Die Seminararbeit beschäftigt sich mit der extrinsischen die intrinsischen Motivation in Arbeitsbeziehungen. Dazu werden das mikroökomisch fundierte Modell von Bénabou & Tirole umrissen, die intrinsische und extrinsische Motivation voneinander abgegrenzt sowie das Auftreten des Verdrängungseffektes anhand verschiedener Theorien dargelegt. Anschließend wird die intrinsische Motivation in das Modell von Bénabou & Tirole integriert und die Rolle der intrinsischen Motivation in bestimmten Arbeitsbeziehungen empirisch dargelegt.
In wissensbasierten Ökonomien sind Aufgaben durch eine steigende Wissensintensität, Komplexität, Volatilität und Teamorientierung1 gekennzeichnet. Dies verleiht der Ressource Mensch sowie dem Personalmanagement eine zunehmend strategische Rolle, weil effiziente Anreizsysteme, die Agenten motivieren, zum Wohle des Unternehmens zu handeln, geschaffen werden müssen. Ein zentrales Anreizsystem ist das Vergütungssystem, welches den Erfolg eines Unternehmens sicherstellen soll.
In der Praxis zeigen Lohnumfragen, dass 80% der befragten Unternehmen den Fixlohn mit einem Bonus ergänzen. Dies ist auf die Prinzipal-Agenten-Theorie, die vor allem monetäre, individuelle und ex-ante Anreize verbunden mit einer klar definierten Zielgröße als optimalen Performanceanreiz konstatiert, zurückzuführen. Demgegenüber stehen Beobachtungen von Psychologen, Soziologen und zunehmend Ökonomen, die den rein positiven Effekt von monetären Anreizen auf die Performance (Preiseffekt) bezweifeln und einen negativen Einfluss tangibler Anreize auf die intrinsische Motivation konstatieren.
Demnach verdrängen monetäre Anreize die intrinsische Motivation und folglich sinkt die Performance. Auch in der Praxis zeigt sich dahingehend Bewegung, denn Großkonzerne, wie Bosch, Daimler oder die Deutsche Bahn schafften ihre ehemals variablen Vergütungssysteme ab. Eine Verschiebung von einfachen und klar Zielgrößen definierten Aufgaben hin zu wissensintensiven, komplexen und volatilen Teamaufgaben, verleiht nicht nur der Ressource Mensch eine besondere Bedeutung, sondern erschwert zudem eine klare Zieldefinition, erhöht den Einfluss der intrinsischen Motivation in Arbeitsbeziehungen und bringt somit die negativen Seiten leistungsvariabler Vergütung und damit den Verdrängungseffekt besonders zum Tragen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretische & begriffliche Grundlagen
2.1 Das Modell von Bénabou & Tirole
2.2 Intrinsische & Extrinsische Motivation
2.3 Erklärungen für das Auftreten des Verdrängungseffektes
3 Integration der intrinsischen Motivation in das Modell von Bénabou & Tirole
4 Empirischer Nachweis
4.1 Rolle der intrinsischen Motivation bei Arbeitsbeziehungen
4.2 Empirische Befunde des Verdrängungseffektes
5 Ergebnisse
5.1 Ergebnisse des Modells
5.2 Ergebnisse empirische Befunde
6 Diskussion
7 Praktische Implikationen für Arbeitsbeziehungen
8 Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Relevanz des Crowding-out-Effekts in modernen Arbeitsbeziehungen. Ziel ist es zu analysieren, unter welchen Bedingungen extrinsische Anreize die intrinsische Motivation von Mitarbeitern verdrängen und wie dies die Leistungsfähigkeit beeinflusst.
- Analyse der Interaktion zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation.
- Modelltheoretische Integration der intrinsischen Motivation in das Bénabou & Tirole-Modell.
- Untersuchung von Arbeitsbeziehungen mit komplexen und volatilen Aufgaben.
- Diskussion empirischer Befunde zur Wirksamkeit leistungsvariabler Vergütungssysteme.
- Ableitung praktischer Gestaltungsempfehlungen für Anreizsysteme.
