Die Wirkung von Zigarettenverpackungen auf unsere Einstellungsänderung und weshalb Menschen immer noch Rauchen


Hausarbeit, 2022

26 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Einstellungstheorien
2.1 Bedeutung von Einstellungen
2.2 Einstellungsbildung
2.2.1 Kognitive Einstellungsbildung
2.2.2 Affektive Einstellungsbildung
2.3 Einstellungsänderung
2.3.1 Kognitive Dissonanz
2.3.2 Persuasive Kommunikation
2.3.3 Einstellungsänderung durch Emotionen
2.4 Einstellungsresistenz
2.4.1 Einstellungsimpfung
2.4.2 Vorwarnung
2.5 Zusammenfassung

3 Praxisbeispiel: Rauchen
3.1 Warum Rauchen Menschen?
3.1.1 Kognitive Einstellungsbildung
3.1.2 Affektive Einstellungsbildung
3.1.3 Weitere Gründe
3.2 Analyse Zigarettenverpackungen
3.2.1 Fakten
3.2.2 Schockbilder
3.3 Resistenz der Einstellungsänderung
3.4 Mögliche Lösungen
3.5 Zusammenfassung

4 Diskussion

5 Fazit und Ausblick

Literaturverzeichnis

1 Einleitung

Im Jahr 2017 sind 7,1 Millionen Menschen an den Folgen von Rauchen gestorben und 1,22 Millionen Menschen an den Folgen von Passivrauchen. Dies stellt das Rauchen auf Platz zwei der ausgewählten Risikofaktoren hinter dem Bluthochdruck und vor der Fettleibigkeit oder dem Alkoholkonsum (Institute for Health Metrics and Evaluation [IHME], 2020). Aber auch für die Umwelt ist das Rauchen schädlich. Es wird viel Wasser verunreinigt und es verursacht viel CO²-Emissionen und ist somit schlecht für die Luft. Außerdem sind Zigarettenstummel eines der größten Müllgegenständen auf den Straßen oder Stränden (Barmer, 2020).

Aber trotz des Wissens, dass Rauchen (gesundheits-)schädlich ist, Rauchen dennoch viele Menschen. Daher hat die Bundesregierung im Jahr 2016 eine Maßnahme für die Zigarettenverpackungen unternommen. Hierbei wurden Schockbilder zu den bereits bestehenden Warnhinweisen hinzugefügt, damit Menschen Angst vor den Folgen bekommen sollten und deshalb mit dem Rauchen aufhören, bzw. gar nicht damit anfangen sollten.

Trotzdem rauchten in Deutschland immer noch 28% der Männer und 19% der Frauen im Jahr 2020 (Eurostat & Weltgesundheitsorganisation [WHO], 2021).

Daher ist es das Ziel dieser Arbeit herauszufinden, warum Menschen rauchen und weshalb sie ihre Einstellung dazu nicht ändern. Außerdem wird die Maßnahme der Zigarettenverpackungen analysiert und beurteilt, wie effektiv diese ist.

Dabei beschäftigt sich Kapitel 2 zuerst mit den theoretischen Grundlagen der Einstellungen, beginnend mit was überhaupt Einstellungen sind und wie diese gebildet werden. Anschließend werden Möglichkeiten vorgestellt, wie die Einstellungen verändert werden können und wie der Mensch sich dagegen wehren kann.

In Kapitel 3 geht es dann um das Thema Rauchen und Zigarettenverpackungen, angefangen mit warum Menschen überhaupt rauchen. Anschließend werden die Zigarettenverpackungen analysiert und beurteilt. Danach wird kurz auf die Resistenz der Einstellungsänderung eingegangen, sowie mögliche Lösungen, welche bereits existieren, um die Einstellungen des Menschen zu verändern und das Rauchen unattraktiv zu machen.

In Kapitel 4 wird über die Maßnahme der Einstellungen auf das Thema Rauchverhalten diskutiert und Kapitel 5 endet mit einem Fazit und einen Ausblick in die Zukunft, wie die Raucherquote noch weiter reduziert werden kann.

