Sonderwirtschaftszonen sind räumlich abgegrenzte Gebiete innerhalb einer Volkswirtschaft, in denen zur Förderung der Wirtschaft bestimmte Anreize geschaffen werden, die in den übrigen Landesteilen nicht gelten. Sie können als Instrument regionaler Entwicklungspolitik verstanden werden. Gerade für Entwicklungsländer bietet sich die Möglichkeit über solche Zonen wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben. In dieser Arbeit wird der Begriff allgemein erklärt und untersucht, anhand welcher Theorien die Wirkungsweise beschrieben werden kann. In diesem Zusammenhang werden einige Fallstudien näher betrachtet. Zum Ende soll deutlich werden, warum Sonderwirtschaftszonen als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung verstanden werden können.
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung
1.1 Stilisierte Fakten
II. Modelle als theoretische Grundlagen für Sonderwirtschaftszonen
2.1 Ein Überblick über verschiedene Theorieansätze
2.2 Die „Neue Wachstumstheorie“
2.2.1 Das AK-Modell
2.2.2 Das Romer-Modell
2.3 Die „New Economic Geography“
III. Empirische Forschungen
3.1 Die Sonderwirtschaftszonen Chinas
3.2. Sonderwirtschaftszonen am Beispiel Großbritanniens
IV. Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Sonderwirtschaftszonen als Instrument der regionalen und nationalen Wirtschaftsförderung. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, unter welchen theoretischen Voraussetzungen und durch welche praktischen Mechanismen diese Zonen einen Beitrag zu wirtschaftlichem Wachstum und Entwicklung in Schwellen- und Industrieländern leisten können.
- Theoretische Fundierung durch Wachstumstheorien und die „New Economic Geography“
- Analyse der Wirkungsweise von Investitionsanreizen und Deregulierung
- Empirische Untersuchung der Sonderwirtschaftszonen in China am Beispiel von Shenzhen
- Bewertung der „Enterprise Zones“ in Großbritannien im Kontext industrieller Strukturprobleme
- Ableitung von Erfolgskriterien für die Standortpolitik in Sonderwirtschaftszonen
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Sonderwirtschaftszonen Chinas
Betrachtet man das chinesische Wirtschaftswachstum der letzten Jahre, wird schnell deutlich, dass China mittlerweile zu einer der stärksten Wirtschaftsmächte der Welt aufgestiegen ist. Im Jahre 2000 lag das Bruttoinlandsprodukt Chinas bei 1.198 Mrd. US$. 2006 hingegen konnte die chinesische Volkswirtschaft diesen Wert mit 2.624 Mrd. US$ mehr als verdoppeln. Nur noch die USA, Japan und Deutschland konnten ein höheres BIP aufweisen. Gemäß den Veröffentlichungen des National Bureau of Statistics (NBS) lag das Wirtschaftswachstum für 2006 bei 10,7%.
Es erscheint überraschend, dass China gegen Ende der 70er Jahre eher Agrarland als Industrienation war. Die wirtschaftliche Situation war schlecht, sodass Reformen zunehmend notwendig wurden. Die planwirtschaftlichen Maßnahmen stießen an ihre Grenzen und waren nicht länger effektiv (Wei Ge, 1999, S. 1268). Demzufolge beschloss man 1979 eine langsame, schrittweise Öffnung der einheimischen Märkte, um auf diese Weise in die Weltwirtschaft integriert zu werden. Hierbei spricht man auch von der sogenannten „Open Door Policy“.
In diesem Zusammenhang wurde 1979 auf dem Nationalen Volkskongress die Schaffung von Sonderwirtschaftszonen in den Provinzen Guandong (Shenzhen, Zhuhai und Shantou) und Fujian (Xiamen) im Südosten Chinas verkündet. Ziel war es, versuchsweise ein außengerichtetes, marktorientiertes Wirtschaftssystem einzuführen (Oborne, 1986, S. 82). Müller-Hofstede spricht dabei auch von einer „Versuchsstation für die Reform der Wirtschaftsstruktur und … zum Erlernen des Wertgesetzes und der Marktregulierung“ (Müller-Hofstede, 1983, S. 48). Außerdem bestand so die Möglichkeit, den übrigen Teil der chinesischen Wirtschaft mit der Außenwelt zu verbinden, weswegen oftmals auch vom Fenster hinaus in die Welt gesprochen wurde. Für Ausländer bestand die Möglichkeit durch dieses „Fenster“ einen Einblick in die chinesische Wirtschaft zu bekommen (Lee/Reisen, 1994, S. 156).
