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Zu Niklas Luhmanns "Rechtssoziologie"

Titel: Zu Niklas Luhmanns "Rechtssoziologie"

Essay , 2020 , 5 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Soziologie - Sonstiges
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Niklas Luhmann (1987) beleuchtet in seinem Text ,,Rechtssoziologie" die Funktion sozialer Strukturen für die Stabilität von Systemen. Hierzu bedient er sich Begrifflichkeiten, die zugleich Ausgangspunkt seiner Überlegungen sind, nämlich die Komplexität der Welt, die Kontingenz von Strukturen und die doppelte Kontingenz sozialen Handelns (vgl. Luhmann 1987, S. 31).

In dieser Lesenotiz soll zunächst in die genannten Begrifflichkeiten eingeführt werden, bevor anhand eines lebensnahen Beispiels (hier: Elfmetersituation) überprüft wird, inwieweit sich Luhmanns Theorie der doppelten Kontingenz auf die Praxis übertragen lässt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung in die Begrifflichkeiten

2. Komplexitätsreduktion durch soziale Systeme

3. Kontingenz und doppelte Kontingenz

4. Empirische Veranschaulichung am Beispiel der Elfmetersituation

5. Zusammenfassung und Übertragbarkeit der Theorie

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht Niklas Luhmanns systemtheoretisches Konzept der doppelten Kontingenz und dessen Bedeutung für die Stabilität sozialer Strukturen. Ziel ist es, die theoretischen Grundlagen der Komplexitätsreduktion durch soziale Systeme zu erläutern und das Phänomen der doppelten Unsicherheit anhand des empirischen Beispiels der Elfmetersituation praxisnah zu veranschaulichen.

  • Funktion sozialer Strukturen für die Systemstabilität
  • Theorie der Komplexitätsreduktion und Selektion
  • Definition und Herausforderungen der doppelten Kontingenz
  • Analyse soziologischer Interaktionsmuster in Nullsummenspielen
  • Übertragbarkeit systemtheoretischer Konzepte auf gesellschaftliche Kontexte

Auszug aus dem Buch

Die doppelte Kontingenz von Elfmeterschüssen

Hierzu wurden Elfmetersituationen analysiert, also Situationen, in denen der Elfmeterschütze versucht, den Fußball vom Elfmeterpunkt ins gegnerische Tor zu schießen. Der Torwart, auf der Torlinie stehend, konzentriert sich seinerseits und versucht diesen Torschuss abzuwehren. Beide Spieler – Elfmeterschütze und Torwart – stehen dabei vor demselben Problem, nämlich zu entscheiden, auf welche Seite des Tors der Ball geschossen bzw. in welche Torecke gesprungen werden soll. Der Elfmeterschütze ist sich dabei der Situation bewusst, dass der Torwart nicht vor dem Moment des Schusses, sondern erst im letztmöglichen Moment in eine Ecke springen wird, da er sich sonst jeglicher Abwehrchancen berauben würde. Auch der Torwart weiß, dass er aufgrund der Schussgeschwindigkeit des Balles sowie der Ausmaße des Tors gezwungen ist, sich für eine Ecke zu entscheiden – und zwar bevor er eindeutig erkennen kann, wohin der Ball fliegt.

Die Elfmetersituation erfordert also von beiden Spielern eine simultane Entscheidung, wobei der Ausgang – Tor oder kein Tor – immer von der Entscheidung beider Spieler abhängig ist. „Bei einem erfolgreichen Torschuss würde sich der Torhüter im Nachhinein wünschen, in die andere Ecke gesprungen zu sein, ebenso wie der Schütze bei einem Misserfolg lieber die andere Ecke gewählt hätte, wenn er gewusst hätte, dass der Torwart sich in diese wirft.“ (Berger & Hammer 2007, S. 398). Für Berger und Hammer (2007, S. 398) stellt der Ausgang der Elfmetersituation – Tor oder kein Tor – ein emergentes soziales Phänomen dar, welches nicht von einer Person erzeugt werden kann, sondern sich immer aus der Interaktion beider Personen ergibt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung in die Begrifflichkeiten: Dieses Kapitel führt in die zentralen systemtheoretischen Konzepte von Niklas Luhmann ein, insbesondere die Komplexität der Welt und die Bedeutung von Strukturen.

