Sicherheit im Straßenverkehr - Mobilität im Alter


Hausarbeit, 2006

19 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Gliederung

1. Einleitung
1.1 Motivation für das Thema
1.2 Aufbau der Arbeit

2. Klärung der Grundbegriffe
2.1 Mobilität
2.2 Sicherheit
2.3 Verkehrstauglichkeit

3. Senioren im Straßenverkehr
3.1 Fußgänger und Fußgängerinnen
3.2 Ältere Radfahrer/ -innen
3.3 Senioren als motorisierte Verkehrsteilnehmer

4. Maßnahmen für Verkehrssicherheit
4.1 Verkehrsplanung für…
4.1.1 … betagte Fußgänger
4.1.2 … radfahrende Senioren
4.1.3 … aktive Kraftfahrer/-innen
4.2 Ratschläge für Verhaltensweisen im Straßenverkehr
4.2.1 Medikamente und Arztbesuche
4.2.2 Auswahl von sicheren Verkehrsfußwegen
4.2.3 Richtige Einschätzung des eigenen Leistungspotenzials

5. Projekte zur Förderung der Verkehrssicherheit
5.1 Besuch eines Seniorenclubs
5.2 Gesprächskreise mit betagten Autofahrern
5.3 Sicherheitsberater für Senioren in der Stadt Mainz
5.4 Senioren im Gespräch mit Jugendlichen

6. Schlussteil
6.1 Zusammenfassung wichtiger Punkte
6.2 Weitere Empfehlungen für Projekte

Literaturverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Motivation für das Thema

Diese vorliegende Hausarbeit beschäftigt sich mit dem Thema Verkehrssicherheit im Alter. In diesem Zusammenhang will ich einen lösungsorientierten gedanklichen Beitrag zu einem Problemgebiet bringen, das mit der Mobilität im Alter zusammenhängt. Viele Senioren beschränken ihren Aktivitätsraum aus Furcht vor Straßenkriminalität oder -unfällen auf ihr häusliches Umfeld. Je unsicherer sie sich fühlen, um so eher neigen sie dazu, sich in ihrer vertrauten Umgebung der eigenen vier Wände zu isolieren. Dabei ist die Vorstellung alter Menschen im Straßenverkehr zu verunglücken eher eine subjektiv empfundene Angst. Durch gezielte Maßnahmen kann man im heutigen Verkehr den Senioren ein geschultes Gefühl der Sicherheit vermitteln, sich unterwegs nicht mehr als potentielles Unfallopfer zu fühlen. Sie sollen merken, dass sie durch eigenes aktives Verhalten einiges zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen können. Es ist sonst möglich, dass routinierte Verkehrsteilnehmer aus ihrer Sichtweise zu vage Verhaltensweisen älterer Mitbürger im Straßenverkehr nicht richtig einschätzen. So kann diese ein- oder beiderseitige Fehleinschätzung von Verkehrsverhalten tatsächlich zu einem Unfall führen. Nun sollen in dieser Arbeit folgende Fragen beantwortet werden: Welche Maßnahmen kann der Senior ergreifen, um sich sicher im Straßenverkehr zu fühlen? Was müssen die jüngeren Verkehrs-teilnehmer bei den betagten Menschen berücksichtigen, um Verkehrsunfälle zu vermeiden?

1.2 Aufbau der Arbeit

Um nun die obigen Fragen zutreffend beantworten zu können, will ich zunächst die wichtigen Grundbegriffe von im Alter kennzeichnender Mobilität, Sicherheit und Verkehrstauglichkeit klären. Im darauffolgenden Kapitel will ich den gegenwärtigen Stand von Unfallursachen älterer Menschen im Straßenverkehr erörtern. Dabei will ich die Senioren als Fußgänger, Radfahrer sowie als motorisierte Verkehrsteilnehmer in ihren Verhaltensmerkmalen typisieren. Dementsprechend sind auch die verkehrserzieherischen Maßnahmen untergliedert, die ich dann im vierten Kapitel genauer erläutern will. Im darauffolgenden Kapitel werde ich Maßnahmen beschreiben, die die Verkehrssicherheit fördern sollen. Da werde ich zunächst auf die Verkehrsplanung eingehen und anschließend im nächsten Abschnitt Ratschläge für Verhaltensweisen im Straßenverkehr vorstellen. Im letzten Abschnitt will ich Projekte von der Deutschen Verkehrsicherheit e.V. und von der Mainzer Polizei beschreiben und ihre Ziele erörtern. Die wichtigen Begriffe fasse ich im Schlussteil zusammen. Dabei werde ich im letzten Abschnitt eigene Ideen und Gedanken aus meiner Wahrnehmung für Projekte vorschlagen.