Zusammenfassung der Kapitel
I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale wirtschaftliche Verflechtung und führt Sonderwirtschaftszonen als Instrument zur gezielten Förderung von Auslandsinvestitionen und regionalem Wachstum ein.
II. Modelle als theoretische Grundlagen für Sonderwirtschaftszonen: Dieses Kapitel erläutert ökonomische Theorien wie die „Neue Wachstumstheorie“ und die „New Economic Geography“, um die Mechanismen und Effekte von Sonderwirtschaftszonen wissenschaftlich zu erklären.
III. Empirische Forschungen: Hier werden die theoretischen Erkenntnisse anhand der chinesischen Sonderwirtschaftszonen und der britischen „Enterprise Zones“ in der Praxis überprüft und kritisch diskutiert.
IV. Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel resümiert die Ergebnisse der Arbeit und betont die Bedeutung individueller, standortangepasster Maßnahmen für den Erfolg von Sonderwirtschaftszonen als Entwicklungsinstrument.
Schlüsselwörter
Sonderwirtschaftszonen, Wirtschaftsentwicklung, Auslandsdirektinvestitionen, Neue Wachstumstheorie, New Economic Geography, Clusterbildung, Technologietransfer, Regionalentwicklung, China, Shenzhen, Enterprise Zones, Exportorientierung, Standortpolitik, Wissensspillovers, Innovationsförderung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Rolle von Sonderwirtschaftszonen (SWZ) als strategisches Instrument zur Förderung wirtschaftlicher Entwicklung und untersucht, inwiefern diese Zonen in der Lage sind, Investitionen anzuziehen und strukturelle Impulse zu setzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Zentral sind die theoretische Herleitung von Wachstumseffekten in abgeschlossenen Gebieten, die Rolle von Direktinvestitionen, die industrielle Transformation sowie der Vergleich zwischen Entwicklungsländern und industrialisierten Staaten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, inwieweit Sonderwirtschaftszonen tatsächlich als Instrumente für wirtschaftliche Entwicklung verstanden werden können, indem sowohl die Erfolge in China als auch die Erfahrungen in Großbritannien analysiert werden.
Welche wissenschaftlichen Methoden finden Anwendung?
Es werden klassische und moderne Wachstumstheorien (u.a. AK-Modell, Romer-Modell, New Economic Geography) auf die praktische Funktionsweise der SWZ angewandt sowie Fallstudien empirisch ausgewertet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Analyse von Wachstums- und Agglomerationsmodellen und einen empirischen Teil, der die Sonderwirtschaftszonen in China sowie die „Enterprise Zones“ in Großbritannien detailliert gegenüberstellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sonderwirtschaftszonen, Auslandsdirektinvestitionen, Technologietransfer, endogenes Wachstum, Regionalentwicklung und Standortvorteile geprägt.
Warum spielt das Beispiel China eine so zentrale Rolle für die Argumentation?
China dient als Paradebeispiel für einen erfolgreichen „Catching-Up-Prozess“, bei dem Sonderwirtschaftszonen als Versuchsstationen für marktwirtschaftliche Reformen maßgeblich zur Öffnung des Landes beigetragen haben.
Welche spezifische Schlussfolgerung zieht der Autor für die Anwendung in Industrieländern?
Der Autor stellt fest, dass in industrialisierten Ländern wie Großbritannien die räumliche Begrenzung der Effekte oft kritisch ist und das Konzept primär zur Revitalisierung strukturschwacher Brachflächen bei gleichzeitigem Bedarf an maßgeschneiderten lokalen Lösungen dient.
- Arbeit zitieren
- Bachelor Martin Koenig (Autor:in), 2007, Sonderwirtschaftszonen als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung , München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117022