Immer wieder diskutieren Eltern, Schüler und Pädagogen in Deutschland darüber, ob Schulen in freier Trägerschaft »besser« sind, als staatliche Bildungsstätten. Ich selbst bin bisher davon ausgegangen, dass viele Privatschulen mehr Vorteile aufweisen als staatliche Schulen. Mögliche Thesen zur Unterstützung dieser
Meinung könnten sein: Meist haben die Schüler einer Privatschule mehr Möglichkeiten bei der Wahl von Arbeitsgemeinschaften/Aktivitäten und zusätzlichen freiwilligen Angeboten; außerdem können die Kinder einer Schule in freier Trägerschaft besser individuell gefördert werden. »Je mehr Geld - desto mehr Bildung!«
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Schulspezifische Merkmale zur Differenzierung von staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft
2.1 Die staatliche Schule - eine Grundlage
2.2 Die Privatschule - ein Überblick
3. Die künstlerisch-musischen Fächer
3.1 Die künstlerisch-musische Bildung im Überblick
3.2 Stellenwert in deutschen Schulen
3.3 Bedeutung der Fächer im schleswig-holsteinischen Lehrplan
4. Aufbau einer öffentlichen Schule am Beispiel der Fridjof-Nansen-Schule in Flensburg
4.1 Allgemeines
4.2 Äußerer Aufbau
4.3 Art und Qualität des Unterrichts
4.3.1 Die künstlerisch-musische Bildung
4.3.2 Weitere Schulfächer
5. Aufbau einer Privatschule am Beispiel des Internats Stiftung Louisenlund in Güby
5.1 Allgemeines
5.2 Äußerer Aufbau
5.3 Art und Qualität des Unterrichts
5.3.1 Die künstlerisch-musische Bildung
5.3.2 Weitere Schulfächer
6. Die gesellschaflich-politische Problematik der Schulen der freien Trägerschaft
7. Das staatliche Schulsystem und die Privatschulen in Schleswig-Holstein - eine auf die künstlerisch-musischen Fächer bezogene Gegenüberstellung
8. Fazit
9. Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Stellenwert künstlerisch-musischer Fächer im Schulsystem Schleswig-Holsteins. Ziel der Untersuchung ist es, herauszufinden, ob Privatschulen gegenüber staatlichen Schulen in diesem spezifischen Bereich einen Vorteil bieten, indem sie die finanzielle Ausstattung und die Entfaltungsmöglichkeiten für künstlerische Bildung vergleichend gegenüberstellt.
- Vergleich zwischen staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft
- Stellenwert künstlerisch-musischer Fächer in deutschen Lehrplänen
- Qualitätsanalyse des Unterrichts an zwei Beispielschulen (Fridjof-Nansen-Schule und Stiftung Louisenlund)
- Gesellschaftspolitische Einordnung des Privatschulwesens
- Chancengleichheit und soziale Auswirkungen privater Bildungsangebote
Auszug aus dem Buch
3.1 Die künstlerisch-musische Bildung im Überblick
Die Bezeichnung künstlerisch-musische Bildung/Erziehung bezieht sich in dieser Arbeit auf den künstlerisch-musischen Unterricht in der Schule und berücksichtigt vor allem die Kernfächer dieser Kategorie: Kunst und Musik. Künstlerisch musisch, musisch-künstlerisch oder auch musisch-ästhetisch, wie Susanne Peter-Führe es bezeichnet (Peter-Führe, 1994, S.11), sind in dieser Thesis als deckungsgleiche, einheitliche Ausdrücke anzusehen.
Zu den künstlerisch-musischen Schulfächern werden in der Regel vorrangig Kunst und Musik gezählt. Darüber hinaus können Theater, Literatur, Tanz, Fotografie, Textiles Werken, Handwerkliches Gestalten, Design und Fächer mit ähnlichen Prägungen, die in der Schule häufig als Arbeitsgemeinschaften oder Wahlpflichtkurse angeboten werden, ebenfalls als künstlerisch-musische Fächer bezeichnet werden (vgl. Quelle 08, S.1/3). Das Fach Sport gehört nicht zu den künstlerisch-musischen Fächern und wird, obwohl es sich - wie Kunst und Musik - das Ziel setzt, „eigene Ausdrucksmöglichkeiten zu entwickeln und diese gestaltend umzusetzen“ (Quelle c) im Schulzeugnis meist als Fach außerhalb des Aufgabenbereiches betitelt (Quelle b).
Der Begriff Kunst stammt aus dem Althochdeutschen und bedeutet die „Fertigkeit, zu können“ (Quelle 10). Kunst wird im Online-Duden folgendermaßen beschrieben: „schöpferisches Gestalten aus den verschiedensten Materialien oder mit den Mitteln der Sprache, der Töne in Auseinandersetzung mit Natur und Welt“ (Quelle 10).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Motivation der Autorin dar und erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich des Vergleichs von staatlichen und privaten Schulen.
