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'O Vater, warum hast du mich verlassen?' - Eine Untersuchung der Vater-Sohn-Problematik in Kafkas Erzählung 'Das Urteil' und dem Roman 'Der Verschollene/Amerika'

Title: 'O Vater, warum hast du mich verlassen?' - Eine Untersuchung der Vater-Sohn-Problematik in Kafkas Erzählung 'Das Urteil' und dem Roman 'Der Verschollene/Amerika'

Term Paper (Advanced seminar) , 2008 , 28 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Sebastian Zilles (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Die Nacht vom 22. auf den 23. September des Jahres 1912 ist nicht nur eine ereignisreiche, sondern auch eine folgenschwere Nacht im Leben des Autors Franz Kafka. Innerhalb von nur acht Stunden schreibt Kafka die Erzählung Das Urteil „in einem Zug“ nieder. Mit der Niederschrift der Erzählung Das Urteil beendet Kafka nicht nur eine „unabsehbare Folge von [literarischen] Fehlversuchen“, sondern damit vollzieht sich „auch formal, stilistisch und motivlich [...] ein unumkehrbarer Sprung[,]“ im Schaffen des Prager Autoren. Nur wenige Tage später nimmt er die Arbeit am Romanfragment Der Verschollene5 wieder auf, „den er bereits als literarisch unzureichend abqualifiziert hatte.“ Nicht nur auf zeitlicher, sondern im Besonderen auch auf inhaltlicher Ebene, stehen die Erzählung Das Urteil und das Romanfragment Der Verschollene in engem Bezug zueinander. Beide Werke porträtieren ein Spannungsverhältnis zwischen Vater und Sohn, beschreiben ihren Kampf und letztendlichen Untergang. Daher ist folgende übergeordnete leitenden Fragestellung Untersuchungsgegenstand der hiesigen Arbeit: Wie stellt Kafka die Vater-Sohn-Problematik in der Erzählung Das Urteil und im Roman Der Verschollene dar?
In der Kafka-Forschung wurden die Texte des Schriftstellers in zahlreichen Forschungsbeiträgen immer wieder autobiographisch gedeutet und mit Kafkas problematischem Verhältnis zu seinem Vater in Verbindung gebracht. Diesen Interpretationsansatz wird diese Arbeit umgehen. Stattdessen verfolgt sie den Ansatz eines close-readings der Primärtexte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung:

2. Die Vater-Sohn-Problematik: ein Kampf um Liebe, Macht, Anerkennung:

2.1. Der Vater-Sohn-Konflikt:

2.2. Der Kampf um Anerkennung:

3. Kafkas Urteil – Der Machtkampf eines riesenhaften Vaters und eines machtgierigen Sohnes:

3.1. Eine Deutung vor der eigentlichen Interpretation:

3.2. Das Urteil als ein Spiel der Strategie und Maskerade:

4. Der Verschollene – heimatlos und vaterlos in Amerika:

4.1. Der verborgene Handlungsplan:

4.2. Die Schuld ist immer zweifellos :

5. Schlussbetrachtung:

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Vater-Sohn-Problematik in Franz Kafkas Erzählung "Das Urteil" sowie in seinem Romanfragment "Der Verschollene". Ziel ist es, durch eine textnahe Analyse ("close-reading") die Dynamiken von Macht, Anerkennung und Konflikt zwischen den Generationen aufzuzeigen, ohne dabei primär auf autobiographische Deutungsmuster zurückzugreifen.

  • Analyse der Vater-Sohn-Problematik als universelles Motiv.
  • Untersuchung von Machtstrukturen und dem Kampf um Anerkennung.
  • Interpretation von "Das Urteil" als strategischer Machtkampf.
  • Deutung der "Sündenfall"-Thematik und der vaterlosen Existenz in "Der Verschollene".
  • Vergleich der Schicksale beider Protagonisten.

Auszug aus dem Buch

Das Urteil als ein Spiel der Strategie und Maskerade

Der erste Abschnitt der Erzählung zeichnet ein idyllisches Bild. An einem 'Sonntagnachmittag im schönsten Frühjahr' (47), sitzt der Protagonist Georg Bendemann, 'ein junger Kaufmann' (47,) in seinem Zimmer und beendet einen Brief 'an einen sich im Ausland befindenden Jugendfreund' (47). Der Beginn der Erzählung wird aus der Perspektive eines allwissenden, auktorialen Erzählers geschildert. Doch bereits mit dem folgenden Abschnitt ändert sich das Erzählverhalten. Der Blick des Protagonisten richtet sich 'aus dem Fenster auf den Fluß' (47). Es wird ein Einblick „in die subjektive Innenwelt des Helden“33 vermittelt. Als erzähltechnisches Gestaltungsmittel wählt Kafka die erlebte Rede, sprich „die Wiedergabe subjektiv bedingter Eindrücke des Hauptcharakters in der äußeren Erzählform auktorialen Erzählens [.]“34 In diesem Zustand der Schwebe35 gehen objektive Darstellung und subjektive Eindrücke fließend ineinander über.

