Entwicklungstendenzen im deutschen Hotelmarkt


Seminararbeit, 2004

40 Seiten, Note: 2,7


Leseprobe

INHALTSVERZEICHNIS

Abkürzungsverzeichnis

Darstellungsverzeichnis

1 Einleitung
1.1 Deutsche Hotelkonjunktur zieht im ersten Halbjahr 2004 an
1.2 Mehr Gästeübernachtungen bei Inlandstourismus im ersten Halbjahr 2004

2 Konzentrationstendenzen in der Hotellerie
2.1 Entwicklungen auf dem Hotelmarkt
2.1.1 Entwicklungen auf der Nachfrageseite
2.1.2 Entwicklungen auf der Angebotsseite

3 Zur Bedeutung des Standortes für das Hotelgewerbe

4 Erläuterungen
4.1 Allgemeine und methodische Erläuterungen zur „Statistik über die Beherbergung im Reiseverkehr“.
4.1.1 Rechtsgrundlage
4.1.2 Abgrenzung des Erhebungsumfangs
4.1.3 Erhebungs- und Darstellungsmerkmale
4.1.4 Erhebungsmethode

5 Überblick über das Gastgewerbe in Deutschland

6 Deutschland als internationale Anziehungskraft für den Tourismus
6.1 Überblick über die einzelnen Quellmärkte
6.1.1 Europa als der wichtigste Quellmarkt
6.1.2 Deutliche Zuwächse aus Übersee
6.1.3 Osteuropäische Länder

7 Ergebnis bei den Beherbergungsbetrieben
7.1 Gesamtbericht
7.1.1 Entwicklungen
7.1.2 Trends
7.1.3 Erwartungen
7.2 Ausgewählte Marktsegmente
7.2.1 Saisonbetriebe
7.2.2 Geschäftsreisehotels
7.2.3 Tagungshotels
7.2.4 Städtetourismus
7.2.5 Ferienhotels
7.2.6 Gesundheit / Wellness
7.2.7 Hotelkooperationen
7.2.8 Hotelketten

8 Aussichten für den deutschen Hotelmarkt

Literatur- und Quellenverzeichnis

Websites-Verzeichnis

Zeitschriftenartikel

ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

DARSTELLUNGSVERZEICHNIS

Abb. 1 Durchschnittlicher Zimmerpreis, alle Hotels, 4 1997-2004

Abb. 2 Durchschnittlicher Zimmerertrag, alle Hotels, 4 1997-2004

Abb. 3 Umsatzentwicklung

Abb. 4 Gästeübernachtungen erholen sich, insbesondere 19 bei ausländischen Gästen

Abb. 5 Entwicklung betriebswirtschaftlicher Kenndaten im 24 Winter 2003/2004

Abb. 6 Erwartete Entwicklung betriebswirtschaftlicher 25 Kenndaten im Sommer

Abb. 7 Entwicklung der Zimmerauslastung im Winter 27 2003/2004 nach Marktsegment

Abb. 8 Erwartete Entwicklung der Zimmerauslastung im 28 Sommer 2004 nach Marktsegment

Abb. 9 Umsatzentwicklung im Winter 2003/2004 nach 30 Marktsegment

Abb. 10 Erwartete Umsatzentwicklung im Sommer 2004 nach 31 Marktsegment

1 EINLEITUNG

1.1 Deutsche Hotelkonjunktur zieht im ersten Halbjahr 2004 an

In den vergangenen drei Jahren ist die wirtschaftliche Situation der Hotellerie in Deutschland stark zurückgegangen bzw. stagniert. Die Terrorangriffe auf das World Trade Center von New York am 11. September 2001 und in der Folge weitere Anschläge auf Touristenzentren wie Djerba (April 2002) und Bali (Oktober 2002) sowie Terrordrohungen (Anthrax-Terror) bedeuteten für die allgemeine wirtschaftliche Lage in der ganzen Welt einen schweren Einbruch. Aufgrund dieser Entwicklungen musste auch der deutsche Tourismus einen starken Nachfrage- und Umsatzrückgang hinnehmen. Vor allem Hotels in Großstädten und Flughafenhotels, die vergleichsweise einen sehr hohen Anteil an internationalen Gästen haben, verzeichneten große Einbußen.

