mit dem bekannten Zeus Tempel. Weniger wichtige Schreine und Denkmäler wurden rings um die Agora den Hauptplatz der griechischen Poliskultur errichtet und von reichen Bürgern gestiftet. Ähnlich verhielt es sich mit Gymnasien, welche auch Zuwendungen bekamen oder ganz gestiftet wurden und dann unter dem Schutz der Götter standen. So wurden zum Beispiel Sportfeste zu ehren Herakles dem Schutzherrn der Sportstätten abgehalten. An diesen Festen nahmen die Bürger je nach Zugehörigkeit in unterschiedlichem Maße teil. Der Glaube an die Götter war somit untrennbar mit dem alltäglichen Leben der Hellenen verbunden und auch Merkmal ihrer Identität.

In großen Stätten wie Korinth zum Beispiel wurden auch Götter aus anderen Kulturen eingegliedert, wie beispielsweise der Gott Baal der aus Kleinasien stammte.

Genauso verfuhren später auch die Römer die Griechenland eroberten und zur unangefochtenen Macht im Mittelmeerraum aufstiegen. Die Römer übernahmen auch zum Teil Götter der Griechen und gliederten diese in ihren Glauben ein.

So wurde zum Beispiel aus Zeus später Jupiter und Herakles war den Römern als Herkules bekannt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 9 Seiten

Details

Titel
Von der griechischen zur römischen Mythologie und deren Einfluss auf den Staat unter Betrachtung des tetrarchischen Systems
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal  (Historisches Seminar)
Note
1,7
Autor
Jahr
2011
Seiten
9
Katalognummer
V1164824
Sprache
Deutsch
Schlagworte
mythologie, einfluss, staat, betrachtung, systems
Arbeit zitieren
Master of Arts und Master of Education Sascha Pfeiffer (Autor:in), 2011, Von der griechischen zur römischen Mythologie und deren Einfluss auf den Staat unter Betrachtung des tetrarchischen Systems, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1164824

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