Das Konzept der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler


Diplomarbeit, 2008

92 Seiten, Note: 1,3


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Vorwort:

1. Die Bedeutung der Bewegungsentwicklung im Bezug auf die Ganzheitlichkeit kindlicher Entwicklung
1.1.Entwicklung
1.1.1.Zusammenspiel von Bewegung und Entwicklung
1.1.2.Ganzheitliche Entwicklung
1.2. Sensorische Integration
1.2.1. Definition
1.2.2. Die Entwicklung der sensorischen Integration
1.3. Das zentrale Nervensystem von innen
1.3.1. Der Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns
1.3.1.1. Nervenbahnen und Kerne
1.3.1.2. Das Rückenmark
1.3.1.3. Der Hirnstamm
1.3.1.4. Vestibuläre Kerne und Kleinhirn
1.3.1.5. Großhirnhemisphären
1.3.1.6. Großhirnrinde
1.3.2. Die Sinne
1.3.2.1. Sehen
1.3.2.2. Hören
1.3.2.3. Berührung und Tastempfinden
1.3.2.4. Eigenwahrnehmung, Tiefensensibilität (Propriozeption)
1.3.2.5. Gleichgewichtssinn (Vestibuläres System)
1.3.2.6. Informationen aus den inneren Organen und Blutgefäßen (Viszeraler Input)
1.4. Bedeutung der Bewegungsentwicklung im Bezug auf die Ganzheitlichkeit kindlicher Entwicklung
1.5. Die kognitive Entwicklung
1.5.1.Das Stadium der sensomotorischen Intelligenz
Assimilation
Akkommodation
Anpassung
1.5.1.1.Phase 1: Betätigung angeborener Reflexe
1.5.1.2 .Phase 2: Primäre Kreisreaktionen (Zirkulärreaktionen)
1.5.1.3. Phase 3: Sekundäre Kreisreaktionen (Zirkulärreaktionen)
1.5.1.4. Phase 4: Intentionales Verhalten
1.5.1.5.Phase 5: Tertiäre Kreisreaktion (Zirkulärreaktion)
1.5.1.6. Phase 6: Übergang zur Vorstellung
1.5.2. Das motorische Weltbild ab dem 2. Lebensjahr
1.6. Meilensteine der Bewegungsentwicklung
1.6.1.Vorgeburtliche Bewegungsentwicklung
1.6.2.Bewegungsentwicklung von Geburt bis zum 3. Monat
Entwicklung der Kopfkontrolle
1.6.3.Bewegungsentwicklung vom 4.-9. Monat
Drehen
Robben und Kriechen
Krabbeln
Aufsitzen und Sitzen
1.6.4. Bewegungsentwicklung 10. -24. Monat
Freies Gehen
1.6.5.Viele Wege führen zum freien Gehen
1.6.6.Bewegungsentwicklung nach dem 24. Lebensmonat

2. Die freie Bewegungsentwicklung nach Dr. Emmi Pikler
2.1. Portrait von Dr. Emmi Pikler (1902 – 1984)
2.2. Geschichte der Leibeserziehung zu Zeiten Emmi Piklers
2.3. Die Bedeutung der freien Bewegungsentwicklung
2.4. Charakterisierung des Instituts Lóczy
2.4.1. Die Institution und ihre Funktion
2.4.2. Verhaltensweisen der Erwachsenen
2.5. Bedingungen, die freie Bewegung ermöglichen
2.5.1. Pädagogische Haltungen
2.5.1.1. Respektieren: „Wertschätzen, achten, darauf verzichten sich einzumischen“
2.5.1.2. Grundvertrauen
2.5.1.3. Aktive Teilnahme ermöglichen
2.5.1.4. Sensibel zuschauen
2.5.1.5. Die Aufgabe der Erzieherin
2.6.2. Äußere Bedingungen, die freie Bewegung ermöglichen
2.6.2.1. Eine gestaltete Umgebung
2.6.2.2. „Kleidung, die die Bewegung am wenigsten einschränkt“
2.6.2.3. Entsprechende Grundfläche
2.6.2.4. Entsprechende Unterlage
2.6.2.5. Geeignetes Spielmaterial und Klettergeräte
2.7. Wissenschaftliche Vergleiche der Ergebnisse zur Bewegungsentwicklung im Lóczy
2.7.1. Vergleich mit Angaben anderer Autoren
2.7.2. Vergleich mit den Meilensteinen der Bewegungsentwicklung nach Largo

3. Grenzen und Möglichkeiten der Umsetzung des Bewegungskonzeptes nach Dr. Emmi Pikler
3.1. Rahmenbedingungen der pädagogischen Arbeit in Kinderkrippen
3.1.1. Gesetzliche Grundlagen und Empfehlungen
3.1.1.1. Grundsätze der Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen
3.1.1.2. Betriebserlaubnis
3.1.1.3. Unfallverhütungsvorschriften
3.1.1.4. Wichtige Sicherheitskriterien für die Aufnahme von Unter – Dreijährigen
3.1.1.5. Aufsichtspflicht
3.1.1.6. Rahmen-Hygieneplan gemäß § 36 Infektionsschutzgesetz für Kindereinrichtungen
3.1.1.7. Vereinbarkeit von Sicherheitskriterien mit dem Konzept der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler
3.1.2. Rahmenbedingungen von Gruppengröße und Personalschlüssel
3.1.2.1. Empfehlungen für die Gruppengröße
3.1.2.2. EU – Empfehlungen für den Personalschlüssel
3.1.2.3. Maßgebliche Faktoren bei der Festlegung des Erzieherinnen – Kind – Schlüssels
3.1.2.4. Notwendigkeit von kleinen Gruppengrößen bei der Umsetzung des Konzeptes von Emmi Pikler
3.1.2.5. Vergleich mit Einrichtungen, die nach Emmi Pikler arbeiten
3.1.3. Gestaltung von Räumlichkeiten
3.1.3.1. Raumkonzept nach Emmi Pikler
3.1.4. Spielmaterial nach Emmi Pikler
3.1.4.1. Das Tuch nach Emmi Pikler
3.1.4.2. Der Ball nach Emmi Pikler
3.1.4.3. Schüsselchen, Küchenutensilien, Alltagsgegenstände
3.1.4.4. Erfahrungen von Einrichtungen, die mit nach dem Konzept von Emmi Pikler arbeiten
3.1.5. Geräte nach Emmi Pikler, die zur Bewegung anregen
3.1.5.1. Krabbelkiste mit Anbaukeilen
3.1.5.2. Bogenleiter
3.1.5.3. Freitreppe – Schaukelboot – Kombination
3.1.5.4. Das Labyrinth
3.1.5.5. Kisten
3.1.5.6. Dreiecke
3.1.5.7. Erfahrungen von Einrichtungen, die nach Emmi Pikler arbeiten
3.2. Faktoren, die im Krippenalltag schwer beeinflussbar sind
3.2.1. Informationen, die an Eltern weitergegeben werden sollen
3.2.2. Elternarbeit als Möglichkeit
3.2.2.1. Informationsveranstaltungen
3.2.2.2. Selbsterfahrung
3.2.2.3. Literatur
3.2.2.4. Hospitation

Zusammenfassend

Literaturverzeichnis

Internetquellen

Anhang
Gesetzliche Grundlagen
Fragebogen bezüglich Möglichkeiten und Grenzen der pädagogischen Umsetzung des Bewegungskonzeptes nach Emmi Pikler
Fotos zur Dokumentation

Vorwort:

Im Verlauf der letzten Jahre lassen sich vermehrt Wahrnehmungsverarbeitungsschwierigkeiten bei Kindern und bereits schon beim Säugling beobachten. Dies hat zur Folge, dass die ganzheitliche Entwicklung der Kinder stark eingeschränkt wird und die kognitiven, motorischen, sozialen und emotionalen Fähigkeiten beeinträchtigt sind. Dies wiederrum führt zu erheblichen Schwierigkeiten, die das Lernen, die Leistungsfähigkeit und somit das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeit eines Menschen negativ beeinflussen können.

