Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, das didaktische Potential der Musik bzw. des Gesangs als Impuls für die Förderung der kommunikativen Kompetenz im DaF-Unterricht zu untersuchen. Dabei möchte ich zuerst die Relevanz der Musik in der Fremdsprachendidaktik aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen analysieren und erörtern. Anschließend unterbreite ich ebenfalls Vorschläge für den erfolgreichen und produktiven Umgang mit dem Gesang im DaF-Unterricht.
Meine Arbeit trägt somit in erster Linie dazu bei, die Funktionen der Musik im Deutschunterricht zu erforschen. Dies ist sehr relevant für die Lehrmethodenforschung, insofern als meine Ergebnisse genauso auf wissenschaftlicher Ebene benutzt werden können, wie sie auf didaktischer Ebene hilfreich für Deutschlehrende in Kamerun und im Ausland sein können. Eine Analyse des Gesangs als Weg zur Entwicklung der kommunikativen Kompetenz der Lernenden wird durchgeführt. Dies geschieht am Beispiel realer, konkreter und plausibler Unterrichtssituationen unter Berücksichtigung bestimmter Kriterien für das Testen und Prüfen sprachlicher Kompetenzen laut dem Gemeinsamen Europäischen
Referenzrahmen (GER) für das Lernen, Lehren und Beurteilen von Sprachen. Nicht wegzudenken ist ebenfalls, eine kritische Evaluation der Anwendungsbedingungen des Gesangs im DaF-Unterricht bzw. im kamerunischen Kontext darzubieten, um eine Eventuelle Verbesserung der ständig unter Rabatt stehenden Schulleistungen in Kamerun vorzuschlagen.
Inhaltsverzeichnis
0. EINLEITUNG
0.1 Forschungsmotivation und Ziele
0.2 Probemdarstellung und Erkenntnisinteresse
0.3 Fragestellung und Arbeitshypothesen
0.4 Forschungsstand
0.5 Theoretische Grundlage
0.6. Methodisches Vorgehen
0.7 Aufbau der Arbeit
KAPITEL I: MUSIK IN DER FREMDSPRACHEN- UND DAF-DIDAKTIK: ERKENNTNISSE AUS DEN KOGNITIONSWISSENSCHAFTEN
I.1. Funktionen der Nutzung von Musik im Fremdsprachen- und DaF-Unterricht
I.1.1. Physiologische Funktion
I.1.2. Psychohygienische Funktion
I.1.3. Emotionale Funktion
I.1.4. Soziopsychologische Funktion
I.1.5. Kognitive Funktion
I.1.6. Suggestive Funktion
I.1.7. Kommunikative Funktion
I.2. Musik und Gedächtnis
I.2.1. Musik und Gehirn
1.2.2. Musik und Behaltensleistung im DaF-Unterricht
1.3. Auswirkungen von Musik auf die funktionalen kommunikativen Kompetenzen
KAPITEL II: DER GESANG ALS LEISTUNGSFÄHIGES WERKZEUG FÜR DAF-UNTERRICHT
II.1. Begriffsbestimmung
II.1.1. Gesang
II.1.2. Kompetenz und Performanz
II.1.3. Leistung und sprachliche Leistung
II.1.4. Kommunikative Kompetenz
II.1.5. Fertigkeit
II.1.6. Kompetenzorientierung
II.1.7. Aufgabenorientierung
II.2. Der Gesang als leistungsfähiges Werkzeug für DaF-Unterricht)
II.2.1. Der Gesang in Lehrwerken
II.2.2. Der Gesang als Weg zur Förderung kommunikativer Kompetenz
II.2.2.1. Lesen
II.2.2.2. Hören
II.2.2.3. Schreiben
II.2.2.4. Sprechen
KAPITEL III: DATENERHEBUNG -AUSWERTUNG UND -INTERPRETATION
III.1. Datenerhebung und -auswertung
III.1.1. Ausgewählte Forschungsmethode
III.1.1.1. Das Experiment
III.1.1.1.1. Untersuchungsort
III.1.1.1.2. Untersuchungsablauf
III.1.1.1.3. Beschreibung der Stichprobe
III.1.1.1.4. Die Variablen
III.1.1.1.5. Die Indikatoren
III.1.1.1.6. Versuchs- und Kontrollgruppe
