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Veränderungen für junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung durch die Corona-Pandemie

Title: Veränderungen für junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung durch die Corona-Pandemie

Master's Thesis , 2021 , 89 Pages , Grade: 7

Autor:in: Bachelor of Art Funda Yazici (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology
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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit greift mit dem Thema "Menschen mit Persönlichkeitsstörungen: Borderline-Störung" eine spezielle Gruppe von Menschen heraus und beschäftigt sich mit der Fragestellung "Welche Veränderungen haben sich für junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung durch die Corona-Pandemie ergeben?", die anhand einer qualitativen empirischen Analyse mittels Experteninterviews beantwortet werden soll.

Dieser Gegenstand wurde ausgesucht, da die Corona-Pandemie sowie ihre Auswirkungen und die damit verbundenen Herausforderungen ein sehr aktuelles Thema sind, das die gesamte Bevölkerung betrifft. Doch obwohl seit Beginn der Corona-Pandemie viele Untersuchungen zu diesem Thema durchgeführt wurden, gibt es in vielen Bereichen noch große Forschungslücken. Von einer solchen Forschungslücke betroffen sind Menschen mit Persönlichkeitsstörungen. Dies könnte daran liegen, dass diese Personengruppe nicht die Mehrheit der Bevölkerung darstellt und Forscher*innen daher andere Bereiche für wichtiger erachten. Doch sind Menschen, die an psychischen Krankheiten leiden, wie Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung wie der Borderline-Störung, von der Pandemie und ihren Auswirkungen besonders betroffen, denn der Konflikt mit sich und ihrer Umwelt, den sie schon vorher austragen mussten, verschärft sich durch die coronabedingten Veränderungen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Forschungsstand

3 Persönlichkeitsstörungen

3.1 Allgemeine Informationen zu Persönlichkeitsstörungen

3.2 Borderline-Störungen

3.3 Kinder und Jugendliche mit einer Borderline-Störung – Herausforderungen

3.3.1 In der Familie

3.3.2 In Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen

4 Die Forschungsziele und der Feldzugang

5 Qualitative Forschung

5.1 Qualitative Sozialforschung

5.2 Die fünf Postulate qualitativen Denkens

5.3 Die 13 Säulen des qualitativen Denkens

5.3.1 Einzelfallbezogenheit

5.3.2 Offenheit

5.3.3 Methodenkontrolle

5.3.4 Vorverständnis

5.3.5 Introspektion

5.3.6 Forscher*in-Gegenstands-Interaktion

5.3.7 Ganzheit

5.3.8 Historizität

5.3.9 Problemorientierung

5.3.10 Argumentative Verallgemeinerung

5.3.11 Induktion

5.3.12 Regelbegriff

5.3.13 Quantifizierbarkeit

6 Methodik

6.1 Theoretische Einführung in die Erhebungsmethode

6.1.1 Interview

6.1.2 Experteninterview

6.2 Methodische Vorgehensweise der Untersuchung

6.3 Vor- und Nachteile der Methode

6.3.1 Vorteile

6.3.2 Nachteile

6.3.3 Gesamteinschätzung der Vor- und Nachteile

7 Auswertung

7.1 Theoretische Einführung in die Auswertungsmethode

7.2 Methodische Vorgehen beim Auswerten

7.3 Beschreibende Zusammenfassung der Ergebnisse

8 Darstellung der Forschungsergebnisse

8.1 Analyse der Veränderungen durch die Pandemie

8.1.1 Verhalten von jungen Menschen mit Borderline-Störung vor der Corona-Pandemie und Verhaltensänderungen durch die Corona-Pandemie

8.1.2 Wohlergehen der Borderline-Betroffenen seit der Corona-Pandemie

8.1.3 Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Gesprächsthemen und Sorgen der Betroffenen

8.1.4 Pandemiebedingte Veränderungen in der stationären Versorgung wie in Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen

8.1.5 Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte im Umgang mit Menschen mit Borderline-Störungen vor und seit der Corona-Pandemie

8.1.6 Pädagogische Herausforderungen in der stationären Versorgung durch Nähe und Distanz

8.1.7 Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie in der stationären Versorgung

8.2 Gesamtdarstellung der wichtigsten Kernergebnisse

9 Bedarfe von Menschen mit einer psychischen Erkrankung

9.1 Aus Sicht der Pädagogin

10 Schluss

10.1 Zusammenfassung

10.2 Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die in stationären pädagogischen Einrichtungen leben, wobei der Fokus auf den Veränderungen in ihrem Verhalten, ihrem Wohlbefinden sowie der pädagogischen Arbeit liegt.