So wird berichtet, dass Georg die Abreise des Freundes 'vor Jahren' (47) wie eine Flucht vorkommt. Die Flucht in die 'Fremde' (47) habe den Freund gleichsam verfremdet. Das 'seit Kindertagen wohlbekannte Gesicht' (47) wird nun durch einen 'fremdartige[n] Vollbart verdeckt' (47). Des Weiteren kreisen Georgs Gedanken um die gelbe Hautfarbe des Freundes, die 'auf eine sich entwickelnde Krankheit' (47) hindeutet, um seine gesellschaftliche Isolation und um sein ins Stocken geratenes Geschäft. All diese Eindrücke wirken auf den jungen Kaufmann so befremdlich, dass er beginnt sich zu fragen, was 'man einem solchen Manne schreiben' (47) solle?

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Vater-Sohn-Problematik bei Kafka ein und legt den methodischen Ansatz eines "close-readings" der Primärtexte fest.

2. Die Vater-Sohn-Problematik: ein Kampf um Liebe, Macht, Anerkennung: Dieses Kapitel erörtert die theoretischen Grundlagen des Vater-Sohn-Konflikts als archaisches Motiv, das durch Machtkämpfe und gescheiterte Wunschvorstellungen geprägt ist.

3. Kafkas Urteil – Der Machtkampf eines riesenhaften Vaters und eines machtgierigen Sohnes: Die Untersuchung analysiert die Dynamik zwischen Georg Bendemann und seinem Vater als ein komplexes Spiel aus Maskerade und Täuschung, das mit der Verurteilung des Sohnes endet.

4. Der Verschollene – heimatlos und vaterlos in Amerika: Das Kapitel befasst sich mit der totalitären Struktur im Roman "Der Verschollene", in der der Held durch Verführung und eine als "Sündenfall" stilisierte Vertreibung vaterlos wird.

5. Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass in beiden untersuchten Werken der Konflikt zwischen Vater und Sohn unausweichlich zum tragischen Tod des Sohnes führt.

Schlüsselwörter

Franz Kafka, Vater-Sohn-Problematik, Das Urteil, Der Verschollene, Machtkampf, Anerkennung, Literaturanalyse, close-reading, Generationenkonflikt, Identität, Schuld, Wunschvorstellungen, Familienstruktur, Maskerade, Untergang.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Vater-Sohn-Problematik in Franz Kafkas "Das Urteil" und "Der Verschollene" mit dem Fokus auf die Darstellung der intergenerationalen Konflikte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen Themen wie Machtverhältnisse in der Familie, die Suche nach Anerkennung, die psychologische Dynamik zwischen väterlicher Autorität und kindlicher Unterordnung sowie das Scheitern von Wunschvorstellungen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Wie stellt Kafka die Vater-Sohn-Problematik in den genannten Werken dar, ohne dabei primär auf eine autobiographische Deutung zurückzugreifen?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor verfolgt methodisch einen Ansatz des "close-readings" der Primärtexte, um eine Analyse auf Textebene zu ermöglichen und tiefere Einsichten in die erzählerische Struktur zu gewinnen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Herleitung des Konflikts, eine detaillierte Interpretation von "Das Urteil" als strategischer Machtkampf und eine Analyse der Vertreibungsstrukturen in "Der Verschollene".

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Kafka, Vater-Sohn-Konflikt, Macht, Schuld, Anerkennung und die literarische Analyse der beiden primär untersuchten Texte.

Wie bewertet der Autor die Rolle des Vaters in "Das Urteil"?

Der Vater fungiert als überlegene Instanz, die durch strategisches Verhalten und Täuschung den Machtkampf gegen den Sohn gewinnt und diesen schließlich zum Tode verurteilt.

Wie verhält sich die Problematik in "Der Verschollene" im Vergleich zu "Das Urteil"?

Während in "Das Urteil" ein direkter, privater Machtkampf im Vordergrund steht, ist die Problematik in "Der Verschollene" eingebettet in ein abstraktes, fast schicksalhaftes Schema von Verführung, Schuld und Vertreibung.

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Details

Title
'O Vater, warum hast du mich verlassen?' - Eine Untersuchung der Vater-Sohn-Problematik in Kafkas Erzählung 'Das Urteil' und dem Roman 'Der Verschollene/Amerika'
College
University of Mannheim  (Philosophische Fakultät)
Course
Kafkas Romane
Grade
1,7
Author
Sebastian Zilles (Author)
Publication Year
2008
Pages
28
Catalog Number
V117401
ISBN (eBook)
9783640199648
Language
German
Tags
Vater Eine Untersuchung Vater-Sohn-Problematik Kafkas Erzählung Urteil Roman Verschollene/Amerika Kafkas Romane
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Sebastian Zilles (Author), 2008, 'O Vater, warum hast du mich verlassen?' - Eine Untersuchung der Vater-Sohn-Problematik in Kafkas Erzählung 'Das Urteil' und dem Roman 'Der Verschollene/Amerika', Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117401
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