Diese Bachelorarbeit handelt von der Leitfrage „Inwiefern stellen Interkulturelle Pädagogik und der Kampf gegen
Institutionelle Diskriminierung Gegensätze dar?“.
Um die Leitfrage sinnvoll beantworten zu können, wurde der Hauptteil dieser Arbeit in drei Abschnitte gegliedert, namentlich Diskriminierung, Interkulturelle Pädagogik und das Verhältnis von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung in der Praxis. Zu Beginn wird der Begriff der Diskriminierung definiert und erläutert, um auf diesem Wege eine Überleitung zu dem Themenkomplex der Institutionellen Diskriminierung herzustellen. Dieser wird ebenfalls definiert, aufgeteilt in direkte und indirekte Institutionelle Diskriminierung und anhand von Beispielen erläutert.
Der nächste große Abschnitt der Interkulturellen Pädagogik unterteilt sich in die Bereiche der Assimilationspädagogik, der klassischen Interkulturellen Pädagogik, Antidiskriminierungspädagogik und der Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten. Zur Verbindung der ersten beiden Abschnitte dient das letzte große Kapitel über das Verhältnis von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung in der Praxis, welches sich in Interkulturelle Pädagogik in der Praxis am Beispiel des Bildungsplans der Stadtteilschulen Hamburgs und Institutionelle Diskriminierung in der Praxis aufteilt. In beiden wird ein praktischer Bezug zu den vorgestellten Theorien hergestellt, um sich auf diese Weise in dem nächsten Kapitel über den Zusammenhang von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung der Beantwortung der Leitfrage anzunähern. Anhand des Erkenntnisgewinns aus den vorgestellten Kapiteln wird diese Arbeit mit der Beantwortung in einem Fazit enden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Diskriminierung
2.1 Definition Diskriminierung
2.2 Institutionelle Diskriminierung
3. Interkulturelle Pädagogik
3.1 Definition Interkulturelle Pädagogik
3.2 Assimilationspädagogik
3.3 Klassische interkulturelle Pädagogik
3.4 Antidiskriminierungspädagogik
3.5 Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten
4. Verhältnis von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung in der Praxis
4.1 Interkulturelle Pädagogik in der Praxis am Beispiel der Stadtteilschulen Hamburgs
4.2 Institutionelle Diskriminierung in der Praxis
4.3 Zusammenhang von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen interkultureller Pädagogik und institutioneller Diskriminierung, um zu klären, inwiefern diese Konzepte als Gegensätze betrachtet werden müssen. Dabei wird analysiert, wie pädagogische Ansätze in der Praxis dazu beitragen können, Diskriminierungsmechanismen abzubauen oder ungewollt zu verstärken.
- Grundlagen und Definitionen von Diskriminierung und institutioneller Diskriminierung.
- Kritische Analyse verschiedener pädagogischer Konzepte wie Assimilations- und Antidiskriminierungspädagogik.
- Untersuchung der Praxis der interkulturellen Pädagogik am Beispiel Hamburger Stadtteilschulen.
- Die Rolle der "Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten" im Kontext mehrdimensionaler Diskriminierung.
- Reflexion über Möglichkeiten und Grenzen präventiver pädagogischer Maßnahmen.
Auszug aus dem Buch
2.1 Definition Diskriminierung
„Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin. Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ (Art. 3 GG).
Diese Zeilen aus dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland garantieren auf dem Papier soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, unabhängig der Faktoren, wie beispielsweise Ethnie oder Herkunft, die im Gesetz genannt werden. Somit sollen alle gleich behandelt werden, während ein Zuwiderhandeln, abgesehen von Leistung und Befähigung, ein Verstoß gegen diesen Artikel darstellt. Somit sollte man meinen, dass Diskriminierung kein großes Problem darstellt, hat der Staat doch die Aufgabe, seine Gesetze durchzusetzen und ein Verstoß gegen ebenjene zu sanktionieren. Doch wie die folgenden Kapitel zeigen werden, gibt es verschiedene Arten von Diskriminierung, die sich grundlegend unterscheiden. Diskriminierung geschieht oft genug mutwillig und aus der Absicht heraus, dass Individuen sich gegenüber anderen einen Vorteil verschaffen wollen, doch diese Form der Diskriminierung ist zumeist gut zu erkennen und in der Folge einfacher zu skandalisieren um so Veränderungen anzustoßen. Das Problem liegt vor allem bei Diskriminierung, die unabsichtlich, ohne negative Hintergedanken erfolgt und somit auf den ersten Blick unerkannt bleibt. Probleme werden oftmals bei den Diskriminierten gesucht und gefunden, ohne sich tatsächlich mit dem Kernproblem auseinanderzusetzen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Thematik ein und erläutert die Beweggründe des Autors für die Untersuchung der Leitfrage, inwiefern interkulturelle Pädagogik und der Kampf gegen institutionelle Diskriminierung Gegensätze darstellen.
2. Diskriminierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Diskriminierung, beleuchtet deren Erscheinungsformen und führt in den spezifischen Komplex der institutionellen Diskriminierung ein.
3. Interkulturelle Pädagogik: Das Kapitel bietet einen systematischen Überblick über verschiedene pädagogische Konzepte, angefangen bei der Assimilationspädagogik bis hin zur Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten.
4. Verhältnis von Interkultureller Pädagogik und Institutioneller Diskriminierung in der Praxis: Hier wird die praktische Umsetzung interkultureller Erziehung am Beispiel Hamburger Schulen evaluiert und der Zusammenhang zu institutioneller Diskriminierung unter Berücksichtigung von Lehrerfortbildungen kritisch hinterfragt.
5. Fazit: Das Fazit führt die Analysen zusammen und beantwortet die Leitfrage, indem es die Eignung der verschiedenen pädagogischen Ansätze für den Kampf gegen institutionelle Diskriminierung bewertet.
Schlüsselwörter
Interkulturelle Pädagogik, Institutionelle Diskriminierung, Assimilationspädagogik, Antidiskriminierungspädagogik, Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten, Bildungsbenachteiligung, Migration, Diversität, Schulentwicklung, Habitus, Milieudominanz, Mehrdimensionalität, Chancengleichheit, Vorurteile, Partizipation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das Verhältnis von interkultureller Pädagogik und institutioneller Diskriminierung, insbesondere im deutschen Schulsystem.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die Schwerpunkte liegen auf der Definition von Diskriminierungsformen, der historischen und konzeptionellen Entwicklung interkultureller Pädagogik sowie deren praktischer Anwendung und Wirksamkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Leitfrage zu beantworten: "Inwiefern stellen Interkulturelle Pädagogik und der Kampf gegen Institutionelle Diskriminierung Gegensätze dar?"
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Fundierung durch erziehungswissenschaftliche Literatur und vergleicht diese mit praxisnahen Evaluationsberichten aus dem Hamburger Schulwesen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Diskriminierungsformen, eine Analyse pädagogischer Ansätze und eine praktische Anwendung auf Bildungspläne sowie Evaluationsergebnisse von Lehrkräftefortbildungen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Untersuchung?
Zentrale Begriffe sind neben der interkulturellen Pädagogik und institutionellen Diskriminierung vor allem der Habitusbegriff, Milieudominanz und der mehrdimensionale Ansatz der Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten.
Wie unterscheidet sich die institutionelle von der individuellen Diskriminierung?
Während individuelle Diskriminierung auf persönlichen Vorurteilen basiert, beschreibt institutionelle Diskriminierung Benachteiligungen, die durch formale oder informelle Regeln und Strukturen in Organisationen wie Schulen entstehen, oft unabhängig von den Absichten einzelner Personen.
Welche Bedeutung kommt der "Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten" im Fazit zu?
Der Autor stuft diesen Ansatz als am besten geeignet ein, um gegen institutionelle Diskriminierung vorzugehen, da er durch seinen mehrdimensionalen Blickwinkel Diskriminierung vorbeugen kann, wenngleich er auch hier Herausforderungen hinsichtlich der Partizipation identifiziert.
- Arbeit zitieren
- Vincent Timm (Autor:in), 2021, Interkulturelle Pädagogik und Institutionelle Diskriminierung. Assimilationspädagogik, Interkulturelle Pädagogik, Antidiskriminierungspädagogik und Pädagogik kollektiver Zugehörigkeiten, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172110