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Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Parallelität von gegenwärtigen und früheren begünstigenden Faktoren

Titel: Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Parallelität von gegenwärtigen und früheren begünstigenden Faktoren

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 24 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Vincent Weyer (Autor:in)

Politik - Grundlagen und Allgemeines
Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die Forschungsfrage dieser Arbeit lautet: Welche Parallelen gegenwärtiger und früherer, den Islamischen Staat im Irak und in Syrien begünstigender Faktoren existieren? Entgegen dem Glauben vieler, ist der IS längst nicht besiegt. Nach der Zerschlagung des Kalifats im März 2019 haben sich die überlebenden Islamisten zwar in weitläufige Wüstengebiete zurückgezogen, ihre tödlichen Angriffe gegenüber Zivilisten und irakische Sicherheitskräfte jedoch nicht eingestellt.

Tatsächlich ist in den letzten Monaten ein starker Anstieg von terroristischen Aktivitäten zu beobachten, so kam es seit Anfang des Jahres vermehrt zu Überfällen, Entführungen, Sprengattacken, Hinterhalten und Selbstmordangriffen. Dass das Erstarken des Islamischen Staates, der in den letzten Jahren stellvertretend für islamistischen Terror stand, keineswegs ein Produkt des Zufalls ist, soll in der vorliegenden Arbeit erörtert werden. Es wird gezeigt, dass sich in der heutigen Situation Parallelen von drei entscheidenden Faktoren erkennen lassen, die letztes Jahrzehnt in der Phase vor der Errichtung des Kalifats eine Rolle für den Aufstieg des Islamischen Staates gespielt haben und es heute wieder tun könnten.

Weil die zeitliche Abgrenzung jener Phase ob der Komplexität dieser Faktoren problematisch ist – schließlich haben sie teilweise ihren Ursprung bereits im letzten Jahrhundert – wurden in dieser Arbeit der Arabische Frühling im Irak im Jahr 2011 als und die Errichtung des Kalifats 2014 als zeitlicher Rahmen für diese „Vorphase“ betrachtet. Diese Abgrenzung ist elementar, um die Forschungsfrage beantworten zu können: welche Parallelen gegenwärtiger und früherer, den Islamischen Staat im Irak und in Syrien begünstigender Faktoren existieren?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

A Einleitung: Erstarken des islamistischen „Terrors“ durch den Islamischen Staat im Irak

B Hauptteil: Ein Wiedererstarken islamistischer Gewalt in der Levante? Parallelität gegenwärtiger und früherer, den Islamischen Staat im Irak und Syrien begünstigender Faktoren

I. Die Fragilität der Sicherheitseinrichtungen und Al-Haul als Camp Bucca 2.0?

II. Militärische Ohnmacht und Machtvakua

III. Driver der Radikalisierung

a. Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem politischen System

b. Die „sunnitische Krise“: der irakische Klientelismus

C. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwieweit Parallelen zwischen der aktuellen Situation und der Phase vor der Errichtung des Kalifats 2014 existieren, die ein Wiedererstarken des Islamischen Staates in der Levante begünstigen könnten.

  • Analyse sicherheitspolitischer Fragilitäten in Gefängnissen und Flüchtlingslagern wie Al-Haul.
  • Untersuchung der Auswirkungen eines potenziellen Abzugs westlicher Truppen und entstehender Machtvakua.
  • Bewertung der sozioökonomischen Unzufriedenheit und des politischen Klientelismus als Radikalisierungsfaktoren.
  • Erörterung der Rolle der sunnitischen Minderheit im Kontext des irakischen Staatsgefüges.

Auszug aus dem Buch

Die Fragilität der Sicherheitseinrichtungen und Al-Haul als Camp Bucca 2.0?

Die derzeitige Situation rund um Sicherheitseinrichtungen stellen eine erste, beängstigende Parallele zur Phase vor dem Aufstieg des Islamischen Staates dar. Haftanstalten im Irak und im Besonderen Camp Bucca spielten damals eine wichtige Rolle für die spätere Stärke der Terrormiliz. Experten gehen davon aus, dass hier Allianzen geschmiedet und erste Pläne fürs Kalifat entworfen wurden. Einen Teil der insgesamt ca. 30.000 Insassen bildeten hochrangige Ex-Militärs von Saddam Hussein - diese wurden nach dem Sturz des Ba’ath Regimes infolge der sogenannten De-Ba’athisierung von ihren Militärämtern entlassen und bildeten anschließend die Führungsriege vom die amerikanische Besatzung bekämpfenden Vorgänger des Islamischen Staates, Al-Qaida im Irak (AQI) sowie anschließend vom IS selbst. Insassen wurden in Camp Bucca oftmals ohne Anhörung oder Gerichtsprozess für mehrere Jahre inhaftiert. Wenn sie zum Zeitpunkt der Inhaftierung nicht bereits überzeugte Islamisten waren, dann spätestens im Laufe ihrer aus juristischer Sicht zum Teil problematischen Haft. Camp Bucca wurde zum Radikalisierungshotspot des IS, ein führendes Mitglied sagte später hierzu: „If there was no American prison in Iraq, there would be no IS now. Bucca was a factory. It made us all. It built our ideology.”