Mediziner, Pädagogen und andere Wissenschaftler sind sich einig darüber, dass in den ersten drei Lebensjahren wichtige Weichen für das ganze Leben gestellt werden. Diese Lebensphase ist diejenige, in der der Mensch über die größte Lernfähigkeit verfügt. „Kinder sind die besten Lerner der Welt, und zwar umso mehr, je jünger sie sind. Nie wieder ist ein Mensch im Leben so lernfähig und kreativ wie in den ersten Jahren.“[1]

Da die institutionelle Erziehung von Kindern unter drei Jahren in der westdeutschen Vergangenheit wenig Gewicht hatte, ist es nun - bedingt durch den politisch angekündigten Ausbau der Kindertagesstätten, besonders für Säuglinge und Kleinkinder bis 2013 - absolut notwendig, nicht nur quantitative Veränderungen anzustreben, sondern auch qualitative Standards zu sichern.

Bewegung und Wahrnehmung sind die Entwicklungsaufgaben eines Säuglings und eines Kleinkindes und stellen von Beginn an die Grundlage einer gesunden ganzheitlichen Entwicklung dar. Deshalb sollen folgende Ausführungen über die Notwendigkeit der Umsetzung wahrnehmungs- und bewegungsfördernder Konzepte in Kinderkrippen als elementarpädagogische Bildungseinrichtung aufklären. Während meines Jahrespraktikums wurde ich auf den Ansatz der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler aufmerksam. Diesen möchte ich unter Berücksichtigung neuster Ergebnisse aus der Hirnforschung durchleuchten und seine Anwendbarkeit auf die pädagogische Arbeit in Kinderkrippen der BRD untersuchen.

1. Die Bedeutung der Bewegungsentwicklung im Bezug auf die Ganzheitlichkeit kindlicher Entwicklung

1.1.Entwicklung

„Entwicklung ist nicht ein bloßes Hervortreten – Lassen angeborener Eigenschaften, aber auch nicht ein bloßes Empfangen äußerer Einwirkungen, sondern das Ergebnis einer Konvergenz innerer Angelegtheiten mit äußeren Entwicklungsbedingungen.[2] “ Die inneren Angelegtheiten stehen im Zusammenhang mit dem Ausbau und der Funktion des zentralen Nervensystems und der körperlichen Reifung, worauf im Anschluss eingegangen wird.

1.1.1.Zusammenspiel von Bewegung und Entwicklung

Der angeborene Bewegungsdrang, über den Neugeborene verfügen, wenn sie auf die Welt kommen, ist für die Lust am Strampeln und der allgemeinen Bewegung verantwortlich. „Das Kind ist automatisch aktiv, was wiederrum Voraussetzung dafür ist, dass sich alle Organe und das Gehirn als Sitz der Intelligenz optimal entwickeln.[3] “ Im Laufe dieser Arbeit wird detailliert auf die durch Bewegung erzeugten hirnorganischen Veränderungen und die Sinneserweiterung durch zunehmende Bewegungsmuster eingegangen. Entwicklung ist also als ein ganzheitlicher Prozess von Körper, Motorik und Eindrücke über die jeweiligen Sinnesorgane zu betrachten.

1.1.2.Ganzheitliche Entwicklung

Kinder entwickeln sich ganzheitlich. Das bedeutet, dass sich alle Entwicklungsbereiche (Sprache, Emotion, Kognition, Motorik) eines Kindes im gegenseitigen Wechselspiel entwickeln und Fortschritte sich gegenseitig bedingen. Dabei sind Kinder auf Wahrnehmungen über die Sinnesorgane und eine gelungene sensorische Integration angewiesen. Empfangen und Verarbeiten können Kinder diese sinnlichen Eindrücke dann, wenn die innere Reifung soweit fortgeschritten ist, dass die biologischen Voraussetzungen dafür gegeben sind. Jede Sinnesempfindung wird zum jeweiligen Gehirnareal geleitet, dort aufgenommen und verarbeitet. Das Zusammenspiel und die differenzierte Ausreifung der einzelnen Areale führen zur ganzheitlichen Entwicklung des Gehirns und somit auch zur ganzheitlichen Entwicklung eines Menschen.

1.2. Sensorische Integration

1.2.1. Definition

„Sensorische Integration ist der Prozess des Ordnens und Verarbeitens sinnlicher Eindrücke (sensorischen Inputs), so dass das Gehirn eine brauchbare Körperreaktion und ebenso sinnvolle Wahrnehmungen, Gefühlsreaktionen und Gedanken erzeugen kann. Die sensorische Integration sortiert, ordnet und vereint alle sinnlichen Eindrücke des Individuums zu einer vollständigen und umfassenden Hirnfunktion.“[4] Darstellen lässt sich dieser komplexe Vorgang an folgendem Beispiel: „Stellen Sie sich vor, Sie schälen und essen eine Orange. Sie empfinden die Orange ebenso über die Augen, die Nase, den Mund, wie über die Haut Ihrer Hand und an den Fingern. Und ebenso müssen Muskeln und Gelenke innerhalb Ihrer Finger, Hände, Arme und im Mund gefühlt werden. Woher wissen Sie, dass es sich um eine einzige Orange handelt und nicht um mehrere? Was veranlasst ihre zwei Hände und zehn Finger, diese gesamte Arbeit in gutem Zusammenspiel durchzuführen? Alle Sinneseindrücke der Orange und alle Wahrnehmungen seitens der Finger und Hände werden im Gehirn zusammengesetzt – integriert-, und dieses Zusammenfügen einzelner Impulse ermöglicht dem Gehirn, die Orange als ein Ganzes zu erkennen und Ihre Hände und Finger beim Schälen der Orange koordiniert zu gebrauchen.[5] “ Sichtbar wird sensorische Integration bezogen auf dieses Beispiel u. a. bei Geschmacksübungen, wenn Kinder mit geschlossenen Augen eine Orange erschmecken, bei Pantomimen – Spielen, wenn anhand von Handlungen Tätigkeiten erraten werden, oder beim Zusammenstellen von Obstsorten für einen Fruchtsalat, wenn der Geschmack einer Orange aus dem Gedächtnis abgerufen wird.

