Die Einführung des Elterngeldes war ein interessanter Schritt in der Familien- und Sozialpolitik. Bereits im 6. Semester hatte ich im Schwerpunktseminar Rechtliche Grundlagen bei Frauen und Mädchen einiges über das Elterngeld mitbekommen und dachte daher auch, dass dies ein interessantes Thema für eine Hausarbeit wäre. Da das Thema doch sehr umfangreich ist, habe ich zunächst das Konzept des vorher geltenden Erziehungsgeldes beschrieben, um dann zum neuen Konzept des Elterngeldes zu gelangen und darzustellen, was sich dadurch für Veränderungen ergaben. Hierbei werden auch Zielsetzungen der Politik erläutert. Danach wird ausführlich auf die Berechtigung derjenigen eingegangen, die Elterngeld erhalten. Im Anschluss daran hielt ich es für sinnvoll auf die Berechnung der Leistungen einzugehen und später natürlich auch auf die Höhe des Elterngeldes. Während ich andere Gliederungspunkte eher kurz fassen wollte, bin ich in diesen Bereichen mehr in die Tiefe der Details gegangen. Eine solche Spezialisierung wurde nötig, da weiteres den Rahmen dieser Hausarbeit sprengen würde. Außerdem wird dann der Weg von der Antragsstellung hin bis zur Auszahlung beschrieben und welche rechtlichen Möglichkeiten es bzgl. eines Widerspruchs gibt. Abschließend wird auf Kontroversen der neuen Gesetzgebung eingegangen und eine eigene kritische Wertung vorgenommen. Seit 1. Januar 1986 gab es das Bundeserziehungsgeldgesetz, was wiederum den Mutterschaftsurlaub (6 Monate nach der Geburt) ablöste. Ab dieser Zeit war es möglich, dass die Mutter/ der Vater unabhängig davon, ob sie einer Arbeit nachgingen, Erziehungsgeld von 600 DM als Sozialleistung bekamen, sofern sie ihr Kind selbst betreuten und erzogen. Allerdings schloss eine volle Erwerbstätigkeit dies aus. Anders wurde eine Arbeitszeit von unter 19 Wochenstunden gehandhabt (bis 1989). Die höchste Bezugsdauer war auf zunächst 12 Monate angesetzt und wurde ab 1993 Schritt für Schritt auf 24 Monate erhöht. Mit einem Lebensalter des Kindes von 7 Monaten richtete sich das Erziehungsgeld nach dem Erwerbseinkommen. „ArbeitnehmerInnen und zur Berufsausbildung Beschäftigte erhielten einen Anspruch auf 12 Monate Freistellung durch den Arbeitgeber (Erziehungsurlaub). Der Freistellungsanspruch setzte voraus, dass sie auch Anspruch auf Erziehungsgeld hatten.“ (s. Fuchsloch/Scheiwe, 2007, S. 6)
Gliederung
1. Einleitung
2. Konzept des Erziehungsgeldes
2.1 Konzept des jetzigen Elterngeldes
3. Anspruchsberechtigte
4. Berechnung der Leistungen
4.1 Grundsätze der Berechnung
4.2 Abzug der Steuern bei nichtselbstständiger Arbeit
4.3 Steuerklassen und steuerliche Freibeträge
4.4 Abzug sonstiger Beträge (nichtselbstständige Arbeit)
4.5 Übersicht einer Berechnung (nichtselbstständige Arbeit)
4.6 Ermittlung des Einkommens (selbstständige Arbeit)
4.7 Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Arbeitnehmerin
5. Höhe des Elterngeldes
6. Von der Antragsstellung zur Auszahlung
6.1 Vertragsform
6.2 Einzuhaltende Frist
6.3 Inhalte und Selbstbindung
6.4 Auszahlung
6.5 Allgemeines & Rechtsbehelfe
7. Eigene kritische Bewertung und Kontroversen
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit untersucht die Einführung und Ausgestaltung des Elterngeldes in Deutschland als Lohnersatzleistung. Das primäre Ziel ist es, den Übergang vom Erziehungsgeld zum Elterngeld darzustellen, die Berechtigung sowie die komplexe Berechnung der Leistungen zu erläutern und kritische Aspekte der neuen Gesetzgebung zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung: Von der Familienförderung zum Lohnersatzmodell
- Struktur der Anspruchsberechtigung und Sonderregelungen
- Detaillierte Analyse der Einkommensberechnung für Arbeitnehmer und Selbstständige
- Prozess der Antragstellung und rechtliche Möglichkeiten bei Widersprüchen
- Kritische Reflexion über Umverteilungseffekte und soziale Gerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
2. Konzept des Erziehungsgeldes
Seit 1. Januar 1986 gab es das Bundeserziehungsgeldgesetz, was wiederum den Mutterschaftsurlaub (6 Monate nach der Geburt) ablöste. Ab dieser Zeit war es möglich, dass die Mutter/ der Vater unabhängig davon, ob sie einer Arbeit nachgingen, Erziehungsgeld von 600 DM als Sozialleistung bekamen, sofern sie ihr Kind selbst betreuten und erzogen. Allerdings schloss eine volle Erwerbstätigkeit dies aus. Anders wurde eine Arbeitszeit von unter 19 Wochenstunden gehandhabt (bis 1989). Die höchste Bezugsdauer war auf zunächst 12 Monate angesetzt und wurde ab 1993 Schritt für Schritt auf 24 Monate erhöht. Mit einem Lebensalter des Kindes von 7 Monaten richtete sich das Erziehungsgeld nach dem Erwerbseinkommen. „ArbeitnehmerInnen und zur Berufsausbildung Beschäftigte erhielten einen Anspruch auf 12 Monate Freistellung durch den Arbeitgeber (Erziehungsurlaub). Der Freistellungsanspruch setzte voraus, dass sie auch Anspruch auf Erziehungsgeld hatten.“ (s. Fuchsloch/Scheiwe, 2007, S. 6)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung erläutert die Motivation für die Themenwahl und den Aufbau der Arbeit, wobei der Fokus auf dem Vergleich zwischen Erziehungsgeld und Elterngeld liegt.
