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Tacitus, Dialogus de oratoribus, Messallas zweite Rede (dial. 28,1 – 35,5)

Der optimistische Standpunkt moralisch- pädagogischer Ursachenfindung für den Verfall der Beredsamkeit

Titel: Tacitus, Dialogus de oratoribus, Messallas zweite Rede (dial. 28,1 – 35,5)

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 28 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Andreas Keilbach (Autor:in)

Latinistik - Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

In der vorliegenden Arbeit soll Tacitus’ Dialogus de oratoribus, der vermutlich
102 n. Chr. veröffentlicht worden ist, näher untersucht werden. Mit dem
Dialogus reiht sich Tacitus in eine lange Tradition ein und greift das beliebte
Thema des Verfalls der Beredsamkeit am Übergang von der Republik zur
Kaiserzeit auf. Autoren wie Velleius Paterculus, Cicero, Quintilian, Seneca d. Ä.,
Seneca d. J., Petron, Persius, Iuvenal und Ps.-Longinus haben sich bereits
eingehend mit theoretischen Abhandlungen über die Rhetorik befasst. In der
hier im Mittelpunkt stehenden zweiten Messallarede (dial. 28,1-35,5) versucht
Messalla, die Gründe und Ursachen für den Niedergang der Beredsamkeit zu
erforschen. Nach Williams gab es drei Erklärungsansätze für den Verfall: “There
was the explanation in terms of morals; there was the explanation in terms of
political change; and there was the explanation that posited a fundamental law
of growth followed by inevitable decline.” Messalla widmet sich in seiner Rede
dem moralisch-pädagogischen Erklärungsversuch, der an manchen Stellen
eine gewisse thematische Nähe zu den beiden Schriften De causis corruptae
eloquentiae und der Institutio oratoria von Quintilian zugeschrieben werden
kann.
Zunächst soll auf den Aufbau des Gesamtdialogs mit der Vorstellung und
Stellung der teilnehmenden Personen innerhalb des Dialogs eingegangen
werden, und vor allem Messallas zweite Rede in den Gesamtkontext
eingeordnet werden. Nach einer Gliederung soll eine gründliche Interpretation
dieser Rede angefertigt werden, die besonders Messallas
Argumentationsstruktur, Standpunkt und Ansichten beleuchten soll.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Aufbau des Dialogus und Einordnung von Messallas zweiter Rede in den Gesamtdialog

1.1 Die Gesprächsteilnehmer

1.2 Der Aufbau des Dialogus

2. Gliederung der zweiten Messallarede (dial. 28,1-35,5)

3. Interpretation der zweiten Messallarede (dial. 28,1-35,5)

Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht Tacitus’ Dialogus de oratoribus, mit einem besonderen Fokus auf Messallas zweite Rede (dial. 28,1–35,5). Das primäre Ziel ist es, Messallas moralisch-pädagogischen Erklärungsansatz für den Verfall der Beredsamkeit zu analysieren, seine Argumentationsstruktur offenzulegen und kritisch in den historischen Kontext einzuordnen.

  • Strukturanalyse des Dialogus de oratoribus und Rollen der Gesprächsteilnehmer
  • Messallas Theorie zum moralisch-pädagogischen Sittenwandel als Ursache für den Niedergang der Rhetorik
  • Kritik an der zeitgenössischen Erziehung und den praxisfernen Rhetorenschulen (declamatio)
  • Gegenüberstellung des klassischen ciceronianischen Bildungsideals mit modernen rhetorischen Praktiken

Auszug aus dem Buch

These I: Sittenwandel und Verlust des Bildungsideals führten zum Niedergang der Beredsamkeit (dial. 28,1-32,7)

Schon in der Einleitung (dial. 28,1-3) führt Tacitus den Verfall der Redekunst als unbestreitbare und allseits bekannte Tatsache an, so jedenfalls lässt es die Formulierung seiner rhetorische Frage vermuten: quis enim ignorat et eloquentiam et ceteras artes descivisee ab illa vetere gloria non inopia hominum sed desidia iuventutis et neglegentia parentum et inscientia praecipientium et oblivione moris antiqui? (dial. 28,2). Hier nennt Messalla bereits vier Gründe (desidia-antiqui) für den Verfall der Beredsamkeit, die seiner folgenden Ausführung eindeutig die Richtung weisen: „Es geht um die Erziehung und Ausbildung, also Dinge, die sich mit gutem Willen bessern ließen.“ Bemerkenswert ist, dass Messalla nicht nur den Verfall der Redekunst, sondern einen generellen Verfall der Künste, Kultur (ceteras artes) sieht, auf diesen aber nicht näher eingeht. Mit dem mos antiquus fasst Messalla alles Vorhergehende zusammen.

Als einziger Stadtrömer in der Gesprächsrunde ist es mehr als einleuchtend, dass er auf den mos maiorum verweist. Als Ursprung des Sittenverfalls sieht er die Stadt (mala primum in urbe nata, dial. 28,2) und ihm selbst als Stadtrömer scheint viel daran zu liegen, deren Ursachen zu erforschen. Er grenzt sich durch die kontrastierende Äußerung vestra vobis notiora sunt: ego de urbe [...] loquar (dial. 28,3) deutlich von den aus den Provinzen stammenden Gesprächsteilnehmern ab. Messalla schließt seine Einleitung, indem er mit einem Hendiadyoin die Hauptcharakteristika der Erziehung bei den Alten erwähnt: severitate ac disciplina maiorum (dial. 28,3).

