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Spiel und Ernst. Johan Huizinga, George Herbert Mead und Helmuth Plessner – der Mensch in der (spielerischen) lebenslangen Sozialisation

Titel: Spiel und Ernst. Johan Huizinga, George Herbert Mead und Helmuth Plessner – der Mensch in der (spielerischen) lebenslangen Sozialisation

Seminararbeit , 2021 , 28 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: B. A. Philipp Schönherr (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zunächst wird sich diese Untersuchung, in Anlehnung an Huizinga, mit dem antagonistischen Begriffspaar des Spiels und des Ernstes auseinandersetzten. Es wird hervorgehoben, dass eine allzu strikte Trennung dieser Sphären des menschlichen Seins keineswegs so klar voneinander zu unterscheiden sind, dass Spiel und Ernst sich bedingen und, dass, selbst wenn eine strikte Separation angenommen wird, es dennoch Verbindungen auf der konstitutionellen Ebene jener Begriffe gibt.

Daran anknüpfend werden – gewissermaßen den Kern dieser Untersuchung ausmachend – zum einen George Herbert Meads Mind, Self & Society und Helmuth Plessners Grenzen der Gemeinschaft im Fokus stehen. Meads Text präsentiert eine Theorie, welche die Entstehung und Weiterentwicklung des 'Selbst', d.h. der eigenen Persönlichkeit als einen sozialintegrativen Prozess beschreibt und, der zumindest in der jüngeren Forschung, Analog zum Konzept des 'lebenslangen Lernens' aufgefasst wird. Kontinuität in der Weiterentwicklung der Persönlichkeit ist ein zentraler Aspekt und wie zu zeigen sein wird, weißt diese Elemente eines Spiels auf. Auf einer stärker differenzierten Ebene ist Plessners Auseinandersetzung mit den Spielarten im sozialen Miteinander angesiedelt. Wenn Mead gewissermaßen eine allgemeine Theorie zur Entstehung des Selbst formuliert, ist es bei Plessner der Erhalt und die Behauptung des Selbst in sozialen Interaktionen, d.h. der Sozialisation. Diese zeichnet sich einmal mehr durch Überschneidungen mit spielerischen Elementen aus, sei es in spezifischen Rollen die übernommen werden, die sich aus Normen ergeben, aus Selbstschutz oder weil sie eine Frage der Empathie darstellen.

Abschließend und im Rückgriff auf Plessner und Mead und Wittpoth, sollen Überlegungen angestellt werden, was denn eigentlich dagegen spräche, den Homo ludens in den erlesenen Kreis des Homo faber und des Homo sapiens, als Beschreibungsformen der menschlichen Ontologie aufzunehmen?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Spiel mit dem Ernst

2.1 Spielerische Entwicklung des Selbst in sozialen Kontexten

2.2 Spielarten der sozialen Interaktion

2.3 Gespielte Rollen – der homo ludens als Teil der menschlichen Ontologie

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Spiel als fundamentales Element der menschlichen Lebensführung und Sozialisation. Sie hinterfragt die strikte Trennung von Spiel und Ernst und analysiert, wie Menschen durch spielerische Prozesse in sozialen Kontexten ihr Selbst entwickeln und behaupten. Dabei werden die Theorien von Johan Huizinga, George Herbert Mead und Helmuth Plessner verknüpft, um das Bild des "Homo ludens" auch im Kontext der modernen Erwachsenenwelt zu legitimieren.

  • Die Dichotomie zwischen Spiel und Ernst in der Kultur.
  • Die Theorie der lebenslangen Sozialisation und Identitätsbildung nach Mead.
  • Soziale Interaktionsformen und Selbsterhalt bei Plessner.
  • Spielerische Elemente als notwendige Strategie im öffentlichen Raum.
  • Die Einordnung des "Homo ludens" in die menschliche Ontologie.

Auszug aus dem Buch

2. Das Spiel mit dem Ernst

Bevor nun im Folgenden auf Mead, Plessner und damit auf die Rolle von Elementen des Spiels für die Entwicklung des Selbst eingegangen wird, erscheint es notwendig, einen Blick auf die Dichotomie des Spiels und des Ernstes zu werfen. Bereits Huizinga machte sich stark für eine Aufwertung des Spiels – als sinnvolle Funktion des Individuums, sowie als eine Art schöpferischen Akts – und eine andere Perspektive, wenn es um den Begriff des Ernstes ginge:

Er [der Mensch] findet das Spiel in der Kultur als eine gegebene Größe vor, die vor der Kultur selbst da ist und sie von Anbeginn an bis zu der Phase, die er selbst erlebt, begleitet und durchzieht. Überall tritt ihm das Spiel als eine bestimmte Qualität des Handelns entgegen, die sich vom "gewöhnlichen" Leben unterscheidet. [...] [D]as Spiel als eine Form von Aktivität, als sinnvolle Form und als soziale Funktion. Er sucht nicht mehr nach natürlichen Antrieben, die das Spielen im allgemeinen bestimmen, sondern betrachtet das Spiel in seinen mannigfaltigen konkreten Formen selbst als soziale Struktur.10

Das Spiel und die Kultur sind bei Huizinga untrennbar miteinander verbunden und das Spiel gebärdet sich als omnipräsenter Bestandteil jeder Phase des individuellen Lebens.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die historische Bedeutung des Spiels ein und stellt die These auf, dass das Spiel ein zentraler, oft unterschätzter Begleiter des menschlichen Lebens ist.