2 Einstellungstheorien

Bevor diese Arbeit sich mit dem Fall der Zigarettenverpackungen und dessen Wirkung auf die Einstellungsänderung gegenüber Rauchen beschäftigt, wird in diesem Kapitel der Gegenstand der Einstellungen, sowie dessen theoretischen Grundlagen vorgestellt. Dabei wird als erstes die Bedeutung von Einstellungen und dessen Bildung für den Menschen nähergebracht. Anschließend werden Möglichkeiten der Einstellungsänderung vorgestellt und weshalb Menschen in der Lage sind sich solchen Beeinflussungen zu widersetzen.

2.1 Bedeutung von Einstellungen

Um Einstellungen verändern zu können, braucht es erstmal Wissen zu den Themen, was Einstellungen überhaupt sind, welche Bedeutung es für uns hat und welche Arten von Einstellungen es gibt. Dies wird im Nachfolgendem erläutert.

Einstellungen sind Bewertungen von z. B. Personen, Objekten, Ideen oder Situationen. Durch die Einstellungen bewerten wir die jeweiligen Gegenstände von z. B. gut bis schlecht (Werth, Denzler & Mayer, 2020, S. 243).

Durch Einstellungen sehen wir die Welt, wie durch eine Brille und nehmen auch nur Informationen wahr, welche unsere Einstellung entsprechen (Orth, Koch & Kunnig, 2017, S. 111).

So kann ein Mensch zu allem eine Einstellung entwickeln, ob es jetzt die Einstellung ist „Ich mag Gummibärchen“ oder „Schusswaffen sind schlecht und sollten verboten sein“. Durch die jeweilige Einstellung nimmt der Mensch dann auch nur die passenden Informationen wahr, wie „Gummibärchen machen mich glücklich“ oder „Gummibärchen haben Vitamine“ und beschäftigt sich z. B. nicht mit Informationen wie „Gummibärchen sind ungesund, da sie viel Zucker enthalten“.

Einstellungen sind sehr wichtig für den Menschen, denn dadurch wird die eigene Identität entwickelt und durch Gemeinsamkeiten mit anderen Menschen können Gruppe gebildet werden (Garms-Homolová, 2020, S. 11).

Durch die Entwicklung der eigenen Identität ist eine Differenzierung zu anderen Menschen möglich, der Mensch sieht sich als einzigartig an (unterschiedliche Werte/Einstellungen), kann allerdings sich auch in Gruppen zusammenschließen, um ein gemeinschaftliches Ziel anzustreben z. B. in Parteien oder Gewerkschaften eintreten, um für seine Einstellungen zu kämpfen.

Eine weitere Funktion der Einstellungen ist, dass der Mensch nicht immer wieder das Gleiche probieren muss, um etwas zu bewerten, sondern es wird einmal ausprobiert und eine Einstellung für die Zukunft gebildet (z. B. ob ein Gericht gemocht wird oder nicht) (Werth, Denzler & Mayer, 2020, S. 247 – 248).

Nun gibt es aber auch unterschiedliche Arten von Einstellungen.

Zum einem gibt es die impliziten Einstellungen. Das bedeutet, dass diese Einstellungen unbewusst, ohne Überlegung ablaufen. Diese Einstellung kann nur durch das Verhalten beobachtet werden und durch das Nachfragen nicht erschlossen werden (Felser, 2015, S. 260). Explizite Einstellungen kann ein Mensch kontrollieren, sind ihm also bewusst. Er entwickelt eine Einstellung über eine Situation und möchte gerne danach handeln, zumindest wenn der Mensch dazu befragt wird (Rauthmann, 2017, S. 209). Trotz dessen, dass sich der Mensch bewusst seine Einstellung zu etwas bildet, kann trotzdem die implizite Einstellung überwiegen und die Handlung wird somit anders ausgeführt als explizit geäußert (Werth, Denzler & Mayer, 2020, S. 246).

Beispielhaft könnte es also passieren, dass der Mensch eine positive Einstellung gegenüber ausländischen Mitarbeitern in seinem Unternehmen bildet (explizit), aber aufgrund seiner impliziten Einstellung sich trotzdem eher misstrauisch gegenüber ihnen verhält.

2.2 Einstellungsbildung

Nachdem nun geklärt worden ist, was Einstellungen sind und wie wichtig diese für den Menschen sind, wird im nachfolgenden geklärt, wie überhaupt Einstellungen entstehen. Dabei wird der Fokus hier auf die kognitive und affektive Einstellungsbildung gelegt.

