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Galicisch: Sprache oder Dialekt?

Titel: Galicisch: Sprache oder Dialekt?

Seminararbeit , 2008 , 11 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Nicole Zanger (Autor:in)

Romanistik - Vergleichende Romanistik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Diese Hausarbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob es sich bei dem Galicischen um einen Dialekt oder um eine Sprache handelt. Durch eine Analyse der Gemeinsamkeiten und der Differenzen zu den beiden benachbarten Sprachen, dem Kastilischen und dem Portugiesischen, soll eine linguistische Einordnung ermöglicht und eine Antwort gefunden werden. Um am Ende dieser Hausarbeit eine Klassifikation des Galicischen vornehmen zu können und dieses dann schließlich als eine Sprache oder als einen Dialekt beschreiben zu können, wird das Galicische zunächst dem Portugiesischen gegenübergestellt und mit diesem (basierend auf phonetischen/phonologischen Gemeinsamkeiten und Unterschiede, sowie auf signifikante Unterschiede bzw. Gemeinsamkeiten im Bereich der Morphologie und der Syntax) verglichen. Direkt danach erfolgt ein Vergleich mit dem Kastilischen. Kenntnisse der linguistischen Fachbegriffe in den genannten Bereichen werden vorausgesetzt.
Anschließend wird sich kurz der Problematik der Abgrenzung zwischen Sprache und Dialekt gewidmet, um dann auf den konkreten Fall des Galicischen einzugehen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Vergleich mit dem Portugiesischen

2.1. Phonetik

2.2. Morphologie

2.3. Syntax

2.4. Erstes Zwischenergebnis

3. Vergleich mit dem Kastilischen

3.1. Phonetik

3.2. Morphologie und Syntax

3.3. Zweites Zwischenergebnis

4. Excurso: Lengua versus dialecto

5. Schlussbetrachtung: Linguistische Einordnung des Galicischen

Zielsetzung und Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Galicische einer linguistischen Einordnung zu unterziehen, um die offene Frage zu klären, ob es sich dabei um einen Dialekt oder eine eigenständige Sprache handelt. Die Forschungsfrage untersucht dabei die sprachliche Verwandtschaft zu den benachbarten Idiomen Portugiesisch und Kastilisch unter Berücksichtigung phonetischer, morphologischer und syntaktischer Aspekte.

  • Vergleichende Analyse zwischen dem Galicischen und dem Portugiesischen
  • Vergleichende Analyse zwischen dem Galicischen und dem Kastilischen
  • Untersuchung von phonetischen, morphologischen und syntaktischen Merkmalen
  • Theoretische Problematisierung des Begriffs der Abgrenzung von Sprache und Dialekt
  • Analyse soziolinguistischer Statusfragen und des autonomen Sprachausbaus

Auszug aus dem Buch

3.1. Phonetik

Aufgrund der in Opposition zueinander stehenden offenen bzw. geschlossenen „e“ und „o“ zählt das galicische System sieben Vokalphoneme. Das Kastilische verfügt im Vokalsystem über ein Phoneminventar von fünf Vokalen.

Im Konsonantismus gibt es jeweils zwei Phoneme, die dem jeweiligen anderen System unbekannt sind. Im Galicischen sind das der stimmlose palatale Frikativ /ʃ/ und der velare Nasal /ŋ/. Laute, die das Galicische nicht kennt, die aber zu dem Konsonantensystem des Kastilischen zählen, sind die stimmhafte, palatale Affrikate /dʒ/ und der stimmlose velare Frikativ /x/.

Die Hauptunterschiede in der Phonetik basieren auf unterschiedlichen Lautentwicklungen: Während das Galicische z.B. die lateinische Lautung konserviert hat, gab es im Kastilischen Veränderungen, nachfolgend seien hierzu ausgewählte Beispiele genannt:

- Das betonte, kurze lateinische „e“ und „o“ diphtongiert im Kastilischen zu „ie“, während es im Galicischen unverändert bleibt. (z.B. lat. SEPTEM> kastil. siete, galic. sete)

- Das Galicische kennt Dipthonge, die dem Kastilischen unbekannt sind. (z.B. lat. AURUM > kastil. Oro, galic. ouro)

- Die lateinische Konsonantengruppe –mb- bleibt im Galicischen erhalten, während sie im Kastilischen zu –m- reduziert wird. (z.B. lat. LUMBU(M) > kastil. lomo, galic. lombo)

- Anlautendes lateinisches F- konserviert im Galicischen, während es im Kastilischen wegfällt. (z.B. lat. FACERE > kastil. hacer, galic. facer)

Umgekehrt gibt es auch Fälle, in denen sich das Kastilische dem Lateinischen gegenüber konservativ zeigt, während das Galicische sich vom Lateinischen wegentwickelt. Ein Beispiel hierfür ist der Wegfall des intervokalischen –l- im Galicischen. (z.B. lat. COLOR(EM) > kastil. color, galic. cor)

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt die Forschungsfrage nach dem Status des Galicischen als Sprache oder Dialekt und erläutert die methodische Vorgehensweise der vergleichenden Analyse.

