Die vorliegende Arbeit untersucht die religionspolitische Praxis unter Lenin. Vor dem Hintergrund der marxistischen Religionskritik wird die Religionspolitik kritisch reflektiert. Im ersten Teil der Arbeit wird ein aus der marxistischen Religionskritik abgeleiteter Rahmen für die Religionspolitik skizziert. Im zweiten Teil folgt ein Überblick über die Gesetzgebung. Der dritte Teil widmet sich der Praxis der Religionspolitik.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- 1. Ideologische Grundlagen
- 1.1 Marx
- 1.2 Engels
- 1.3 Lenin
- 1.4 Ergebnis
- 2. Rechtstheorie
- 2.1 Gesetzgebung
- 2.2 Trennungsdekret
- 3. Rechtspraxis
- 3.1 Verschärfung der Gesetzgebung
- 3.2 Parteitaktik und Terror
- 3.3 Reliquienkampagne
- 4. Fazit
- 5. Quellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit befasst sich mit der Religionspolitik unter Lenin zwischen der Oktoberrevolution 1917 und dem Ende des russischen Bürgerkrieges 1922. Sie analysiert, inwieweit diese Politik durch ideologische Prägung bestimmt war und inwieweit sie sich der politischen Realität angepasst hat. Dabei wird die Frage untersucht, ob die Gewalt gegen die Kirche und ihre Anhänger aus der Ideologie rechtfertigt werden kann oder ein Produkt des Bürgerkrieges war. Die Untersuchung fokussiert sich auf die Politik gegenüber der Russisch-Orthodoxen Kirche als der größten religiösen Institution im zaristischen Russland.
- Ideologische Grundlagen der bolschewistischen Religionspolitik
- Rechtstheorie und Gesetzgebung im Bereich der Religionspolitik
- Religionspolitische Praxis und ihre Auswirkungen
- Bedeutung des Klassenkampfes in der marxistischen Religionskritik
- Rolle der Russisch-Orthodoxen Kirche in der sowjetischen Gesellschaft
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung beleuchtet die wissenschaftliche Kontroverse um die Religionspolitik in der Sowjetunion und stellt die zentralen Fragen der Hausarbeit vor. Kapitel 1 behandelt die ideologischen Grundlagen der bolschewistischen Religionspolitik. Es analysiert die Ansichten von Marx, Engels und Lenin und zeigt, wie ihre marxistische Religionskritik die bolschewistische Politik prägte. Kapitel 2 beleuchtet die Rechtstheorie der sowjetischen Religionspolitik, insbesondere die Gesetzgebung und das Trennungsdekret. Kapitel 3 behandelt die konkrete religionspolitische Praxis, die sich durch eine Verschärfung der Gesetzgebung, Parteitaktik und Terror sowie die Reliquienkampagne auszeichnete.
Schlüsselwörter
Bolschewistische Religionspolitik, Lenin, Marxismus, Religionskritik, Russisch-Orthodoxe Kirche, Klassenkampf, Trennungsdekret, sowjetische Gesellschaft, Bürgerkrieg, Gewalt, Ideologie, Rechtstheorie, Rechtspraxis.
Häufig gestellte Fragen
Wie sah Lenins Religionspolitik nach der Oktoberrevolution aus?
Die Politik war von der marxistischen Religionskritik geprägt und zielte auf die Trennung von Kirche und Staat sowie die Schwächung religiöser Institutionen ab.
Was war das „Trennungsdekret“?
Es war ein Gesetz, das die Trennung der Kirche vom Staat und der Schule von der Kirche festlegte und der Kirche den Status einer juristischen Person entzog.
Warum ging der bolschewistische Staat gewaltsam gegen die Kirche vor?
Die Gewalt resultierte teils aus der Ideologie des Klassenkampfes und teils aus der politischen Realität des Bürgerkrieges, in dem die Kirche als Feind des Proletariats gesehen wurde.
Was war die „Reliquienkampagne“?
Es war eine staatliche Aktion zur Öffnung von Heiligenschreinen, um den religiösen Glauben durch die öffentliche Zurschaustellung von Überresten zu diskreditieren.
Welche Rolle spielten Marx und Engels für Lenins Religionspolitik?
Ihre theoretische Kritik der Religion als „Opium des Volkes“ lieferte das ideologische Fundament für die antireligiösen Maßnahmen der Bolschewiki.
- Arbeit zitieren
- Jascha Borrey (Autor:in), 2021, Die Religionspolitik unter Lenin zwischen der Oktoberrevolution und dem Ende des Russischen Bürgerkrieges vor dem Hintergrund der marxistischen Religionskritik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1169794