2. Konzept des Erziehungsgeldes: Dieses Kapitel beschreibt die historische Ausgangslage und die Funktionsweise des Bundeserziehungsgeldgesetzes sowie dessen Weiterentwicklungen bis zur Einführung des Elterngeldes.
3. Anspruchsberechtigte: Hier werden die Voraussetzungen für den Bezug von Elterngeld detailliert dargelegt, einschließlich Sonderregelungen für verschiedene Lebenssituationen und den Wohnsitz.
4. Berechnung der Leistungen: Dieser umfangreiche Abschnitt analysiert die Ermittlung des bereinigten Nettoeinkommens für Arbeitnehmer und Selbstständige sowie die Berücksichtigung von Steuern und Freibeträgen.
5. Höhe des Elterngeldes: Das Kapitel behandelt die Berechnungsgrundlagen der Ersatzrate sowie die Auswirkungen von Teilzeitbeschäftigung, Mehrlingsgeburten und Geschwisterboni auf die ausgezahlte Summe.
6. Von der Antragsstellung zur Auszahlung: Dieser Teil führt durch den administrativen Prozess von der Antragstellung über die Fristen bis hin zu rechtlichen Rechtsbehelfen bei Unstimmigkeiten.
7. Eigene kritische Bewertung und Kontroversen: Die Arbeit schließt mit einer persönlichen kritischen Würdigung des Elterngeldgesetzes hinsichtlich seiner sozialen Auswirkungen und der politischen Zielsetzung.
Schlüsselwörter
Elterngeld, Erziehungsgeld, Lohnersatzleistung, Familienpolitik, Anspruchsberechtigung, Einkommensberechnung, Nettoeinkommen, Steuerklasse, Elternzeit, Partnermonate, Sozialleistung, Rechtsbehelf, Umverteilung, Kinderbetreuung, Demografie
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die rechtlichen und finanziellen Aspekte des Elterngeldes als Nachfolgeregelung des Erziehungsgeldes in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen umfassen die Anspruchsberechtigung, die methodische Berechnung der Elterngeldhöhe, administrative Abläufe der Antragstellung sowie eine kritische Bewertung der sozialpolitischen Auswirkungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Komplexität der Elterngeldberechnung transparent zu machen und die Reformschritte zwischen dem alten Erziehungsgeld und dem heutigen Elterngeld nachvollziehbar zu beschreiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung gesetzlicher Grundlagen und aktueller Rechtssprechungen im Bereich des Sozialrechts.
Welche Inhalte werden im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Berechnung des Einkommens für verschiedene Erwerbsgruppen sowie den rechtlichen Prozess der Antragstellung und des Widerspruchswesens.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Elterngeld, Lohnersatzleistung, Anspruchsberechtigung, Einkommensberechnung, Familienpolitik und soziale Gerechtigkeit.
Wie wirkt sich der Geschwisterbonus konkret auf die Elterngeldhöhe aus?
Bei Vorliegen mehrerer Kinder wird der reguläre Elterngeldanspruch um 10 Prozent, maximal jedoch um 75 Euro, erhöht.
Was ist die kritische Kernbotschaft der Verfasserin zur sozialen Gerechtigkeit des Elterngeldes?
Die Verfasserin kritisiert, dass das Elterngeld durch seine Ausgestaltung eher Gutverdienenden zugutekommt und somit die Umverteilungswirkung im Vergleich zu bedürftigkeitsorientierten Leistungen als potenziell ungerecht empfunden werden kann.
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- Stefanie Pohl (Author), 2008, Zum Konzept des Elterngeldes - Von der Antragsstellung zur Auszahlung, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116674