III.1.1.1.7. Vor- und Nachtest
III.1.1.1.8. Mögliche Störvariablen und Fehlerquellen
III.2.Dateninterpretation
KAPITEL IV: PERSPEKTIVEN DES UMGANGS MIT GESANG IM DAF-UNTERRICHT: ANWENDUNGSBEDINGUNGEN
IV.1. Kriterien der Liederauswahl
IV.1.1. Authentizität
IV.1.2. Sprache
IV.1.3. Musikalität
IV.1.4. Melodie
IV.1.5. Rhythmus
IV.1.6. Universalität
IV.1.7. Lehre
IV.2. Rahmenbedingungen
IIV.2.1. Technische Bedingungen
IV.2.2. Didaktisch-funktionale Bedingungen
IV.3. Einsatz von Musik und Songs im kamerunischen Kontext
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das didaktische Potenzial von Musik und Gesang als Impulsgeber zur Förderung der kommunikativen Kompetenz im DaF-Unterricht. Auf Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse und einer empirischen Studie am Lycée de Biyem-Assi wird analysiert, wie Lieder effektiv in den Unterricht integriert werden können, um sprachliche Leistungen zu verbessern und die Lernmotivation zu steigern.
- Funktionen und Potenziale von Musik im Fremdsprachenunterricht
- Einfluss von Musik auf kognitive Prozesse und das Gedächtnis
- Didaktisierung von Liedern zur Förderung der vier Fertigkeiten (Lesen, Hören, Schreiben, Sprechen)
- Empirische Überprüfung der Wirksamkeit durch ein Feldexperiment
- Anwendungsbedingungen und Leitlinien für den DaF-Unterricht im kamerunischen Kontext
Auszug aus dem Buch
I.1.1. Physiologische Funktion
Die Physiologie aus dem Lateinischen physiologia und dem Griechischen physiología (Naturkunde) bezeichnet jene Wissenschaft, die sich mit den Lebensvorgängen, den funktionellen Vorgängen im Organismus befasst (vgl. Online-Duden 2021). Diese Wissenschaft untersucht somit die Funktionen und Leistungen des lebenden Organismus und seiner Teile.
Der physiologische Effekt der Musik verweist darauf, „wie man körperlich auf Musik reagiert“ (Kiviranta & Mäkelä 2014: 3). In den Neurowissenschaften gibt es Studien, die auf die von Musik bzw. von deren Hören verursachten Veränderungen oder Reaktionen im Gehirn hingewiesen haben, denn die Musik könnte die beiden Hirnhälfte aktivieren. Daraus könnten sich etwa eine Körperentspannung, eine Wirkung auf den Herzschlag und den Rhythmus des Atems sowie eine Erhöhung psychischer Rezeptivität ergeben.
Das Musikhören könnte ebenfalls die Tätigkeit der Nerven-, Hormon- und Immunsysteme: u. a. die elektrische Leitfähigkeit der Haut und Sekretion der Hormone, die für Stress, Glück und Schmerz verantwortlich sind, bewirken (vgl. ebd. : 5f). Weitere Wirkungen der Musik auf den menschlichen Organismus lassen sich nämlich auf den zentralen Teil des akustischen Analysators verorten. Akustische Reizen werden daher aufgenommen und ermöglichen gleichzeitig die Aufnahme von verbalem Material: dadurch erfolgen Spracherwerb, -speicherung, -rezeptionsprozesse und -produktion (vgl. Koch 2011: 4).
Diese oben Erkenntnisse lassen sich konkret im Sprachunterricht anwenden, indem Musik die Behaltensleistung der Lernenden fördern könnte und ihnen die Chance anbieten könnte, „die Erlernung einer Fremdsprache mit positiven Assoziationen zu verbinden und nicht nur mit negativen wie Mühe, Frustration oder dem Gedanken an Klausuren“ (Stipančevíc 2012: 339).
