Der Südafrikanische Krieg von 1899-1902 ist ein einschneidendes Ereignis in der jüngeren Geschichte Südafrikas und hat wesentlichen Anteil an den Entwicklungen, die die weitere Geschichte des Landes genommen hat.
Als Folge des Krieges verschwanden die selbständigen Burenrepubliken, das gesamte spätere Südafrika kam unter die uneingeschränkte Kontrolle Großbritanniens, was letztendlich den Weg freimachte für die Gründung der Südafrikanischen Union 1910.
Dieser Krieg wird häufig auch als Burenkrieg, englisch Boer War –Arthur Conan Doyle spricht vom „Great Boer War“-, oder Anglo-Boer War bezeichnet, mithin als ein Krieg zwischen Weißen, ein „white man’s war“.
Diese Terminologie gibt bereits einen Hinweis auf die Frage, die im Mittelpunkt dieser Arbeit stehen soll: War es tatsächlich ein Krieg ausschließlich zwischen Engländern und Buren, zwischen der Kolonialmacht, die 1795 die Macht am Kap übernahm und nach kurzer Unterbrechung dann ab 1806 nicht mehr aus der Hand gab auf der einen, und den Nachkommen der ersten weißen Einwanderer, überwiegend Niederländer, zum kleineren Teil auch Deutsche und französische Hugenotten, auf der anderen Seite? Welche Rolle spielten die Schwarzen, die große Mehrheit der Bewohner Südafrikas?
In dieser Arbeit stehen nach einem kurzen Überblick über die Vorgeschichte sowie die Ursachen und den Verlauf des Krieges die Schilderungen Sol Plaatjes über die Belagerung von Mafeking im Zentrum der Untersuchung, gefolgt von einem Blick auf andere Beispiele der Verwicklung der schwarzen Bevölkerung in die Auseinandersetzungen, sowie die Art wie diese Beteiligung in der Geschichtsschreibung gewürdigt wurde.
Abschließend werden die Auswirkungen des Südafrikanischen Krieges auf die Schwarze Bevölkerungsmehrheit und deren weitere Rolle innerhalb Südafrikas dargestellt.
Inhaltsverzeichnis
- 1. Einleitung
- 2. Der Südafrikanische Krieg 1899-1902
- 2.1 Ursachen des Krieges
- 2.2 Die unterschiedlichen Phasen des Krieges
- 2.2.1 Erste Phase: Teilerfolge der Buren
- 2.2.2 Zweite Phase: Vordringen der britischen Armee
- 2.2.3 Dritte Phase: Guerillakrieg und Friedensschluss
- 3. Die Schwarze Bevölkerungsmehrheit und der Krieg
- 3.1 Die Rolle der Schwarzen in früheren bewaffneten Konflikten
- 3.2 Die Belagerung von Mafeking: Ein durch das Tagebuch Sol Plaatjes dokumentiertes Beispiel für die Beteiligung der Schwarzen am Südafrikanischen Krieg
- 3.2.1 Die Belagerung von Mafeking
- 3.2.2 Das Tagebuch Sol Plaatjes von Oktober 1899 bis März 1900
- 3.2.3 Mafeking am Ende der Belagerung und die Befreiung am 17. Mai 1900
- 3.3 Andere Beispiele der Beteiligung Schwarzer am Krieg
- 4. Die Wahrnehmung der Beteiligung der Schwarzen in der Geschichtsschreibung
- 5. Fazit- Die Schwarzen als doppelte Opfer des Krieges
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Arbeit untersucht die Rolle der schwarzen Bevölkerung im Südafrikanischen Krieg (1899-1902). Sie hinterfragt die gängige Vorstellung eines „white man's war“, indem sie die vielfältige Beteiligung der Schwarzen an den Konflikten beleuchtet.
- Die Auswirkungen des Südafrikanischen Krieges auf die schwarze Bevölkerung
- Die Rolle der Schwarzen in der Kriegsführung beider Seiten
- Die Darstellung der schwarzen Beteiligung in der Geschichtsschreibung
- Die Analyse des Tagebuchs von Sol Plaatje als Quelle für die Erfahrung der Schwarzen während der Belagerung von Mafeking
- Die Rolle der Schwarzen in den Concentration Camps
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung führt in die Thematik ein und stellt die Forschungsfrage nach der Beteiligung der Schwarzen am Südafrikanischen Krieg. Kapitel 2 bietet einen Überblick über die Ursachen und den Verlauf des Krieges. Kapitel 3 konzentriert sich auf die Rolle der Schwarzen im Krieg, insbesondere anhand des Tagebuchs von Sol Plaatje, das die Belagerung von Mafeking aus der Perspektive eines Schwarzen beleuchtet. Kapitel 4 analysiert die Art und Weise, wie die Beteiligung der Schwarzen in der Geschichtsschreibung dargestellt wurde. Das Fazit beleuchtet die Auswirkungen des Krieges auf die schwarze Bevölkerung und deren weitere Rolle in Südafrika.
Schlüsselwörter
Südafrikanischer Krieg, Burenkrieg, „white man's war“, schwarze Bevölkerung, Konzentrationlager, Sol Plaatje, Mafeking, Geschichtsschreibung, Kolonialismus, Südafrika.
Häufig gestellte Fragen
War der Südafrikanische Krieg (1899-1902) ein reiner „Krieg der Weißen“?
Nein, obwohl der Krieg oft als „white man’s war“ bezeichnet wurde, spielte die schwarze Bevölkerungsmehrheit eine wesentliche Rolle in der Kriegsführung beider Seiten und war massiv von den Auswirkungen betroffen.
Welche Rolle spielte Sol Plaatje in der Dokumentation des Krieges?
Sol Plaatje dokumentierte in seinem Tagebuch die Belagerung von Mafeking aus der Perspektive der schwarzen Bevölkerung und lieferte damit ein wichtiges Zeugnis über deren Erlebnisse und Beteiligung.
Gab es Konzentrationslager für die schwarze Bevölkerung?
Ja, neben den Lagern für Buren gab es auch spezifische Concentration Camps für die schwarze Bevölkerung, in denen die Lebensbedingungen oft katastrophal waren.
Wie wurde die Beteiligung der Schwarzen in der Geschichtsschreibung gewürdigt?
Lange Zeit wurde die Rolle der Schwarzen in der offiziellen Geschichtsschreibung ignoriert oder marginalisiert, was erst in moderneren Untersuchungen korrigiert wurde.
Was waren die langfristigen Folgen des Krieges für die schwarze Mehrheit?
Der Krieg führte zur britischen Kontrolle über ganz Südafrika und ebnete den Weg für die Südafrikanische Union 1910, wobei die politische Marginalisierung der Schwarzen verschärft wurde.
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- Andreas von Bezold (Author), 2008, Die Beteiligung der schwarzen Bevölkerungsmehrheit am Südafrikanischen Krieg 1899-1902, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118199