Die vorliegende Arbeit soll in einem historischen Kontext die Entwicklung von Regionen im Zusammenhang mit der europäischen Expansion über den Atlantik darstellen. Im Hinblick auf heutige Unterschiede in Wohlstand und Entwicklung der Länder ist es relevant zu untersuchen, inwieweit die geschichtliche Entwicklung und damalige Machtverhältnisse die heutige Situation bestimmt oder beeinflusst haben. Denn der atlantische Dreieckshandel begann nach der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492, mit der die zunehmende Vernetzung der Völker und des Handels begann.
Der atlantische Dreieckshandel fand über drei Jahrhunderte (∼ 1500-1850) zwischen Europa, Afrika und Amerika statt. Nach der Entdeckung Amerikas, beziehungsweise Westindiens, hat sich im Zuge der folgenden Kolonialisierung Amerikas durch die europäischen Mächte, ein sehr komplexer Handel über den Atlantik entwickelt, welcher die involvierten Regionen sehr beeinflusst und verändert hat. Zu den involvierten Regionen gehören vor allem Westafrika, Westindien, Spanisch-Amerika und Brasilien, sowie die antreibenden europäischen Mächte Portugal, Spanien, England, Frankreich und die Niederlande. Um der Komplexität des atlantischen Dreieckshandels näherzukommen, werden zu Beginn dieser Arbeit seine Entstehung, die vorausgegangene Entdeckung Amerikas und die Gegebenheiten der Kolonialisierung der atlantischen Territorien erläutert.
Im Anschluss werden die wesentlichen Faktoren des Atlantikhandels dargestellt, was zum Verständnis der Auswirkungen auf die jeweiligen Regionen beitragen soll. Im Kapitel vier wird dann die Bedeutung der involvierten Länder im Dreieckshandel beschrieben und seine Auswirkungen auf die jeweiligen Regionen diskutiert. Die Auswirkungen und Folgen des atlantischen Dreieckshandels für die involvierten Regionen können als Ausgangspunkt für das heutige Nord-Süd-Gefälle herangezogen werden, denn im Zuge des Dreieckshandels stand dem steigenden Wohlstand Europas eine mit Entwicklungsdefiziten verbundene Verdrängung, Zwangswirtschaft und Ausbeutung der heutigen Entwicklungs- beziehungsweise Schwellenländer gegenüber. Eine Brücke zwischen der Geschichte der jeweiligen Länder und den heutigen politischen und wirtschaftlichen Verhältnissen wird zum Abschluss geschlagen, bevor in einem Fazit die wesentlichen Kernpunkte nochmals zusammengeführt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Der atlantische Dreieckshandel im geschichtlichen Kontext – ein Überblick
2.1 Die Entdeckung Amerikas als Beginn der europäischen Expansion
2.2 Widerspiegelung der europäischen Machtverhältnisse während der Kolonialisierung atlantischer Territorien
2.3 Die Entstehung des atlantischen Dreieckshandels
3. Die wesentlichen Faktoren des atlantischen Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika
4. Die Bedeutung der involvierten Länder und die Auswirkungen des atlantischen Dreieckshandels auf die jeweiligen Regionen
4.1 Amerika – Entdeckung, Verdrängung, Veränderung
4.2 Europa – die treibende Kraft des atlantischen Dreieckshandels
4.3 Afrika – Sklavenhandel, Unruhen und Entwicklungsdefizite
4.3.1 Umstände des transatlantischen Sklavenhandels
4.3.2 Das Ende des Sklaven- und Dreieckshandels
5. Die Rolle des Dreieckshandels im Zusammenhang mit der Globalisierung und dem Nord-Süd-Gefälle
6. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den atlantischen Dreieckshandel als historisches Wirtschaftssystem und analysiert dessen tiefgreifende Auswirkungen auf die beteiligten Regionen Europa, Afrika und Amerika. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, wie die damaligen Machtverhältnisse und der transatlantische Sklavenhandel die heutigen wirtschaftlichen Disparitäten und das Nord-Süd-Gefälle beeinflusst haben.
- Historische Genese der europäischen Expansion über den Atlantik.
- Die Rolle von Plantagenwirtschaft und Sklavenhandel als Motor des atlantischen Systems.
- Untersuchung der sozioökonomischen Folgen für die afrikanischen Gesellschaften.
- Wirtschaftliche Bedeutung des Dreieckshandels für den Aufstieg Europas.
- Zusammenhang zwischen kolonialer Geschichte und heutiger Unterentwicklung.
Auszug aus dem Buch
3. Die wesentlichen Faktoren des atlantischen Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika
Vereinfacht ausgedrückt manifestierte sich die europäische Expansion im atlantischen Raum in drei Erscheinungsformen: In Siedlungskolonien, Plantagenkolonien und Handelsstützpunkten. Auf den Plantagen im karibischen Raum, im Süden Nordamerikas und in Nordostbrasilien wurde vor allem Zucker in Form von Massengütern produziert, um die geradezu unerschöpfliche Nachfrage Europas zu stillen. Zu diesen Plantagenkolonien hatten die zugehörigen europäischen Handelsgesellschaften engste Beziehungen (EMMER 1988: 3). Neben Zucker waren auf den Plantagen produzierte Erzeugnisse nach wie vor Tabak und Edelmetalle, aber auch Baumwolle und Kaffee. Diese Rohstoffe wurden nach Europa verschifft, um dort weiter verarbeitet zu werden, das heißt die Baumwolle wurde in Europa gesponnen oder der Zucker raffiniert.