Im Frühjahr 2003 erlitt der Tourismus in Deutschland, durch bekannt werden der bis dahin weitgehend unbekannten Lungenkrankheit SARS, einen weiteren schweren Einbruch. Viele Flugverbindungen mit Asien kamen zeitweise völlig zum Erliegen, so dass nicht nur weniger Urlauber nach Deutschland kamen, sondern auch der Geschäftsreiseverkehr stark abnahm. Zur gleichen Zeit jedoch konnten durch das ADS-Abkommen ab Februar 2003 die ersten Touristengruppen aus China mit erleichterten Visabestimmungen nach Deutschland reisen. Dies hatte zur Folge, dass der Einbruch etwas abgemildert werden konnte. Bleibende Terrorgefahren und der drohende Irakkrieg sorgten auch weiterhin für keine optimistischen Prognosen für den Tourismus in Deutschland. Ab Oktober 2003 konnte ein leichter Aufwärtstrend aus den Überseemärkten für den Deutschlandtourismus verzeichnet werden. Insbesondere Reisende aus den USA, Japan und China sowie aus den arabischen Märkten wurden registriert.1

Eingeleitet wurde der oben genannte Trend durch den Jahrhundertsommer 2003. Er verhalf einigen Hotels von den Alpen bis zur Nordsee zu einem leichten Aufschwung, so dass nicht nur die Gastronomie, sondern auch einige deutsche Urlaubsdestinationen bei den Hotelbuchungen wieder bessere Zahlen melden konnten. Viele deutsche Urlauber entschieden sich aufgrund des anhaltend guten Wetters für einen Urlaub oder kurzfristige Reisen im eigenen Land. Der Aufschwung hielt bis Ende Mai 2004 an und wurde durch die Schlechtwetterperioden im Juni 2004 unterbrochen. Gleichzeitig sank auch wieder die Zahl der Urlauber aus dem eigenen Land. Das bis dahin aufgebaute Polster des Sommers 2003 bei der Inlandsnachfrage war daher schnell zunichte gemacht. Im Gegensatz dazu kamen im gleichen Zeitraum weiterhin viele Urlauber aus dem Ausland und die Deutsche Zentrale für Tourismus konnte ein gutes Halbjahresergebnis melden.2

Für das Gesamtjahr 2004 scheint sich die wirtschaftliche Lage in der Hotellerie langsam zu erholen und zeigt erste Tendenzen zu einem Aufwärtstrend.

Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband stellt mit seinem Konjunktur-bericht zwei Mal im Jahr die wirtschaftliche Lage des Beherbergungs- und Gaststättenbereichs vor. Grundlage hierfür sind die von den Landesverbänden durchgeführten Umfragen unter ihren Mitgliedern. Die nachfolgenden Zahlen ergaben sich aus etwa 3.000 Rückmeldungen der Mitgliedsbetriebe und sollen einen kurzen Überblick über die aktuelle Situation der deutschen Hotellerie geben.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Januar bis Juni 2003 stieg die Zimmerauslastung in der Hotellerie im ersten Halbjahr 2004 um 5,5 Prozent an. Somit konnte dem negativen Trend aus den Vorjahren ein Ende gesetzt werden. Im Gegensatz zum Anstieg der Zimmerauslastung fielen jedoch die

Zimmerpreise im gleichen Zeitraum bundesweit um 0,5 Prozent (s. Abb. 1). Der durchschnittliche Ertrag pro Zimmer erhöhte sich 2004 dagegen um 4,9 Prozent im Vergleich zu den Zahlen aus dem vergangenen Jahr (s. Abb. 2).3

Mit der größten Steigerung von 7,1 Prozent ihrer Zimmerauslastung verzeichneten Hotels der Größenordnung von 150 bis 200 Zimmern ein sehr positives Ergebnis gegenüber dem Jahr 2003. Hotels mit weniger als 100 Zimmern zeigten dagegen lediglich einen Zuwachs von 3,6 Prozent. Auch Großstadthotels und die Hotels der Luxusklasse konnten mit einer Steigerung von 5,9 Prozent beziehungsweise einer Steigerung von 4,5 Prozent weitaus erfreulichere Zahlen verbuchen als im Vorjahr.4

