Der Fokus dieser Ausarbeitung liegt auf einem Phänomen, das Auswirkungen auf jede Frau in Organisationen hat und sich in informellen Strukturen, d. h. auf der Interaktionsebene am Arbeitsplatz bewegt: Mikropolitik.
Welche Bedeutung und Chance Mikropolitik für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen hat, ist zentrale Fragestellung dieser Ausarbeitung. Konkreter gilt es herauszufinden, mit welchen Herausforderungen Frauen in Führungspositionen konfrontiert sind, wie sich das Machtverständnis zwischen den Geschlechtern unterscheidet und welche Chance in der Aneignung von mikropolitischer Kompetenz für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen liegt.
Interessant sind diese Fragestellungen nicht nur für die Gender- und Sozial- und Organisationsforschung, sondern auch in der Praxis für all diejenigen, die mit Führungskräften arbeiten: Organisationsberater, Coaches oder Supervisoren. Sie müssen sich stetig mit Fragen und Konflikten ihrer Klienten auseinandersetzen, die mit Macht, erfolgreichen Strategien und mit möglichen Erweiterungen der Handlungsspielräume zu tun haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Frauen in Führungspositionen und deren Herausforderungen
3. Geschlechtsspezifischer Umgang mit Macht
3.1 Konkurrenzverhalten
3.2 Geschlechtsspezifische Sozialisation
4. Weiblichkeit als Ressource - Klassische mikropolitische Strategien weiblicher Führungskräfte
4.1 Weiblicher Führungsstil
4.2 Klassische weibliche Rollen
4.3 Anpassungsstrategie
5. Die Chance der Aneignung von mikropolitischer Kompetenz für den Aufstieg von Frauen
6. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz und Potenziale mikropolitischer Handlungen für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen. Dabei wird analysiert, wie Frauen durch den taktischen Einsatz mikropolitischer Kompetenzen bestehende informelle Barrieren, stereotypisierte Rollenerwartungen und den männlich dominierten Arbeitsalltag erfolgreich bewältigen können.
- Mikropolitik als informelles Machtinstrument in Organisationen
- Geschlechtsspezifische Unterschiede im Machtverständnis und Konkurrenzverhalten
- Klassische weibliche Rollenstrategien und deren Karrierefolgen
- Das Mikropolitische Kompetenzmodell (MKM) zur gezielten Entwicklungsförderung
- Bedeutung von Selbstreflexion für den beruflichen Aufstieg
Auszug aus dem Buch
Die Aneignung von mikropolitischer Kompetenz für den Aufstieg von Frauen
Es wird davon ausgegangen, dass Frauen in ihrer Karriere auf große Herausforderungen stoßen, insbesondere dann, wenn sie ihre Situation nicht reflektieren und nicht selbst mikropolitisch aktiv werden. Nach dem Ansatz der Mikropolitik gibt es für Frauen Handlungsspielräume, in denen sie in der Lage sind ins Geschehen einzugreifen und Handlungen gemäß ihrer Ziele zu beeinflussen (vgl. Rastetter, 2009, S. 8). Demnach können Handlungen überdacht, revidiert, neuentwickelt, probiert, verworfen und trainiert werden (vgl. Rastetter 2007, S. 98). Hierbei ist es für Frauen besonders wichtig, ein positives Machtverhältnis zu entwickeln. Die Aneignung von mikropolitischer Kompetenz wird dabei nicht nur für den Aufstieg benötigt wird, sondern auch bei Veränderungen am Arbeitsplatz wie einer Aufgabenerweiterung, Arbeitsplatzwechsel oder in verschiedenen Konfliktsituationen mit Kolleginnen oder Kollegen (vgl. Rastetter & Jüngling, 2018, S. 55).
Die Aneignung von Kompetenzen stellt eine Grundanforderung für jede Führungskraft dar (vgl. Cornils et al., 2014, S. 3). Rastetter und Jüngling bezeichnen mikropolitische Kompetenz als ein „strategisch kluges Verhalten“ (2018, S. 49). Das bedeutet eine „mikropolitische Brille“ (Rastetter & Jüngling 2018, S. 49) aufzusetzen bzw. berufliche Ereignisse aus einer mikropolitischen Perspektive betrachten zu können, eine adäquate Agenda zu bestimmen und wichtige Akteure (Mitspieler/-innen) zu identifizieren. Danach geht es darum, die persönlich passenden Strategien auszuwählen und an geeigneter Stelle gegenüber den richtigen Personen einzusetzen. Dabei muss das Handeln mit dem Selbstkonzept vereinbar sein (vgl. Rastetter & Jüngling, 2018, S. 50).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit thematisiert die Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen und führt Mikropolitik als informellen Faktor ein, der bisher in der Karriereforschung zu wenig berücksichtigt wurde.