1.2.2. Die Entwicklung der sensorischen Integration

Bereits bei seiner Geburt verfügt ein Säugling über alle Voraussetzungen zur sinnlichen Wahrnehmung und zur Integration der gewonnenen Eindrücke. Schon im Mutterleib beginnt dieses Zusammenspiel der Sinne, da das Ungeborene Sinneserfahrungen durch z. B. Bewegungen der Mutter, Geräusche u. ä. gewinnen kann. Säuglinge und Kleinkinder sind nach der Geburt auf sinnliche Anregungen angewiesen, um die sensorische Integration durch ständige Auseinandersetzung mit Dingen der Umwelt zu entwickeln und den Körper und das Gehirn an viele körperliche Anforderungen während der Kindheit anzupassen.

„Bis zum Alter von sieben Jahren ist das Gehirn vorwiegend eine „Verarbeitungsmaschine“ sinnlicher Wahrnehmungen. Das bedeutet, dass das Kind Dinge fühlt und deren Bedeutung direkt über die Empfindung erfasst.“[6] Ein Säugling oder ein Kleinkind macht sich keine Gedanken über Gegenstände, es ist vorwiegend mit Fühlen beschäftigt. „Von Anfang an findet Lernen also durch Nutzung und Übung der entsprechenden Körperfunktionen statt.“[7]

„Die Integrationsfunktionen der sinnlichen Wahrnehmung entwickeln sich in einer natürlichen Reihenfolge, wobei jedes Kind die gleichen Grundstufen absolvieren muss. Einige Kinder entwickeln sich schneller und andere langsamer. Aber alle gehen ungefähr den gleichen Weg. Kinder, die von dieser normalen Reihenfolge der Entwicklung ihrer Wahrnehmungsintegration stärker abweichen, können später mit manchen Umständen ihres Lebens Schwierigkeiten bekommen.“[8] Diese Schwierigkeiten können unterschiedlichster Natur sein. So weisen manche Kinder und Erwachsene später Schulprobleme in unterschiedlichen Bereichen auf, können rechts und links nur schwer unterscheiden, haben motorische Schwierigkeiten, können schlecht Ordnung halten usw. Je nach dem, welche Synapsen des jeweiligen Gehirnareals von der mangelnden Integration betroffen sind, unterscheiden sich die Auffälligkeiten und Beeinträchtigungen bei Kindern und Erwachsenen. Die sensorische Integration stellt das Fundament für die Aufnahme und Verarbeitung von Sinnesreizen dar. Dieses Fundament beeinflusst ein Leben lang die Wahrnehmungs- und Lernfähigkeit des Menschen.

1.3. Das zentrale Nervensystem von innen

Die Art und Weise wie sich ein Kind verhält und seine Fähigkeit zum Lernen sind Ausdruck von für uns unsichtbaren Vorgängen im zentralen Nervensystem.

1.3.1. Der Aufbau und die Funktionsweise des Gehirns

„Die allererste und wichtigste Aufgabe des Gehirns ist (und bleibt es zeitlebens) nicht das Denken, sondern das Herstellen, Aufrechterhalten und Gestalten von Beziehungen.“[9] Die Art und Weise dieses Herstellens, Aufrechterhaltens und Gestaltens von Beziehungen ist abhängig vom jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes. A. Jean Ayres spricht von der sensomotorischen Phase eines Kindes bis zum siebten Lebensjahr, Piaget unterteilt diese Phasen nochmals unter in unterschiedliche Perioden, die aufeinander aufbauen (vgl. Punkt 1.5.1.). Durch die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt werden im Gehirn bestimmte Beziehungen zwischen den Nervenzellen hergestellt. Die ersten Verknüpfungen eines sich entwickelnden Gehirns sind einfache Regelkreise zur Steuerung von im Körper ablaufenden Prozessen und zur Koordination von Organfunktionen. „Je häufiger diese einfachen Verschaltungsmuster zur Aufrechterhaltung oder zur Wiederherstellung eines bestimmten Kontraktionsmuster einzelner Muskelgruppen oder zur Steuerung bestimmter Leistungen einzelner Organe und Organsysteme benutzt werden, desto fester und stabiler werden die jeweils aktiven Nervenverschaltungen miteinander verbunden und gebahnt.[10] “ Die einfachen Regelkreise werden nach und nach durch Nervenzellfortsätze innerhalb des Gehirns miteinander verbunden und beeinflussen die Steuerung einzelner Gehirnareale. Diese Entwicklung beginnt bereits vor der Geburt im Mutterleib und setzt sich im Laufe des Lebens fort. Gerade während der ersten drei Lebensjahre werden besonders viele Verbindungen zwischen den Gehirnarealen gebildet. Je verwobener und vielfältiger die Verknüpfungen im Gehirn sind, desto sicherer und leistungsfähiger kann ein Mensch in allen sieben Intelligenzbereichen („sprachliche, musikalische, logisch – mathematische, körperlich – kinästetische, räumliche, intrapersonale und interpersonale Intelligenz“[11]) denken und handeln.

[12]

„Die Strukturen des Nervensystems umfassen die zwei Großhirnhemisphären, das Kleinhirn, den Hirnstamm, das Rückenmark und eine Anzahl von Nerven, die jeden Körperabschnitt erreichen. (…) Jede Struktur enthält viele Nervenzellen, welche Neuronen genannt werden. Jedes Neuron hat eine Faser, die elektrische Impulse entlang ihrer gesamten Länge senden kann. Neuronen, die Impulse vom Körper zum Gehirn befördern – also Empfindungen aller Art-, nennt man sensorische Neuronen. Diejenigen, die Impulse vom Gehirn zu den Muskeln und den inneren Organen leiten, werden motorische Neuronen genannt.“[13] Die Orte, wo Neuronen elektrochemische Kontakte herstellen sind Synapsen. Als Bindeglieder übertragen sie Impulse von einem Neuron zum Anderen. „Die Hauptaufgabe der Neuronen besteht darin, uns über unseren Körper und unsere Umgebung zu informieren, Handlungen und Gedanken entstehen zu lassen und sie in die richtigen Wege zu leiten. Jeder Teil unseres Körpers besitzt Empfangsorgane für Sinneseinwirkungen, sogenannte Rezeptoren, die Energie von dem betreffenden Körperteil in ähnlicher Weise aufnehmen, wie ein Rundfunkempfänger Radiowellen aus der umgebenden Atmosphäre entnimmt.“[14]

„Jeder Rezeptor wandelt die aufgenommene Energie in elektrische Impulse um und lässt diese durch sensorische Nervenfasern zum Rückenmark oder Gehirn fließen.“[15] Diese sensorischen Informationen nutzen Rückenmark, Hirnstamm, Kleinhirn und Großhirn – Hemisphären um Bewusstsein, Wahrnehmung und durch Vergleichen dieser Wahrnehmungen Wissen zu entwickeln. Außerdem halten sie die Körperhaltung und die Körperbewegung aufrecht und planen und koordinieren Bewegungen, Gefühle, Gedanken, steuern Erinnerung und Lernfähigkeit. „Diese sehr komplexe Wahrnehmungsverarbeitung produziert im Gehirn eine entsprechende Informationsreaktion, welche von den motorischen Neuronen zu den betreffenden Organen des Körpers übertragen wird.“[16] Jeder Muskel enthält zahlreiche motorische Neuronen. Elektrische Impulse in den motorischen Neuronen lassen den Muskel Kontaktionen ausführen. Zahlreiche Kontraktionen müssen kombiniert werden, um z. B. Finger und Hände so zu bewegen, dass man etwas greifen oder halten kann. Um zu erreichen, dass die Muskeln koordiniert und aufeinander abgestimmt reagieren, müssen die Aktivitäten im Gehirn geordnet ablaufen, das heißt, die sensorische Integration muss lückenlos funktionieren.

