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Wie digitale Kommunikationsmittel die Wahrnehmungsfähigkeit, Körpersprache zu interpretieren, verändern

Generation digitaler "PSEUDO-AUTISTEN"?

Título: Wie digitale Kommunikationsmittel die Wahrnehmungsfähigkeit, Körpersprache zu interpretieren, verändern

Tesis de Máster , 2021 , 156 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Silvia Faulhammer (Autor)

Medios / Comunicación - Comunicación interpersonal
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Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen der digitalen Kommunikation auf die zwischenmenschliche Kommunikation – mit allen dazugehörigen körpersprachlichen Facetten und Ausdrucksformen. Fehlt nämlich die Körpersprache, so fehlt ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation zur Verständigung. Diesen Aspekt fokussiert die Autorin und möchte darstellen, mit welchen Auswirkungen und Folgen sich ein derartiges Fehlen zeigt. Das heißt im Speziellen, ob sich die digitale Kommunikation auf die Wahrnehmungsfähigkeit von Körpersprache auswirkt. Und wenn ja, dann wie? In diese Richtung hat sie auch ihre Fragestellungen und die Hypothese entwickelt: Welchen Einfluss haben digitale Kommunikationsmittel auf die zwischenmenschliche Kommunikation? Inwieweit verändert sich die zwischenmenschliche Kommunikation, im speziellen der Einsatz und das Verstehen von Körpersprache, durch Medienkonsum und das Verwenden von digitalen Medien? Fehlt bei Unterhaltungen mit digitalen Kommunikationsmitteln der Einsatz von Körpersprache wie Mimik und Gestik? Die Hypothese lautet: „Durch die ubiquitäre Nutzung von digitalen Kommunikationsmitteln und dem Leben ‚in‘ Medienwelten wird das ‚Lesen‘ von Körpersprache verlernt und Botschaften werden immer häufiger missinterpretiert.“

Medien, wohin das Auge blickt und das Ohr hört. Wir Menschen sind täglich und in fast allen Lebensbereichen von einer Vielzahl von unterschiedlichen Medien, medialen Anwendungen, „Apparaten“ (i.S.v. audiovisuellen Produktions- und Reproduktionstechnologien), künstlichen Intelligenzen etc. umgeben, unser beruflicher wie auch privater Alltag ist schon seit Jahrzehnten zunehmend zu einem „Medienalltag“ geworden, in welchem wir nicht nur mit, sondern zunehmend auch in virtuellen (Medien-)Welten leben. Und: diese medialen Umwelten sind aufgrund ständiger technologischer Neu- und Weiterentwicklungen in unserer kapitalistisch orientierten Konsumgesellschaft einer permanenten Veränderung unterworfen. Das hat unweigerlich Folgen für unsere Fähigkeit zu kommunizieren. Die Frage ist nur, in welcher Weise die medialen Angebote und Mittel mit zwischenmenschlicher Kommunikation verzahnt sind? Leiden wir unter diesem Medienalltag, denaturieren wir in unseren kommunikativen Kompetenzen, oder erfahren wir durch die ungeahnten Erweiterungen und Möglichkeiten der virtuellen digitalen Plattformen (Stichwort: „Metaversum“) einen humanen Entwicklungsschub in noch nie da gewesener Form?

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Motivation zur Wahl und Relevanz des Themas

