Schon lange wird kontrovers diskutiert, ob eine Handlung durch einen Wunsch zusammen mit einer Meinung zur Ausführung kommt, oder ob sie auch nur durch eine Meinung allein, eine Wertüberzeugung, zustande kommen kann. Das stellt den Diskurs zwischen Internalisten und Externalisten dar, in dem es um die Frage geht, ob eine Handlung aufgrund interner oder externer Gründe ausgeführt wird. Eine der neuzeitlichen Philosophinnen, Ursula Wolf, setzt sich mit der Dialektik zwischen Internalisten und Externalisten auseinander, wobei in diesem Essay insbesondere auf den Externalismus eingegangen wird.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wolfs Betrachtung des Gründe-Externalismus und seine argumentativen Strategien
3. Auseinandersetzung mit dem Externalismus und Wolfs Position
4. Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die philosophische Kontroverse zwischen Internalismus und Externalismus, mit einem besonderen Fokus auf die Kritik der Philosophin Ursula Wolf am Gründe-Externalismus und dessen Erklärungsmodellen für moralisches Handeln.
- Grundlagen des Gründe-Externalismus
- Dialektik zwischen internen und externen Handlungsgründen
- Kritische Analyse externalistischer Erklärungsstrategien
- Die Rolle der Subjektivität und Internalisierung bei moralischen Handlungen
- Diskussion der Plausibilität des Internalismus gegenüber dem Externalismus
Auszug aus dem Buch
2. Wolfs Betrachtung des Gründe-Externalismus und seine argumentativen Strategien
Zunächst soll geklärt werden, was der Gründe-Externalismus aussagt. Diese Position sucht nach normativen Gründen für eine Handlung, sodass man zu ihrer Ausführung auch dann einen Grund hat, wenn man aus interner Sicht kein Motiv hat. Während „intern“ bedeutet, dass eine Handlung von innen heraus betrachtet wird, heißt „extern“, dass diese von außen als Beobachter aufgefasst wird.
Die Unterscheidung zwischen „intern“ und „extern“ trat initial im Kontext moralischer Gründe auf, weil die externalistische Annahme von bestimmten Gründen, die für den Handelnden keine handlungsleitenden Motive darstellen, besonders bei moralischen Gründen Bestand haben solle. Wenn Handlungen allein durch Wertüberzeugungen initiiert werden könnten, oder aber zusätzlich mit einem Wunsch, der nicht allein zu der Handlung motiviert, dann stelle das ein Argument für den Externalismus dar. Zudem bleibe ungeklärt, ob die moralische Motivation in der moralischen Verpflichtung intern enthalten sei, was zugunsten des Externalismus ausfalle, wenn es nicht der Fall wäre. Die Frage, ob man eine Handlung ausführen soll, kann bejaht werden, wenn es im Sinne der moralischen Verpflichtung verstanden wird, aber wenn die moralische Motivation nicht intern in ihr enthalten ist, dann lässt es die Möglichkeit offen, dass allein eine Meinung eine Handlung auslöst.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Debatte zwischen Internalisten und Externalisten ein und skizziert das Ziel, Ursula Wolfs Auseinandersetzung mit dem Externalismus kritisch zu beleuchten.
2. Wolfs Betrachtung des Gründe-Externalismus und seine argumentativen Strategien: Dieses Kapitel erläutert die Grundbegriffe des Externalismus sowie zwei spezifische Strategien zur Erklärung moralischen Handelns anhand des Beispiels von Henry James.
3. Auseinandersetzung mit dem Externalismus und Wolfs Position: Eine kritische Analyse der externalistischen Argumente, wobei herausgearbeitet wird, warum diese Ansätze aus Sicht von Wolf und dem Autor an der notwendigen Rückbindung an das Subjekt scheitern.
4. Schluss: Die Schlussbetrachtung resümiert, dass der Gründe-Externalismus aufgrund mangelnder Plausibilität und der unvermeidbaren Bedeutung interner Kontexte zugunsten des Internalismus in Frage gestellt werden sollte.
Schlüsselwörter
Gründe-Externalismus, Internalismus, moralische Gründe, Ursula Wolf, Handlungsgründe, moralische Motivation, Wertüberzeugungen, Subjektivität, Internalisierung, Handlungsphilosophie, externe Motive, moralische Verpflichtung, normative Gründe, philosophische Ethik, Vernunft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die philosophische Debatte über die Voraussetzungen menschlichen Handelns, insbesondere die Frage, ob Handlungen durch externe Gründe oder nur durch interne Motive und Wünsche motiviert werden können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung zwischen Internalismus und Externalismus, die Analyse moralischer Motivation sowie die philosophische Position von Ursula Wolf zu diesen Modellen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den Gründe-Externalismus zu definieren, die von Ursula Wolf kritisierten Argumentationsstrategien zu erörtern und die Plausibilität dieser Position zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der philosophischen Textanalyse und argumentationstheoretischen Prüfung, basierend auf dem Aufsatz von Ursula Wolf.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Unterscheidungen zwischen internen und externen Gründen, die externalistischen Erklärungsmodelle und deren Unzulänglichkeiten bei der Erklärung moralischer Handlungen diskutiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Gründe-Externalismus, Internalismus, moralische Motivation, Internalisierung und Handlungsgründe.
Wie bewertet Ursula Wolf die Rolle von externen Motiven?
Wolf kritisiert, dass externe Motive allein das Problem moralischer Handlungen nicht lösen können, da sie entweder zufällig bleiben oder bei näherer Betrachtung doch wieder eine interne, subjektive Bindung erfordern.
Warum spielt die Unterscheidung von Kulturen eine Rolle für die Kritik am Externalismus?
Da externe Gründe oft kulturspezifisch sind, wird angezweifelt, dass sie universell objektiv und normativ zwingend für das Handeln jedes Einzelnen sein können.
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- Melina Boll (Author), 2022, Eine Auseinandersetzung mit dem Externalismus. Der Wahrheit auf der Spur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1187795