2.2.1 Kognitive Einstellungsbildung

Bei der kognitiven Einstellungsbildung geht es darum, dass sich der Mensch bewusst Gedanken zu einem Thema macht (Fischer, Jander & Krueger, 2018, S. 105). Dabei werden kognitiv basierte Einstellungen gebildet, indem starke Argumente aufgestellt werden, die Für oder Gegen das Einstellungsgegenstand sind (Werth, Denzler & Mayer, 2020, S. 245).

Die Einstellung wird also dadurch gebildet, dass der Mensch sich Gedanken über Pro und Contra Argumente macht und anschließend seine Einstellung dadurch bildet.

2.2.2 Affektive Einstellungsbildung

Affektive Einstellungsbildung wird durch Emotionen gebildet, also welche Emotionen wir mit dem Einstellungsgegenstand verbinden (Werth, Denzler & Mayer, 2020, S. 245).

So ist eine Möglichkeit der affektiven Einstellungsbildung die sensorische Reaktion. Bei der sensorischen Reaktion fühlt der Mensch etwas zu dem Einstellungsgegenstand, wie z. B. Geschmack, Geruch etc. Wenn es positiv assoziiert wird, will der Mensch es erneut erleben, wenn es negativ ist, vermeiden (Orth, Koch & Kunnig, 2017, S. 115).

Dies wurde bereits kurz angerissen in der Bedeutung von Einstellungen. Wenn z. B. Kaffee probiert wurde und es einem nicht geschmeckt hat, dann wird es in dieser Form nicht noch einmal probiert werden. Wenn aber ein Parfüm gut riecht, dann wird es erneut gekauft, ohne großartig darüber nachzudenken.

Auch eine emotionale Reaktion kann unsere Einstellung bilden. Dadurch, dass ein Merkmal, wie das Design eines Autos gut beurteilt wird, werden andere Merkmale weniger bei der Einstellungsbildung berücksichtigt (Orth, Koch & Kunnig, 2017, S. 115).

Es entwickelt sich eine positive Emotion zu dem Einstellungsgegenstand und diese ist so stark, dass andere Merkmale die Einstellung nicht mildern können. So kann z. B. Apple teure Produkte verkaufen, die nicht unbedingt viel besser sein müssen als die Konkurrenz, dafür aber eine bessere emotionale Reaktion beim Kunden hervorrufen.

Eine weitere Methode Einstellungen zu bilden ist durch die klassische Konditionierung. Hierbei wird ein neutraler Reiz, welcher also zuerst keine Bedeutung hat, mit einem anderen Reiz, welche eine positive oder negative Bedeutung hat verbunden. Nachdem klassischen Konditionieren, wird der Mensch bereits beim neutralen Reiz an den anderen Reiz denken (Becker-Carus & Wendt, 2017, S. 297). Als Beispiel nennen Orth, Koch und Kunnig (2017, S. 115) den Geruch eines Parfüms (neutraler Reiz), welcher später mit einem positiven Reiz (aufgrund Erinnerung an die Tante, wo der Mensch sich wohl gefühlt hat) verbunden wird.

[...]

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Details

Titel
Die Wirkung von Zigarettenverpackungen auf unsere Einstellungsänderung und weshalb Menschen immer noch Rauchen
Hochschule
SRH Fernhochschule
Veranstaltung
Sozialpsychologie
Note
1,0
Autor
Jahr
2022
Seiten
26
Katalognummer
V1170885
ISBN (Buch)
9783346588364
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sozialpsychologie, Einstellungen, Einstellungstheorien, Kongition, Affektion, Kognitive Dissonanz, Persuasive Kommunikation, Emotionen, Einstellungsänderung, Einstellungsresistenz, Einstellungsimpfung, Vorwarnung, Rauchen, Zigarettenverpackungen, gesundheitschädlich, Einstellungsbildung, SRH Fernhochschule, Mobile University, Bachelor, Psychologie, Wirtschaftspsychologie
Arbeit zitieren
Denis Pyttel (Autor:in), 2022, Die Wirkung von Zigarettenverpackungen auf unsere Einstellungsänderung und weshalb Menschen immer noch Rauchen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1170885

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