1.3.1.1. Nervenbahnen und Kerne

„Zahlreiche Neuronen sind in dünne Nervenbündel zusammengefasst, die man Nervenbahnen nennt.“[17] Diese Nervenbahnen sind für den Transport von Sinnesreizen oder motorischen Reaktionen im Nervensystem verantwortlich. Für jeden Sinnesbereich sind andere Nervenbahnen zuständig.

„Die Nervenkerne sind Zusammenballungen von Nervenzellen, die als eine Art Schaltzentrale für sensorische und motorische Prozesse dienen. Sie nehmen einen sinnlichen Reiz wahr, ordnen die Informationen neu, verfeinern sie und leiten sie zur weiteren Information innerhalb des Nervensystems weiter.“[18] Eine akustische Information von den Ohren beispielweise, passiert die Hirnstammkerne, dort werden diese Informationen neu geordnet, verfeinert und mit Reizen aus anderen Bereichen sinnlicher Wahrnehmung verknüpft. Die neu geordneten Informationen werden dann an die zuständigen Stellen der Großhirnhemisphäre geleitet. Von dort aus werden diese Informationen an motorische und andere Zentren geschickt, die die entsprechende Reaktion organisieren. In jeder Schaltzentrale fügen sich mehrere Arten von sinnlichen Informationen zusammen, sodass diese immer ganzheitlicher werden.

1.3.1.2. Das Rückenmark

„Das Rückenmark enthält zahlreiche Nervenbahnen, die sensible Informationen dem Gehirn zuführen, und andere Nervenbahnen, die motorische Informationen zu den Nerven bringen, welche diese Impulse an Muskeln und Organe weiterleiten.“[19] Die Funktionen, die die Nervenbahnen des Rückenmarks nutzen, sind für Haltung und Bewegung des Körpers verantwortlich, andere wiederrum organisieren die Funktionen der inneren Organe. „Ein Teil der Verarbeitung von Sinneseindrücken erfolgt bereits im Rückenmark, doch die hauptsächliche sensorische Integration findet im Gehirn statt. Das Gehirn ist besser für die sensorische Integration geeignet, da die Hirnnervenzellen die größte Anzahl von Verbindungen untereinander haben. Störungen der sensorischen Integration ereignen sich deshalb im Gehirn und nicht im Rückenmark.“[20]

1.3.1.3. Der Hirnstamm

„Die sensorischen Nervenbahnen des Rückenmarks setzen sich im Hirnstamm fort, welcher darüber hinaus zahlreiche, sehr wichtige und umfangreiche Kerne aufweist.“[21] Im Hirnstamm werden mehrere Arten von Informationen zusammengeführt. Die Nervenfasern des Hirnstamms stellen Verbindungen zu vielen motorischen Neuronen und den meisten Stellen des Großhirns her. Diese Verbindungen ermöglichen die Verarbeitung und Integration von sensomotorischen Aktivitäten. Im Kern des Hirnstamms befinden sich darüber hinaus Nervenkerne, die verantwortlich sind für die Verarbeitung von Informationen vom Blutkreislauf und lebenswichtigen inneren Organen. Sie steuern z. B. den Herzschlag, die Atmung usw. Auch das Einordnen von Aktivitäten der Großhirnhemisphären gehört zu den Aufgabenbereichen des Hirnstamms.

1.3.1.4. Vestibuläre Kerne und Kleinhirn

„Der Hirnstamm enthält eine Ansammlung von unvorstellbar komplexen Kernen, die die Informationen von den Rezeptoren der Erdschwere und der Körperbewegung im Innenohr verarbeiten und diese Informationen dazu verwenden, um die vertikale Haltung, das Gleichgewicht und zahlreiche andere automatische Funktionen aufrechtzuerhalten. Die vestibulären Kerne im Hirnstamm verarbeiten auch einen großen Teil der Informationen von allen anderen Sinnesorganen, ganz speziell von Rezeptoren in den Gelenken und Muskeln, also der Tiefensensibilität und Eigenwahrnehmung.“[22] Im Kleinhirn werden alle Arten von Empfindungsreizen verarbeitet, der Schwerpunkt liegt aber auf der Gliederung der Einflüsse der Erdschwere, der Körperbewegung, der Muskel – und Gelenkempfindungen. Körperbewegungen können aufgrund dieser Funktion gleichmäßig ablaufen.

1.3.1.5. Großhirnhemisphären

„Die Hauptmasse des Gehirns besteht aus den zwei Großhirnhemisphären, von denen sich auf jeder Seite des Kopfes eine befindet. Diese Halbkugeln vollbringen die umfassendste Organisation sinnlicher Einwirkungen einschließlich ihrer Verarbeitung, welche uns präzise und bis ins kleinste Detail reichende Vorstellungen von Empfindungen geben.“[23] Das Limbische System, das für unser auf emotionaler Basis beruhendes Verhalten bedeutungsvoll ist, befindet sich ebenfalls in den Großhirnhemisphären. Die emotionalen Zentren nehmen sinnliche Wahrnehmungsreize auf, die für die Regulierung emotionaler Reaktionen und emotionaler Reife verantwortlich sind.

1.3.1.6. Großhirnrinde

„Die äußere Schicht der Großhirnhemisphären wird Großhirnrinde genannt. Beim Menschen ist die Hirnrinde hochgradig spezialisiert. Es gibt ein Zentrum, das nur für visuelle Wahrnehmung zuständig ist, ein anderer Bezirk verarbeitet die Interpretation von Geräuschen aus der Umgebung, ein weiterer dient dem Sprachverständnis. Große Zentren sind vorhanden für die Deutung von Körperempfindungen und mehrere Zentren für die willensmäßige Kontrolle des Körpers und der Augenbewegungen.“[24] Diese Zentren sind wiederrum in kleinere Bereiche unterteilt, die mit bestimmten Körperteilen in Verbindung stehen. „Obgleich es für jeden Körperteil Zentren gibt, sind die Zentren für Finger-, Hand- und Sprachmuskeln wesentlich ausgedehnter als diejenigen für den übrigen Körper.“[25] Die Hirnrinde ist deshalb von Bedeutung für das Fühlen und Koordinieren von Hand- und Fingertätigkeiten, sowie für die Sprache. Über die Spezialisierung der Hirnrindenbereiche auf spezifische Informationen hinaus, nimmt jedes Zentrum zusätzliche Reize von anderen Sinnesorganen auf. „Auf diese Weise vollbringt die Hirnrinde die Integration aller Arten von Empfindungen und bildet unsere Assoziationen zwischen den verschiedenen Arten von Gefühlen aus.“[26] Die Leistungen des Gehirns sind abhängig von einer exakten Funktionsfähigkeit der beiden Gehirnhälften. Erfolgt die Zusammenarbeit der beiden Gehirnhälften eingeschränkt, lassen sich Auffälligkeiten beim Lernen und im Verhalten des betreffenden Kindes oder Erwachsenen feststellen.

