Während in Europa und den USA die Wirtschaft stagniert, öffnen sich der
Weltwirtschaft immer neue Märkte – Mexiko, Indien, Brasilien, Russland,
Südafrika. Aber besonders China wird als Supermacht des 21. Jahrhunderts
gehandelt. Während die VR vor einigen Jahren noch als exotisches
Wirtschaftsland galt, das bestenfalls für global agierende Konzerne von
Interesse schien, zieht das Land seit geraumer Zeit auch immer mehr kleine
und mittelständische Unternehmen an. Schon seit einigen Jahren weist die
Volksrepublik China beachtliche Wachstumsraten auf. Aber nicht nur die
gedeihende Volkswirtschaft, sondern auch die gigantische Größe des
Absatzmarktes sowie günstige Produktionsbedingungen machen China als
Wirtschaftsstandort sehr attraktiv. Es ist also kein Wunder, dass immer mehr
ausländische Unternehmen in China Fuß fassen wollen.
Doch wie attraktiv ist China wirklich? Mit der schrittweisen Öffnung des
Marktes, den attraktiven Wirtschaftszonen, der blühenden Konjunktur und dem
Beitritt zur WTO wird China ein immer ernster zu nehmender Partner und auch
Konkurrent in der Welt. Trotzdem gibt es auch eine Reihe schwer wiegender
Probleme, denen sich China in Zukunft noch stellen muss, um wirklich „ganz
oben mitmischen“ zu können: Mangelhafte Durchsetzung von Gesetzen bieten
kaum Rechtssicherheit, Heerscharen von Wanderarbeitern irren durch das Land,
ein gewaltiges Wohlstandsgefälle zwischen Stadt und Land ist gegeben,
geistiges Eigentum wird immer noch unzureichend geschützt.
Ist die Entscheidung FÜR China gefallen, sollte man beachten, dass ein solcher
Markteintritt akribisch vorbereitet werden muss, um keine bösen
Überraschungen zu erleben. Aber was sind eigentlich die Besonderheiten des
chinesischen Marktes, mit welchen Chancen und Risiken hat ein ausländisches
Unternehmen in diesem Land zu rechnen, welche ist die beste Eintrittsstrategie
in den fremden Markt, wie findet man den richtigen Partner und welcher
Standort ist in welcher Branche optimal?
Gliederung
1. EINLEITUNG
2. MARKTANALYSE DER VOLKSREPUBLIK CHINA
2.1 Geografische und demografische Betrachtung
2.1.1 Geografische Faktoren
2.1.2 Klimaverhältnisse
2.1.3 Infrastruktur
2.1.4 Rohstoffvorkommen
2.1.5 Bevölkerung
2.2 Sozio-kulturelle Betrachtung
2.2.1 Kultur
2.2.2 Mentalität
2.2.3 Guanxi – das Beziehungsnetzwerk
2.3 Politische Betrachtung
2.3.1 Politisches System
2.3.2 Staatsorgane und Regierungsstruktur
2.3.3 Außenpolitik
2.4 Rechtliche Betrachtung
2.4.1 Rechtssystem
2.4.2 Schutzrechte für Marken und Patente
2.4.4 Korruption
2.4.5 Arbeitsrecht
2.5 Wirtschaftliche Betrachtung
2.5.1 Wirtschaftsstruktur
2.5.2 Außenhandel
2.5.3 China und die World Trade Organization (WTO)
2.5.4 Steuer- und Zollsystem
2.5.5 Direktinvestitionen
2.5.6 Arbeitskräftepotential
2.5.7 Technologiestand
2.5.8 Marktpotential
3. VORBEREITUNG EINER MARKTEINTRITTSSTRATEGIE IN CHINA
3.1 Einflussfaktoren und Vorüberlegungen bezüglich des Markteintritts
3.1.1 Marktzugang
3.1.2 Kapitalbedarf
3.1.3 Standortwahl
3.1.4 Partnerwahl
3.1.5 Handelsbräuche
3.1.6 Zusammenarbeit mit chinesischen Geschäftspartnern
3.2 Mögliche Markteintrittsstrategien
3.2 1 Repräsentanz
3.2.2 Joint Venture
3.2.3 Wholly Foreign Owned Enterprise (WFOE)
3.2.4 Handelsgesellschaften
3.2.5 Mergers & Acquisitions
4. CHANCEN UND RISIKEN EINES MARKTEINTRITTS IN CHINA
5. BEISPIELE FÜR EINTRITTSSTRATEGIEN INTERNATIONALER UNTERNEHMEN IN DEN CHINESISCHEN MARKT
6. AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die Rahmenbedingungen in der Volksrepublik China, um ausländischen Unternehmen eine fundierte Entscheidungsgrundlage für den Markteintritt zu bieten. Dabei steht die Beantwortung der Frage im Vordergrund, welche spezifischen Chancen und Risiken existieren und welche Markteintrittsstrategien unter Berücksichtigung kultureller und rechtlicher Faktoren am besten geeignet sind.