1.2. Problemstellung und Vorstellung des Themas

1.3. Ziel und Methodik der Arbeit

1.4. Verlauf und Aufbau der Argumentation

1.5. Themenfelder und Kapitel

2. Zwischenmenschliche Kommunikation

2.1. Kommunikationstheoretische Ansätze

2.2. Definitionen und Abgrenzungen

2.3. Kommunikationsmodelle

2.3.1. Das Sender-Empfänger-Modell nach Shannon/Weaver

2.3.2. Die Lasswell-Formel

2.3.3. Paul Watzlawick und die Pragmatik der Kommunikation

2.3.4. Das Organon Modell von Karl Bühler

2.3.5. Das Kommunikationsquadrat von Schulz von Thun

2.4. Zusammenfassung

2.5. Diskussion und Kritik

3. Körperliche und nonverbale Kommunikation

3.1. Definitionen und Bedeutung von Körpersprache

3.2. Funktionen nonverbaler Kommunikation

3.2.1. Allgemeine nonverbale Funktionen nach Ekman und Friesen

3.2.2. Allgemeine nonverbale Funktionen nach Scherer

3.3. Dimensionen der Körpersprache

3.3.1. Mimik (Gesichtsausdruck)

3.3.2. Blickverhalten oder Blickkontakt

3.3.3. Gestik (Zeichen und Signale in Form von Körperbewegungen)

3.3.4. Körperhaltung

3.3.5. Proxemik (Raumverhalten bzw. Nähe- und Distanzverhalten)

3.3.6. Aussehen und Kleidung

3.3.7. Nonverbale Vokalisierungen

3.4. Emotionen, Gefühle, Stimmungen und körpersprachlicher Ausdruck

3.4.1. Emotionen als Auslöser und Ausdruck von Körpersprache

3.4.2. Gefühle und Stimmungen als Körperspracheausdruck

3.5. Ursprünge von Körpersprache

3.5.1. Anatomische und physiologische Grundlagen der Körpersprache

3.5.2. Evolution und Entwicklung von Körpersprache

3.5.3. Erziehung und Entwicklung von Körpersprache

3.5.3.1. Die Bedeutung des Gesichtsausdrucks in Erziehung und Entwicklung

3.5.3.2. Die Bedeutung von Blickverhalten in Erziehung und Entwicklung

3.5.4. Kultur und Körpersprache

3.6. Zusammenfassung

3.7. Diskussion und Kritik

4. Digitale, mediatisierte Kommunikation und Social Media

4.1. Einführung

4.2. Historischer Hintergrund

4.3. Definition und Bedeutung von digitaler, mediatisierter Kommunikation

4.4. Computervermittelte, mediatisierte Kommunikation im Vergleich zu „Face-To-Face“-Kommunikation

4.5. Interpersonelle, mediatisierte Kommunikation

4.6. Soziale Medien wie Facebook, Instagram, WhatsApp & Co. für die interpersonelle Kommunikation

4.7. Körperspracheersatz bei digitaler Kommunikation

4.7.1. Emojis & Emoticons

4.7.2. Soundwörter, Aktionswörter & Akronyme

4.7.3. GIFs und Memes

4.8. Zusammenfassung

4.9. Diskussion und Kritik

5. Auswirkungen mediatisierter Kommunikation auf interpersonelle Kommunikation

5.1. Digitale Demenz und digitaler Autismus

5.2. Verlust zur Fähigkeit von Empathie

5.3. Zusammenfassung

5.4. Diskussion und Kritik

6. Fazit und Zusammenfassung

6.1. Resümee

6.2. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Masterthesis untersucht den Einfluss der zunehmenden Nutzung digitaler Kommunikationsmittel auf die Wahrnehmungsfähigkeit der zwischenmenschlichen Kommunikation, insbesondere im Hinblick auf das Lesen und Interpretieren von Körpersprache. Die Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, ob durch ein Leben in „Medienwelten“ die Fähigkeit zur nonverbalen Kommunikation verlernt wird und welche Folgen dies für die zwischenmenschliche Verständigung hat.