Um die für die Plantagenarbeit notwendigen Sklaven zu beschaffen, wurden in europäischen Manufakturen billig Tauschwaren wie Stoffe, Gewehre oder Schnaps hergestellt. Die Schiffe aus den Häfen Europas, in Frankreich vor allem Nantes und in England Liverpool, segelten an die westafrikanische Küste zwischen Senegal und Angola (Karte 8), um dort im Tausch oder nach Verkauf der Ware, afrikanische Sklaven zu erwerben. Mit denselben Schiffen, nun jedoch mit Sklaven und teilweise auch Gold oder Elfenbein beladen, ging es dann auf der so genannten „Middle Passage“ zu den westindischen Häfen. Die Sklaven wurden dort „direkt oder mittels Agenten an Zuckerpflanzer verkauft oder auf stillen Wegen weiter in das spanische Amerika gebracht“ (REINHARD 1985: 143). Nach Verkauf der Sklaven wurden die Schiffe dann wieder mit Plantagenerzeugnissen beladen und nach Europa geschafft, wo die Dreiecksfahrt erneut begann. Der Dreieckskurs verknüpfte Europa, Afrika und Amerika zu einer Weltwirtschaft, wobei vor allem Europa die Profite bezog.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik des atlantischen Dreieckshandels im Kontext der Regionalentwicklung ein und legt das Ziel der Untersuchung dar, historische Zusammenhänge für das heutige Nord-Süd-Gefälle aufzuzeigen.
2. Der atlantische Dreieckshandel im geschichtlichen Kontext – ein Überblick: Dieses Kapitel skizziert die Entdeckung Amerikas als Ausgangspunkt der europäischen Expansion und erläutert die politische Aufteilung der Welt sowie die Etablierung des Handels zwischen den Kontinenten.
3. Die wesentlichen Faktoren des atlantischen Dreieckshandels zwischen Europa, Afrika und Amerika: Hier werden die strukturellen Elemente des Wirtschaftssystems analysiert, insbesondere die Rolle von Plantagenkolonien, Handelswegen und der Austausch von Waren gegen Sklaven.
4. Die Bedeutung der involvierten Länder und die Auswirkungen des atlantischen Dreieckshandels auf die jeweiligen Regionen: Das Hauptkapitel untersucht die spezifischen Folgen der kolonialen Ausbeutung für Amerika, Europa und Afrika, inklusive der demografischen Veränderungen und der Zwangswirtschaft.
5. Die Rolle des Dreieckshandels im Zusammenhang mit der Globalisierung und dem Nord-Süd-Gefälle: Dieses Kapitel verknüpft den historischen Dreieckshandel mit der modernen Globalisierung und reflektiert über die langfristigen Entwicklungsdefizite in betroffenen Ländern.
6. Fazit: Das Fazit führt die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die wirtschaftliche Entwicklung Europas maßgeblich auf einer aktiven Ausbeutungspolitik und der daraus resultierenden Unterentwicklung in Afrika und Lateinamerika basierte.
Schlüsselwörter
Atlantischer Dreieckshandel, europäische Expansion, Sklaverei, Plantagenwirtschaft, Sklavenhandel, Kolonialismus, Unterentwicklung, Nord-Süd-Gefälle, Globalisierung, Wirtschaftsgeschichte, Westindien, Westafrika, Welthandel, transatlantischer Handel, Ausbeutungspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den historischen atlantischen Dreieckshandel und dessen Bedeutung für die Entwicklung der beteiligten Kontinente Europa, Afrika und Amerika.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen sind die koloniale Expansion, die Mechanismen der Plantagenwirtschaft, der Sklavenhandel sowie die ökonomischen Langzeitfolgen in den betroffenen Regionen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie historische Ausbeutungsmechanismen und Machtstrukturen das heutige Nord-Süd-Gefälle und die wirtschaftliche Disparität zwischen den Ländern geprägt haben.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse historischer Fachliteratur und historisch-geographischer Quellen, um die wirtschaftlichen Verflechtungen der Zeit zu rekonstruieren.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der Darstellung der regionalen Auswirkungen für Amerika, Europa und Afrika sowie der detaillierten Beschreibung der Handelsfaktoren und der Sklaven-Überfahrt.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit am besten charakterisieren?
Wichtige Begriffe sind Dreieckshandel, Sklaverei, koloniale Ausbeutung, Welthandel, Plantagenwirtschaft und Unterentwicklung.
Welche Rolle spielten die Windverhältnisse für den Dreieckskurs?
Die Passatwinde und Meeresströmungen im Atlantik waren entscheidend, da sie den Kurs zwischen den Kontinenten vorgaben und so unnötige Leerfahrten vermieden.
Wie wirkte sich der Sklavenhandel konkret auf die afrikanische Infrastruktur aus?
Der Sklavenhandel entzog der afrikanischen Wirtschaft vorwiegend junge Arbeitskräfte, förderte Instabilität durch Stammeskriege und hemmte die Entwicklung einer eigenen industriellen Infrastruktur.
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- Anonym (Author), 2013, Der atlantische Dreieckshandel und seine Bedeutung für die involvierten Regionen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1167662