Dieses Handout wurde zum Thema "Lehrer:innen zwischen Sicherheit und Entgrenzung" erstellt. Zunächst geht es um Akteure des Lehrberufs. Im weiteren Verlauf wird die Prekarisierung von Honorarlehrkräften, Lehrenden an Schulen, Lernverhältnissen und andere Perspektiven und Lehrenden im akademischen Mittelbau behandelt. Abschließend wird die Frage behandelt, wo und wann Kreativität in dem Beruf stattfinden kann.
Inhaltsverzeichnis
1. Akteure des Lehrberufs
2. Prekarisierung - Wo, wie und in welchem Umfang
2.1. Prekarisierung von Honorarlehrkräften
2.2 Prekarisierung von Lehrenden an Schulen
2.3 Prekarisierung von Lernverhältnissen und andere Perspektiven
2.4 Prekarisierung von Lehrenden im akademischen Mittelbau
3. Kreativität - wie und wo findet sie statt?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen beruflicher Sicherheit und der zunehmenden Entgrenzung der Arbeit im Bildungssektor, wobei insbesondere die Rolle der Kreativität als Anforderung und Belastungsfaktor analysiert wird.
- Analyse der Prekarisierungsformen bei verschiedenen Akteuren des Lehrberufs
- Untersuchung der Entgrenzung von Arbeits- und Privatleben
- Betrachtung der ökonomischen und strukturellen Rahmenbedingungen an Schulen und Hochschulen
- Diskussion des Kreativitätsimperativs im Kontext von Selbststilisierung und Arbeitsdruck
Auszug aus dem Buch
Prekarisierung - Wo, wie und in welchem Umfang
Prekarisierung lässt sich sowohl an verschiedenen Lerninstitutionen erkennen - Hochschulen, als auch an Grund- und weiterführenden Schulen, Volkshochschulen - aber auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlicher Ausprägung
Prekarisierungselemente im Lehrberuf an Schulen zeichnen sich durch (zeitliche und örtliche) Entgrenzung sowie Immaterialisierung aus
In der Universität und an Hochschulen treffen diese Elemente der Entgrenzung und der Immaterialität ebenfalls zu, jedoch sind Lehrberufe an Hochschulen prekärer durch eine geringere Planungssicherheit erhöhte Mobilität, befristete Arbeitsverträge, geringeres Einkommen bei teilweise höherem Aufwand; höheren Professionalisierungsgrad und erhöhten (Forschungs-)Druck
Zusammenfassung der Kapitel
1. Akteure des Lehrberufs: Dieses Kapitel definiert die verschiedenen Gruppen von Lehrenden, von festangestellten Lehrkräften bis hin zu Honorarkräften, und identifiziert Unterschiede im Grad der sozialen und beruflichen Absicherung.
2. Prekarisierung - Wo, wie und in welchem Umfang: Hier werden die verschiedenen Dimensionen prekärer Arbeitsverhältnisse in unterschiedlichen Bildungseinrichtungen analysiert und die Mechanismen der Entgrenzung untersucht.
3. Kreativität - wie und wo findet sie statt?: Das Kapitel beleuchtet die Rolle von Kreativität als notwendige Anforderung im Lehrberuf und das damit verbundene Spannungsfeld zwischen individuellen Freiräumen und systemischem Druck.
Schlüsselwörter
Prekarität, Entgrenzung, Lehrberuf, Bildungssektor, Kreativitätsimperativ, Akademischer Mittelbau, Honorarlehrkräfte, Immaterielle Arbeit, Selbststeuerung, Arbeitskraftunternehmer, Leistungsdruck, Bildungsmarkt, Postfordismus, Schulbildung, Hochschulforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Situation von Lehrenden in verschiedenen Bildungseinrichtungen und untersucht, wie sich Arbeitsbedingungen durch Prekarisierung und Entgrenzung verändern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die sozialen Sicherheiten, die Arbeitskultur an Schulen und Hochschulen, sowie der Wandel der Erwerbsbiographien durch marktinduzierte Anforderungen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Ideal der "kreativen Arbeit" mit realen Prekarisierungstendenzen in der Bildungslandschaft kollidiert.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer kulturwissenschaftlichen Analyse von Fachliteratur und theoretischen Diskursen zum Thema Arbeit im Wandel.
Was wird im Hauptteil der Arbeit thematisiert?
Der Hauptteil behandelt differenziert die unterschiedlichen Prekarisierungsformen bei Honorarlehrkräften, Schullehrkräften und dem akademischen Mittelbau.
Was charakterisiert die in der Arbeit verwendeten Schlüsselbegriffe?
Die Begriffe fokussieren auf die Ambivalenz zwischen individueller Freiheit und struktureller Überforderung in modernen Bildungssystemen.
Wie unterscheidet sich die Prekarität an Hochschulen von der an Schulen?
An Hochschulen steht die Prekarität in engem Zusammenhang mit Forschungsprojekten, Zeitverträgen und einem hohen Publikations- und Mobilitätsdruck, während an Schulen eher die Entgrenzung durch unbezahlte Mehrarbeit und pädagogische Anforderungen im Vordergrund steht.
Was bedeutet der Begriff "Kreativitätsimperativ" in diesem Kontext?
Er beschreibt den Zwang der Lehrenden, sich als innovative und kreative Individuen zu inszenieren, was oft zu einer Selbstausbeutung und zur Verschleierung von Arbeitslasten führt.
- Arbeit zitieren
- Theresa Melnyk (Autor:in), 2022, Prekarisierung des Lehrberufs und der (Hoch-)Schulen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/1195251