2. Klärung der Grundbegriffe

Im Kontext von Verkehrssicherheit spielt der Begriff Mobilität eine wesentliche Rolle. In der Literatur wird Mobilität in vielen Zusammenhängen verwendet. So halte ich es für notwendig, diese unterschiedlichen Deutungen von Mobilität im ersten Abschnitt zu erläutern. Verkehrssicherheit beinhaltet das Wort Sicherheit, das ich als nächstes genauer beschreiben will. Um eine Verkehrssicherheit gewähren und leisten zu können, gehört in diesem Zusammenhang auch die Verkehrstauglichkeit definiert.

2.1 Mobilität

Die Mobilität ist für einen Senioren ein wichtiger Faktor für die subjektiv empfundene Lebensqualität. Sie ermöglicht ihm aktiv an seiner Umwelt teilzunehmen. Zur Kompensation körperlicher Beeinträchtigungen kann die Technik eingesetzt werden. Allerdings kann die moderne Technik und auch das Design der Fahrzeuge als unterstützend aber auch als hinderlich durch komplizierte Finessen für den betagten Menschen empfunden werden. (Vgl. Mollenkopf, 2000) Es ist zu bemerken, dass gerade im Zusammenhang mit der Mobilität der Straßenverkehr eine wichtige Rolle spielt. Dieser hat sich in den vergangenen Jahrzehnten verändert und fordert den Senioren zur Anpassung heraus. (Vgl. Tesch-Römer, Wahl, 2000) Auch wird unter Mobilität die Bereitschaft zum Wohnortwechsel verstanden. In diesem Zusammenhang wird häufig diskutiert, unter welchen Bedingungen der ältere Mensch seine gewohnte Umgebung endgültig verlässt. Es wird festgehalten, dass Senioren sehr gerne in ihrer Mietwohnung bzw. Wohneigentum bis zum sogenannten letzten vertretbaren Augenblick bleiben. Die persönliche, einsichtige Entscheidung zum notwendigen Umzug in eine seniorengerechte Einrichtung wird sehr lange hinausgezögert. (Vgl. Lehr, 1996) Im Zusammenhang von in ungewohnter Straßenumgebung Mobilität werden verstärkt eigene Risiken zur Verkehrsunfallsgefahr gesehen. Im Alter wird von einigen selber spürbar durch die nachlassende Leistungsfähigkeit die persönliche Sicherheit als gefährdet empfunden. (Vgl. Polizei Mainz, 2005)

2.2 Sicherheit

Sicherheit gehört nicht zu den gebräuchlichen Begriffen in der Psychologie. Ich orientiere mich daher an der Bedürfnispyramide von Abraham Maslow: Seine Theorie sagt aus, dass die Menschen angeborene Bedürfnisse in sich tragen. Diese sind nach bestimmten Kriterien von primitiven bis zu den humanen Bedürfnissen in einer nach Prioritäten Reihenfolge geordnet. Nach der Befriedigung der grundlegenden biologischen Bedürfnisse, wie Hunger zu stillen und Durst zu löschen, folgt alsbald das Bedürfnis nach Sicherheit. Also bedeutet Sicherheit für den Menschen ein grundlegendes Bedürfnis, das es zu befriedigen und zu schützen gilt, wenn die überlebenserhaltenden Maßnahmen, wie vor allem Nahrungsaufnahme erfolgt sind. Unter Sicherheit wird hier verstanden, dass der Mensch keine Sorgen über Gefahren haben muss. Die nachfolgenden Bedürfnisse, wie zwischenmenschliche Bindung, Selbstwert, Kognition, Ästhetik, mögliche Selbstverwirklichung und gar Transzendenz, haben mit diesem vorliegenden Thema nichts zu tun und werden daher hier auch nicht näher erörtert. (Vgl. Zimbardo, 1992) Im Aufgabenbereich der Polizei kann man im Zusammenhang von Aufklärung über Kriminalität und Straßenverkehr häufig auf den Begriff Sicherheit für alle gleichermaßen stoßen. Die Polizei sieht sich in die Pflicht des Staates gestellt, in der Öffentlichkeit für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. Um nun diese Forderung für die Bevölkerung gewährleisten zu können, müssen Polizeibeamte mit anderen Einrichtungen kooperativ zusammenarbeiten. Hinzu kommt auch die Präventionsarbeit, die sie im Kontext von Ordnung und Sicherheit anbieten. (Vgl. Asmus, 2002)