2. Frauen in Führungspositionen und deren Herausforderungen: Es wird dargelegt, dass Frauen mit stereotypen Barrieren und der „Think-manager-think-male“-Wahrnehmung konfrontiert sind, die ihren Aufstieg erschweren.
3. Geschlechtsspezifischer Umgang mit Macht: Dieses Kapitel beleuchtet, wie Sozialisation und unterschiedliche Formen des Konkurrenzverhaltens (Dominanz- vs. Geltungshierarchie) den Umgang mit Macht zwischen den Geschlechtern prägen.
4. Weiblichkeit als Ressource - Klassische mikropolitische Strategien weiblicher Führungskräfte: Hier werden traditionelle weibliche Rollenmodelle und Anpassungsstrategien analysiert, die Frauen zur Navigation im informellen Machtgefüge nutzen.
5. Die Chance der Aneignung von mikropolitischer Kompetenz für den Aufstieg von Frauen: Das Kapitel stellt das Mikropolitische Kompetenzmodell (MKM) vor und zeigt auf, wie Frauen durch systematisches Training ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern können.
6. Fazit und Ausblick: Die Autorin resümiert, dass mikropolitische Kompetenz eine entscheidende Ressource für den beruflichen Erfolg darstellt und zukünftige Forschung diese Thematik weiter stärken sollte.
Schlüsselwörter
Mikropolitik, Führungskräfte, Frauen, Machtverhältnisse, Mikropolitisches Kompetenzmodell, Selbstkompetenz, Karriereentwicklung, Geschlechterstereotype, Sozialisation, Strategisches Handeln, Informelle Macht, Organisationspsychologie, Mentoring, Coaching, berufliche Aufstiegschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem informellen Machtgefüge in Organisationen, der sogenannten Mikropolitik, und deren Bedeutung für den beruflichen Aufstieg von Frauen.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Untersuchung ab?
Zentrale Themen sind die geschlechtsspezifischen Herausforderungen für Frauen in Führungspositionen, der Unterschied in der Machtausübung zwischen Männern und Frauen sowie die Aneignung von strategischer Kompetenz.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, dass Frauen durch die Reflexion und den gezielten Einsatz mikropolitischer Kompetenzen Handlungsspielräume in Organisationen effektiver nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch aktuelle Forschungsliteratur sowie der Auswertung empirischer Studienergebnisse, insbesondere zum Mikropolitischen Kompetenzmodell.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Ursachen geschlechtsspezifischer Machtkonflikte, klassische weibliche Rollenstrategien wie die Mutter- oder Mädchenrolle und die verschiedenen Dimensionen mikropolitischer Kompetenz.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen zählen Mikropolitik, Macht, Kompetenzmodell (MKM), weibliche Führung, Geschlechterstereotype und Karriereaufstieg.
Was versteht die Autorin unter dem Mikropolitischen Kompetenzmodell (MKM)?
Das MKM ist ein Rahmenmodell, das mikropolitische Kompetenz in vier Dimensionen unterteilt: Sachkompetenz, Aktivitätskompetenz, soziale Kompetenz und Selbstkompetenz.
Warum ist laut der Arbeit Selbstreflexion für Frauen so wichtig?
Selbstreflexion hilft Frauen dabei, ihr eigenes Handeln mit dem persönlichen Selbstkonzept in Einklang zu bringen, verinnerlichte Stereotype zu hinterfragen und taktisch klüger zu agieren, ohne sich selbst zu entfremden.
Welche Rolle spielt die geschlechtsspezifische Sozialisation für das Machtverständnis?
Die Arbeit argumentiert, dass Sozialisationsprozesse in Kindheit und Jugend dazu beitragen, dass Frauen und Männer unterschiedliche Formen der Konkurrenz und Machtausübung erlernen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2021, Geschlecht, Macht und Mikropolitik. Die Bedeutung von mikropolitischen Handlungen für den Aufstieg von Frauen in Führungspositionen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169312