Die oben genannten Ergebnisse zeigen, dass sich die Lage der deutschen Tourismusbranche allmählich entspannt und verbessert. Sie ist jedoch weiter geprägt von den schlechten Ergebnissen des Beherbergungsgewerbes der vergangenen Jahre, denn viele Bürger und Unternehmen entscheiden sich aufgrund der gesamtwirtschaftlich schlechten Lage in Deutschland immer noch mehr zum Sparen und weniger für den Konsum.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Obwohl sich die Gesamtlage der deutschen Hotellerie im ersten Halbjahr 2004 besser entwickelte als in den vergangenen Jahren, hat sich die schwierige wirtschaftliche Situation vieler einzelner Betriebe dadurch nicht verbessert. Aufgrund des zu erwartenden allgemeinen Wirtschaftswachstums von 1,8 Prozent im Jahr 2004 rechnet der deutsche Hotelverband jedoch mit einer weiteren Steigerung der Zimmerauslastungen. Somit kann langfristig ein Gesamtplus oberhalb der 5 Prozentmarke erreicht werden. Dieser positive Trend wird dadurch unterstützt, dass im Vergleich zum internationalen Hotelmarkt sich die Zimmerpreise in Deutschland erholen und sich der allgemeinen Preisentwicklung anpassen werden.

1.2 Mehr Gästeübernachtungen bei Inlandstourismus im ersten Halbjahr 2004

Die im August 2004 veröffentlichten Ergebnisse des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden zeigen gegenüber dem Vorjahr eine geringe Steigerung von einem Prozent bei Gästeübernachtungen im ersten Halbjahr 2004. Für die Ermittlung der Zahlen wurden die Übernachtungen in Beherbergungsstätten ab neun Betten als auch auf Campingplätzen gezählt. Im ersten Halbjahr 2004 registrierte man in Deutschland insgesamt 151,2 Millionen Übernachtungen. Die Zahl der Übernachtungen inländischer Gäste ist mit 131,5 Millionen konstant geblieben. Dagegen zeigt die Zahl von Gästen aus dem Ausland einen positiven Aufschwung. Sie stieg im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 19,7 Millionen.5

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht neben den deutschlandweiten Zahlen der gesamten Beherbergungsbetriebe auch die Entwicklungen der einzelnen Bundesländer. Neben Bremen und Hamburg, die acht Prozent mehr Übernachtungen verzeichnen konnten als noch ein Jahr zuvor, lag Berlin mit einem Übernachtungszuwachs von 14 Prozent deutlich an der Spitze. Dies ist als Folge für die Steigerung bei ausländischen Reisenden zu betrachten.

Für die einzelnen Bundesländer wurden im ersten Halbjahr 2004 folgende Ergebnisse ermittelt:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: Statistisches Bundesamt, Wiesbaden 2004

Mit der vorliegenden Arbeit wird in Kapitel 2 und Kapitel 3 auf die zwei wichtigsten Strukturmerkmale, die bei der Ermittlung der Zahlen zur Entwicklung der Situation der Hotellerie eine wichtige Rolle spielen eingegangen.

Kapitel 4 zeigt die rechtlichen Grundlagen der Statistik zur Erhebung und Darstellung im Reiseverkehr.

Nach einem allgemeinen Überblick über das Gastgewerbe in Deutschland in Kapitel 5 und den Übernachtungszahlen von Gästen aus dem Ausland in Kapitel 6, widmet sich Kapitel 7 neben ausgewählten Marktsegmenten dem Ergebnis bei den Beherbergungsbetrieben.

2 KONZENTRATIONSTENDENZEN IN DER HOTELLERIE

2.1 Entwicklungen auf dem Hotelmarkt

In Anlehnung an Henschel zeigen sich in der Hotellerie sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Angebotsseite verschiedene Tendenzen.

2.1.1 Entwicklungen auf der Nachfrageseite

Die Entwicklungen, die bei Gästen zu beobachten sind, äußern sich in verschiedenen Richtungen, die im Folgenden kurz angeführt werden.

1. Der Trend geht immer mehr zu Kurzreisen und aufgrund gleich bleibender Urlaubstage daher zu häufigerem Reisen. Urlauber sparen nicht mehr für einen großen Jahresurlaub, sondern investieren ihr Geld in mehrere kürzere Aufenthalte, die sie über das ganze Jahr verteilen.

2. Urlauber buchen ihre Reisen kurzfristig und verhandeln über den Reisepreis. Last-Minute-Reisen erfreuen sich großer Beliebtheit bei deutschen Urlaubern, denn dort finden sie eine umfangreiche Auswahl an Destinationen und Hotels zu günstigen Preisen.

3. Gäste entwickeln ein gesteigertes Anspruchsverhalten. Sie erwarten ein immer komplexeres Angebot im Urlaub, jedoch achten sie dabei sehr stark auf das Preis-Leistungs-Verhältnis.

