Was ist überhaupt ein Konflikt und wie entsteht er? Mit dieser Frage habe ich mich als zukünftige Leitung intensiv auseinandergesetzt. Als Mitarbeiterin erlebt man es immer wieder, dass man mit Kollegen aneinandergerät. Hier ist die Frage, ist dies eine einfache Meinungsverschiedenheit oder bereits ein entstehender Konflikt. Es ist wichtig sich zu hinterfragen, was hat diese Situation ausgelöst und war bereits vorher eine ähnliche Situation zu erkennen. Als Kindergarten Leitung ist es wichtig Konflikte rechtzeitig zu erkennen und bestenfalls vorzubeugen. Doch woran erkenne ich einen Konflikt und wie gehe ich als Konfliktmoderator vor. Ist es bereits zu einem Konflikt gekommen, muss ich als Leitung den Konflikt lösen bzw. ihn beruhigen. Doch es kommt im Kindergarten Alltag auch immer wieder zu Konflikten mit Eltern. Es fordert noch einmal etwas mehr von den einzelnen Erzieherinnen und der Leitung. Die Eltern sollen sich verstanden fühlen, doch auch sie sollten die Arbeitsweisen und Grundsätze einer Kita akzeptieren und unterstützen. Gerade durch verschiedene Meinungen und Empfindungen, kommt es zu Auseinandersetzungen mit Eltern. In meiner Facharbeit möchte ich gerne Grundlegendes klären, unter anderem die wichtigste Frage was ein Konflikt überhaupt ist. Was können mögliche Ursachen für einen Konflikt sein und wie entsteht er. Jeder Konflikt hat eine eigene Dynamik und es kann zur Eskalation kommen, doch wodurch wird dies ausgelöst. Ich möchte gezielte Maßnahmen zur Konfliktbewältigung erarbeiten und benennen. Welche Unterstützung kann ich mir als Leitung holen, falls ein Konflikt nicht geklärt werden kann? Doch was ist meine Rolle als Konfliktmoderator in einem Konflikt? Ist es wichtig eine Lösung zu finden und kann bei jedem Konflikt eine Lösung gefunden werden? Und was ist an der Aussage dran, dass ein Konflikt durchaus positiv für ein Team sein kann?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlegendes: Was ist ein Konflikt?
2.1. Konfliktentstehung
2.2. Konfliktarten und ihre Ursachen
3. Konfliktmanagment in der Kita / Konfliktanalyse
3.1. 10 Fragen zur Konfliktdiagnose
3.2. Die 9 Stufen des Konfliktes nach Friedrich Glasl
3.3. Konfliktlösungsmodelle
3.4. Strategien zur Lösung von Konfliktentstehung
3.4.1. ESABE – Modell
3.4.2. Modell: Prozesslösung
3.5. Konfliktbearbeitung durch Supervision und Meditation
3.5.1. Supervision
3.5.2. Meditation
4. Konfliktbearbeitung und Moderation
4.1. Herausforderungen eines Konfliktmoderators
4.1.1. Verbünden
4.1.2. Werten
5. Konflikte mit Eltern
5.1. Spezifische Konfliktursachen
5.1.1. Rollenkonflikte
5.1.2. Beziehungskonflikt / Veränderungskonflikt / umfeldbedingter Konflikt
5.2. Ein Beispiel aus dem Kita- Alltag / Konflikte mit Eltern
6. Konflikte mit Kollegen / in Teambesprechungen
6.1. Beispiel aus der Praxis
7. Schlussteil
8. Fazit
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht das Konfliktmanagement im Kita-Alltag mit dem Ziel, Konflikte als notwendige Entwicklungschancen zu begreifen und praxisnahe Lösungsstrategien für Leitungen und pädagogische Fachkräfte aufzuzeigen. Dabei steht die Klärung der Entstehung von Konflikten sowie deren konstruktive Bearbeitung im Vordergrund.
- Grundlagen der Konfliktanalyse und -entstehung
- Einsatz von Modellen wie dem 9-Stufen-Modell nach Glasl und dem ESABE-Modell
- Rolle und Haltung des Konfliktmoderators bei der Vermittlung
- Umgang mit spezifischen Konflikten zwischen Fachkräften und Eltern
- Konfliktbewältigung im Team sowie bei Personalengpässen
Auszug aus dem Buch
2. Grundlegendes: Was ist ein Konflikt?
Konflikte treiben Entwicklungen voran und machen unterschiedliche Meinungen, Bedürfnisse und Interessen sichtbar. Unter einem Konflikt ist ein Zusammenstoßen, Aneinandergeraten oder Kämpfen zu verstehen. Es entwickeln sich hierbei Störungen zwischen mindestens zwei Personen, die die gewöhnlichen Abläufe belasten und stören. Konflikte können Positives bewirken, wird der Grund des Aneinandergeratens erarbeitet. Es können Veränderungen ermöglicht werden, neue Kräfte mobilisiert werden und den Zusammenhalt im Team stärken. Bei einem sozialen Konflikt ist eine Interaktion zwischen zwei Seiten vorhanden. Mindestens eine der beteiligten Personen, hat eine Unvereinbarkeit im Wahrnehmen, Denken, Fühlen, Wollen mit der anderen Person erlebt. Es liegt also ein sozialer Konflikt vor, sobald einer der Personen eine Differenz empfindet und es zu einer Aktion, einem Realisierungshandeln kommt.