  • Psychische Gesundheit von Jugendlichen während der Pandemie
  • Herausforderungen der Borderline-Störung im stationären Setting
  • Pädagogische Interaktion und Beziehungsarbeit unter Kontaktbeschränkungen
  • Rolle des Familienersatzes durch pädagogische Fachkräfte
  • Methodische Anwendung von Experteninterviews in der Sozialforschung

Auszug aus dem Buch

8.1.4 Pandemiebedingte Veränderungen in der stationären Versorgung wie in Heim/Wohngruppe/Betreutem Wohnen

Bei dieser Frage wird schnell deutlich, dass die pädagogischen Expertinnen aus unterschiedlichen Einrichtungen sind, denn sie berichten von unterschiedlichen Veränderungen in den Tagesabläufen und sonstigen Strukturen. Dennoch gibt es auch viele Ähnlichkeiten zwischen den Einrichtungen, was ein Anzeichen dafür ist, dass alle sich an die gleichen gesetzlichen Rahmenbedingungen halten mussten. Darüber hinaus gibt es institutionsinterne Reglungen, die von den Trägern hinzugefügt wurden. Diese werden in den vielseitigen und unterschiedlichen Beschreibungen der Expertinnen deutlich, denn die Expertinnen beschreiben ihre Tagesabläufe vor und seit der Corona-Pandemie sehr ausführlich. Die erste Expertin berichtet über ihren Alltag, indem sie sagt:

„Wir müssen natürlich die Maske tragen. Wir müssen Abstand halten. Wir müssen desinfizieren nach unseren Diensten. Bevor wir nach Hause gehen, müssen die Kontaktflächen desinfiziert werden. Wir müssen vielmehr die Bewohner auf die Regeln und die Abstandsregeln, die Maskenregeln, die Kontaktverbote hinweisen. Da sind wir eigentlich (lacht) am meisten mit beschäftigt. Dass wir darauf hinweisen müssen, dass sich eben an die Pandemie-Regeln gehalten wird“ (Transkript Nr. 1, S. 3, Z. 75-80).

„Man war eher für den Tagesablauf zuständig. Die Jugendlichen sollen verselbständigt werden. Es geht darum, dass sie lernen, auch mal mit einem Wecker aufzustehen. Dass sie lernen, sich alleine morgens ein Frühstück zu machen. Dass sie ihre Therapien selbständig und alleine wahrnehmen. Dass auch Einkäufe für geplante Essen, am Wochenende wollen wir Spaghetti mit Tomatensauce kochen. Was braucht man dafür, dass das alleine, selbständig stattfindet? Wie wird mein Bett gemacht? Wie wasche ich meine Wäsche? Diese Verselbständigungsdinge, da war viel mehr Zeit für und da konnten wir uns mehr drauf fokussieren. Das ist jetzt in den Hintergrund gerückt“ (Transkript Nr. 1, S. 3, Z. 84-91).

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Einführung in die Thematik der Corona-Pandemie und ihre Auswirkungen auf Menschen mit Persönlichkeitsstörungen, insbesondere der Borderline-Störung, sowie Darlegung der Forschungsfrage.

2 Forschungsstand: Überblick über aktuelle Studien, wie COPSY, JuCo und KiCo, bezüglich der psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen durch die Pandemie.

3 Persönlichkeitsstörungen: Theoretische Einführung in das Störungsbild der Borderline-Persönlichkeitsstörung und die besonderen Herausforderungen für Kinder und Jugendliche in der Familie und stationären Wohnformen.

4 Die Forschungsziele und der Feldzugang: Erläuterung der Motivation für die Studie sowie die Beschreibung des Zugangs zu den befragten pädagogischen Fachkräften unter erschwerten Bedingungen.