  • Einfluss digitaler Medien auf die interpersonelle Kommunikation
  • Relevanz und Funktionen nonverbaler Signale und Körpersprache
  • Entwicklung von Kommunikationsfähigkeit und die Rolle der Erziehung
  • Kompensationsstrategien bei mediatisierter Kommunikation (Emojis, Memes)
  • Mögliche psychologische Folgen wie „digitaler Autismus“ oder Empathieverlust

Auszug aus dem Buch

1.1. Motivation zur Wahl und Relevanz des Themas

Zu Beginn meiner Arbeit habe ich mir die sehr provokante Frage gestellt, ob wir uns zu „kommunikativ Beeinträchtigten“ entwickeln oder dies sogar schon durch die Nutzung von digitalen Kommunikationsmitteln und einem Übermaß an Medienkonsum geworden sind. Diese sehr bewusst gewählte Polemik der Bewahrpädagogik, auch vorneweg im Titel der Arbeit mit der Anspielung darauf, dass wir eine Generation von „Pseudo-Autisten“ heranziehen, nimmt Bezug auf Studien und Medienberichte und zeigt damit einen kulturkritischen Blick auf das Geschehen unserer Zeit.

Kommunikation ist ein komplexes Konstrukt aus Sprache, Tonfall, Lautstärke, Gestik, Mimik, Körperhaltung und vielen weiteren Facetten von nonverbaler und paraverbaler Kommunikation (vgl. Plate 2014: 23). Aber was, wenn Teile dieses komplexen Konstrukts verkümmern, verlernt oder nie gelernt werden, wenn zwischenmenschliche Kommunikation durch den Einsatz von digitalen Kommunikationsmitteln ersetzt, wenn persönliche Gespräche und das einander Verstehen „auf der Strecke bleiben“, werden unsere Kinder dann zu „Pseudo-Autisten“? Entwickeln sie sich zu so genannten „Smombies“? Wächst eine Generation „kommunikativ Beeinträchtigter“ heran?

Sonja Gobara, Leiterin des Ambulatorium Sonnenschein, nennt im ORF Thema-Beitrag vom 5. Oktober 2020 ein neues Krankheitsbild, den „Pseudo-Autismus“, ausgelöst durch exzessiven Handy- und Tablet-Konsum bei Kindern (vgl. ORF Thema 2020).

Denn Kinder, die in ihrem Therapiezentrum behandelt werden, zeigen vermehrt ähnliche Symptome wie Autisten, meiden Blickkontakt und zeigen wenig soziale Motivation mit dem Gegenüber in Kontakt zu treten. Digitale Medien vereinnahmen, weiß auch Georg Sojka (ORF Thema 2020) am Institut für Erziehungshilfe, „wir beamen uns von der realen, allgemeinen Welt weg auf dieses eine Gerät, fokussieren uns stark und lassen uns nicht ablenken – und verlieren kommunikative Kompetenz,“ ist Sojka (ORF Thema 2020) überzeugt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Thematik der mediatisierten Kommunikation und deren kritische Betrachtung hinsichtlich des Verlusts kommunikativer Kompetenzen.

2. Zwischenmenschliche Kommunikation: Analyse theoretischer Grundlagen und Kommunikationsmodelle, die die Basis für das Verständnis des zwischenmenschlichen Austauschs bilden.

3. Körperliche und nonverbale Kommunikation: Untersuchung der Körpersprache als wesentlicher Bestandteil der menschlichen Interaktion, inklusive biologischer und soziokultureller Ursprünge.

4. Digitale, mediatisierte Kommunikation und Social Media: Erörterung der digitalen Mediennutzung und deren Einfluss auf die Kommunikationsformen sowie der Ersatz von Körpersprache durch digitale Substitute.

5. Auswirkungen mediatisierter Kommunikation auf interpersonelle Kommunikation: Kritische Auseinandersetzung mit möglichen negativen Folgen wie digitaler Demenz, Autismus und Empathieverlust bei heranwachsenden Generationen.

6. Fazit und Zusammenfassung: Synthese der Forschungsergebnisse und Reflexion über die ambivalenten Auswirkungen der Mediatisierung auf die menschliche Kommunikationsfähigkeit.