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Arbeit führt in das Thema des rhetorischen Verfalls im Dialogus de oratoribus ein und definiert Messallas moralisch-pädagogische Argumentationsweise als zentralen Untersuchungsgegenstand.

1. Aufbau des Dialogus und Einordnung von Messallas zweiter Rede in den Gesamtdialog: Dieses Kapitel erläutert das Konstruktionsschema des Werkes und stellt die Gesprächspartner sowie den situativen Kontext des Dialogs vor.

2. Gliederung der zweiten Messallarede (dial. 28,1-35,5): Hier werden die Kernthesen der Rede – Sittenwandel und die Praxisferne moderner Rhetorenschulen – strukturiert und chronologisch aufbereitet.

3. Interpretation der zweiten Messallarede (dial. 28,1-35,5): Dieser Hauptteil analysiert detailliert Messallas Ausführungen zur Erziehung, zur Ausbildung beim Rhetor und zur Kritik an der Deklamation im Vergleich zum klassischen Bildungsideal.

Schluss: Zusammenfassend wird das Fazit gezogen, dass Messalla durch Reformvorschläge zur Erziehung und Bildung einen optimistischen Ausweg aus der rhetorischen Krise aufzeigt, wenngleich er politische Ursachen ausblendet.

Schlüsselwörter

Tacitus, Dialogus de oratoribus, Messalla, Beredsamkeit, Rhetorik, Sittenwandel, Erziehung, Bildungsideal, Declamatio, Praxisferne, mos maiorum, ciceronianisches Ideal, Rednerausbildung, Rhetorenschule, Antike.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die zweite Rede des Vipstanus Messalla im Werk Dialogus de oratoribus von Tacitus und untersucht dessen Erklärung für den Verfall der römischen Redekunst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die antike Erziehung, das römische Bildungssystem, der Vergleich zwischen traditionellen und modernen Rhetorikschulen sowie der Wandel der sozialen Sitten.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Messallas These zu belegen, dass moralische Nachlässigkeit und eine veränderte, praxisferne Ausbildung der Jugend für den Niedergang der Rhetorik verantwortlich sind.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philologische Textanalyse, die durch den Vergleich von Primär- und Sekundärliteratur gestützt wird, um Messallas Argumentationsstruktur zu interpretieren.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Interpretation der Erziehungskritik und eine detaillierte Auseinandersetzung mit der Kritik an den zeitgenössischen rhetorischen Übungen, den sogenannten Deklamationen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe umfassen Tacitus, Rhetorik, Sittenwandel, Erziehung, mos maiorum und die Deklamation als zentrale Streitpunkte der römischen Bildungsdiskussion.

Warum spielt das Konzept des mos maiorum eine so große Rolle für Messalla?

Für Messalla ist die Rückbesinnung auf die Werte und die strenge Erziehung der Vorfahren die einzige Möglichkeit, der Beredsamkeit ihren ursprünglichen Glanz und ihre gesellschaftliche Relevanz zurückzugeben.

Wie unterscheidet Messalla die "alte" von der "modernen" Ausbildung?

Während die alte Ausbildung praxisnah durch das tirocinium fori geprägt war, kritisiert Messalla die moderne Rhetorenschule als wirklichkeitsfremd, übermäßig phantasievoll und losgelöst von den Anforderungen des tatsächlichen politischen Lebens.

Welche Rolle spielen die "Deklamationen" in Messallas Kritik?

Messalla betrachtet Deklamationen als absurd, da sie fiktive, praxisferne Szenarien behandeln, die den jungen Redner nicht auf die tatsächliche Arbeit im Forum vorbereiten, sondern ihn von der Wahrheit entfremden.

Wird auch eine politische Komponente in der Argumentation berücksichtigt?

Messalla selbst klammert politische Ursachen bewusst aus, jedoch wird im Schluss der Arbeit kritisch angemerkt, dass der Verfall der Rhetorik eng mit dem Wandel der politischen Rahmenbedingungen, speziell dem Übergang vom freien Staat zum Prinzipat, verknüpft ist.

Ende der Leseprobe aus 28 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Tacitus, Dialogus de oratoribus, Messallas zweite Rede (dial. 28,1 – 35,5)
Untertitel
Der optimistische Standpunkt moralisch- pädagogischer Ursachenfindung für den Verfall der Beredsamkeit
Hochschule
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg  (Seminar für Klassische Philologie)
Veranstaltung
Tacitus, Dialogus de oratoribus
Note
2,3
Autor
Andreas Keilbach (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
28
Katalognummer
V118439
ISBN (eBook)
9783640216840
ISBN (Buch)
9783640217137
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Tacitus Dialogus Messallas Rede Tacitus Dialogus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Keilbach (Autor:in), 2007, Tacitus, Dialogus de oratoribus, Messallas zweite Rede (dial. 28,1 – 35,5), München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118439
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Leseprobe aus  28  Seiten
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