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Willensfreiheit und göttliches Vorherwissen

Aspekte der Indeterminiertheit des menschlichen Willens trotz göttlichem Vorherwissen in Augustins »De libero arbitrio«

Title: Willensfreiheit und göttliches Vorherwissen

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Lutz Spitzner (Author)

Philosophy - Philosophy of the Ancient World
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Summary Excerpt Details

Der folgenden Arbeit liegt das Werk »de libero arbitrio« des Kirchenvaters Augustinus zu Grunde. Aufgebaut ist dieses in drei Büchern, welche in chronologischer Reihenfolge an verschiedenen Orten und zu unterschiedlichen Zeiten verfasst wurden. Dadurch lässt sich auch bereits an diesem einen Werk ein Teil der Entwicklung Augustins erkennen. Das gesamte Werk ist in einem Dialog zwischen Augustinus und seinem Gesprächspartner Evodius gehalten. Letzterer ist keine Symbolfigur, sondern tatsächlich ein Zeitgenosse und Freund des Augustinus. Der Ursprung des Dialoges liegt vermutlich in Gesprächen, welche zwischen beiden in Rom stattfanden und dann den Ausgangspunkt des Werkes bildeten.1 Evodius’ Rolle als fragender und hinterfragender Dialogpartner stellt hierbei die Verkörperung des Lesers dar, welcher überzeugt werden soll, während Augustinus die des „Lehrmeisters“ einnimmt, welcher – durchaus auch in Zusammenarbeit mit Evodius –die Fragen beantwortet, Beweise erbringt und eine Argumentation aufbaut. Während der Grundgedanke des Werkes die Frage ist, ob denn Gott als Urheber des Schlechten in der Welt – des malum – gelten kann, soll in der vorliegenden Arbeit darauf eingegangen werden, inwiefern eine Willensfreiheit des Menschen möglich sei, wenn Gott über ein Vorherwissen verfügt. Dazu soll zu Beginn zum besseren Verständnis kurz auf den Autor eingegangen und anschließend sein Werk umrissen werden, indem jeweils jedes einzelne Buch betrachtet wird. Dies kann natürlich aufgrund der Fülle nur in Auswahl geschehen, so dass vorwiegend Aspekte berücksichtigt werden, welche für das Thema der Arbeit von Bedeutung sind. Im Anschluß daran soll auf der Grundlage des Werkes »de libero arbitrio« die oben angesprochene Problematik genauer dargelegt werden, indem zum Einen auf die Frage des freien Willens, zum anderen aber auch auf die Bedingungen und die Qualität von Vorherwissen eingegangen wird, um schließlich auch die von Augustinus erbrachten Lösungsansätze näher zu beleuchten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Autor und Werk

2.1 Augustinus

2.2 De libero arbitrio

2.2.1 Von der Bedeutung Böses zu tun

2.2.2 Der Zweck des freien Willens

2.2.3 Sünde, Ordnung und Gerechtigkeit

3 Vorherwissen und freier Wille

3.1 Problemstellung

3.1.1 Bedingungen des freien Willens

3.1.2 Vorherwissen Gottes

3.2 Lösungsansatz

3.3 Gerechtigkeit trotz Vorherwissen (?)

4 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, inwiefern die menschliche Willensfreiheit mit der göttlichen Eigenschaft des Vorherwissens vereinbar ist, insbesondere unter Rückgriff auf Augustinus’ Werk »De libero arbitrio«, um die Frage der moralischen Verantwortung des Menschen zu klären.

  • Entwicklung des augustinischen Begriffs des freien Willens
  • Analyse des Spannungsfeldes zwischen Vorhersehung und Freiheit
  • Untersuchung des Ursprungs des Bösen und der göttlichen Gerechtigkeit
  • Kritische Reflexion der Vereinbarkeit von Allwissenheit und menschlicher Autonomie

Auszug aus dem Buch

3.1.1 Bedingungen des freien Willens

Die Freiheit des Willens bedeutet, dass der Mensch, welcher als einziges Lebewesen über einen solchen verfüge,4 die Macht und Möglichkeit hat, seinen eigenen Willen zu entwickeln. Dieser wiederum ist unabhängig von äußeren Einflüssen und somit nicht determiniert. Der Begriff Freiheit muss demzufolge als Negativdefinition verstanden werden – die Freiheit des Willens bedeutet somit das Fehlen von Einflüssen und Hindernissen.

