Diese Arbeit beschäftigt sich mit der im Bildungsplan Baden-Württembergs (2016) verbindlich vorgeschriebenen Leitperspektive „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ (BNE) im Zusammenhang mit dem Sportunterricht in der Primarstufe.
Nach einleitenden Definitionsversuchen der für diesen Text zentralen Termini Sport und Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie einem chronologischen Portrait zur Entstehung und einer aktuellen Einordnung beider Begriffe, beschäftigt sich die Arbeit anschließend intensiv mit den fundamentalen Fragestellungen von der Legitimität der Nachhaltigkeit und des Sports.
Indem die Paradoxie dieser vermeintlich widersprüchlichen Themenbereiche aufgedeckt wird, geht die Autorin dieser Arbeit noch weiter und beschreibt ausführlich das im Sport bzw. Sportunterricht verdeckte Potenzial, Kindern die Nachhaltigkeitsthematik näher zu bringen – sie zu bilden. Daran anschließend befasst sich der Hauptteil der Arbeit explizit mit dem Gegenstand der Nachhaltigkeit im Sportunterricht der Primarstufe. Vorweg wird jedoch der Ist-Zustand der Implementierung der Nachhaltigkeitsthematik im Bildungsbereich beleuchtet und deutliche Mängel nachgewiesen.
Im letzten Abschnitt der Arbeit werden auf Grundlage der vorhandenen Literatur und eigenen Überlegungen Lösungsvorschläge für die Realisierung von BNE im Sportunterricht der Grundschule für die Praxis vorgelegt, die als Inspiration für den Versuch einer Umsetzung und einer weiterführenden Forschung auf diesem Gebiet gelten sollen.
Die Arbeit hat primär die Absicht, die unterschätzte bzw. nicht wahrgenommene Bedeutung des Sportunterrichts in der Primarstufe für die Nachhaltigkeitsthematik aufzuzeigen und soll als einen Appell an alle Beteiligten verstanden werden, sich diesem Gegenstand intensiver zu widmen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsverständnis
2.1 Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE)
2.2 Sport
3. Paradoxon: Nachhaltigkeit und Sport
4. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Sportunterricht der Primarstufe
4.1 Legitimation und Potenzial
4.2 Ist – Zustand: Beschreibung
4.2.1 Bildungsplan
4.2.2 Politik und Öffentliche Träger
4.2.3 Lehrer:innenbildung
4.3 Ist‐Zustand: Bewertung
4.4 Umsetzbarkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Legitimation des Sports vor dem Hintergrund der verbindlichen Leitperspektive "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) an Grundschulen in Baden-Württemberg. Ziel ist es, das Spannungsfeld zwischen der negativen ökologischen Bilanz des Sports und seinem Potenzial für eine nachhaltige Werteerziehung aufzuzeigen und Lösungsansätze für die sportpädagogische Praxis zu formulieren.
- Verhältnis von Sport und Nachhaltigkeit
- Implementierung der Leitperspektive BNE im Bildungsplan
- Rolle der Lehrer:innenbildung im Kontext von BNE
- Didaktische Modelle zur Vermittlung nachhaltiger Kompetenzen
- Legitimation des Sportunterrichts unter Nachhaltigkeitsaspekten
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Sport has the power to change the world. It has the power to inspire. It has the power to unite people in a way that little else does. It speaks to youth in a language they understand. Sport can create hope where once there was only despair” Zitat – Nelson Mandela (Laureus, 2020).