Zusammenfassung der Kapitel
0. EINLEITUNG: Diese Einleitung erläutert die persönliche Forschungsmotivation, die Relevanz der Musik in der DaF-Didaktik und steckt den wissenschaftlichen Rahmen sowie das methodische Vorgehen der Arbeit ab.
KAPITEL I: MUSIK IN DER FREMDSPRACHEN- UND DAF-DIDAKTIK: ERKENNTNISSE AUS DEN KOGNITIONSWISSENSCHAFTEN: Dieses Kapitel widmet sich den theoretischen Funktionen von Musik im Sprachunterricht unter Berücksichtigung kognitionspsychologischer und neurologischer Erkenntnisse.
KAPITEL II: DER GESANG ALS LEISTUNGSFÄHIGES WERKZEUG FÜR DAF-UNTERRICHT: Hier werden zentrale Begriffe definiert und das Potenzial des Gesangs als Werkzeug für die Förderung kommunikativer Kompetenzen und der vier Grundfertigkeiten dargelegt.
KAPITEL III: DATENERHEBUNG -AUSWERTUNG UND -INTERPRETATION: In diesem Kapitel wird das am Lycée de Biyem-Assi durchgeführte Feldexperiment beschrieben, dessen Daten erhoben, ausgewertet und hinsichtlich der Hypothesen interpretiert werden.
KAPITEL IV: PERSPEKTIVEN DES UMGANGS MIT GESANG IM DAF-UNTERRICHT: ANWENDUNGSBEDINGUNGEN: Das Abschlusskapitel bietet Kriterien für eine erfolgreiche Liederauswahl sowie praktische Leitlinien für die Implementierung gesangsorientierter Methoden im kamerunischen Kontext.
Schlüsselwörter
Musik, Gesang, Fremdsprachendidaktik, DaF, kommunikative Kompetenz, kognitive Funktionen, Behaltensleistung, Liederauswahl, empirische Studie, Sprachfertigkeiten, Goethe-Zertifikat B1, audio literacy, methodische Didaktik, Lernmotivation, Unterrichtsentwicklung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht das Potenzial von Gesang und Musik als leistungsfähige Werkzeuge im Deutsch-als-Fremdsprache-Unterricht (DaF).
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf den Funktionen der Musik, der Verknüpfung von Musik und Gedächtnisleistung sowie der konkreten Anwendung des Gesangs zur Förderung kommunikativer Fertigkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, empirisch nachzuweisen, ob und wie ein gesangsorientierter Unterricht die sprachlichen Leistungen von Lernenden verbessern kann.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Der Autor führt ein qualitatives und quantitatives Feldexperiment mit einer Versuchs- und Kontrollgruppe an einem kamerunischen Gymnasium durch.
Was deckt der Hauptteil der Arbeit ab?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung über die Wirkung von Musik auf das Gehirn und eine empirische Analyse der Lernleistungen anhand von Testdaten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk?
Zentrale Begriffe sind Didaktik, kommunikative Kompetenz, kognitive Aktivierung, Feldexperiment und Liederauswahl.
Was ist das Ergebnis in Bezug auf die Fertigkeit Schreiben?
Interessanterweise zeigte die Kontrollgruppe, die den klassischen Lehrbuchunterricht erhielt, beim Schreiben eine deutlich stärkere Leistungssteigerung als die Versuchsgruppe mit Gesang.
Welche Rolle spielt die Infrastruktur in Kamerun für den Einsatz von Musik?
Der Mangel an technischer Ausstattung (Computer, Lautsprecher, Strom) wird als signifikantes Hindernis für eine flächendeckende Implementierung innovativer Methoden identifiziert.
- Arbeit zitieren
- Jude Daniel Tolo (Autor:in), 2021, Deutsch lehren mit Musik am Beispiel des Gesangs als leistungsfähigen Werkzeugs für DaF-Unterricht. Eine empirische Studie am Lycée de Biyem-Assi, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1173925