Im Hinblick auf Augustins Werk »de libero arbitrio« ist der freie Wille ein dem Menschen von Gott bewusst gegebenes Gut, auch wenn es – was ja die Voraussetzung für dessen Freiheit darstellt – durchaus möglich ist, dass dieser Wille missbraucht wird.5 Im Verlauf des Dialoges6 wird von Seiten Evodius’ die Frage aufgeworfen, wo denn der Ursprung für die Entscheidungen des freien Willens – insbesondere was die Hinwendung zu den wandelbaren, also materiellen Gütern angeht – liege.7 In dieser Frage liegt mehr als nur das reine philosophische Interesse, die Beantwortung dieses Punktes entscheidet letzten Endes darüber, ob der Mensch für seine – dem freien Willen entspringenden – Handlungen auch verantwortlich gemacht werden kann. Denn eben dies wäre die Voraussetzung für menschliche Schuld und damit auch für eine gerechte Verurteilung von Seiten Gottes.8 Sollte, was Evodius anführt, der Ursprung der Willensbildung derart sein, dass der Mensch von Natur aus zum Materiellen strebe, dann bestünde ebenfalls die Notwendigkeit, dass der Mensch eben diesen Weg einschlägt. Damit jedoch wäre die Verantwortung und Schuldfähigkeit des Menschen für sein Handeln – seine guten Taten ebenso wie seine Sünden – ausgeschlossen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Werk »De libero arbitrio« ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur Vereinbarkeit von menschlicher Willensfreiheit und göttlichem Vorherwissen.

2 Autor und Werk: Dieses Kapitel skizziert die Biografie Augustins sowie die wesentlichen inhaltlichen Schwerpunkte seines Werkes, insbesondere die Entwicklung des Begriffs eines freien Willens.

3 Vorherwissen und freier Wille: Dieser Hauptteil analysiert die philosophische Problematik, ob göttliches Vorwissen zwangsläufig die menschliche Handlungsfreiheit determiniert und diskutiert augustinische Lösungsansätze.

4 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kritisiert, dass Augustinus’ Versuch, den freien Willen zu retten, die göttliche Allwissenheit durch die implizite Annahme eines Irrtumsfaktors schwächt.

Schlüsselwörter

Augustinus, De libero arbitrio, Willensfreiheit, Vorherwissen, Vorsehung, Gott, Schuld, Verantwortung, Böses, Determinismus, Freiheit, Gerechtigkeit, Gnade, Philosophie, Theologie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die klassische philosophisch-theologische Frage, ob der Mensch in seinem Wollen frei sein kann, wenn Gott bereits im Voraus alles weiß, was geschehen wird.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind der freie Wille, das göttliche Vorherwissen (praescientia), die Rechtfertigung göttlicher Strafen für Sünden und die menschliche Verantwortung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das primäre Ziel ist es, den augustinischen Argumentationsgang zur Vereinbarkeit von Freiheit und Vorherwissen zu rekonstruieren und zu prüfen, ob dieser die menschliche Verantwortlichkeit erfolgreich begründet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine philosophische Textanalyse des Werkes »De libero arbitrio«, unter Einbeziehung relevanter Sekundärliteratur zur augustinischen Philosophie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung des freien Willens, die Definition des göttlichen Vorherwissens und den Versuch, beide Konzepte ohne Notwendigkeitszwang zu harmonisieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Willensfreiheit, praescientia, göttliche Vorsehung, Verantwortung und die Abgrenzung von Freiheit gegenüber externer Determination.

Wie unterscheidet Augustinus zwischen Vorherwissen und Vorsehung?

Augustinus differenziert zwischen der Vorsehung als ordnendem Plan Gottes und dem reinen Vorherwissen, welches das Wissen über künftige Ereignisse umfasst, ohne diese kausal zu erzwingen.

Welchen Preis zahlt Augustinus für seine Argumentation?

Die Arbeit argumentiert, dass Augustinus durch den Vergleich von göttlichem Vorwissen mit menschlichem Erinnern oder Vermuten die Unfehlbarkeit Gottes indirekt untergräbt, um die Freiheit des Willens zu wahren.

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Details

Title
Willensfreiheit und göttliches Vorherwissen
Subtitle
Aspekte der Indeterminiertheit des menschlichen Willens trotz göttlichem Vorherwissen in Augustins »De libero arbitrio«
College
University of Mannheim  (Philosophische Fakultät, Lehrstuhl Philosophie I )
Course
Seminar: Augustinus über Freiheit und Gnade
Grade
1,0
Author
Lutz Spitzner (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V119414
ISBN (eBook)
9783640228829
Language
German
Tags
Willensfreiheit Vorherwissen Seminar Augustinus Freiheit Gnade
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lutz Spitzner (Author), 2008, Willensfreiheit und göttliches Vorherwissen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119414
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