Die Besonderheit an dem Bereich der sozialen Arbeit, die mich fasziniert und in diesen Bereich wechseln ließ, war die Fairness und das unermüdliche Streben nach Gerechtigkeit, die die Arbeit dort ausmachen. Die Soziale Arbeit ist aber mit gesellschaftlichen Verhältnissen konfrontiert, die soziale Ungerechtigkeiten hervorrufen.
In meinem Arbeitsbereich habe ich Kontakt mit unterschiedlichen Formen von sozialer Ungerechtigkeit. Meine Klienten sind auf verschiedenen Ebenen sozial benachteiligt, wobei sie trotz individuell verschiedener Biografien unter ähnlichen strukturellen Nachteilen leiden. Auch innerhalb der Gruppe meiner Klienten lassen sich Ungerechtigkeiten feststellen, wie z.B. Möglichkeiten der Partizipation und den Zugriff auf Ressourcen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Die strukturellen Aspekte der Ungleichheit
3. Gesundheit als Quelle sozialer Ungerechtigkeit
4. Ungleiche Bildungsvoraussetzungen als Quelle sozialer Ungerechtigkeit
5. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die verschiedenen Ebenen sozialer Ungleichheit und deren Auswirkungen auf unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge in einer Wohngruppe, um die Herausforderungen bei der Umsetzung sozialer Gerechtigkeit in der Praxis der Sozialen Arbeit zu verdeutlichen.
- Strukturelle Barrieren aufgrund fehlender Staatsbürgerschaft
- Einfluss psychischer und physischer Gesundheitsfaktoren
- Die Rolle von Bildung als entscheidender Faktor für Zukunftschancen
- Der Einfluss von Bildungskapital auf die Integration
- Handlungsmöglichkeiten für Sozialpädagogen auf der Mikroebene
Auszug aus dem Buch
4. Ungleiche Bildungsvoraussetzungen als Quelle sozialer Ungerechtigkeit
In fast allen Lebensbereichen stellen fehlende Sprachkenntnisse ein Hindernis dar, welches für die betreffenden schnell zu Benachteiligungen und zum Ausschluss führen kann. Die Sprache dient als Schlüssel zum schulischen und beruflichen Erfolg und ist ein entscheidendes Kriterium bei Chancen auf dem Arbeits-, Wohnungsmarkt und bei der Partnersuche. So bilden Migrant*innen in Deutschland als Folge der Benachteiligung im Bereich der schulischen und beruflichen Ausbildung und auf dem Arbeitsmarkt das Schlusslicht. Dementsprechend sind „Personen mit Migrationshintergrund [...] einem doppelt so hohen Armutsrisiko ausgesetzt wie die Bevölkerung ohne Migrationsrisiko“ (Statistisches Bundesamt, 2011: 168 in Höblich, 2012: 79).
Die Jugendlichen der Wohngruppe bringen sehr unterschiedliche Sprachkenntnisse mit und ich konnte beobachten, dass diese Unterschiede mit der Zeit zunehmen. Einige der Jugendlichen konnten bereits zurzeit ihrer Ankunft in Deutschland gut Englisch oder eine andere Fremdsprache sprechen. Andere Jugendliche sprachen bisher nur ihre Muttersprache und das Erlernen der deutschen Sprache war für sie etwas ganz Neues. Ich konnte beobachten, dass die Jugendlichen, die bereits eine oder mehrere Fremdsprachen gelernt hatten, in der Schule deutlich besser zurechtkamen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung stellt die Motivation der Autorin sowie die Relevanz der sozialen Gerechtigkeit innerhalb der Sozialen Arbeit vor und skizziert die Problemlage der Zielgruppe.
2. Die strukturellen Aspekte der Ungleichheit: Dieses Kapitel erläutert, wie politisch konstituierte Regeln und der fehlende Status als Staatsbürger den Zugang zu Ressourcen und Teilhabemöglichkeiten für unbegleitete Flüchtlinge massiv einschränken.
3. Gesundheit als Quelle sozialer Ungerechtigkeit: Hier wird thematisiert, wie traumatische Fluchterfahrungen und Sprachbarrieren den Zugang zum Gesundheitssystem erschweren und dadurch die soziale Teilhabe der Jugendlichen behindern.
4. Ungleiche Bildungsvoraussetzungen als Quelle sozialer Ungerechtigkeit: Dieses Kapitel analysiert die zentrale Rolle der Sprache und des Bildungskapitals für den beruflichen und schulischen Erfolg sowie die damit verbundene soziale Exklusionsgefahr.
5. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass soziale Gerechtigkeit innerhalb einer wettbewerbsorientierten Gesellschaft schwer zu realisieren ist und grundlegende politische sowie ökonomische Veränderungen erfordert.
Schlüsselwörter
Soziale Gerechtigkeit, Soziale Arbeit, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, soziale Ungleichheit, Bildungschancen, Integration, Migrationshintergrund, Teilhabe, Gesundheitsversorgung, Sprachbarrieren, Bildungskapital, Armutsrisiko, Wohngruppe, politische Rahmenbedingungen, Chancengerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Thematik der sozialen Gerechtigkeit im Kontext der Sozialen Arbeit, angewandt auf die Lebenswelt unbegleiteter, minderjähriger Flüchtlinge in einer Wohngruppe.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themenfelder umfassen strukturelle Benachteiligungen, gesundheitliche Barrieren sowie die Auswirkungen ungleicher Bildungsvoraussetzungen auf die Lebensbiografie der Jugendlichen.
Welches Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, anhand von drei verschiedenen Ebenen aufzuzeigen, wie soziale Ungleichheit entsteht und welche negativen Auswirkungen diese auf die spezifische Randgruppe der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit Fachliteratur zur sozialen Gerechtigkeit und verknüpft diese mit eigenen Beobachtungen aus dem Arbeitsalltag der Autorin.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von strukturellen Aspekten der Ungleichheit, gesundheitlichen Hürden bei der Integration sowie der Bedeutung von Sprache und Bildungskapital für den Erfolg der Jugendlichen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Publikation?
Wichtige Begriffe sind soziale Gerechtigkeit, Teilhabe, Bildungskapital, Migrationshintergrund und die spezifische Lebenslage unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge.
Inwiefern beeinflusst der fehlende deutsche Pass die Situation der Jugendlichen?
Der fehlende Pass ist laut Autorin ein zentrales Hindernis für den Zugang zu sozialstaatlichen Leistungen, Selbstbestimmung und politischen Partizipationsrechten.
Warum wird therapeutische Unterstützung von den Jugendlichen oft abgelehnt?
Die Ablehnung resultiert häufig aus sprachlichen Barrieren, Informationslücken sowie unterschiedlichen kulturellen Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit, die das Gesundheitssystem für die Jugendlichen schwer zugänglich machen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Soziale Gerechtigkeit in den Handlungsfeldern Sozialer Arbeit. Am Beispiel einer Wohngruppe für unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1194565