1.3.2. Die Sinne

„Empfindungen sind „Futter“ oder auch „Nahrung“ für das Nervensystem. Jeder Muskel, jedes Gelenk, jedes lebenswichtige Organ, jeder kleinste Hautabschnitt und die Sinnesorgane am Kopf senden ihre sensorischen Reize zum Gehirn“[27]. Das Nervensystem benötigt durch Reize ausgelöste Informationen, um den Körper und den Geist eines Lebewesens durch Reaktionen an die Umwelt anzupassen und um ein inneres Bild über die Beschaffenheit des Körpers selbst und das Körperschema zu erhalten.

1.3.2.1. Sehen

Das Auge nimmt über die Netzhaut Informationen aus der Umwelt auf. Durch Lichtquellen wird es erregt und gibt optische Sinneseindrücke an die optischen Verarbeitungszentren im Hirnstamm ab. Dort werden die Impulse verarbeitet und mit anderen Sinnesinformationen bezüglich der Muskeln, Gelenke und des Gleichgewichtssystem gemischt. Durch das Zusammenfügen der Informationen erhalten wir die Grundkenntnis über unsere Umgebung und die Objekte, die sich in ihr befinden.

1.3.2.2. Hören

Durch akustische Schwingungen in der Luft werden die Hörzellen im Innenohr angeregt. Diese senden Impulse zu den Hörzentren im Hirnstamm. Dort werden die Impulse zusammen mit welchen vom Gleichgewichtssystem und der Haut verarbeitet. Außerdem wandern einige akustische Impulse weiter in andere Gehirnareale. Nur so haben wir die Möglichkeit, das Gehörte auch in Verbindung mit dem Sinn der akustischen Aufnahme zu bringen.

1.3.2.3. Berührung und Tastempfinden

„Die Haut besitzt zahlreiche unterschiedliche Sorten von Sinnesorganen für die Gefühlsqualitäten von Berührung, Druck, Strukturbeschaffenheit, Hitze oder Kälte, Schmerz sowie der Bewegung der Haare auf der Haut.“[28] Das taktile System ist das ausgedehnteste Sinnesorgan unseres Körpers und spielt eine große Rolle für das physische und psychische Wohlbefinden. „Tastsinnesorgane unterhalb des Halses geben ihre Reizimpulse an das Rückenmark, von wo aus sie aufwärts zum Hirnstamm ziehen. Tastsinnesrezeptoren in der Haut am Kopf senden ihre Impulse direkt zum Hirnstamm der Kopfnerven. Vom Stammhirn wird die Tastinformation breit über das ganze Gehirn gestreut.“[29] Die Areale im Hirnstamm, die für taktile Reize zuständig sind, informieren uns darüber, wenn irgendetwas die Haut berührt und geben uns Informationen über die Eigenschaft und Gefährlichkeit dieser Berührung. Die Informationen gehen auch in die sensorischen Bezirke der Hirnrinde. Erst dort erfolgt die genaue Lokalisierung der Berührung.

1.3.2.4. Eigenwahrnehmung, Tiefensensibilität (Propriozeption)

Eigenwahrnehmung und Tiefensensibilität sind sensorische Informationen, die durch Kontraktion oder Streckung von Muskeln oder Bewegung von Gelenken verursacht wird. Die Empfindung des eigenen Körpers erfolgt vorwiegend während der Bewegung, aber auch wenn wir stillstehen. „Muskeln und Gelenke schicken konstante Informationen zum Großhirn, um dieses über unsere Stellung zu informieren.“[30] Die sensorischen Informationen werden durch das Rückenmark an Hirnstamm und Kleinhirn geschickt, ein Teil dieser Informationen erreicht auch die Großhirnhemisphäre. Die Eigenwahrnehmung und Tiefensensibilität ermöglicht es uns, unseren Körper zu bewegen und diese Bewegungen koordiniert auszuführen.

1.3.2.5. Gleichgewichtssinn (Vestibuläres System)

Die Rezeptoren des Gleichgewichtssinns, auch vestibuläre Rezeptoren genannt, befinden sich gemeinsam mit den akustischen Rezeptoren im Innenohr. Es gibt zwei Arten der vestibulären Rezeptoren. Eine Art ist für die Reaktion auf die Schwerkraft zuständig. Sie bestehen aus dünnen Kalziumcarbonatkristallen, die durch die Erdschwere nach unten gezogen werden und die auf Körperbewegungen reagieren. Diese Reaktionen werden zu den vestibulären Kernen im Hirnstamm gesendet. Die zweite Art vestibulären Sinnesorganen befindet sich in kleinen halbkreisförmigen Röhren, den Bogengängen, die mit einer Flüssigkeit gefüllt sind. In jedem Innenohr sind drei dieser Bogengänge verortet. Wenn sich der Kopf in eine Richtung bewegt, bleibt die Flüssigkeit aufgrund ihrer Trägheit zurück und reizt dadurch die in diesem Kanal befindlichen Sinnesorgane. „Wenn die Bewegung abgebremst wird, bleibt die Flüssigkeit nicht sofort stehen, sondern bewegt sich geringfügig weiter, wodurch auch dieses Mal ein Reiz auf den betreffenden Rezeptor ausgeübt wird. Der Druck der nachhinkenden Flüssigkeit in den Bogengängen reizt die Rezeptoren, die innerhalb des Kanals liegen.“[31]

Die von den Rezeptoren erzeugten Impulse werden durch den Vestibularnerv zu den vestibulären Kernen im Hirnstamm geleitet und mit den Informationen der Schwerkraftrezeptoren kombiniert. Verarbeitet werden diese Eindrücke vorwiegend in vestibulären Kernen und im Kleinhirn. Die Informationen werden abwärts in den Hirnstamm zu den Großhirnhemisphären weitergeleitet. „Die Informationen, welche das Rückenmark passieren, treten in Kontakt mit anderen sensorischen und motorischen Impulsen und helfen uns bei der Aufrechterhaltung unserer Körperhaltung, des Gleichgewichts und der Bewegung. Diejenigen Informationen, die zu höheren Ebenen des Großhirns laufen, treten in Verbindung mit taktilen, propriozeptiven, optischen und akustischen Impulsen und vermitteln uns Raumwahrnehmung sowie Kenntnis über unsere Stellung und Orientierung innerhalb des Raumes.“[32]

1.3.2.6. Informationen aus den inneren Organen und Blutgefäßen (Viszeraler Input)

„Es gibt Sinnesorgane in den inneren Organen und den wichtigen Blutgefäßen. Bewegungen und Aktivitäten dieser Organe, die Blutströmung und die chemische Zusammensetzung des Bluts können diese Sinnesorgane stimulieren und diese versorgen den Hirnstamm mit Informationen, die benötigt werden, um den Körper gesund zu erhalten.“[33] Durch die Sinnesorgane der inneren Organe werden Blutdruck, Verdauung, die Atmung und die anderen Funktionen des vegetativen Nervensystems reguliert.