2. Schulspezifische Merkmale zur Differenzierung von staatlichen Schulen und Schulen in freier Trägerschaft: Es werden grundlegende Definitionen und Unterschiede zwischen staatlichen Schulen und Privatschulen im deutschen Bildungssystem aufgezeigt.
3. Die künstlerisch-musischen Fächer: Dieses Kapitel definiert den Begriff der künstlerisch-musischen Bildung und beleuchtet deren Stellenwert in deutschen Schulen sowie in schleswig-holsteinischen Lehrplänen.
4. Aufbau einer öffentlichen Schule am Beispiel der Fridjof-Nansen-Schule in Flensburg: Eine detaillierte Untersuchung der Fridjof-Nansen-Schule hinsichtlich ihrer Infrastruktur und der Qualität ihres künstlerischen Unterrichts.
5. Aufbau einer Privatschule am Beispiel des Internats Stiftung Louisenlund in Güby: Eine detaillierte Untersuchung der Stiftung Louisenlund, fokussiert auf deren Bildungsprofil und die künstlerisch-musischen Angebote.
6. Die gesellschaflich-politische Problematik der Schulen der freien Trägerschaft: Die gesellschaftliche Diskussion über Segregation, Chancengleichheit und den sogenannten Privatschulboom wird kritisch reflektiert.
7. Das staatliche Schulsystem und die Privatschulen in Schleswig-Holstein - eine auf die künstlerisch-musischen Fächer bezogene Gegenüberstellung: Die Ergebnisse aus Theorie und Befragungen werden direkt gegenübergestellt, um Vor- und Nachteile der beiden Schulformen zu gewichten.
8. Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Privatschulen zwar oft über bessere Ressourcen verfügen, dies jedoch nicht zwingend eine bessere allgemeine Bildungsleistung garantiert.
9. Ausblick: Es werden weitere Forschungsfelder wie die Bedeutung des Schüler-Lehrer-Verhältnisses und der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf den Schulerfolg vorgeschlagen.
Schlüsselwörter
Privatschule, staatliche Schule, künstlerisch-musische Bildung, Schulentwicklung, Schleswig-Holstein, Musikunterricht, Kunstunterricht, Bildungsqualität, Privatschulboom, Chancengleichheit, Internat, Pädagogik, Lehrplan, Unterrichtsmethoden, Ganztagsschule
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Master-Thesis grundlegend?
Die Arbeit vergleicht öffentliche staatliche Schulen mit privaten Schulen in Schleswig-Holstein, insbesondere unter dem Aspekt des Stellenwerts künstlerisch-musischer Fächer.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Arbeit analysiert Schultypen, Lehrpläne, die Qualität des Kunst- und Musikunterrichts sowie die gesellschaftspolitische Rolle von privaten Internaten.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es soll untersucht werden, ob Schulen in freier Trägerschaft gegenüber staatlichen Schulen einen messbaren Vorteil bei der Förderung der künstlerisch-musischen Bildung bieten.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin kombiniert theoretische Analysen von Lehrplänen und Fachliteratur mit qualitativen Experteninterviews von Lehrern und Schülern an zwei Beispielschulen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung sowie die detaillierte Darstellung und den Vergleich der Fridjof-Nansen-Schule (öffentlich) und der Stiftung Louisenlund (privat).
Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit zeichnet sich durch die Begriffe Privatschulwesen, musisch-ästhetische Erziehung, Schulentwicklung, Chancengleichheit und Bildungsressourcen aus.
Wie unterscheidet sich die Ausstattung der beiden Beispielschulen im künstlerischen Bereich?
Während beide Schulen ein vielseitiges Angebot haben, zeigt sich, dass die private Einrichtung über mehr finanzielle Mittel für eine umfangreichere Materialausstattung verfügt.
Was sind die zentralen Ergebnisse bezüglich der künstlerischen Bildung?
Die künstlerische Bildung wird als unerlässlich angesehen, leidet jedoch in staatlichen Schulen häufig unter Materialmangel und in privaten Schulen manchmal unter mangelndem Interesse der Schülerschaft.
Wie bewertet die Autorin die Chancengleichheit?
Die Arbeit schlussfolgert, dass die Wahl einer Privatschule oft eine Abgrenzung von wahrgenommenen Mängeln des staatlichen Systems darstellt, ohne dass ein signifikanter Leistungsunterschied bei den Abschlüssen belegt ist.
Welches Fazit zieht die Autorin bezüglich der Internatsbildung?
Die Autorin betont die Bedeutung der persönlichen Bindung und der sozialen Förderung in Internaten, weist jedoch darauf hin, dass diese Vorteile mit hohen Kosten verbunden sind und oft Eliten fördern.
- Quote paper
- Itta Olivera (Author), 2014, Vorteil Privatschule? Eine Untersuchung zum Stellenwert künstlerisch-musischer Fächer im Schulsystem Schleswig-Holsteins, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170456