Wo Menschen zusammenkommen, entstehen Konflikte. Die meisten Menschen scheuen Konflikte, da sie meist als schmerzhaft und anstrengend wahrgenommen werden. Konflikte machen uns angreifbar, weil wir sehr unmittelbar mit unseren Emotionen und Verletzlichkeiten in Kontakt kommen. Wir bewegen uns auf unsicherem und ein Stück weit unkontrollierbarem Boden. Konflikte und Auseinandersetzungen gehören zum Leben dazu. So unangenehm Konflikte manchmal erscheinen mögen, sie bringen uns in unserer Entwicklung immer ein Stück voran, meist in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen. Manche Menschen beschreiben ausgetragene Konflikte wie ein reinigendes Gewitter, andere sagen „Na endlich“, wenn eine lange unter der Decke schwelende ungute Situation die Oberfläche erreicht und versucht wird zu klären. Da diese Situationen unausweichlich zu unserem Leben dazu gehören, lohnt es sich, gerade in Einrichtungen, die Kinder betreuen, einen genaueren Blick auf dieses Thema zu werfen. Jeder Konflikt hat seine eigene Geschichte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Relevanz von Konflikten im Kita-Alltag und stellt die zentrale Forschungsfrage nach der Rolle der Leitung als Konfliktmoderator.
2. Grundlegendes: Was ist ein Konflikt?: Dieses Kapitel definiert Konflikte als soziale Phänomene, beschreibt deren Entstehung und kategorisiert verschiedene Konfliktarten sowie deren Ursachen.
3. Konfliktmanagment in der Kita / Konfliktanalyse: Hier werden diagnostische Werkzeuge, Eskalationsstufen nach Glasl und konkrete Strategien wie das ESABE-Modell zur Konfliktlösung vorgestellt.
4. Konfliktbearbeitung und Moderation: Das Kapitel erläutert die Rolle der Leitung als neutraler Beobachter und Moderator sowie Herausforderungen wie das „Verbünden“ oder die Gefahr der „Wertung“.
5. Konflikte mit Eltern: Es werden spezifische Ursachen für Konflikte mit Eltern, wie unterschiedliche Erziehungsverständnisse, analysiert und Handlungsanweisungen für den Alltag gegeben.
6. Konflikte mit Kollegen / in Teambesprechungen: Dieses Kapitel fokussiert sich auf die Teamdynamik und bietet anhand von Praxisbeispielen Lösungswege bei internen Differenzen, beispielsweise in Urlaubsfragen.
7. Schlussteil: Der Schlussteil fasst die zentralen Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Bedeutung einer positiven Konfliktkultur für die Teamentwicklung.
8. Fazit: Das Fazit resümiert, dass Konflikte bei konstruktiver Lösung eine Bereicherung für die pädagogische Arbeit und das Miteinander darstellen.
Schlüsselwörter
Konfliktmanagement, Kita-Alltag, Konfliktanalyse, Teamentwicklung, Konfliktmoderation, Pädagogische Fachkräfte, Elternarbeit, Erziehungspartnerschaft, Eskalationsstufen, Supervision, Meditation, ESABE-Modell, Beziehungsmanagement, Konfliktkultur, Arbeitsrecht
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit primär?
Die Arbeit behandelt das Konfliktmanagement innerhalb einer Kindertageseinrichtung und untersucht, wie Konflikte zwischen Teammitgliedern sowie zwischen Fachkräften und Eltern erkannt und gelöst werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Themenfelder umfassen die Definition und Analyse von Konflikten, die Rolle der Kita-Leitung als Moderator, das Eskalationsmodell nach Glasl sowie spezifische Strategien zur Konfliktbewältigung.
Was ist das primäre Ziel der Zertifikatsarbeit?
Ziel ist es, der Verfasserin als zukünftige Kita-Leitung Werkzeuge an die Hand zu geben, um Konflikte professionell zu analysieren und als Chance für die Teamentwicklung zu nutzen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?
Die Autorin stützt sich auf theoretische Modelle (z. B. Glasl, Schulz von Thun), fachdidaktische Literatur zum Konfliktmanagement und reflektiert diese anhand von Praxisbeispielen aus dem Kita-Alltag.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Konfliktursachen, die Vorstellung von Lösungsmodellen (ESABE, Prozesslösung) und die Darstellung der spezifischen Rolle des Konfliktmoderators.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Die Arbeit wird besonders durch die Begriffe Konfliktkultur, Rollenkonflikte, Moderation, Mediation, Supervision und konstruktive Problemlösung geprägt.
Wie geht die Autorin mit dem Thema „kranke Kinder in der Kita“ um?
Die Autorin stellt klar, dass dies ein häufiger Konfliktpunkt ist, für den im Vorfeld transparente Regelungen (z. B. durch Infektionsschutzhinweise und Verträge) getroffen werden müssen, um Unklarheiten zu vermeiden.
Was empfiehlt die Arbeit bei Konflikten um genehmigten Urlaub?
Sie weist darauf hin, dass ein einseitiger Widerruf durch den Arbeitgeber rechtlich meist unzulässig ist und in absoluten Ausnahmefällen eine einvernehmliche, abgewogene Lösung gefunden werden muss.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Mühren (Autor:in), 2021, Konfliktmanagement in der Kita. Konflikte erkennen und lösen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1165297