Wie wird Klettertherapie nach der Lern- und Einübungsphase als therapeutisches Medium genutzt und wie werden dabei systemische Fragen verwendet? Klettern für sich genommen hat auf mehreren erlebnispädagogischen Ebenen wie Erleben von Selbstwirksamkeit, Erfahren von Verantwortung und Erleben von Getragen-Werden vielfältige Erlebenswerte anzubieten. Psychologisch therapeutisches Klettern geht weiter.
In diesem Setting wird versucht, Menschen mit Auffälligkeiten oder psychiatrischen Erkrankungen in einem besonders geschützten Rahmen zu ermöglichen, Erlebniswerte wie bspw. Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit zu erleben. Ohne den geschützten Rahmen des psychologisch therapeutischen Kletterns unter Anleitung eines Klettertherapeuten würden sich Klienten möglicherweise nicht der Klettererfahrung und ihren Effekten aussetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Einführung in die psychologische Klettertherapie
2.1 Geschichte der psychologischen Klettertherapie
2.2 Psychologische Anwendungskontexte Klettertherapie
2.3 Was macht Klettertherapie besonders?
3 Systemisches Fragen in der Klettertherapie
3.1 Reflektiertes Klettern für das Selbstwirksamkeitserleben
3.2 Gedanklicher Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Integration von systemischen Fragetechniken in die psychologisch therapeutische Klettertherapie. Ziel ist es aufzuzeigen, wie durch dieses therapeutische Medium und gezielte systemische Interventionen die Selbstwirksamkeit von Klienten gesteigert und psychische Störungen unterstützend behandelt werden können.
- Grundlagen und Geschichte der psychologischen Klettertherapie
- Anwendungsgebiete in der klinischen Praxis
- Die Bedeutung von archaischen Bewegungsmustern und Erlebnisqualitäten
- Einsatzmöglichkeiten systemischer Fragetechniken im Klettersetting
- Förderung der Selbstwirksamkeit durch reflektierte Kletterprozesse
Auszug aus dem Buch
Systemisches Fragen in der Klettertherapie
Systemische Fragetechniken finden im psychologisch therapeutischen Klettern Anwendung (ITK, 2021). Ein gut in systemischem Fragen ausgebildeter Klettertherapeut wird seine Fragen wertschätzend und wertungsfrei, offen und zum Nachdenken anregend, gezielt in Richtung Zukunft und Lösung, Unterschiede schaffend, Ausnahmen findend, nach Ressourcen suchend, Kompetenzen und Fähigkeiten stärkend, das Bewusstsein aktivierend, hypothetisch annehmend und nicht wissend, Erleben und Denken konstruierend, Sinn und Lösungserleben schaffend, Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit unterstellend, Schweigen erzeugend und Muster unterbrechend und nach Möglichkeiten in der Zukunft suchend stellen (Hänseroth, 2021). Beispiele für systemische Fragetechniken (Schlippe und Schweitzer, 2013) adaptiert auf eine Klettertherapie sind: Was denkst du würde dein Sohn sagen, wenn du angstfrei die Wand hochklettern würdest (Zirkuläres Fragen)?; auf einer Skala von 1 bis 10 wobei 1 nicht die Füße vom Boden bekommen und 10 bis oben hochklettern bedeutet, wo würdest du sagen stehst du heute (Unterschiede verdeutlichen, Skalierungsfrage)?;
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die methodische Ergänzung der Psychotherapie durch Klettertherapie ein und skizziert die Bedeutung systemischer Fragetechniken in diesem Setting.
2 Einführung in die psychologische Klettertherapie: Das Kapitel beleuchtet die historische Entwicklung sowie die Anwendungskontexte und Besonderheiten des Kletterns als therapeutisches Medium.
3 Systemisches Fragen in der Klettertherapie: Dieser Teil erörtert den konkreten Einsatz von systemischen Fragetechniken, um Reflexionsprozesse anzustoßen und die Selbstwirksamkeit der Klienten direkt an der Kletterwand zu fördern.
Schlüsselwörter
Klettertherapie, Psychotherapie, Systemische Beratung, Systemische Fragetechniken, Selbstwirksamkeit, Erlebnistherapie, Mentales Training, Angstmanagement, Ressourcenorientierung, Bewegungstherapie, Zirkuläres Fragen, Skalierungsfrage, Therapeutisches Klettern.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die methodische Verknüpfung von systemischen Beratungstechniken mit dem therapeutischen Klettern zur Unterstützung von psychotherapeutischen Prozessen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Geschichte des therapeutischen Kletterns, die psychologischen Wirkmechanismen beim Klettern sowie die praktische Anwendung von systemischen Fragetechniken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Klettertherapie als Medium genutzt werden kann, um durch gezielte systemische Fragen die Selbstwirksamkeit und Handlungsfähigkeit von Klienten zu stärken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand und die methodischen Ansätze der systemischen Klettertherapie auf Basis existierender Literatur und Fortbildungsinhalte zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil wird erläutert, warum Klettern einen geschützten therapeutischen Rahmen bietet und wie spezifische systemische Fragen, wie etwa Skalierungs- oder Zirkuläre Fragen, direkt in die Kletterpraxis integriert werden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den Kernbegriffen zählen unter anderem Klettertherapie, systemische Fragetechniken, Selbstwirksamkeitserleben und therapeutischer Rahmen.
Wie unterscheidet sich die Klettertherapie vom reinen Freizeitsport?
Im Gegensatz zum Freizeitsport findet die Klettertherapie in einem psychologisch geschützten Setting statt, in dem der Therapeut darauf achtet, den Klienten nicht zu überfordern und durch gezielte Reflexionen Erkenntnisse für den Alltag zu sichern.
Warum spielt das Bewegungsmuster beim Klettern eine therapeutische Rolle?
Das Klettern nutzt archaische Bewegungsmuster des aufrechten Ganges, die beim Menschen tief verankert sind, wodurch der Einstieg in die Therapie oft mit Leichtigkeit und Freude verbunden ist.
Welchen Stellenwert hat der Ausblick in dieser Arbeit?
Der Ausblick unterstreicht den aktuellen Mangel an empirischen Studien zur Wirksamkeit der Klettertherapie und fordert eine intensivere wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Kombination von Systemik und Kletterinterventionen.
- Arbeit zitieren
- B.Sc. Psychologie Bàra Wiebke Grollius (Autor:in), 2021, Systemische Methoden in der psychologisch therapeutischen Klettertherapie, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195026