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Die Geschichte des Kölner Karnevals

Title: Die Geschichte des Kölner Karnevals

Term Paper , 2006 , 23 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Nico Ehlscheid (Author)

History - Miscellaneous
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Fastnacht bzw. Karneval sind in ihrer Entstehung und Bedeutung eng mit dem christlichen Kirchenjahr verbunden. Genauer gesagt, ist es das letzte Fest vor Ostern, vor Beginn der vierzigtägigen Fastenzeit. In dieser Zeit war der Verzehr von Fleisch, Wein usw. strengstens untersagt. Mit der Fastnacht ist streng genommen die Nacht von Dienstag auf Aschermittwoch gemeint. Allerdings dehnte man im Laufe der Jahre die Festtage auf die „drei tollen Tage“ und heute auf eine vielwöchige Session aus. Den Namen „Fastnacht“ behielt man jedoch bei. In der Fastnacht feierte noch einmal mit einem üppigem Ess- und Trinkgelage und tat noch einmal dass, worauf man nun vierzig Tage verzichten musste. Das Wort „Fastnacht“ bzw. „Fasching“ kommt von „vastschank“ und bezeichnet den letzten Ausschank (alkoholischer Getränke). Es ist mit dem aus dem romantischen Sprachbereich stammenden Wort „Karneval“ völlig bedeutungsgleich. Karneval ist abgeleitet von dem lateinischen Wort „carnislevamen“ und bedeutet „Wegnahme des Fleisches“. Aber auch auf eine andere Art des Fleisches sollte verzichtet werden – den Sex. In der Fastenzeit war also auch der Beischlaf strengstens untersagt und sogar der bloße Gedanke daran. Da die Fastenzeit auf das Osterfest vorbereitet, gibt es für die Fastnacht kein bestimmtes Datum, welches alljährlich wiederkehrt. Das Osterfest richtet sich nach dem Mond, und zwar genauer gesagt nach dem ersten Frühlingsvollmond. Am Sonntag nach diesem Vollmond wird es gefeiert. Um den Tag des Aschermittwochs zu bestimmen muss man nun nochmals 40 Werktage plus sechs Sonntage abziehen, da diese keine Fastentage sind. Dadurch kann es vorkommen, dass die Fastnacht bzw. der Karneval schon am Anfang des Februars vorbei ist, in anderen Jahren erst am Anfang des März. Im Schaltjahr 2008 ist der Ostersonntag am 23. März. Somit fällt der Aschermittwoch auf den 6. Februar. Addiert man nun auf den 6. Februar 40 Fastentage und zusätzlich 6 Sonntage so endet die Fastenzeit am 23. März – dem Ostersonntag. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Karneval, Fasten und Fastnacht

1.1. Karneval - ein Fest aus der Antike?

1.2 Der Karneval im Mittelalter – ein Fest der politischen Kritik

1.3 Karneval im Barock – französisch - italienisch - prachtvoll

1.4 Franzosenzeit – Karneval unter der Trikolore

1.5 Der Romantische Karneval und dessen Untergang

1.6 Karneval in der unter der preußischen Pickelhaube

1.7 Karneval in der Krise

2. Der Kölner Karneval in der Gegenwart

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Entwicklung des Kölner Karnevals von seinen antiken Wurzeln bis zur heutigen Form der organisierten Session wissenschaftlich aufzuarbeiten und das Verständnis für den Ursprung dieses kulturellen Phänomens zu fördern.

  • Historische Herleitung des Karnevals aus antiken Kulten und christlichen Traditionen
  • Entwicklung der organisationalen Strukturen und gesellschaftlichen Bedeutung im Mittelalter und Barock
  • Einfluss politischer Umbrüche, wie der Franzosenzeit und der preußischen Herrschaft, auf das Fest
  • Strukturelle und inhaltliche Transformation des modernen Kölner Karnevals und seiner Bräuche

Auszug aus dem Buch

1.1. Karneval - ein Fest aus der Antike?

Auf der Suche nach dem Ursprung des Karnevals wird man schon in der Antike fündig. In Schriften von antiken Autoren werden religiöse Feste beschrieben, die dem Karneval ähneln. Im antiken Rom spielte man einmal im Jahr "verkehrte Welt". Hier tauschten Herren und Sklaven ihre Rollen. Die Oberen waren dann ganz unten und mussten ihren Dienern gehorchen. Dieses Spiel ist heute ein wichtiger Bestandteil des Karnevals. Man schlüpft in eine Rolle, die nicht der Realität entspricht. Die meisten Feste in der Antike waren bestimmten Göttern, wie dem Weingott Bacchus oder dem Ackergott Saturn gewidmet (Bacchanalien und Saturnalien) und fanden zu deren Ehren statt. Im Römischen Reich herrschte zudem eine religiöse Toleranz und so wurden neben den römischen Staatsgöttern auch die einheimischen Kulte der unterworfenen Provinzen geduldet.

