Vorliegend handelt es sich um eine historisch-kritische Exegese von Psalm 8. In diesem werden zentrale anthropologische Aussagen formuliert. Schon die Überschrift „Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen“ weckte großes Interesse bei mir. So stelle ich mir die Frage, inwiefern sich die Herrlichkeit Gottes an uns Menschen offenbart und welche Rolle wir Menschen in der Welt einnehmen? Im Folgenden soll nun die Gliederung der Arbeit vorgestellt werden. Dabei muss darauf hingewiesen werden, dass die einzelnen Methodenschritte an dieser Stelle nur kurz genannt werden sollen.
Zu Beginn jeden Kapitels erfolgt dann eine ausführlichere Beschreibung. Zunächst soll Psalm 8 in der deutschen Übersetzung der revidierten Lutherbibel wiedergegeben werden. Im Anschluss daran folgt die Synchrone Textanalyse, in deren Rahmen der Psalm hinsichtlich seiner Textoberfläche, Texttiefenstruktur und Im Anschluss widmet sich die Arbeit der Literarkritik und Redaktionsgeschichte, die ebenfalls die Ergebnisse der synchronen Textanalyse aufgreifen. Das Ziel besteht darin mögliche Spannungen des Textes herauszuarbeiten und das literarische Wachstum des Textes nachzuvollziehen.
Weiterhin werden zwei für das Verständnis des Psalmes relevante Aspekte traditionsgeschichtlich untersucht. Es wird dabei nach der Bedeutung des Verbes „krönen“ gefragt und versucht, die Bedeutung der Begriffe „Kinder und Säuglinge“ zu klären. Abschließend werden die gewonnen Ergebnisse der Arbeit zusammengefasst, zueinander in Beziehung gesetzt und versucht, Antworten auf die in der Einleitung formulierten Fragen zu geben. Ebenso sollen Aussagen zum theologischen Gehalt und historischen Ort des Psalmes getroffen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Text in deutscher Übersetzung
3. Synchrone Textanalyse
3.1 Analyse der Textoberfläche
3.2 Analyse der Texttiefenstruktur
3.3 Analyse der Textpragmatik
4. Gattungskritik
5. Literarkritik und Redaktionsgeschichte
6. Traditionsgeschichte
6.1 Die Bedeutung des Verbes „krönen“
6.2 Die Bedeutung der Begriffe „Kinder und Säuglinge“
7. Abschließende Interpretation
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, eine historisch-kritische Exegese des Psalms 8 durchzuführen, um dessen Entstehung, Struktur und theologischen Gehalt zu ergründen. Dabei steht die Forschungsfrage im Zentrum, inwiefern sich die Herrlichkeit Gottes im Menschen offenbart und welche Rolle dem Menschen in der Schöpfung zugewiesen wird.
- Historisch-kritische Exegese des Psalms 8
- Analyse der synchronen Textstruktur und Kohärenz
- Gattungsbestimmung und Einordnung in den liturgischen Kontext
- Literarkritische Untersuchung von Spannungen und Redaktionsprozessen
- Traditionsgeschichtliche Deutung zentraler anthropologischer Motive
Auszug aus dem Buch
3.1 Analyse der Textoberfläche
Ziel der Textoberflächenanalyse ist es, die Struktur von Gliederung und Komposition der Oberfläche eines Textes herauszuarbeiten. In diesem Zusammenhang soll auch der Grad der Stimmigkeit (Kohäsion/Inkohäsion) der Textoberfläche ermittelt werden. Die Textoberfläche soll im Folgenden in Anlehnung an Utzschneider und Nitsche auf den vier Ebenen Lautebene, Wortebene, Satzebene und Textebene analysiert werden.
Lautebene: Auf der Lautebene kann Kohäsion durch Assonanzen, Reime und Alliterationen erreicht werden. Während die Reimstruktur am hebräischen Originaltext untersucht werden müsste, lassen sich im Text Beispiele für das Prinzip der Rekurrenz finden. Sowohl V. 2 als auch V. 10 beginnen mit dem Ausruf „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist dein Name in allen Landen“. Des Weiteren wird in den Versen 6 und 7 am Anfang jeweils das Personalpronomen „Du“ wiederholt. Daneben fällt in den Versen 2a und 10 die identische Alliteration „Herr, unser Herrscher, wie herrlich ist [...]“ auf. Eine weitere Alliteration lässt sich in V. 2b feststellen: „Hoheit am Himmel“.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Psalter-Kontexts, des Ziels der Exegese sowie der methodischen Vorgehensweise zur Analyse von Psalm 8.
2. Text in deutscher Übersetzung: Präsentation der Grundlage für die weitere Untersuchung anhand der revidierten Lutherbibel.
3. Synchrone Textanalyse: Untersuchung der Textoberfläche, Tiefenstruktur und Pragmatik zur Identifikation von Kohärenzen und Inkohärenzen im Psalm.
4. Gattungskritik: Einordnung des Psalms als Hymnus unter Berücksichtigung des „Sitz im Leben“ und der liturgischen Verwendung.
5. Literarkritik und Redaktionsgeschichte: Analyse von Spannungen im Text, um den Grundbestand sowie redaktionelle Erweiterungen zu bestimmen.
6. Traditionsgeschichte: Untersuchung der Bedeutung der zentralen Begriffe „krönen“ sowie „Kinder und Säuglinge“ im alttestamentlichen Kontext.
7. Abschließende Interpretation: Zusammenführung der Ergebnisse, Diskussion des theologischen Gehalts und des historischen Ortes sowie Reflexion der anthropologischen Aussage.
Schlüsselwörter
Psalm 8, Exegese, Historisch-kritische Methode, Hymnus, Gottes Herrlichkeit, Schöpfung, Anthropologie, Redaktionsgeschichte, Literarkritik, Jahwe, Königsmetaphorik, Gott, Schöpfungslehre, Liturgie, Altes Testament
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit widmet sich einer wissenschaftlichen Untersuchung von Psalm 8 („Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen“) mittels historisch-kritischer Exegese.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Gottesbeziehung, die königliche Stellung des Menschen in der Schöpfung sowie das Lob Gottes als Ausdruck der Schöpfungsherrlichkeit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, den Text durch methodische Analyse besser zu verstehen, Spannungen aufzuzeigen und die anthropologische Bedeutung für das heutige Verständnis zu reflektieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es werden Methoden der synchronen Textanalyse, Gattungskritik, Literarkritik, Redaktionsgeschichte und Traditionsgeschichte angewandt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse von Textstruktur, Gattungsmerkmalen, literarischen Brüchen und traditionsgeschichtlichen Hintergründen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Psalm 8, Hymnus, Herrlichkeit Gottes, Anthropologie, literarisches Wachstum und nachexilische Zeit.
Warum wird V. 3 als besonders spannungsreich im Text eingestuft?
Vers 3 fehlt der synynome Parallelismus, er wirkt inhaltlich befremdlich (Feindmotiv) und wird daher oft als redaktionelle Erweiterung diskutiert.
Wie lässt sich die „Krönung“ des Menschen im Psalm interpretieren?
Sie ist als Motiv der Königsmetaphorik zu verstehen, bei der Gott dem Menschen eine besondere Würde und einen Herrschaftsauftrag über die Schöpfung verleiht.
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- Hanna Rath (Author), 2012, Psalm 8 "Offenbarung der Herrlichkeit Gottes am Menschen". Historisch-kritische Exegese, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181233