5 Qualitative Forschung: Darlegung der methodologischen Grundlagen der qualitativen Forschung, einschließlich der fünf Postulate und der 13 Säulen nach Mayring.

6 Methodik: Beschreibung des Experteninterviews als Erhebungsinstrument und Darstellung des methodischen Vorgehens bei der Untersuchung sowie eine Reflexion über Vor- und Nachteile.

7 Auswertung: Erläuterung der Auswertungsmethode der qualitativen Inhaltsanalyse und Darstellung der Vorgehensweise bei der Kodierung und Interpretation der Daten.

8 Darstellung der Forschungsergebnisse: Ausführliche Analyse der durch die Pandemie bedingten Veränderungen in verschiedenen Lebensbereichen von Betroffenen und pädagogischen Fachkräften.

9 Bedarfe von Menschen mit einer psychischen Erkrankung: Exkurs zu den spezifischen Bedürfnissen und Mängeln im Sozial- und Gesundheitswesen aus der Sicht einer befragten Pädagogin.

10 Schluss: Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und Ausblick auf künftige Forschungsbedarfe.

Schlüsselwörter

Borderline-Persönlichkeitsstörung, Corona-Pandemie, stationäre Versorgung, pädagogische Fachkräfte, psychische Gesundheit, qualitative Sozialforschung, Experteninterview, Nähe und Distanz, Verhaltensänderungen, Resilienz, Jugendliche, Wohngruppe, Fremdunterbringung, Inhaltsanalyse, Verselbständigung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung, die in stationären pädagogischen Einrichtungen betreut werden.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Themen umfassen die Veränderung des Verhaltens und Wohlbefindens von Betroffenen, die Rolle der pädagogischen Fachkräfte als Familienersatz sowie die Herausforderungen von Nähe und Distanz unter Pandemiebedingungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, Forschungslücken in der Schnittstelle von Sozial- und Gesundheitswesen zu schließen und aufzuzeigen, wie sich die Pandemie auf Jugendliche mit Borderline-Störung und deren pädagogisches Umfeld auswirkt.

Welche wissenschaftliche Methode wurde für die Datenerhebung verwendet?

Es wurde eine qualitative empirische Analyse durchgeführt, für die drei Experteninterviews mit pädagogischen Fachkräften aus stationären Einrichtungen geführt wurden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Borderline-Störungen, die Darstellung der qualitativen Forschungsmethodik sowie die detaillierte Auswertung der Interviews zu verschiedenen Aspekten des stationären Alltags während der Pandemie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Zu den prägenden Begriffen zählen Borderline-Persönlichkeitsstörung, stationäre Versorgung, pädagogische Interaktion, psychische Gesundheit und qualitative Inhaltsanalyse.

Warum berichten pädagogische Fachkräfte von einer Verschlimmerung der Symptome bei den Jugendlichen?

Die Expertinnen geben an, dass durch den Wegfall von Strukturen, sozialen Kontakten und der "Außenwelt" die Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung intensiviert wurde, was zu mehr Selbstverletzungen und depressiven Episoden führte.

Wie bewerten die Experten die Rolle der Politik während der Pandemie in Bezug auf stationäre Einrichtungen?

Es wird kritisiert, dass der Bereich der Jugendhilfe und Behindertenarbeit in der politischen Wahrnehmung und bei der Bereitstellung von Ressourcen oder klaren Anweisungen oft vernachlässigt wurde.

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Details

Title
Veränderungen für junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung durch die Corona-Pandemie
College
Justus-Liebig-University Giessen  (Allgemeine Erziehungswissenschaften)
Course
Masterarbeit
Grade
7
Author
Bachelor of Art Funda Yazici (Author)
Publication Year
2021
Pages
89
Catalog Number
V1185607
ISBN (PDF)
9783346618009
ISBN (Book)
9783346618016
Language
German
Tags
Pädagogik Psychologie Boderline- Persönlichkeitsstörungen Corona
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Bachelor of Art Funda Yazici (Author), 2021, Veränderungen für junge Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung durch die Corona-Pandemie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1185607
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