Kinder in Kanada und Deutschland starten mit ähnlichen Voraussetzungen ins Schulleben. Dennoch schneidet Kanada in den Vergleichsstudien stets besser ab als Deutschland. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es, zu analysieren, warum kanadische Schüler*innen in PISA Studien im Gegensatz zu denen aus Deutschland immer unter den ersten Plätzen zu finden sind. Und welche Rolle der Elementarbereich und die Professionalisierung der frühpädagogischen Fachkräfte hierbei spielen. Zur Beantwortung dieser Fragen wurde anhand vielfältiger Publikationen eine Analyse der beiden Bildungssysteme vorgenommen. Hierfür wurde zunächst erläutert, was ein erfolgreiches Bildungssystem ausmacht. Darauf folgt die Analyse der beiden Bildungssysteme mit Blick auf historischem Hintergrund, Bildungspolitik und Finanzierung sowie die Strukturierung des Bildungssystems und der Ausbildung beziehungsweise Professionalisierung der Fachkräfte.
Die Literaturarbeit hat gezeigt, dass die outcome Orientierung von Bildungszielen zu Verbesserung der Leistungen bei Schüler*innen führt. In Kanada liegt der Fokus schon mehrere Jahre auf dem Erwerb von Kompetenzen. In Deutschland waren die Rahmenpläne bis zum sogenannten PISA Schock in hohem Maße income orientiert. Im Zuge der Umstrukturierung des Schulsystems wurden auch in deutschen Bildungsplänen verstärkt outcome orientierte Ziele festgehalten. Dieser Blickwechsel führte bereits zu positiven Veränderungen. In Bezug auf den Elementarbereich und die Professionalisierung der Fachkräfte hat sich gezeigt, dass hier in beiden Ländern noch Handlungsbedarf besteht. Gerade der frühpädagogische Bereich ist vor allen Dingen in Kanada noch ausbaufähig und Bedarf einer Strukturierung. In Deutschland hat der Elementarbereich in den letzten Jahren bereits an Bedeutung gewonnen. Die Professionalisierung der Fachkräfte muss in Deutschland noch verstärkt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. GEGENSTANDSBEREICH
2.1 BILDUNGSSYSTEME
2.2 PISA-STUDIE
2.3 PISA-ERGEBNISSE 2018
3. BILDUNGSSYSTEM DEUTSCHLAND
3.1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
3.2 BILDUNGSPOLITIK UND FINANZIERUNG
3.3 VERSCHIEDENEN STUFEN
3.3.1 ELEMENTARBEREICH
3.3.2 PRIMARBEREICH
3.3.3 SEKUNDARBEREICH
3.4 AUSBILDUNG UND PROFESSIONALISIERUNG
3.4.1 LEHRKRÄFTE PRIMAR- UND SEKUNDARBEREICH
3.4.2 PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE ELEMENTARBEREICH
3.5 EVALUATION
3.6 RESÜMEE
4. BILDUNGSSYSTEM KANADA
4.1 HISTORISCHE ENTWICKLUNG
4.2 BILDUNGSPOLITIK UND FINANZIERUNG
4.3 VERSCHIEDENE STUFEN
4.3.1 ELEMENTARBEREICH
4.3.2 PRIMARBEREICH
4.3.3 SEKUNDARBEREICH
4.4 AUSBILDUNG UND PROFESSIONALISIERUNG DER PÄDAGOG*INNEN
4.4.1 LEHRKRÄFTE PRIMAR- UND SEKUNDARBEREICH
4.4.2 PÄDAGOGISCHE FACHKRÄFTE ELEMENTARBEREICH
4.5 EVALUATION
4.6 RESÜMEE
5. VERGLEICH UND DISKUSSION
6. FAZIT UND AUSBLICK
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Gründe für die unterschiedlichen Leistungen kanadischer und deutscher Schüler*innen in internationalen PISA-Studien, mit einem besonderen Fokus auf die Strukturen des Elementarbereichs sowie die Professionalisierung frühpädagogischer Fachkräfte.
- Strukturelle Vergleiche der Bildungssysteme von Deutschland und Kanada.
- Analyse der historischen Entwicklung, Bildungspolitik und Finanzierung beider Länder.
- Untersuchung der Ausbildungswege und Professionalisierung von Lehrkräften und pädagogischen Fachkräften.
- Bewertung des Einflusses frühkindlicher Bildung und Betreuung auf den späteren Schulerfolg.
- Diskussion der Bedeutung von Outcome-Orientierung versus traditioneller Wissensvermittlung.