4. Durch eine gewachsene Reiseerfahrung und ein vermehrtes Sättigungsverhalten, verlagert sich die Nachfrage zu einem immer anspruchsvolleren Urlaub. Die Gäste sind kritischer und beschweren sich häufiger, da sie aufgrund ihrer größeren Reiseerfahrung weitreichendere Vergleiche ziehen können.

5. Urlauber suchen gezielt nach günstigen Reisen. Die Verlagerung geht zu Low- Budget- und Economy-Hotels. Bei Nebenkosten, zum Beispiel für Essen und Getränke, wird häufig gespart.

6. Gäste verlangen immer mehr Erlebnis und Abwechslung während ihres Aufenthaltes. Hier spielt jedoch der Preis eine entscheidende Rolle. Sie sind jedoch selten bereit, für zusätzliche Leistungen mehr Geld auszugeben.

Die genannten Entwicklungen wirken nicht immer gleichzeitig. Sie führen jedoch dazu, dass die Hoteliers ihr Angebot weiter ausbauen und entsprechend der Gästewünsche verbessern müssen. Der Wettbewerbsdruck steigt stetig an. In der Folge müssen viele Hotels hohe Investitionen tätigen, die sich oft so auswirken, dass die Unternehmen sich verschulden, denn ein erweitertes Angebot wird nicht immer mit einer höheren Auslastung verbunden.6 Oft versuchen Hotels durch ein breiteres Angebot neue Zielgruppen anzusprechen, um eine bessere Auslastung zu erreichen. Dies gelingt nicht in jedem Fall, denn für den Gast spielt neben dem Preis-Leistungs- Verhältnis nicht nur das Angebot eine bedeutende Rolle. Auch das Umfeld ist entscheidend bei der Auswahl des Hotels. Zum Beispiel ein Haus, welches auf Senioren ausgerichtet ist, darf nicht in einem Ferienort liegen, der hauptsächlich junge Leute anspricht. Diskotheken und nächtlicher Straßenlärm schrecken ältere Menschen bei der Erholungssuche ab.

2.1.2 Entwicklungen auf der Angebotsseite

Kennzeichnend für die Entwicklungen auf der Angebotsseite sind:

1. Das Angebot auf dem Hotelsektor entwickelt sich schneller als die Nachfrage. Dies tritt vor allem bei sinkender Auslastung und einer aggressiven Preispolitik auf. Durch den stetigen Druck, dem Urlauber Neues bieten zu müssen, steigen die Ausgaben der Hotelbetreiber immens.

2. Es entstehen zusehends große Betriebe. Hotelketten sowie Hotelkooperationen expandieren. Vor allem Hotelkooperationen mit einer überzeugenden Markenpflege gewinnen an Bedeutung. Kooperationen ohne Markenkraft mit nur durchschnittlichen Standard-Dienstleistungen werden auf dem Beherbergungsmarkt in den kommenden Jahren immer weniger Chancen haben.

3. Business Hotels versuchen durch ein breiteres Angebot, vor allem in den Bereichen Wellness und Gesundheit, ihre Zimmerauslastung auch am Wochenende zu erhöhen und dadurch neue Gästegruppen anzuziehen.

[...]


1 vgl. http://www.deutschland-tourismus.de/pdf/vorwort04.pdf

2 vgl. P.Aschenbach (2004): Neue deutsche Reisewelle in: touristik aktuell, Nr. 37, 35. Jg. (2004), S.1

3 vgl. http://www.hotellerie.de/uploads/0/konjunkturbarometers2004.pdf

4 vgl. http://www.hotellerie.de/uploads/0/konjunkturbarometers2004.pdf

5 vgl. Statistisches Bundesamt, Wiesbaden, Pressemitteilung vom 19. August 2004

6 vgl. Henschel, Hotelmanagement, Oldenbourg, S. 41 - 42

Ende der Leseprobe aus 40 Seiten

Details

Titel
Entwicklungstendenzen im deutschen Hotelmarkt
Hochschule
Fachhochschule Worms
Veranstaltung
Hotellerie, Messe- und Kongresswesen
Note
2,7
Autor
Jahr
2004
Seiten
40
Katalognummer
V118586
ISBN (eBook)
9783640344222
ISBN (Buch)
9783640344116
Dateigröße
994 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Entwicklungstendenzen, Hotelmarkt, Hotellerie, Messe-, Kongresswesen
Arbeit zitieren
Diplom Betriebswirtin (FH) Susanne B. Bräuchle (Autor), 2004, Entwicklungstendenzen im deutschen Hotelmarkt, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118586

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