Die Coronakrise und die Auswirkungen der Eindämmungsmaßnahmen (Shutdown) stürzen die deutsche Wirtschaft in eine seit dem Zweiten Weltkrieg nie da gewesen Krise. In der ersten Jahreshälfte 2020 wird ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um 18 % erwartet. Im Gesamtjahr 2020 wird das deutsche BIP um 9 % zurückgehen, bevor es wieder in 2021 voraussichtlich um 4 % zulegt. Die Corona-Pandemie trifft den deutschen Arbeitsmarkt mit voller Härte und anders als in der Finanzmarktkrise von 2009. Die Krise wirkt zum einen als Angebotsschock und zum anderen durch die kontaktbeschränkenden Maß- nahmen als Nachfrageschock. Die Bundesregierung hat mit einem Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen reagiert. Sowohl die Angebots- und die nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik bieten Maßnahmen, um Wirtschaftskrisen zu bewältigen. Ein Vergleich beider wirtschaftspolitischen Konzepte skizziert Grundannahmen, Ansatzpunkten und Probleme.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Zielsetzung und Verlauf der Arbeit
2 Grundlagen praktischer sowie theoretischer Wirtschaftspolitik
2.1 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
2.2 Probleme der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik
2.3 Angebotsorientierte Wirtschaftspolitik
2.4 Probleme der angebotsorientierten Wirtschaftspolitik
3 Beispiel: Wirtschaftspolitik der Bundesregierung im Lichte der Coronakrise
3.1 Beurteilung der wirtschaftspolitischen Konzepte vor dem Hintergrund der Coronakrise
4 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert und vergleicht die zwei zentralen wirtschaftspolitischen Konzepte – die nachfrageorientierte und die angebotsorientierte Wirtschaftspolitik – vor dem Hintergrund der durch die Corona-Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise, um zu bewerten, welcher Ansatz kurzfristig am besten zur Stabilisierung der Konjunktur geeignet ist.
- Grundlagen und Definitionen der nachfrage- und angebotsorientierten Wirtschaftspolitik
- Gegenüberstellung von Instrumenten und theoretischen Annahmen beider Ansätze
- Kritische Analyse der jeweiligen Schwachstellen und Problemfelder
- Wirtschaftspolitische Reaktion der Bundesregierung auf die COVID-19-Krise
- Bewertung der staatlichen Interventionsmaßnahmen im aktuellen Krisenkontext
Auszug aus dem Buch
2.1 Nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik
Zu den Befürwortern einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik zählen die Keynesianer, die hohe Arbeitslosenzahlen auf eine volkswirtschaftliche Nachfrageschwäche zurückführen. Liegt eine geringe Nachfrage aufgrund von Arbeitslosigkeit oder niedriger Löhne vor, so führt diese zum Produktionsrückgang, was wiederum die Arbeitslosigkeit verstärkt. Die Gesamtwirtschaft kann sich nicht aus eigner Kraft erholen, um zur Vollbeschäftigung zurückzukehren. Die Käufer für Produkte sind nicht vorhanden und die Selbstheilungskräfte des Marktes versagen. Die entstandene Nachfragelücke muss durch staatliche Eingriffe – Geldausgabe das Staates in Abschwung oder in Krisenzeit (antizyklische Fiskalpolitik) – geschlossen werden, um die gesamtwirtschaftliche Nachfrage zu erhöhen.
Es sind unterschiedliche Varianten einer nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik des Staates vorstellbar:
o Nachfragestimulierung durch die öffentliche Hand: Durch Konsumnachfrage und Investitionen des öffentlichen Sektors – finanziert durch Kreditaufnahme – sollen die gesamtwirtschaftlichen Wachstumskräfte gestärkt werden.
o Zinssenkung durch staatliche Geldpolitik: Durch eine Offenmarkt- und Mindestreservepolitik sollen Zinsen gesenkt werden mit dem Ziel die Investitionsbereitschaft und die Nachfrage nach Konsumgütern zu stimulieren. Da die Zinsen sinken, werden Investitionen ins Sachanlagevermögen attraktiver.
o Erhöhung des Realeinkommens: Durch Steuersenkungen und Erhöhung der Einkommen steigt die Realkaufkraft der Verbraucher mit dem Ergebnis der Nachfrageerhöhung (absolute Einkommenshypothese von Keynes).