2.3 Verkehrstauglichkeit

Um weiterhin mit einst bestandener Fahrerlaubnis aktiv am Straßenverkehr teilnehmen zu können, muss man bestimmte wichtige Leistungsbedingungen erfüllen. Hier will ich auf den Begriff der Verkehrstauglichkeit eingehen und die wichtigen Punkte dazu erörtern. In der Psychologie wird das Anpassungsverhalten als Schwerpunkt für die individuelle Verkehrstauglichkeit genannt. Dabei werden diesbezügliche Anpassungsstörungen in drei Punkten unterschieden: Es gibt den Zögerer, der sich langsam einem Vorfahrtsschild nähert. Bei der Überwindung seiner inneren Hemmung fährt er abrupt weiter und kann durch unsichere und übervorsichtige Fahrweise mit anderen Verkehrsteilnehmern einen Zusammenstoß provozieren. Als zweiten Typus einer Anpassungsstörung wird die mangelnde Kenntnis über die Verkehrsregeln genannt. Hier kann es bei unschlüssigem Verhalten in kritischen Verkehrssituationen zu einer Fehleinschätzung kommen und diese kann womöglich auch zu einem Unfall führen. Ebenso das bewusste Ignorieren von Verkehrsregeln als dritte Anpassungsstörung kann erhebliche Folgen für den Straßenverkehr haben. (Vgl. Benesch, 1993) Natürlich gibt es weitere Faktoren, die für die verantwortbare Verkehrsteilnahme wichtig sind. Der Autofahrer muss sechs Fähigkeiten beherrschen, um aktiv am Verkehr teilnehmen zu können. Er muss die Bedienungsvorrichtungen seines Kraftfahrzeugs bestens kennen. Die selektive Aufmerksamkeit für das Führen eines Autos beherrschen. Damit ist gemeint, dass der Fahrer sich auf die wesentlichen Reize im Straßenverkehr konzentrieren muss, um in kritischen Verkehrssituationen angemessen zu reagieren. Als weiterer Punkt ist hier das rezeptive Verhalten bedeutsam. Der Autofahrer muss alle wesentlichen Einzelheiten einer Verkehrslage erkennen, sehen, hören und erfassen. Beim Autofahren ist das aktive Verhalten auf das Lenken des Kraftfahrzeugs beschränkt. In diesem Zusammenhang müssen die Bedienungselemente dementsprechend schnell und genau durchgeführt werden. Als wesentlicher Punkt für Verkehrsunfälle wird auch die Motivbeteiligung betont. Durch emotionale Einflüsse wie Aggression, Angst usw. können unbewusst Risikograde für Unfälle entstehen. Als Letztes ist hier noch das prospektive Verhalten zu erwähnen. Damit ist die vorausschauende Fahrweise gemeint: Wenn beispielsweise ein Ball auf die Straße rollt, rechnet der prospektive Autofahrer mit einem nacheilenden Kind. (Vgl. Benesch, 1993)

[...]

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten

Details

Titel
Sicherheit im Straßenverkehr - Mobilität im Alter
Hochschule
Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg  (Institut für Psychogerontologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Gerontopsychologie - Mobilität im Alter
Note
2,0
Autor
Jahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V116747
ISBN (eBook)
9783640185023
ISBN (Buch)
9783640185108
Dateigröße
468 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sicherheit, Straßenverkehr, Mobilität, Alter, Hauptseminar, Gerontopsychologie, Verkehrssicherheit, Senioren im Straßenverkehr, Verkehrsplanung, Medikamente im Straßenverkehr, Projekte zur Förderung von Verkehrssicherheit
Arbeit zitieren
M. A. ; Dipl. (postgrad.) Isolde A. Kretzschmar (Autor), 2006, Sicherheit im Straßenverkehr - Mobilität im Alter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/116747

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