1.4. Bedeutung der Bewegungsentwicklung im Bezug auf die Ganzheitlichkeit kindlicher Entwicklung

Anhand der Ausführungen über die umfangreichen Funktionen des zentralen Nervensystems und der Sinne soll die Ganzheitlichkeit der kindlichen Entwicklung veranschaulicht werden. Es ist daher nie der Fall, dass nur ein Sinn angeregt und nur ein einzelner Entwicklungsbereich beeinflusst wird. Wenn ein Kind beginnt sich zu drehen oder ein anderes Kind das Stelzenlaufen versucht, arbeitet der ganze Körper als Einheit zusammen, die sich im Gleichgewicht befinden muss. „Kleine Kinder lernen vor allem über (Sinnes) – Wahrnehmungen und über motorische Handlungen (Bewegung). Aus entwicklungspsychologischer Sicht werden sensomotorische Angebote in besonderer Weise den Bedürfnissen und dem Lernverhalten den Kleinsten gerecht.“[34] Die sensomotorische Periode nach Piaget, auf die im Anschluss eingegangen wird, macht deutlich, dass Kinder in den ersten Lebensjahren nicht durch abstraktes Denken lernen, sondern den Grundstein der kognitiven Leistungsfähigkeit durch Bewegung und Wahrnehmung legen. Bewegung und Wahrnehmung bedingen sich gegenseitig. Das wurde zum einen an den vorausgehenden Ausführungen über ganzheitliche Hirnentwicklung deutlich, zum anderen erweitert ein Kind durch fortschreitende motorische Möglichkeiten auch den Zugang zu neuen Wahrnehmungsmöglichkeiten. Ein Säugling zum Beispiel, der sich Drehen kann, erweitert sein Blickfeld wenn er sich vom Bauch auf den Rücken dreht. In der Bauchlage nimmt er andere visuelle, propriozeptive und vestibuläre Reize wahr, als in der Rückenlage. Sobald ein Kind zu laufen beginnt, hat er andere, eigenständigere Zugänge zu sinnlichen Reizquellen, als ein Kind, das in der Bewegungsfähigkeit noch eingeschränkter ist. Nur durch das eigenständige Erkunden und Erforschen, das immer mit Bewegung verbunden ist, kann ein Kind seine Welt sinnlich begreifen und sich eigene innere Bilder von seiner Umwelt und von sich selbst machen.

„Der größte Bereich des Gehirns befasst sich mit der Vorbereitung von Körperbewegungen. In dem Moment, wo die Hirnfunktionen vollständig und ausgewogen ablaufen, erreichen die Körperbewegungen ihr höchstes Maß an Anpassung, ist Lernen eine relativ einfache Aufgabe und richtiges Verhalten ein ganz natürlicher Zustand.“[35] Aus diesem Zitat von Jean A. Ayres geht hervor, dass Bewegung, gekoppelt mit sinnlicher Wahrnehmung einen sehr wichtigen Bestandteil der Hirnentwicklung und somit der ganzheitlichen Entwicklung ausmacht.

1.5. Die kognitive Entwicklung

Wie bereits erwähnt, beruht die kognitive Entwicklung eines Kindes besonders in den ersten Lebensjahren vor allem auf Bewegungs- und Wahrnehmungsvorgängen. Das Kind verinnerlicht die Welt weniger durch kognitive Möglichkeiten wie Denken und Vorstellen, sondern eignet sie sich vor allem über seine Sinne, seine Handlungen und seinen Körper an. Da Körper- und Bewegungserfahrungen immer mit dem eigenen Körper, der Umwelt und deren Gegebenheiten und Gegenständen verbunden sind, soll die materiale Umwelt eines Kindes vielfältig und abwechslungsreich gestaltet sein, damit das Kind eine Vielzahl von Kenntnissen und Erfahrungen erwerben kann.

Die Entwicklungspsychologie geht auf diese Aspekte konkret ein. Grundlage hierfür ist u. a. die Interaktionstheorie von Piaget, die besagt, dass in den einfachen Handlungen und Tätigkeiten des Kindes die Grundlage für jegliche Erfahrungsgewinnung liegt.

Auch die Interaktionstheorie nach Piaget basiert auf den Erkenntnissen, dass sich die Intelligenz in der handelnden Auseinandersetzung des Kindes mit den Objekten seiner Umwelt entwickelt. Denken vollzieht sich zunächst in der Form aktiven Handelns. Die Voraussetzung, Situationen und Dinge theoretisch zu beherrschen, setzt die praktische Bewältigung von solchen Situationen voraus.

Handlungen werden so internalisiert, dass im Laufe der Entwicklung in der frühen Kindheit die Abstraktion von der eigentlichen Handlung ermöglicht wird, das Ergebnis der Tätigkeit durch gedankliche Vorstellungen vorweggenommen werden kann und diese Vorstellungen anstelle des aktiven Ausprobierens erfolgt. Diese Entwicklung wird dem Kind durch Experimentieren und Erforschen der Gegenstände seiner Umwelt und seines Körpers selbst ermöglicht.

Das Menschenbild, dem Piagets Ausführungen unterliegen besagt, dass das Kind als ein neugieriges und entdeckungsfreudiges Wesen zu betrachten ist. „Dies wird deutlich in der Schilderung zahlreicher Situationen, in denen Kinder allein durch ein äußeres Ereignis zu selbständigem Handeln und aktivem Experimentieren herausgefordert werden.“[36]

Piaget gliedert die Entwicklung der Intelligenz und des Denkens in vier Stufen:

- „Stadium der sensomotorischen Intelligenz (ca. 0 – 2 Jahre)
- Stadium des voroperationalen Denkens (ca. 2 – 7 Jahre)
- Stadium der konkreten Operationen (ca. 7 – 11 Jahre)
- Stadium der formalen Operationen (ab ca. 11 Jahren)“[37]

1.5.1.Das Stadium der sensomotorischen Intelligenz

Da es sich bei den Kindern in Kinderkrippen um Säuglinge und Kleinkinder bis zum dritten Lebensjahr handelt, soll hier primär auf das Stadium der sensomotorischen Intelligenz eingegangen werden. Während dieses Stadiums gelingen dem Kind große Fortschritte im Bereich der kognitiven Entwicklung. Piaget hält diese Phase für ausgesprochen wichtig, da die kognitiven Strukturen im Aufbau sind, die das Kind später für seine intellektuellen Fähigkeiten dringend benötigt. Diese kognitiven Strukturen bezeichnet Piaget als „Sensomotorische Intelligenz“. Darunter ist die Art der Problembewältigung, die ausschließlich auf Handlung und Wahrnehmung der Dinge im Umgang des Kindes mit ihnen, aber nicht auf Vorstellung und Denken beruht, zu verstehen. Die sensomotorische Intelligenz bildet die Grundlage der kognitiven Entwicklung und ist somit ein Leben lang für den Menschen wichtig. Alle weiteren Stufen bauen auf ihr auf.