Auszug aus dem Buch
2.1 Bildungssysteme
Diese Arbeit stützt sich auf eine Analyse von Sliwka, Wittek und Trumpa aus dem Jahr 2017. In dieser untersuchten die Autoren die Bildungssysteme von fünf verschiedenen Ländern: China, Finnland, Japan, Kanada und Südkorea. Diese Länder erreichten alle in den vergangenen Jahren regelmäßig überdurchschnittliche Ergebnisse bei den PISA-Studien. Dabei untersuchten sie die Bildungssysteme der Länder „mehrperspektivisch und länderübergreifend“ (Sliwka u. a. 2017, S. 163). Auf Grundlage dieses Vergleiches stellten sie vier Analogien fest. „(...) die in diesen Analogien zusammengefassten Aspekte scheinen die Bildungssysteme der Länder maßgeblich zu prägen und mit dem erfolgreichen Abschneiden der Schülerinnen und Schüler in Zusammenhang zu stehen“ (Sliwka 2017, S. 163). Im Folgenden werden diese Analogien genauer dargestellt.
(1) „Erste Analogie: Die hohe Bedeutung von Bildung im Kontext gesellschaftlicher Kohäsion“ (Sliwka u. a. 2017, S. 163)
In allen untersuchten Ländern nehmen die Bildungssysteme einen sehr hohen Stellenwert im gesellschaftlichen Zusammenspiel ein. Dies impliziert nicht, dass in den anderen Ländern Bildung keinen hohen Stellwert hat. Die Herausgeberinnen jedoch fest, „dass in den von uns untersuchten Ländern Bildung in weitreichender Form als Motor individueller sowie gesellschaftlicher Entwicklung im Sinne des Gemeinwesens verstanden wird“ (Sliwka u. a. 2017, S. 163). Zur Nutzung dieser Energie und zum Beibehalten des Zusammenspiels „werden bildungspolitisch entsprechend stimmige Rahmenbedingungen auf der Meso- und Makroebene geschaffen“ (Sliwka u. a. 2017, S. 163). Des Weiteren sind die Schulen an erster Stelle kein Ort der Selektion in den ersten 9 Jahren. Diese dienen viel mehr der individuellen Entwicklung der Kinder und Jugendlichen und ermöglichen ihnen Teilhabe und eröffnen Chancen. Der Schulbesuch dient nicht nur dem Kind allein, sondern ist eine Investition für die gesamte Gesellschaft.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Einführung in die Problemstellung des PISA-Vergleichs und Darlegung der Zielsetzung der Arbeit.
2. GEGENSTANDSBEREICH: Theoretische Fundierung durch die Vorstellung erfolgreicher Bildungsanalogien und Einführung in die PISA-Studie.
3. BILDUNGSSYSTEM DEUTSCHLAND: Detaillierte Betrachtung der historischen, politischen und strukturellen Merkmale des deutschen Bildungssystems inklusive Professionalisierungsaspekten.
4. BILDUNGSSYSTEM KANADA: Umfassende Untersuchung der kanadischen Bildungslandschaft analog zur deutschen Analyse.
5. VERGLEICH UND DISKUSSION: Synthese der Erkenntnisse und kritischer Abgleich der Bildungssysteme anhand der erarbeiteten Analogien.
6. FAZIT UND AUSBLICK: Zusammenfassung der Ergebnisse sowie Handlungsempfehlungen zur Weiterentwicklung der Bildungssysteme.
Schlüsselwörter
Bildungssystem, PISA-Studie, Elementarbereich, Professionalisierung, Lehrkräfte, Deutschland, Kanada, Bildungspolitik, Chancengleichheit, Schulerfolg, Bildungsfinanzierung, pädagogische Fachkräfte, Schulentwicklung, Leistungsbewertung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Bildungssysteme Deutschlands und Kanadas, um zu verstehen, warum kanadische Schüler*innen in internationalen Vergleichsstudien wie PISA häufig besser abschneiden als deutsche.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Struktur des Bildungswesens, die Ausbildung und Professionalisierung des pädagogischen Personals sowie die frühkindliche Bildung und Betreuung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Warum ist Kanada im Gegensatz zu Deutschland unter den ersten Plätzen bei den PISA-Studien? Welche Rolle spielen der Elementarbereich und die Professionalisierung der frühpädagogischen Fachkräfte hierbei?“
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse, die verschiedene Publikationen und Studien vergleicht und auf Basis spezifischer Analogien (nach Sliwka et al.) diskutiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der historischen Entwicklung, Finanzierung, Schulstufen und Ausbildungssysteme beider Länder, gefolgt von einer vergleichenden Diskussion.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie PISA-Studie, Bildungsvergleich, Professionalisierung, Elementarbildung und Chancengleichheit charakterisieren.
Wie unterscheidet sich die Selektion von Schüler*innen in den beiden Ländern?
Deutschland selektiert Schüler*innen vergleichsweise früh durch das gegliederte Schulsystem, während Kanada primär auf integrierte Schulformen setzt, was die Chancengleichheit begünstigt.
Welche Rolle spielt die Ausbildung der pädagogischen Fachkräfte für das Ergebnis?
Ein hoher Professionalisierungsgrad und kontinuierliche Weiterbildung des Personals, besonders im Elementarbereich, werden als wesentliche Faktoren für die besseren Leistungen in Kanada identifiziert.
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- Judith Illing (Author), 2021, Das deutsche und das kanadische Bildungssystem, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1176623