- Geografische, demografische und wirtschaftliche Struktur Chinas
- Sozio-kulturelle Besonderheiten wie das Guanxi-Beziehungsnetzwerk
- Rechtliche Rahmenbedingungen, Korruptionsproblematik und Arbeitsrecht
- Analyse potenzieller Markteintrittsstrategien (Repräsentanz, Joint Venture, WFOE)
- Praxisbeispiele internationaler Unternehmen in China
Auszug aus dem Buch
2.2.3 Guanxi – das Beziehungsnetzwerk
Das Zusammenhörigkeitsgefühl der Chinesen ist sehr ausgeprägt. Der Mensch gilt als Beziehungswesen. Gemeinschaft bedeutet Familie, Sippe, Bekannte, Freunde, Arbeitskollegen, Landsleute, ehemalige Kommilitonen. Das Guanxi bezeichnet das in Deutschland als Vitamin B bekannte Netzwerk von Beziehungen. Und diese Beziehungen werden auch genutzt. Gerät ein Mitglied in Not, wird es sowohl finanziell als auch mit Rat und Tat unterstützt. So ist es auch keine Seltenheit, dass ein Chinese seinen ausländischen Geschäftspartner bittet, seinem Kind während des Auslandsstudiums Unterkunft zu gewähren und dessen Bürgschaft übernimmt.
Besonders für Ausländer ist es in China wichtig, sich ein solches Guanxi aufzubauen, da persönliche Beziehungen zwischen einzelnen Personen (nicht Personengruppen oder Institutionen) weit mehr Einfluss haben als Verträge und Absprachen, die im Zweifelsfall nur als Richtschnur dienen und unter „reinen“ Geschäftspartnern, die keine persönliche Beziehung verbindet, jederzeit wieder aufgelöst werden können. Bestehen aber zu einer Person gute Kontakte, können auch Kontakte zu anderen Personen in dessen Beziehungsgefüge geknüpft werden. Allerdings werden meist nur Menschen miteinander bekannt gemacht, denen der Vermittler vertraut, da er mit seinem Gesicht einsteht. Neben den Geschäftspartnern sollte man auch zu den örtlichen Behörden eine gute Beziehung aufbauen und diese ebenso gut pflegen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung Chinas als globaler Wirtschaftsstandort trotz bestehender Probleme und unterstreicht die Notwendigkeit einer akribischen Markteintrittsvorbereitung.
2. MARKTANALYSE DER VOLKSREPUBLIK CHINA: Dieses Kapitel liefert eine umfassende Bestandsaufnahme der geografischen, sozio-kulturellen, politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des Landes.
3. VORBEREITUNG EINER MARKTEINTRITTSSTRATEGIE IN CHINA: Es werden zentrale Einflussfaktoren, wie Kapitalbedarf und Standortwahl, behandelt sowie verschiedene Strategien für den operativen Markteintritt detailliert vorgestellt.
4. CHANCEN UND RISIKEN EINES MARKTEINTRITTS IN CHINA: Eine zusammenfassende Stärken-Schwächen-Analyse identifiziert die wesentlichen Wettbewerbsvorteile und Herausforderungen bei einer Marktteilnahme.
5. BEISPIELE FÜR EINTRITTSSTRATEGIEN INTERNATIONALER UNTERNEHMEN IN DEN CHINESISCHEN MARKT: Anhand konkreter Fallbeispiele (OBI, Schwäbisch Hall, Siemens, IKEA) werden Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von Strategien illustriert.
6. AUSBLICK: Das Fazit schätzt die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung Chinas ein und warnt vor der Diskrepanz zwischen staatlichen Versprechen und der Realität.
Schlüsselwörter
China, Markteintrittsstrategie, Außenhandel, Marktanalyse, Guanxi, Joint Venture, WFOE, Wirtschaftswachstum, Rechtssicherheit, Korruption, Unternehmensexpansion, Globalisierung, Wirtschaftsreformen, Konfuzianismus, Investitionen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Volksrepublik China als Markt, um ausländische Unternehmen bei der Vorbereitung und Umsetzung ihrer Markteintrittsstrategien zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Themen umfassen geografische und demografische Rahmenbedingungen, die sozio-kulturelle Mentalität, die politische Führung, rechtliche Aspekte sowie die wirtschaftliche Struktur inklusive Außenhandel und Investitionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis für die komplexen Besonderheiten des chinesischen Marktes zu schaffen und aufzuzeigen, wie Unternehmen die Risiken minimieren und die Chancen nutzen können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literatur- und Quellenanalyse, die durch statistische Daten, grafische Darstellungen und die Untersuchung praktischer Fallbeispiele gestützt wird.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der tiefgehenden Analyse der Marktbedingungen sowie auf der praktischen Vorbereitung des Markteintritts, inklusive Partnerwahl, Handelsbräuchen und der verschiedenen Eintrittsmodelle wie Joint Ventures oder WFOEs.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Markteintrittsstrategie, China, Guanxi, Wirtschaftswachstum, Rechtssicherheit und Direktinvestitionen.
Welche Rolle spielt "Guanxi" für den Markterfolg?
Guanxi fungiert als persönliches Beziehungsnetzwerk, das in China oft eine größere Bedeutung als formelle Verträge hat, um Geschäfte zu erleichtern oder unbürokratische Lösungen zu ermöglichen.
Warum wird im Kapitel zu den Fallbeispielen vor Korruption gewarnt?
Am Beispiel von Siemens wird illustriert, dass trotz offizieller Strategien die informelle Wirtschaftskultur und Korruptionsrisiken ein erhebliches rechtliches und geschäftliches Risiko für ausländische Unternehmen darstellen können.
- Arbeit zitieren
- Nadine Kannwischer (Autor:in), 2007, Marktanalyse zur Vorbereitung einer Markteintrittsstrategie für die VR China, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/117716