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

[38]

Um detailliert auf die Stadien der sensomotorischen Intelligenz eingehen zu können, müssen einzelne Begrifflichkeiten erörtert werden:

Assimilation: „Allgemeine Bezeichnung für Prozesse, in deren Verlauf Ähnlichkeiten bzw. Stimmigkeiten durch Angleichung, Umwandlung oder Verschmelzung erzeugt werden.“[39]

Akkommodation: „Allgemeine Bezeichnung für die Eigenschaft eines Systems, durch Nacheinstellungen eine verbesserte Anpassung und Leistungsfähigkeit zu erreichen.“[40]

Anpassung: „Allgemeine und umfassende Bezeichnung für den Prozess oder das Ergebnis eines Vorganges, der als Herstellung des Gleichgewichts zwischen Individuum bzw. Organismus und seiner sozialen und/oder physikalischen Umwelt gedeutet wird. Diese Auffassung kommt von Spencers darwinistischer Anschauung her, dass das Leben durch fortgesetzte Anpassung definiert ist.“[41]

1.5.1.1.Phase 1: Betätigung angeborener Reflexe

Jeder Mensch verfügt bei seiner Geburt über angeborene Reflexe. Die Tätigkeiten, die durch diesen Reflex ausgelöst werden (z. B. Saugen, ausgelöst durch den Saugreflex), laufen zu Beginn noch ungeschickt ab. „Der Saugreflex ist eine vererbte Einrichtung, die von Geburt an funktioniert und entweder durch unbestimmte spontane Bewegung oder durch einen äußeren Reiz ausgelöst wird.“[42] Dazu reicht es meistens, dem Kind die Brustwarze in den Mund zu legen. Der Prozess der Akkommodation setzt ein, „nach und nach lernt es (…), sie zu ergreifen und sogar zu entdecken. Zuerst war dazu direkte Berührung notwendig, schließlich genügt aber jede Berührung mit irgendeinem näher oder weiter von der Brustwarze entfernt liegenden Gebiet.“[43] Der Vorgang des Saugens wird durch ständige Wiederholung sicherer und geschickter. „Dieses Bedürfnis nach Wiederholung ist ein Aspekt eines allgemeineren Prozesses, den wir als Assimilation qualifizieren können. Aufgrund seiner Tendenz zur Wiederholung verleibt sich der Reflex jeden Gegenstand ein, der geeignet ist, ihm als Erreger zu dienen.“[44] Die Tätigkeit des Saugens wird also während der folgenden Phasen auf immer mehr Umweltobjekte wie Tücher, Schnuller usw. angewandt. In dieser Weise erfolgt die Betätigung und Übung anderer angeborener Reflexe wie Greifen, Schreien usw.

1.5.1.2 .Phase 2: Primäre Kreisreaktionen (Zirkulärreaktionen)

„Die vererbten Anpassungsmechanismen werden im Verlauf der Entwicklung von nicht angeborenen Anpassungsmechanismen überhöht, denen sie sich nach und nach unterordnen.“[45] Es folgen erworbene Handlungskompetenzen, die noch nicht intentional ablaufen. Der Lernfortschritt bezieht sich auf Gegebenheiten am eigenen Körper und noch nicht auf die der Umwelt. Zufällig ausgelöste Handlungen werden wiederholt und stabilisieren sich. Piaget spricht in diesem Fall von primären Zirkulärreaktionen. „Eine Zirkulärreaktion ist also eine erworbene und funktionale Betätigung eines Reflexes. Sie verstärkt und erhält nicht nur diese Reflextätigkeit und ihren Mechanismus, sondern auch die neu entstandene Erweiterung des Reflexmechanismus zu einem ganzheitlichen sensomotorischen Verhalten, das um seiner selbst willen gesucht wird.“[46] Berücksichtigt werden müssen in diesem Stadium die Fortschritte im Sehen und Greifen des Säuglings, die wesentlich dazu beitragen, sich der Umwelt zuzuwenden.

Am Beispiel des Saugreflexes kann berichtet werden, dass der Säugling im zweien und dritten Lebensmonat „neue Formen der Saugtätigkeit“[47] erlernt. „Wir beginnen damit, die Bildung der beiden wichtigsten Zirkulärreaktionen zu beschreiben, das systematische Vorstrecken der Zunge (dem später das Spielen mit dem Speichel und den Lippen usw. folgt) und das Saugen am Daumen.“[48] Die Akkommodation vollzieht sich in diesem Fall durch Elemente, die dem angeborenen Reflex hinzugefügt werden und sich wie erwähnt noch auf den eigenen Körper beziehen.

1.5.1.3. Phase 3: Sekundäre Kreisreaktionen (Zirkulärreaktionen)

„Indem das Kind seine Handlungen durch reproduzierende und generalisierende Assimilation unaufhörlich neu vollzieht, überschreitet es die Grenzen der einfachen Reflextätigkeit und entdeckt die Zirkulärreaktionen, auf denen es seine ersten Gewohnheiten aufbaut. (…) Zuerst lässt das Kind dieses Verhaltensschemata am eigenen Körper spielen, dann beginnt es früher oder später, sie an überraschenden Erscheinungen der Außenwelt auszuprobieren, wodurch das Explorations- und Experimentationsverhalten entsteht.“[49] In diesem Stadium erkennt das Kind, Verhaltensweisen zu zerlegen und neu zusammen zu setzen. Es erkennt Mittel und Zweck, ist aber noch nicht in der Lage, diese Erkenntnis zielgerichtet einzusetzen. Durch sekundäre Zirkulärreaktion versucht das Kind nun auf seine Umwelt einzuwirken. Ab dieser Stufe kann man vom Beginn intentionaler Handlungen sprechen. Die Tätigkeit des Kindes ist es, „jedes interessante Handlungsergebnis, das aufgrund einer Einwirkung auf die Außenwelt erzielt worden ist, neu hervorzurufen, ohne dass das Kind danach trachten würde, die so erzielten Verhaltensschemata voneinander zu trennen und neu zu gruppieren. Das Ziel ist damit nicht von vornherein gegeben, sondern wird erst im Augenblick der Wiederholung der Handlung gesetzt.“[50] Durch spontane Aktivitäten angeregt, führt der Säugling also diese Handlungen wegen der interessanten Effekte weiterhin aus. Die Effekte beziehen sich während dieser Phase bereits auf die Umwelt und nicht mehr auf den eigenen Körper. An einem Beispiel veranschaulicht: „Das Kind entdeckt zunächst zufällig, dass durch die Bewegung der Hand, die eine Rassel hält, Geräusche erzeugt werden können. Das Schütteln der Rassel mit der Hand wird dann zum Mittel, um das Ziel der Erzeugung eines Geräusches zu erreichen.“[51]