2. Das Spiel mit dem Ernst: Hier erfolgt eine kritische Auseinandersetzung mit der Dichotomie von Spiel und Ernst, wobei die untrennbare Verbindung beider Sphären in der menschlichen Lebenswelt betont wird.

2.1 Spielerische Entwicklung des Selbst in sozialen Kontexten: Dieses Kapitel analysiert Meads Theorie der lebenslangen Sozialisation, in der die Persönlichkeitsentwicklung als andauernder Prozess und als Rollenspiel innerhalb sozialer Kontexte verstanden wird.

2.2 Spielarten der sozialen Interaktion: Plessners anthropologischer Ansatz zur Selbstbehauptung im öffentlichen Raum wird hier dargelegt, wobei soziale Interaktionen als Rollenspiele mit klaren, aber schützenden Regeln interpretiert werden.

2.3 Gespielte Rollen – der homo ludens als Teil der menschlichen Ontologie: Dieses Kapitel fasst die theoretischen Erkenntnisse zusammen und plädiert dafür, den Homo ludens als festen Bestandteil menschlicher Existenz anzuerkennen.

3. Fazit: Das Fazit resümiert die Notwendigkeit des Spiels im Erwachsenenleben und hinterfragt, warum der "Ernst des Lebens" fälschlicherweise als exklusiver Gegensatz zum Spiel definiert wird.

Schlüsselwörter

Spiel, Ernst, Sozialisation, Identität, Homo ludens, Selbst, Rollenspiel, Interaktion, Kultur, Persönlichkeit, Menschsein, Huizinga, Mead, Plessner, Alltäglichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die philosophische und soziologische Bedeutung des Spiels über die Kindheit hinaus bis in das Erwachsenenleben.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Themen sind die Dichotomie zwischen Spiel und Ernst, die Identitätsentwicklung durch Sozialisation und die soziale Behauptung des Individuums.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es aufzuzeigen, dass der Mensch ein spielendes Wesen ist und dass der Begriff des "Homo ludens" in der menschlichen Ontologie neben den Kategorien des Homo sapiens und Homo faber stehen sollte.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die philosophische und soziologische Literatur von Huizinga, Mead und Plessner analysiert und kontextualisiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Spielformen, Meads Theorie der Selbstkonstitution durch Rollenübernahme sowie Plessners Überlegungen zur Maskerade und zum Schutz der Persönlichkeit im öffentlichen Raum.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Spiel, Sozialisation, Selbst, Identität, Rolle und Plessners Konzept der "Rüstung" im sozialen Raum definiert.

Wie unterscheidet sich Meads Sicht auf Sozialisation von der Plessners?

Während Mead Sozialisation primär als Prozess der Übernahme von Rollen und Haltungen beschreibt, legt Plessner den Fokus auf den Schutz der individuellen Persönlichkeit vor einer als anonym empfundenen Gesellschaft.

Welche Rolle spielt der "Ernst des Lebens" in dieser Untersuchung?

Der "Ernst" wird nicht als natürlicher Gegenspieler zum Spiel begriffen, sondern als eine qualitative Eigenschaft, die menschliches Handeln in verschiedenen Lebensbereichen begleitet.

Warum wird im Text das Beispiel des Projekts "SocialSIM" angeführt?

Das Projekt dient als Beleg dafür, dass spielerische Simulationen erfolgreich als pädagogisches Instrument genutzt werden können, um soziales Verhalten in einer komplexen Welt zu erforschen.

Was bedeutet Plessners Metapher der "Rüstung"?

Plessner beschreibt damit soziale Normen und Anstandsregeln, die Menschen im öffentlichen Raum wie eine Rüstung anlegen, um ihr wahres Selbst zu schützen und Gesichtsverlust zu vermeiden.

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Details

Titel
Spiel und Ernst. Johan Huizinga, George Herbert Mead und Helmuth Plessner – der Mensch in der (spielerischen) lebenslangen Sozialisation
Hochschule
Universität Stuttgart  (Institut für Philosophie)
Veranstaltung
Philosophie des Spiels
Note
1,7
Autor
B. A. Philipp Schönherr (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
28
Katalognummer
V1190406
ISBN (PDF)
9783346625977
ISBN (Buch)
9783346625984
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Johan Huizinga George Herbert Mead Helmuth Plessner Spiel Spiel und Ernst Philosophie des Spiels Philosophie Lebenslange Sozialisation Lebenslanges Lernen Mensch im sozialen Kontext Homo ludens Rollenspiel Lebensgestaltung Normen Werte Gesellschaft 20. Jahrhundert Sozialisation Individuum Rollenbilder gespielte Rollen Konfomität Individualität vs. Konformität Öffentlichkeit und Privates
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
B. A. Philipp Schönherr (Autor:in), 2021, Spiel und Ernst. Johan Huizinga, George Herbert Mead und Helmuth Plessner – der Mensch in der (spielerischen) lebenslangen Sozialisation, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190406
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Leseprobe aus  28  Seiten
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