2. Vergleich mit dem Portugiesischen: In diesem Kapitel werden phonetische, morphologische und syntaktische Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen dem Galicischen und dem Portugiesischen untersucht.

3. Vergleich mit dem Kastilischen: Dieser Teil analysiert das Galicische im Hinblick auf das Kastilische, wobei insbesondere die unterschiedlichen Lautentwicklungen und Mischformen der gesprochenen Sprache betrachtet werden.

4. Excurso: Lengua versus dialecto: Der Exkurs widmet sich den theoretischen Kriterien zur Unterscheidung zwischen einer Sprache und einem Dialekt aus linguistischer und soziopolitischer Sicht.

5. Schlussbetrachtung: Linguistische Einordnung des Galicischen: Das abschließende Kapitel fasst die Untersuchungsergebnisse zusammen und bewertet den Status des Galicischen unter Berücksichtigung des Konzepts der "Brückensprache".

Schlüsselwörter

Galicisch, Portugiesisch, Kastilisch, Sprache, Dialekt, Phonetik, Morphologie, Syntax, Brückensprache, Sprachkontakt, Linguistik, Soziolinguistik, Romanistik, Varietät, Sprachnorm

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die linguistische Klassifikation des Galicischen und geht der Frage nach, ob es sich dabei um einen Dialekt des Portugiesischen oder des Spanischen (Kastilischen) handelt oder ob eine eigenständige Definition angemessen ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Zentrale Themen sind der linguistische Vergleich auf den Ebenen der Phonetik, Morphologie und Syntax sowie die theoretische Auseinandersetzung mit der soziolinguistischen Definition von Sprache und Dialekt.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, eine wissenschaftlich fundierte Einordnung des Galicischen vorzunehmen, die sowohl die historische Sprachverwandtschaft als auch die heutige soziopolitische Situation berücksichtigt.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Autorin verwendet eine komparative Methode, bei der das Galicische direkt mit dem Portugiesischen und dem Kastilischen verglichen wird, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Struktur und Lautentwicklung aufzuzeigen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Vergleichsblöcke (Galicisch-Portugiesisch und Galicisch-Kastilisch) sowie einen theoretischen Exkurs zur Abgrenzung von Sprachen und Dialekten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Galicisch, Sprachkontakt, Brückensprache, Phonetik, Morphologie, Syntax und Romanistik charakterisieren.

Was besagt die Theorie der "Brückensprache" in Bezug auf das Galicische?

Der Begriff der Brückensprache beschreibt das Galicische als ein Idiom, das strukturelle Gemeinsamkeiten mit beiden Nachbarsprachen aufweist und somit eine vermittelnde Rolle einnimmt.

Welche Rolle spielt die Politik bei der Einordnung des Galicischen?

Wie die Arbeit ausführt, ist die Klassifikation nicht nur ein rein linguistisches, sondern auch ein soziopolitisches Thema, was sich unter anderem in der offiziellen Anerkennung im Autonomiestatut Galiciens widerspiegelt.

Wie unterscheidet sich das galicische Konsonantensystem von dem des Kastilischen?

Das Galicische weist spezifische Laute wie den stimmlosen palatalen Frikativ /ʃ/ auf, während das Kastilische über andere Phoneme wie die stimmhafte, palatale Affrikate /dʒ/ verfügt.

Ende der Leseprobe aus 11 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Galicisch: Sprache oder Dialekt?
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Romanisches Seminar)
Veranstaltung
El castellano en contacto con otras lenguas de España
Note
2,0
Autor
Nicole Zanger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
11
Katalognummer
V119472
ISBN (eBook)
9783640229116
ISBN (Buch)
9783640230716
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Galicisch Sprache Dialekt España
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nicole Zanger (Autor:in), 2008, Galicisch: Sprache oder Dialekt?, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119472
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Leseprobe aus  11  Seiten
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