1.5.1.4. Phase 4: Intentionales Verhalten

Nach Piaget macht das vierte Stadium im Vergleich mit dem vorangehenden tatsächlich einen sehr deutlichen Fortschritt in der Funktionsweise der Intelligenz sichtbar. „Es liegt (…) gleichzeitig sowohl eine Unterscheidung zwischen Ziel und Mittel als auch eine absichtliche Koordination von Verhaltensschemata vor. Die Intelligenzhandlung beschränkt sich nicht mehr auf eine einfache Reproduktion interessanter Ergebnisse, sondern stellt den Versuch dar, diese Ergebnisse mittels neuartiger Kombinationen von Verhaltensschemata zu realisieren.“[52] Durch konkrete Bezüge werden die Gegenstände der Umwelt miteinander in Verbindung gebracht und Handlungen gefunden, auf diese Dinge einzuwirken. Die ausgeführten Handlungen stellen nicht das eigentliche Ziel dar, sondern dienen als Mittel zum Zweck. Führt das Kind eine bestimmte Verhaltensweise zum Ziel, setzt es das erfolgreiche Verhalten auch in anderen Situationen ein. Das Kind versucht also, sich die Gegebenheiten seiner Umwelt so anzueignen, dass es alle ihm bekannten Verhaltensweisen auf ein Objekt anwendet, um es zu erforschen. Beobachtet man z. B. ein Kleinkind, das Interesse an einem kleinen Ball gefunden hat. Es betastet ihn, saugt an ihm, befühlt ihn, wirft ihn zu Boden usw. „Es stellt sich nun die Frage, wie sich ein Kind vor vollständig neuen Gegenständen oder Ereignissen verhalten wird, wenn es schon fähig ist, ihm vertraute Handlungsschemata auf neue Situationen anzuwenden und Anzeichen unabhängig von der eben vollzogenen Handlung zu verstehen.“[53] Beobachtungen nach Piaget zeigen, dass Kinder, wenn sie mit neuen Gegenständen in Berührung kommen, kein bestimmtes Ziel setzten, außer diese Dinge zu „begreifen“. „Aufgrund einer Art von „generalisierender Assimilation“ wird das Kind versuchen, den Gegenstand in jedes der ihm vertrauten Handlungsschemata einzuordnen, indem es sie der Reihe nach ausprobiert. (…) Da das „Verstehen“ für das Kind noch mit sensomotorischen oder praktischen Assimilationen identisch ist, wird es sich damit begnügen, jedes seiner Handlungsschemata auf den Gegenstand anzuwenden.“[54] Deutlich wird dieser Vorgang z. B. bei einem Kind, das den Umgang mit Stiften und Papier erkundet. So bekritzelt es das Papier mit den Stiften, zerknüllt es anschließend und nimmt es vielleicht noch in den Mund.

[...]


[1] MAYWALD; Jörg & SCHÖN; Bernhard: Krippen. Wie frühe Betreuung gelingt. Seite 13

[2] STERN; W. (1914): Psychologie der frühen Kindheit bis zum sechsten Lebensjahr. In: ROTHGANG; Georg – Wilhelm: Entwicklungspsychologie. Seite 13

[3] Beweg Dich. Famos. Das Nürnberger Familienmagazin. Ausgabe: Juni 2008, Seite 6

[4] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 47

[5] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 8

[6] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 10

[7] HÜTHER; Gerald: Sich zu bewegen lernen, heißt fürs Leben lernen. In: HUNGER; Ina & ZIMMER; Renate (Hrsg): Bewegung, Bildung, Gesundheit. Seite 13

[8] AYRES; A. Jean: Bausteine kindlicher Entwicklung. Seite 20

[9] HÜTHER; Gerald: Sich zu bewegen lernen, heißt fürs Leben lernen. In: HUNGER; Ina & ZIMMER; Renate (Hrsg): Bewegung, Bildung, Gesundheit. Seite 14

[10] HÜTHER; Gerald: Sich zu bewegen lernen, heißt fürs Leben lernen. In: HUNGER; Ina & ZIMMER; Renate (Hrsg): Bewegung, Bildung, Gesundheit. Seite 14

[11] THÜNEMANN-ALBERS; Maria: Körperintelligenz und Körperidentität: Der Körper als Lern-, Fühl- und Erfahrungsort. In: HUNGER; Ina & ZIMMER; Renate (Hrsg): Bewegung, Bildung, Gesundheit. Seite 263

[12] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 48

[13] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 45

[14] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 46

[15] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 46

[16] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 46

[17] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 49

[18] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 49

[19] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 50

[20] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 50

[21] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 50

[22] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 52

[23] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 53

[24] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 53

[25] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 53

[26] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 54

[27] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 56

[28] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 58

[29] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 59

[30] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 60

[31] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 62

[32] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 63

[33] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 64

[34] WILMES – MIELENHAUSEN; Brigitte: Wahrnehmungsförderung bei Kleinkindern. Seite 9

[35] AYRES; A. Jean: Bausteine der kindlichen Entwicklung. Seite 47

[36] ZIMMER; Renate: Handbuch der Bewegungsentwicklung. Seite 47

[37] ROTHGANG; Georg – Wilhelm: Entwicklungspsychologie. Seite 49

[38] ROTHGANG; Georg – Wilhelm: Entwicklungspsychologie. Seite 50

[39] FRÖHLICH; W. D. & DREVER; James: Wörterbuch zur Psychologie. Seite 59

[40] FRÖHLICH; W. D. & DREVER; James: Wörterbuch zur Psychologie. Seite 44

[41] FRÖHLICH; W. D. & DREVER; James: Wörterbuch zur Psychologie. Seite 55

[42] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 40

[43] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 40

[44] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 43

[45] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 57

[46] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 57

[47] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 59

[48] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 59

[49] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 159

[50] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 161

[51] ROTHGANG; Georg – Wilhelm: Entwicklungspsychologie. Seite 51

[52] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 217

[53] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 257

[54] PIAGET; Jean: Das Erwachen der Intelligenz beim Kinde. Seite 258

Ende der Leseprobe aus 92 Seiten

Details

Titel
Das Konzept der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler
Hochschule
Georg-Simon-Ohm-Hochschule Nürnberg
Note
1,3
Autor
Jahr
2008
Seiten
92
Katalognummer
V118684
ISBN (eBook)
9783640231447
Dateigröße
2186 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Konzept, Bewegungsentwicklung, Emmi, Pikler, Möglichkeiten, Grenzen, Umsetzung, Kinderkrippen
Arbeit zitieren
Diplom - Sozialpädagogin (FH) Melanie Aull (Autor:in), 2008, Das Konzept der freien Bewegungsentwicklung nach Emmi Pikler, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/118684

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