Diese Arbeit stellt sich folgende Frage: Ist das Prozessmanagement eine wesentliche Voraussetzung, um den digitalen Wandel mittelständischer Unternehmen zielgenauer zu gestalten?
Als Basis für digitale Transformation bei Mittelständlern hat das Business Process Management (BPM) auf Deutsch Geschäftsprozessmanagement eine Schlüsselfunktion, da jedes Digitalisierungsprojekt zugleich auch ein Projekt zur Gestaltung und Implementierung von Geschäftsprozessen ist. Deshalb liegt es nahe, Methoden des Geschäftsprozessmanagements einzusetzen und die betreffenden Prozesse in den BPM-Kreislauf einzubeziehen. Auch spielt die Automatisierung und Optimierung von Prozessen im BPM seit langem eine wichtige Rolle, da hier Technologien wie Workflows, Simulationen, Process Mining oder Robotic Process Automation (RPA) eingesetzt werden. Vor diesem Hintergrund wird auf den folgenden Seiten via Literaturanalyse geprüft, welche Rolle das Prozessmanagement in der digitalen Transformation von Mittelständlern spielt und auch in Zukunft spielen kann, und wie bestehende Prozessmanagement-Ansätze genutzt und weiterentwickelt werden müssen, um den Anforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Abgrenzungen und Terminologische Bestimmungen
2.1 Abgrenzung Digitalisierung und digitale Transformation
2.2 Business Process Management (Geschäftsprozessmanagement)
3 Digitale BPM Transformation für Mittelständler
3.1 Ansätze von digitaler BPM-Transformation
3.1.1 Prozessdokumentation
3.1.2 Prozessanalyse
3.1.3 Prozesstransformation
3.1.4 Prozesscontrolling
3.1.5 Prozessautomatisierung
3.2 Nutzengenerierung und strategische Ausrichtung von BPM-Digitalisierung
3.2.1 IT-Transformation und Innovationsmigration
3.2.2 Operational & Customer Excellence
3.2.3 Risk & Compliance
3.3 Transformationsstrategien für Mittelständische Unternehmen
3.4 Nutzen der digitalen BPM Transformation für Mittelständische Unternehmen
4 Fazit und Ausblick in die Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Bedeutung des Business Process Management (BPM) als essenzielles Instrument für die erfolgreiche digitale Transformation im deutschen Mittelstand. Ziel ist es zu analysieren, wie durch den Einsatz prozessorientierter Managementansätze der digitale Wandel in mittelständischen Organisationen zielgenauer und effizienter gestaltet werden kann, um sowohl Wettbewerbsfähigkeit als auch Zukunftsfähigkeit langfristig zu sichern.
- Rolle des Prozessmanagements als Basis der digitalen Transformation
- Technologische Ansätze wie Prozessanalyse, -automatisierung und Mining
- Strategische Ausrichtung (IT-Transformation, Operational Excellence, Compliance)
- Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für mittelständische Unternehmen
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Prozessanalyse
Im Rahmen der Prozessanalyse werden die aktuellen Geschäftsprozesse mittels einer BPM-Software untersucht und in der Form von Prozessmodellen abgebildet („Ist-Modell”). Am Anfang einer jeden Prozessanalyse steht die Dokumentation des Ist-Zustandes. Geschäftsprozesse müssen einschließlich aller Beteiligten dokumentiert und mit Kennzahlen versehen werden. Mit Hilfe von diesen Kennzahlen können Durchlaufzeiten, Ressourcen und Kosten simuliert und minimiert werden sowie Qualitätsstandards eingehalten werden und somit die Wettbewerbsfähigkeit steigern. Daher sollte ein professionelles Business Process Analysis Tool (BPA) einen Schritt über die reine Modellierung hinausgehen, etwa durch Analyse- und Simulationsfunktionen für Prozessmodelle, einen visuellen Modellvergleich für verschiedene Modellversionen und Reporting-Funktionen.