Diese Kulte fanden neue Anhänger, gliederten sich in das Weltreich ein und fanden eine schnelle Verbreitung, die auch archäologisch in Köln nachgewiesen werden konnte. Colonia Claudia Ara Agrippinensium wurde im Jahr 50 zur römischen Kolonie erhoben und war Hauptstadt der Provinz Niedergermanien. Dadurch hatte Köln das Recht die gleichen Feste zu feiern, wie die Stadt Rom selbst. Die Feste und Feiern zu Ehren der Isis und der Kybele wurden aufwändig mit Umzügen von Maskierten und Musikanten gefeiert. Auch hier war wieder das Spiel der „verkehrten Welt“ erkennbar. Die Beschreibungen von Maskenumzügen veranlassten viele Forscher hier die Ursprünge des Karnevals zu sehen. Der Schriftsteller und Philosoph Lucius Apuleius (ca. 125 n. Chr. bis ca. 170 n. Chr.) schreibt über das Isisfest: «Damals zogen durchs Land um Korinth scherzhafte Masken; zuerst erschien da der skuriele Vortrab der Prozession, sodann kamen die Verkleideten selbst: Esel und Philosophen, Gladiatoren und Magister, Magistrate, Jäger und Soldaten, Fischer, Vogelsteller, Männer hüllten sich in Frauenkleider. […] Es folgte und beschloss endlich das kunstvoll gezimmerte Schiff voll greller Malereien den lärmenden, schreienden, grotesken Aufmarsch. Die Galionsfigur am Heck: eine goldene Gans!»

Zusammenfassung der Kapitel

1. Karneval, Fasten und Fastnacht: Einleitende Definition der Begriffe und Erläuterung der Verbindung zum christlichen Kirchenjahr.

1.1. Karneval - ein Fest aus der Antike?: Untersuchung antiker Ursprünge und deren symbolischer Übertragbarkeit auf karnevalistische Bräuche.

1.2 Der Karneval im Mittelalter – ein Fest der politischen Kritik: Analyse der ersten schriftlichen Erwähnungen und der Rolle des Karnevals als Ventil für soziale Kritik.

1.3 Karneval im Barock – französisch - italienisch - prachtvoll: Beschreibung des Einflusses höfischer Kultur und italienischer Theaterformen auf das Karnevalstreiben.

1.4 Franzosenzeit – Karneval unter der Trikolore: Darstellung des Umbruchs durch die französische Besatzung und der Entstehung bürgerlicher Karnevalsformen.

1.5 Der Romantische Karneval und dessen Untergang: Betrachtung der Institutionalisierung durch das Festordnende Comité im frühen 19. Jahrhundert.

1.6 Karneval in der unter der preußischen Pickelhaube: Untersuchung der Militarisierung und der Integration reichspatriotischer Themen in den Karneval.

1.7 Karneval in der Krise: Dokumentation der schwierigen Zeiten durch Weltkriege und den Umgang mit dem Nationalsozialismus.

2. Der Kölner Karneval in der Gegenwart: Übersicht über die heutige Session, das Dreigestirn und die organisatorischen Abläufe des Rosenmontagszuges.

Schlüsselwörter

Kölner Karneval, Fastnacht, Rosenmontagszug, Dreigestirn, Brauchtum, Geschichte, Festkomitee, Alaaf, Mittelalter, Antike, soziale Kritik, Session, Maskierung, Tradition, Narrenfreiheit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die historische Genese und die gesellschaftliche Entwicklung des Kölner Karnevals von seinen frühesten Ursprüngen bis zur heutigen Form.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Schwerpunkte liegen auf den antiken Vorbildern, dem Wandel von der ständischen zur bürgerlichen Organisation sowie dem Einfluss politischer Systeme auf das Brauchtum.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, aufzuklären, woher der Kölner Karneval stammt, wie er sich über Jahrhunderte gewandelt hat und warum er heute eine so zentrale Rolle im Kölner Stadtleben einnimmt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historische Analyse, indem sie primäre Quellen und historische Dokumente zur Entwicklung des Karnevals auswertet.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in chronologische Abschnitte, die die Entwicklung von der Antike über das Mittelalter und die Barockzeit bis hin zur Moderne nachzeichnen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kölner Karneval, Geschichte, Brauchtum, Rosenmontagszug, Dreigestirn, soziale Kritik und Tradition.

Was bedeutet das Kölner Dreigestirn heute?

Es fungiert als offizielle närrische Repräsentanz der Stadt Köln, bestehend aus Prinz, Bauer und Jungfrau, und verkörpert die Traditionen der Karnevalshochburg.

Wie hat sich der Karneval während der Zeit des Nationalsozialismus verändert?

Der Karneval wurde politisch gleichgeschaltet, für antisemitische Propaganda genutzt und das Brauchtum wurde massiven ideologischen Vorgaben unterworfen.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff „Nubbelverbrennung“?

Die Verbrennung einer Strohpuppe am Ende der Session dient als symbolische Reinigung, bei der die Narren ihre Sünden ablegen, um das Fest zu beenden.

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Details

Title
Die Geschichte des Kölner Karnevals
College
University of Cologne
Grade
1,3
Author
Nico Ehlscheid (Author)
Publication Year
2006
Pages
23
Catalog Number
V117222
ISBN (eBook)
9783640197255
ISBN (Book)
9783640515936
Language
German
Tags
Geschichte Kölner Karnevals
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nico Ehlscheid (Author), 2006, Die Geschichte des Kölner Karnevals, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117222
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