Der Begriff „Empirie“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet „auf Erfahrung“ beruhend. Viele Wissenschaften lassen sich den Erfahrungswissenschaften zuordnen, so auch die Politikwissenschaft. Generell beschäftigen sich diese Wissenschaften mit verschiedenen Untersuchungsobjekten (z.B. Menschen, Gruppen, Betriebe, Städte, Länder), die bezüglich bestimmter relevanter Merkmale jeweils mehr oder weniger variieren. Die Dokumentation und Analyse von etwaigen Merkmalsunterschieden und ihrer Effekte steht im Mittelpunkt der Erfahrungswissenschaften. Dazu werden empirische Theorien entwickelt. Mit Hilfe der Messung werden diese empirischen Theorien auf ihre Richtigkeit oder Falschheit hin überprüft. Würden wir unsere Theorien nicht dem Messvorgang aussetzen, so wäre die Behauptung ihrer Richtigkeit oder Falschheit reine Spekulation. (Dreier 1997: 287) Aus diesem Grund werde ich das 9. Kapitel „Methoden der Messung und Skalierung“ des Buches „Empirische Politikforschung“ von Dr. Volker Dreier intensiv bearbeiten und mit Hilfe anderer Literatur ausbauen.
Die Zuordnung von Zahlen zu Objekten muss nach festgelegten Regeln erfolgen, um die Realität richtig beschreiben, erklären und gegebenenfalls prognostizieren zu können. Die Methode des Messens sollte jeder Politikwissenschaftler als Handwerkszeug schätzen.
Mein Hauptteil habe ich in drei große Kapitel unterteilt. Zu Beginn werde ich die Funktion der Messung und deren Gütekriterien erläutern; im Anschluss daran die Skalentypen. Im letzten Teil beschreibe ich die verschiedenen Skalen in der empirischen Politikforschung anhand von anschaulichen Beispielen, auf die ich bei der Internetrecherche gestoßen bin.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriff und Funktion der Messung
2.1. Gütekriterien der Messung
2.1.1. Objektivität
2.1.2. Reliabilität
2.1.3. Validität
3. Zum Begriff der Skala, Skalentypen und Messniveau
3.1. Skalentypen und Messniveau
3.1.1. Die Nominal-Skala
3.1.2. Die Ordinal-Skala
3.1.3. Die Intervall-Skala
3.1.4. Die Verhältnis-Skala
4. Skalen in der empirischen Politikforschung
4.1. Die Thurstone-Skala
4.2. Die Likert-Skala
4.3. Die Bogardus-Skala
4.4. Die Guttman-Skala
4.5. Die Skala des semantischen Differentials
5. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit den grundlegenden Konzepten der Messung und Skalierung innerhalb der empirischen Politikforschung. Ziel ist es, die systematische Zuordnung von Zahlen zu Objekten sowie die Gütekriterien und verschiedenen Skalentypen zu erläutern, um ein fundiertes Verständnis für die empirische Datenerhebung zu vermitteln.
- Grundlagen der Messung: Definitionen und strukturtreue Abbildungen.
- Gütekriterien: Objektivität, Reliabilität und Validität.
- Skalentypen: Von der Nominal- bis zur Verhältnis-Skala.
- Anwendungsverfahren: Vorstellung gängiger Skalierungsmodelle wie Likert- und Thurstone-Skalen.
- Praktische Relevanz: Bedeutung präziser Messverfahren für politikwissenschaftliche Analysen.
Auszug aus dem Buch
4.2. Die Likert-Skala
Ein für die Einstellungsmessung wiederum häufig verwendetes Skalierungsmodell ist die Likert-Skala. Dieses Skalierungsverfahren verwendet Items, die zur Hälfte positiv, zur anderen Hälfte negativ formulierte Meinungen zu einem Untersuchungsproblem ausdrücken. Den fünf Antwortkategorien („stimme stark zu“ bis „lehne stark ab“) werden Punktwerte zugeordnet, aus denen ein (vorläufiger) Score des Befragten errechnet wird. Mit einem t-Test wird jedes Item daraufhin überprüft, wie stark (signifikant) es zwischen den 25 % Befragten mit den höchsten und den 25 % der niedrigsten Scores diskriminiert (Prüfung der Eindimensionalität). Zur Berechnung der endgültigen Scores werden die 20 bis 25 Items mit den höchsten t-Werten ausgewählt.
Die Likert-Skala ist nur ordinal interpretierbar, weil die ausgewählten Items nur die Extrembereiche des Einstellungskontinuums erfassen. Der mittlere Skalenwert „teils, teils“ lässt sich in den wenigsten Fällen eindeutig interpretieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der Empirie und betont die Notwendigkeit präziser Messverfahren als Handwerkszeug für Politikwissenschaftler.
2. Begriff und Funktion der Messung: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Messens als strukturtreue Abbildung erläutert sowie die zentralen Gütekriterien (Objektivität, Reliabilität, Validität) definiert.
3. Zum Begriff der Skala, Skalentypen und Messniveau: Dieses Kapitel erläutert die axiomatischen Voraussetzungen für Skalen und differenziert zwischen den vier wichtigsten Skalentypen hinsichtlich ihrer mathematischen Eigenschaften.
4. Skalen in der empirischen Politikforschung: Im Hauptteil werden spezifische Skalierungsverfahren wie die Thurstone-, Likert-, Bogardus-, Guttman-Skala sowie das semantische Differential praxisnah vorgestellt.
5. Schlussbetrachtung: Das Fazit unterstreicht das Bestreben, Variablen auf einem möglichst hohen Messniveau zu bestimmen, um die Aussagekraft empirischer Daten zu maximieren.
Schlüsselwörter
Empirische Politikforschung, Messung, Skalierung, Gütekriterien, Objektivität, Reliabilität, Validität, Skalentypen, Nominal-Skala, Ordinal-Skala, Likert-Skala, Guttman-Skala, Semantisches Differential, Datenerhebung, Einstellungsforschung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen und methodischen Grundlagen der Messung und Skalierung, die für die empirische Politikforschung essenziell sind.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Messvorgängen, die Überprüfung von Gütekriterien, die mathematische Klassifizierung von Skalenniveaus sowie die Anwendung spezieller Skalierungsmethoden.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, den Messvorgang als Handwerkszeug der empirischen Sozialwissenschaften zu systematisieren und aufzuzeigen, wie komplexe Einstellungsmerkmale präzise abgebildet werden können.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit basiert auf der theoretischen Aufarbeitung fachwissenschaftlicher Literatur und erläutert etablierte statistische Mess- und Testverfahren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung der Gütekriterien, die Einteilung der Messniveaus sowie die detaillierte Beschreibung gängiger Skalierungsverfahren anhand von Beispielen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Messniveau, Reliabilität, Validität, Likert-Skala, semantisches Differential und empirische Sozialforschung.
Warum ist die Unterscheidung zwischen Isomorphie und Homomorphie wichtig?
Diese Unterscheidung ist entscheidend, um zu verstehen, ob von einem numerischen Ergebnis eindeutig auf das zugrunde liegende Objekt zurückgeschlossen werden kann (Isomorphie) oder ob Mehrdeutigkeiten bestehen (Homomorphie).
Was ist das Besondere an der Guttman-Skala?
Die Guttman-Skala ordnet Items nach ihrer Schwierigkeit; man geht davon aus, dass ein Befragter, der einem extremeren Item zustimmt, auch alle weniger extremen Items bejaht.
- Arbeit zitieren
- Tina Dutschmann (Autor:in), 2003, Methoden der Messung und Skalierung in der Empirischen Politikforschung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/11747