2. Komplexitätsreduktion durch soziale Systeme: Hier wird erklärt, wie soziale Systeme durch Sinnbildung Umweltinformationen selektieren und dadurch Komplexität zugunsten stabiler Handlungsabläufe reduzieren.

3. Kontingenz und doppelte Kontingenz: Dieses Kapitel erläutert den Begriff der Kontingenz als Nicht-Notwendigkeit und definiert die doppelte Kontingenz als eine soziale Konstellation gegenseitiger Unsicherheit.

4. Empirische Veranschaulichung am Beispiel der Elfmetersituation: Anhand einer Studie wird gezeigt, wie Schütze und Torwart in einer simultanen Entscheidungssituation das Problem der doppelten Unsicherheit erleben.

5. Zusammenfassung und Übertragbarkeit der Theorie: Das abschließende Kapitel diskutiert, wie sich das Modell der doppelten Kontingenz auf diverse soziale Interaktionen außerhalb des Fußballs übertragen lässt.

Schlüsselwörter

Systemtheorie, Niklas Luhmann, Komplexität, Kontingenz, doppelte Kontingenz, soziale Systeme, Sinnbildung, Selektion, Interaktion, Elfmetersituation, Emergenz, soziale Ordnung, Handlungssicherheit, Nullsummenspiele, Soziologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die systemtheoretischen Grundlagen von Niklas Luhmann, um zu erklären, wie soziale Systeme Stabilität in einer komplexen Welt erzeugen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind Komplexitätsreduktion, die Kontingenz von Handlungen sowie die Entstehung sozialer Ordnung aus wechselseitigen Unsicherheiten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, das theoretische Konzept der doppelten Kontingenz verständlich zu machen und dessen Anwendung in der Realität empirisch zu verdeutlichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es wird eine theoretische Herleitung der Systembegriffe vorgenommen, die durch die Analyse einer empirischen Fallstudie zu Elfmetersituationen untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Mechanismen der Sinnbildung zur Komplexitätsreduktion und führt das Modell der doppelten Unsicherheit in sozialen Interaktionen ein.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Systemtheorie, doppelte Kontingenz, Komplexitätsreduktion, soziale Interaktion und emergenzbasierte soziale Ordnung.

Warum wird die Elfmetersituation als Beispiel gewählt?

Sie dient als idealtypisches Beispiel für ein Nullsummenspiel, bei dem zwei Akteure simultane Entscheidungen treffen müssen, ohne die Handlungen des Gegenübers sicher antizipieren zu können.

Was bedeutet der Begriff „doppelte Unsicherheit“ im Kontext der Arbeit?

Er beschreibt einen Zustand, in dem die Handlungsfreiheit von „Ego“ und „Alter Ego“ zu einer gegenseitigen Abhängigkeit führt, die eine rationale Entscheidung erschwert.

Können diese Erkenntnisse auf andere Lebensbereiche angewandt werden?

Ja, die Arbeit zeigt, dass dieses Modell für viele soziale Interaktionen gilt, etwa in der Außenhandelspolitik, dem Unternehmenswettbewerb oder bei polizeilichen Einsätzen.

Ende der Leseprobe aus 5 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Zu Niklas Luhmanns "Rechtssoziologie"
Note
1,3
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
5
Katalognummer
V1172323
ISBN (PDF)
9783346591807
Sprache
Deutsch
Schlagworte
niklas luhmanns rechtssoziologie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2020, Zu Niklas Luhmanns "Rechtssoziologie", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1172323
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Leseprobe aus  5  Seiten
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