Ein aktuelles Trendthema der Prozessanalyse ist das Process Mining: Dabei werden Datenspuren aus verschiedenen IT-Systemen zusammengeführt, um den Verlauf von Geschäftsprozessen auszuwerten. Das Ergebnis der Prozessanalyse gibt dementsprechend die Prozessmodelle in verschiedenen Detailgraden aus, welche Statistiken oder genau analysierte KPIs und Widgets darstellen. So können Soll-Prozesse mit den Ist-Prozessen gegenübergelegt werden und durch das Business Process Management abgestimmt werden. Abgestimmt im Sinne von, dass sich die verantwortlichen Führungskräfte im Unternehmen zu der Veränderung bekennen und anhand der Prozesse und deren Dokumentation Maßnahmen umsetzten (Signavio GmbH, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einführung erläutert die besondere Stellung des Mittelstands als Erfolgsfaktor der deutschen Wirtschaft und begründet die Notwendigkeit der digitalen Transformation für dessen Zukunftsfähigkeit.
2 Abgrenzungen und Terminologische Bestimmungen: Dieses Kapitel liefert eine präzise Differenzierung zwischen den Begriffen Digitalisierung und digitaler Transformation sowie eine theoretische Einordnung des Business Process Management.
3 Digitale BPM Transformation für Mittelständler: Hier werden praxisrelevante Ansätze des Prozessmanagements, von der Dokumentation bis zur Automatisierung, detailliert dargestellt und ihr strategischer Nutzen für das Unternehmen erörtert.
4 Fazit und Ausblick in die Zukunft: Das abschließende Kapitel beantwortet die Forschungsfrage und betont, dass Prozessmanagement eine unverzichtbare Voraussetzung für die zielgenaue Gestaltung der digitalen Transformation im Mittelstand ist.
Schlüsselwörter
Business Process Management, Digitale Transformation, Mittelstand, Geschäftsprozessmanagement, Prozessanalyse, Prozessautomatisierung, Process Mining, Robotic Process Automation, IT-Transformation, Operational Excellence, Risikomanagement, Compliance, Unternehmensstrategie, BPM-Software, Wettbewerbsfähigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Rolle des Business Process Management (BPM) als Fundament und Enabler für die digitale Transformation mittelständischer Unternehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zu den Kernbereichen gehören die Modellierung von Prozessen, Techniken wie Process Mining und Automatisierung, sowie die strategische Einbindung in IT-Transformationen und Compliance-Systeme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel besteht darin zu klären, ob ein professionelles Prozessmanagement die notwendige Voraussetzung ist, um den digitalen Wandel in KMU zielgerichtet und erfolgreich zu steuern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Arbeit verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine umfassende Literaturanalyse, die theoretische Ansätze mit aktuellen technologischen Entwicklungen im BPM verknüpft.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in operative Ansätze zur Prozessgestaltung (z.B. Dokumentation, Analyse) und strategische Aspekte wie Customer Excellence und Risikomanagement.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
BPM, digitale Transformation, Mittelstand, Prozessoptimierung, Automatisierung, Change Management und Zukunftsfähigkeit sind die zentralen Begriffe.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen Digitalisierung und digitaler Transformation?
Digitalisierung wird hier als technologische Umwandlung von Daten/Prozessen in digitale Form verstanden, während digitale Transformation die umfassende strategische Neuausrichtung des Unternehmens umfasst.
Welchen Nutzen bieten BPM-Suiten (BPMS) für wachsende Unternehmen?
BPMS dienen als „Single Source of Truth“, indem sie Modellierung, Prozessausführung, Monitoring und Automatisierung in einer zentralen Plattform vereinen, was das Skalieren erleichtert.
- Arbeit zitieren
- Joshua Nganyadi (Autor:in), 2021, Business Process Management als Wegbereiter der digitalen Transformation mittelständischer Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170422