Auszug aus dem Buch
1 Einleitung
In wissensbasierten Ökonomien sind Aufgaben durch eine steigende Wissensintensität, Komplexität, Volatilität & Teamorientierung gekennzeichnet. Dies verleiht der Ressource Mensch sowie dem Personalmanagement eine zunehmend strategische Rolle, weil effiziente Anreizsysteme, die Agenten motivieren zum Wohle des Unternehmens zu handeln, geschaffen werden müssen. Ein zentrales Anreizsystem ist das Vergütungssystem, welches den Erfolg eines Unternehmens sicherstellen soll. In der Praxis zeigen Lohnumfragen, dass 80% der befragten Unternehmen den Fixlohn mit einem Bonus ergänzen. Dies ist auf die Prinzipal-Agenten-Theorie, die vor allem monetäre, individuelle & ex-ante Anreize verbunden mit einer klar definierten Zielgröße als optimalen Performanceanreiz konstatiert, zurückzuführen. Demgegenüber stehen Beobachtungen von Psychologen, Soziologen & zunehmend Ökonomen, die den rein positiven Effekt von monetären Anreizen auf die Performance (Preiseffekt) bezweifeln und einen negativen Einfluss tangibler Anreize auf die intrinsische Motivation konstatieren. Demnach verdrängen monetäre Anreize die intrinsische Motivation und folglich sinkt die Performance.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Hinführung zum Thema und Relevanz der Motivationsforschung im Kontext moderner, wissensbasierter Arbeitswelten.
2 Theoretische & begriffliche Grundlagen: Darstellung des Modells von Bénabou & Tirole sowie Abgrenzung der verschiedenen Motivationsarten und deren theoretische Verknüpfung.
3 Integration der intrinsischen Motivation in das Modell von Bénabou & Tirole: Modelltheoretische Erweiterung zur Erklärung, wie die intrinsische Motivation die Kostenfunktion des Agenten beeinflusst.
4 Empirischer Nachweis: Aufarbeitung empirischer Studien und Metaanalysen zur Bestätigung des Verdrängungseffektes bei komplexen Arbeitsaufgaben.
5 Ergebnisse: Synthese der modelltheoretischen Überlegungen und der empirischen Evidenz bezüglich der Wirksamkeit von Anreizsystemen.
6 Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit den Limitationen des Modells und der praktischen Anwendbarkeit in verschiedenen Organisationsformen.
7 Praktische Implikationen für Arbeitsbeziehungen: Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Anreizsystemen bei unterschiedlichen Aufgabentypen.
8 Ausblick: Notwendigkeit weiterer Forschung zur Korrelation zwischen Motivationsarten und personenbezogenen Variablen.
Schlüsselwörter
Crowding-out-Effekt, intrinsische Motivation, extrinsische Motivation, Vergütungssystem, Prinzipal-Agenten-Theorie, Leistungsanreize, Bénabou & Tirole, Motivationsmanagement, Arbeitsbeziehungen, Performancesteigerung, Verdrängungseffekt, Aufgabenkomplexität, Anreizgestaltung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie sich finanzielle Anreize auf die intrinsische Motivation von Mitarbeitern auswirken und ob diese Anreize zu einem sogenannten Verdrängungseffekt (Crowding-out) führen können.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Personalökonomik, Motivationspsychologie, Anreizgestaltung in Unternehmen und die theoretische Fundierung durch das Bénabou & Tirole-Modell.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die zentrale Frage lautet: Verdrängen extrinsische Anreize (wie Boni) die intrinsische Motivation in Arbeitsbeziehungen?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die ein ökonomisches Modell nutzt, um bestehende empirische Befunde und Metaanalysen kritisch zu hinterfragen und zu integrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die methodische Erweiterung des Bénabou & Tirole-Modells um die intrinsische Motivationskomponente sowie die Auswertung relevanter empirischer Studien aus den vergangenen Jahrzehnten.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Schlagworte sind Crowding-out-Effekt, intrinsische und extrinsische Motivation, Anreizsysteme und Leistungsvergütung.
Warum spielt die Aufgabenkomplexität eine so große Rolle im Modell?
Bei komplexen Aufgaben ist die intrinsische Motivation der Mitarbeiter in der Regel höher. Das Modell zeigt, dass gerade hier externe monetäre Anreize eher kontraproduktiv wirken, da sie die Selbstbestimmung des Agenten einschränken.
Welche Limitationen werden für die Praxis genannt?
Die Arbeit stellt fest, dass in der Praxis Arbeitsbeziehungen auch die Funktion der Lebensunterhaltssicherung erfüllen, weshalb intrinsische Motivation allein oft nicht ausreicht und ein Mix aus Anreizformen notwendig ist.
- Citation du texte
- Klarina Paulisch (Auteur), 2020, Überblick über die Crowding-Out These. Verdrängt die extrinsische die intrinsische Motivation in Arbeitsbeziehungen?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1191718