Zusammenfassung der Kapitel

A Einleitung: Erstarken des islamistischen „Terrors“ durch den Islamischen Staat im Irak: Einleitung in die Thematik vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie und Darstellung der Forschungsfrage zur Parallelität begünstigender Faktoren.

B Hauptteil: Ein Wiedererstarken islamistischer Gewalt in der Levante? Parallelität gegenwärtiger und früherer, den Islamischen Staat im Irak und Syrien begünstigender Faktoren: Untersuchung der drei Hauptfaktoren Gefängnisse/Flüchtlingslager, Machtvakua und Radikalisierungs-Driver.

I. Die Fragilität der Sicherheitseinrichtungen und Al-Haul als Camp Bucca 2.0?: Analyse der Radikalisierungsgefahren in Haftanstalten und Flüchtlingslagern durch mangelnde Sicherheit und Überlastung.

II. Militärische Ohnmacht und Machtvakua: Erörterung der Risiken eines Truppenabzugs und der Abhängigkeit des irakischen Militärs von ausländischer Unterstützung.

III. Driver der Radikalisierung: Erläuterung der sozioökonomischen und politischen Ursachen für die Entfremdung der Bevölkerung.

a. Unzufriedenheit der Bevölkerung mit dem politischen System: Darstellung des Vertrauensverlustes der Bevölkerung in das irakische System seit 2003.

b. Die „sunnitische Krise“: der irakische Klientelismus: Analyse der Diskriminierung der sunnitischen Minderheit als treibende Kraft für islamistischen Radikalismus.

C. Schluss: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse und Warnung vor einer Wiederholung historischer Fehler.

Schlüsselwörter

Islamischer Staat, IS, Irak, Levante, Radikalisierung, Al-Haul, Camp Bucca, Dschihad, Klientelismus, Machtvakuum, sunnitische Minderheit, Sicherheitseinrichtungen, Terrorismus, Korruption, Politische Instabilität.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit analysiert, inwieweit aktuelle Entwicklungen im Irak und Syrien Parallelen zu den Bedingungen aufweisen, die Anfang des letzten Jahrzehnts den Aufstieg des Islamischen Staates begünstigten.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Felder sind die Sicherheitssituation in Gefängnissen und Flüchtlingslagern, die militärische Stabilität im Kontext ausländischer Militärpräsenz sowie die sozioökonomische Unzufriedenheit der sunnitischen Bevölkerung.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Kernfrage lautet: Welche Parallelen existieren zwischen gegenwärtigen und früheren, den Islamischen Staat im Irak und in Syrien begünstigenden Faktoren?

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung aktueller Berichte, Umfragen und Expertenanalysen basiert, um historische Entwicklungen mit der Gegenwart zu vergleichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Radikalisierungshotspots, die Gefahr eines erneuten Machtvakuums durch Truppenabzug sowie die tiefliegenden strukturellen Ursachen der Radikalisierung in der sunnitischen Bevölkerung.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Radikalisierung, Machtvakuum, Klientelismus und die Analyse der sunnitischen Krise im Irak geprägt.

Warum wird Camp Bucca als Vergleich herangezogen?

Camp Bucca diente als „Wiege des Terrors“, da dort durch massenhafte Inhaftierungen und mangelnde Deradikalisierung ein Radikalisierungshotspot entstand; das Lager Al-Haul weist heute ähnliche strukturelle Risiken auf.

Welche Rolle spielt die „De-Ba’athisierung“ im heutigen Kontext?

Sie wird von vielen Sunniten als Instrument zur systematischen politischen Exklusion wahrgenommen, was das Vertrauen in den irakischen Staat untergräbt und den Nährboden für radikale Ideologien bereitet.

Ende der Leseprobe aus 24 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Parallelität von gegenwärtigen und früheren begünstigenden Faktoren
Hochschule
Universität Passau
Note
1,7
Autor
Vincent Weyer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
24
Katalognummer
V1188062
ISBN (PDF)
9783346624949
ISBN (Buch)
9783346624956
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Terrorismus Islamischer Staat IS Islamismus Syrien Irak Levante ISIL Dschihad Dschihadismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vincent Weyer (Autor:in), 2020, Islamischer Staat (IS) im Irak und in Syrien. Parallelität von gegenwärtigen und früheren begünstigenden Faktoren, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1188062
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Leseprobe aus  24  Seiten
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