Schlüsselwörter

Körpersprache, Zwischenmenschliche Kommunikation, Digitale Kommunikation, Mediatisierung, Nonverbale Signale, Mimik, Gestik, Medienalltag, Digitaler Autismus, Empathie, Sozialverhalten, Emojis, Kommunikationstheorie, Mediensozialisation, Smartphone-Nutzung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den Auswirkungen digitaler Kommunikationsmittel auf die menschliche Fähigkeit, nonverbale Signale und Körpersprache in interpersonellen Interaktionen wahrzunehmen und zu interpretieren.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der zwischenmenschlichen Kommunikation, den Grundlagen der Körpersprache, dem Medienwandel sowie den Auswirkungen der Nutzung digitaler Medien auf die kindliche Entwicklung und das soziale Miteinander.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, ob durch die ubiquitäre Nutzung digitaler Medien das „Lesen“ von Körpersprache verlernt wird und wie sich dies auf die Qualität der Verständigung auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Metaanalyse als Methode, um einen Überblick über vorhandene Studien und Fachliteratur zu geben und diese zur Beantwortung der Forschungsfrage zusammenzuführen und kritisch zu diskutieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden theoretische Kommunikationsmodelle, die Bedeutung und Kategorisierung nonverbaler Kommunikation sowie die spezifischen Mechanismen und Substitutionsformen der digitalen Kommunikation (wie Emojis oder Memes) detailliert erörtert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Körpersprache, Mediatisierung, digitale Kommunikation, nonverbale Signale, soziale Kompetenz, Empathie und Mediensozialisation.

Inwiefern beeinflusst die Nutzung von Smartphones die Entwicklung von Kindern?

Die Arbeit diskutiert, dass Kinder, die exzessiv Medien nutzen, vermehrt Schwierigkeiten zeigen können, nonverbale Signale wie Blickkontakt zu deuten, was langfristig die Entwicklung sozialer Fertigkeiten und Empathie beeinträchtigen kann.

Können Emojis die fehlende Körpersprache ersetzen?

Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass Emojis und Emoticons nur bedingt als Ersatz für Körpersprache dienen können, da sie im Gegensatz zum intuitiven und spontanen körperlichen Ausdruck meist bewusste und punktuelle Setzungen sind, die die Komplexität menschlicher Kommunikation nicht vollständig abbilden.

Final del extracto de 156 páginas  - subir

Detalles

Título
Wie digitale Kommunikationsmittel die Wahrnehmungsfähigkeit, Körpersprache zu interpretieren, verändern
Subtítulo
Generation digitaler "PSEUDO-AUTISTEN"?
Universidad
University of Salzburg  (Kommunikationswissenschaft)
Curso
Interpersonelle KommunikationD
Calificación
2
Autor
Silvia Faulhammer (Autor)
Año de publicación
2021
Páginas
156
No. de catálogo
V1181693
ISBN (Ebook)
9783346598356
ISBN (Libro)
9783346598363
Idioma
Alemán
Etiqueta
Digitale Kommunikation Digitale Kommunikationsmittel Interpersonelle Kommunikation Interpersonale Kommunikation Zwischenmenschliche Kommunikation Nonverbale Kommunikation Körpersprache Emotionen Pseudo Autisten Digitaler Schnuller Medienwelten Körperausdruck Mimik Gestik Zwischenmenschliche Interaktion Soziales Verhalten Digitale mediatisierte Kommunikation digitale Medien Medienalltag Face-to-Face-Kommunikation menschliches Kommunizieren Verstehen Kommunikationsmodelle Dimensionen der Körpersprache Funktionen der Körpersprache mediatisierte Kommunikation Ausdruck von Emotionen Körperhaltung Sprache Miteinander Kommunizieren Kommunizieren Kommunikationstheorien Kommunikationswissenschaften Kommunikationsmedien
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Citar trabajo
Silvia Faulhammer (Autor), 2021, Wie digitale Kommunikationsmittel die Wahrnehmungsfähigkeit, Körpersprache zu interpretieren, verändern, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1181693
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