Dieses Zitat von Nelson Mandela, einem der bedeutendsten Vertreter für Frieden und Gerechtigkeit der modernen Welt, bürdet dem Sport eine monumentale Verantwortung auf. Er habe die Kraft, die Welt zu verändern. Eine Welt, die, wie sie heute existiert, nicht auf Dauer Bestand haben wird. Zu viele ungelöste Problemlagen prognostizieren ein eher düsteres Szenario für das Leben der Menschheit auf dem Planeten Erde. Kriege, Klimawandel, extreme Ideologien, Epidemien und so weiter. Einige sind schon sehr lange Teil von menschlicher Koexistenz, andere eher neu – allerdings gleichsam drängend. Die Menschheit steht vor der Frage: Wie können wir in der Zukunft leben? und hat damit eine multidimensionale Thematik geschaffen – den Anspruch einer Nachhaltigkeit. In den letzten Jahren immer häufiger erwähnt und diskutiert, findet jene schließlich auch im Bildungswesen ihren Platz. Der Bildungsplan (der Grundschule) Baden-Württembergs, welcher 2016 reformiert und publiziert wurde, besagt, dass die Schülerinnen und Schüler durch die allgemeine Leitperspektive Bildung für nachhaltige Entwicklung als interdisziplinäre Kompetenz in allen Fächern eine Lehre erhalten sollen, welche stets den Nachhaltigkeitsaspekt im Blick hat (vgl. Pant, o.J.). Folglich auch im Sportunterricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung verortet das Thema im globalen Kontext der Nachhaltigkeit und hinterfragt die Legitimität des Sports angesichts seiner ökologischen und sozialen Herausforderungen.
2. Begriffsverständnis: Dieses Kapitel definiert die grundlegenden Termini "Bildung für nachhaltige Entwicklung" und "Sport" unter Berücksichtigung ihrer etymologischen Herkunft und aktuellen wissenschaftlichen Deutung.
3. Paradoxon: Nachhaltigkeit und Sport: Es wird das Spannungsfeld zwischen der gesundheitsfördernden Wirkung des Sports und den negativen Umwelteffekten sowie ethischen Defiziten im Sportbetrieb beleuchtet.
4. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) im Sportunterricht der Primarstufe: Dieser Hauptteil analysiert den aktuellen Status der BNE-Implementierung im baden-württembergischen Bildungsplan sowie in der universitären Lehrer:innenbildung und bewertet deren Umsetzungschancen kritisch.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit, das Potenzial des Sportunterrichts für eine nachhaltige Wertebildung stärker in den Fokus der bildungspolitischen Forschung zu rücken.
Schlüsselwörter
Bildung für nachhaltige Entwicklung, BNE, Sportunterricht, Grundschule, Nachhaltigkeit, Leitperspektive, Bildungsplan, Lehrer:innenbildung, Sportdidaktik, Mehrperspektivität, Kompetenzorientierung, soziale Verantwortung, Umweltschutz, Gerechtigkeit, Fairness
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Verknüpfung von Sport und der Leitperspektive "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE) im Grundschulkontext.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Arbeit deckt die theoretische Fundierung von BNE und Sport, das Spannungsfeld zwischen Sport und Umwelt sowie die praktische Umsetzung und didaktische Möglichkeiten im Grundschulsport ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, zu prüfen, ob der Sportunterricht trotz seiner kritischen ökologischen Bilanz als legitimes und sinnvolles Medium für eine Bildung für nachhaltige Entwicklung fungieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer kritischen Analyse bestehender theoretischer Grundlagen wie Bildungsplänen, Modulhandbüchern und Fachliteratur, da es an spezifischen empirischen Studien zu BNE im Grundschulsport mangelt.
Welche Inhalte stehen im Hauptteil im Fokus?
Im Hauptteil werden der Bildungsplan, die Politik, die Lehrer:innenbildung sowie didaktische Modelle zur praktischen Umsetzung von BNE im Sportunterricht analysiert.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Zu den zentralen Begriffen gehören BNE, Sportunterricht, Grundschule, Kompetenzorientierung und Nachhaltigkeit.
Inwiefern beeinflusst der Föderalismus die BNE-Umsetzung?
Da Bildung in Deutschland Ländersache ist, sind die spezifischen Anforderungen für BNE im Sportunterricht durch das jeweilige Bundesland und dessen Bildungsplan strukturell definiert.
Welche Rolle spielt die Lehrer:innenbildung bei der Vermittlung von BNE?
Die Arbeit kritisiert, dass BNE in der aktuellen Ausbildung von Sportlehrkräften kaum theoretisch fundiert oder operationalisiert ist, was die praktische Umsetzung in der Schule erschwert.
- Citar trabajo
- Anna Maria Stegmaier (Autor), 2021, Die Legitimation des Sports vor dem Hintergrund für die Grundschulen Baden-Württembergs verbindlich vorgeschriebenen Leitperspektive "Bildung für nachhaltige Entwicklung" (BNE), Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169661