o Ausweitung der öffentlichen Beschäftigung, des Sozialtransfers und der Arbeitsmarktpolitik: Durch staatliche Beschäftigungs- sowie Qualifizierungsprogramme und einer Erhöhung des Sozialtransfers (Kindergeld, Arbeitslosengeld) steigt das Haushaltseinkommen privater Haushalte zur Nachfragesteigerung.
o Staatliche Subventionierung und Förderprogramme: Durch staatliche Subventionen oder Förderprogramme in Form von Investitionszulagen, sollen für Unternehmen direkte Investitionsanreize geschaffen werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die durch die Coronakrise ausgelöste Wirtschaftskrise dar und führt in die Fragestellung ein, welche wirtschaftspolitischen Ansätze zur Krisenbewältigung am besten geeignet sind.
2 Grundlagen praktischer sowie theoretischer Wirtschaftspolitik: Hier werden die theoretischen Konzepte der nachfrageorientierten und angebotsorientierten Wirtschaftspolitik erläutert, inklusive ihrer Instrumente und der jeweiligen kritischen Problemfelder.
3 Beispiel: Wirtschaftspolitik der Bundesregierung im Lichte der Coronakrise: Dieses Kapitel untersucht die konkreten staatlichen Maßnahmen der Bundesregierung zur Abfederung der Pandemiefolgen und bewertet diese im Kontext der vorgestellten Wirtschaftstheorien.
4 Fazit: Das Fazit fasst die Analyse zusammen und kommt zu dem Ergebnis, dass die nachfrageorientierte Politik in der gegenwärtigen Krisensituation der Coronakrise am besten zur kurzfristigen Belebung der Konjunktur geeignet erscheint.
Schlüsselwörter
Wirtschaftspolitik, Nachfrageorientierung, Angebotstheorie, Coronakrise, Keynesianismus, Neoliberale Schule, Fiskalpolitik, Rezession, Konjunktur, Staatsintervention, Beschäftigungssicherung, Deficit Spending, Geldpolitik, Strukturpolitik, Investitionsförderung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem Vergleich der beiden gegensätzlichen wirtschaftspolitischen Konzepte – Nachfrageorientierung und Angebotstheorie – und deren Anwendung im Kontext der Corona-Pandemie.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen beider Schulen, deren Instrumentarium zur Krisenbewältigung sowie eine kritische Auseinandersetzung mit den jeweiligen theoretischen Problemen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es zu beurteilen, welcher wirtschaftspolitische Ansatz als Momentaufnahme in der Coronakrise am besten geeignet ist, um der drohenden Rezession in Deutschland wirksam entgegenzuwirken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der die theoretischen Konzepte der Wirtschaftspolitik erarbeitet und anschließend auf Basis der aktuellen Ereignisse der COVID-19-Pandemie in Deutschland angewandt und beurteilt werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erläutert die Funktionsweisen, Instrumente und Nachteile von nachfrage- und angebotsorientierter Politik und stellt diese den tatsächlichen Maßnahmen der Bundesregierung während der Pandemie gegenüber.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftspolitik, Keynesianismus, Angebotstheorie, Fiskalpolitik, Konjunkturbelebung und staatliche Interventionen charakterisiert.
Warum ist laut der Arbeit eine nachfrageorientierte Politik in der Krise zielführend?
Die Arbeit argumentiert, dass in einer akuten Krisensituation wie der Coronakrise ein schnelles Handeln des Staates notwendig ist, um durch gezielte Konsum- und Investitionsimpulse einen tiefen Wirtschaftseinbruch zu verhindern.
Welche spezifische Rolle spielt die "Stagflation" im theoretischen Teil der Arbeit?
Die Stagflation wird als ein zentrales Problembeispiel der nachfrageorientierten Wirtschaftspolitik angeführt, da dieses Phänomen (Stagnation bei gleichzeitiger Inflation) die klassischen Rezepte der keynesianischen Nachfragesteuerung vor große Herausforderungen stellt.
Wie bewertet die Arbeit die Maßnahmen der Bundesregierung?
Die Maßnahmen der Bundesregierung – wie das Kurzarbeitergeld und verschiedene Schutzschirme – werden als weitgehend folgerichtig eingestuft, da sie eine massive Entlassungswelle verhindern und die Liquidität der Unternehmen in einer Ausnahmesituation sichern.
- Arbeit zitieren
- Maximilian Ludwig (Autor:in), 2020, Angebots- versus nachfrageorientierte Wirtschaftspolitik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1190422