Wie passt die gewünschte Wiedereingliederung in die Gesellschaft mit dem isolierten Aufenthalt des/der zu Resozialisierenden in einem Gefängnis zusammen? Kann eine Resozialisierung erfolgen oder findet eher eine desozialisierende Wirkung während des Gefängnisaufenthalts statt? Wie ist die Resozialisierung in der Praxis möglich?
Somit soll in der vorliegenden Facharbeit diesen Fragen nachgegangen werden und Bezug drauf genommen werden, wie die Soziale Arbeit mit Straffälligen aussieht.
Dafür folgt zu Beginn der Facharbeit die Begriffsbestimmung des Begriffs Resozialisierung und geht dann weiter über zu den Zielen der Resozialisierung im Strafvollzug. Im weiteren Verlauf des Kapitels folgt die Darstellung der Probleme sowie Konflikte, die mit der Resozialisierung einhergehen. Infolgedessen wird der Begriff der totalen Institution, welchen E. Goffman einführte, definiert und die Einordnung des Strafvollzugs in Goffmans Theorie beleuchtet, um den Ort Strafvollzug zu verdeutlichen. Des Weiteren werden die Aufgaben und Funktion der Sozialen Arbeit im Strafvollzug erläutert. Abschließend folgt das Fazit.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Resozialisierung
2.1 Definition
2.2 Ziel der Resozialisierung im Strafvollzug
2.3 Probleme / Konflikte bei der Resozialisierung
3 Der Strafvollzug als totale Institution
4 Funktion und Aufgaben der Sozialen Arbeit im gewählten Feld
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Herausforderungen der Resozialisierung im Strafvollzug und analysiert dabei kritisch die Rolle sowie die Aufgaben der Sozialen Arbeit in diesem Spannungsfeld. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert sich darauf, wie eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft trotz der isolierenden und potenziell desozialisierenden Bedingungen einer totalen Institution gelingen kann.
- Grundlagen und Begriffsbestimmung der Resozialisierung
- Ziele des Strafvollzugs und rechtliche Rahmenbedingungen
- Analyse des Strafvollzugs als totale Institution nach Goffman
- Herausforderungen und Konflikte im Prozess der Resozialisierung
- Funktionen und Aufgaben der Sozialen Arbeit in der Straffälligenhilfe
Auszug aus dem Buch
Der Strafvollzug als totale Institution
Goffman prägte den Begriff der totalen Institution mit einer differenzierten Auseinandersetzung, worunter er auch den Strafvollzug fasst und ihren Auswirkungen auf die Identität der Insassen.
„Eine totale Institution läßt sich als Wohn- und Arbeitsstätte einer Vielzahl ähnlich gestellter Individuen definieren, die für längere Zeit von der übrigen Gesellschaft abgeschnitten sind und miteinander ein abgeschlossenes, formal reglementiertes Leben führen" (Goffman 1973, 11). Nach Goffman lässt sich eine totale Institution als eine Einrichtung beschreiben, in der eine bestimmte Anzahl ähnlich gestellter Individuen, ein Leben über eine bestimmte Zeitspanne, abgegrenzt vom übrigen Teil der Gesellschaft, führen. Dabei erfolgt die Mitgliedschaft nur unfreiwillig (vgl. Goffman 1973, 11).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Relevanz der Resozialisierung als zentrales Thema der Straffälligenhilfe ein und stellt die leitenden Fragen bezüglich der Vereinbarkeit von Resozialisierungszielen und Haftbedingungen.
2 Resozialisierung: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Resozialisierung, erörtert dessen wissenschaftliche Einordnung als Teil lebenslanger Sozialisationsprozesse und beleuchtet sowohl die Ziele als auch die systemimmanenten Konflikte im Strafvollzug.
3 Der Strafvollzug als totale Institution: Hier wird der Strafvollzug auf Basis der Theorie von Erving Goffman als totale Institution analysiert, um die Auswirkungen von Fremdbestimmung und Isolation auf die Identität der Inhaftierten zu verdeutlichen.
4 Funktion und Aufgaben der Sozialen Arbeit im gewählten Feld: Das Kapitel beschreibt das Aufgabenspektrum der Sozialen Arbeit im Strafvollzug, das von der Aufnahme über die Begleitung während der Haft bis hin zur Entlassungsvorbereitung und Beziehungsarbeit reicht.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Erkenntnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer weiteren Professionalisierung sowie eines Ausbaus unterstützender Angebote, um die Integration Straffälliger nachhaltig zu fördern.
Schlüsselwörter
Resozialisierung, Strafvollzug, Soziale Arbeit, Straffälligenhilfe, totale Institution, Wiedereingliederung, Sozialisation, Identität, Inhaftierte, Haftentlassung, Beziehungsarbeit, soziale Integration, Desozialisierung, Straftäter, Strafvollzugsgesetz
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den theoretischen und praktischen Aspekten der Resozialisierung von Inhaftierten im Kontext des Strafvollzugs sowie mit der unterstützenden Rolle der Sozialen Arbeit.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind der Begriff der Resozialisierung, die soziologische Theorie der totalen Institution nach Goffman sowie die konkreten Aufgabenbereiche von Sozialarbeitern in Justizvollzugsanstalten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, die Herausforderungen und Konflikte bei der Resozialisierung im Strafvollzug aufzuzeigen und zu analysieren, wie Soziale Arbeit dazu beitragen kann, die Wiedereingliederung trotz widriger institutioneller Umstände zu ermöglichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Auseinandersetzung und Literaturanalyse unter Einbeziehung soziologischer Konzepte und gesetzlicher Grundlagen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden der Begriff der Resozialisierung definiert, der Strafvollzug als totale Institution eingeordnet und die vielfältigen Aufgaben der Sozialen Arbeit – von der Beratung bis zum Übergangsmanagement – detailliert erläutert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich am besten mit Begriffen wie Resozialisierung, totale Institution, Straffälligenhilfe, soziale Integration und Strafvollzug zusammenfassen.
Warum erschwert der Aufenthalt im Gefängnis die spätere Resozialisierung?
Da das Gefängnis als totale Institution durch Fremdbestimmung, Hierarchie und Isolation geprägt ist, kann es bei Inhaftierten zu einer „Diskulturation“ und erlernter Hilflosigkeit führen, was die Rückkehr in ein eigenverantwortliches Leben erschwert.
Welche Bedeutung hat die Beziehungsarbeit für die Soziale Arbeit im Vollzug?
Beziehungsarbeit ist essenziell, da sie Inhaftierten Stabilität vermittelt und Verbindlichkeit sowie Vertrauen als Gegenentwurf zu den häufig traumatischen oder flüchtigen Sozialisationserfahrungen der Klienten repräsentiert.
Wie unterscheidet Goffman die Arten von totalen Institutionen?
Goffman unterteilt sie in fünf Gruppen, wobei er Gefängnisse jener Kategorie zuordnet, die primär dem Schutz der Gesellschaft vor Gefahren dient, was das Wohlergehen der Insassen oft in den Hintergrund rückt.
Welche Rolle spielt die „Kunden“-Perspektive auf die Inhaftierten?
Die Bezeichnung der Gefangenen als „Kunden“ der Sozialen Arbeit unterstreicht, dass viele Insassen bereits vor der Haft Kontakt zu sozialen Diensten hatten und die Resozialisierung im Vollzug oft an bereits gescheiterte ambulante Hilfen anknüpfen muss.
- Arbeit zitieren
- Jennifer Nubukpo (Autor:in), 2021, Resozialisierung im Strafvollzug. Soziale Arbeit mit Straffälligen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1184652