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„Der Untergang des Seekriegsrechts“

Seekriegsrechtsverletzungen im Spannungsfeld englischer Hafenblockade und deutschen U-Bootkrieges

Title: „Der Untergang des Seekriegsrechts“

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: M.A. Florian Haubold (Author)

History of Germany - World War I, Weimar Republic
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Diese Hauptseminararbeit beschäftigt sich mit dem "Untergang des Seekriegsrechtes" im Ersten Weltkrieg und beurteilt Seekriegsrechtesverletzungen britischer wie auch deutscher Seite mit den Mittlen des Historikers. Dabei wird ein Überblick über Quellen, Literaturlage sowie Neuveröffentlichungen gegeben. Obwohl der Schweizer Völkerrechtler, Johann Caspar Bluntschli, in seinem bereits 1874
erschienenen Werk „Das moderne Kriegsrecht der civilisierten Staaten“ die Hoffnung
äußerte, der Krieg könnte durch allgemein verbindliche Regeln etwas von seiner
Grausamkeit einbüßen und humaner geführt werden, zeigt der Blick in die Vergangenheit
leider die Illusion dieser Hoffnung. Ob Folterungen in amerikanischen Militärgefängnissen
im Zuge des dritten Golfkrieges oder aktuell die Gedenkfeiern zur Bombardierung
Dresdens, auch die Ausstellung über die Verbrechen der Wehrmacht im zweiten
Weltkrieg, all diese Ereignisse verdeutlichen uns, dass es so gut wie keine kriegerischen
Konflikte gibt, die sich durch eine rechtliche Handhabung eindämmen oder humanisieren
lassen. Manchmal können wenigstens im Nachhinein die Verantwortlichen zur
Verantwortung gezogen werden, so wie zuletzt die Verbrechen im Zuge des Balkankrieges
vor dem UN Kriegsverbrechertribunal in Den Haag verhandelt worden sind. Das Thema
Kriegsrecht und Kriegsverbrechen hat also von seiner Aktualität traurigerweise nichts
verloren. Kriegsverbrechen, insbesondere Seekriegsrechtsverletzungen, sind von Seiten der Entente
in Form der „Hafenblockade“ wie von Seiten der Mittelmächte in Form eines
uneingeschränkten U-Boot-Krieges auch im Ersten Weltkrieg begangen worden. Um die
Aufarbeitung von Kriegsverbrechen ging es infolgedessen bereits bei den Leipziger
Prozessen, wenn auch der Erfolg dieser Aufarbeitung durchaus in Frage gestellt werden
darf und später noch beurteilt werden wird. Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel die
Legalität beider Maßnahmen anhand der damals gültigen seekriegsrechtlichen Normen zu
überprüfen. Im Falle des deutschen U-Boot-Krieges soll diejenige Entwicklung, die zu
seiner Enthemmung geführt hat und im Spannungsfeld zwischen Reichsleitung und
Militärs stattfand, aufgezeigt werden. Letztendlich beschwor sie den „Untergang des
Seekriegsrechts“ herauf.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. „Der Untergang des Seekriegsrechts“

2.1. Der deutsche Einsatz von Seeminen

2.2. Die englische Hafenblockade“

2.3. Der U–Boot-Krieg

2.3.1. Die völkerrechtliche Seite des U-Boot-Krieges

2.3.2. Reichsregierung contra Militärs: Die Problematik des U-Boot-Krieges am Beispiel des Lusitania-Falls während der ersten Offensive

2.3.3. Die Entscheidung für den uneingeschränkten U-Bootkrieg

3. Die Aufklärung von Seekriegsverbrechen und das Leipziger Reichsgericht

4. Fazit

5. Quellen und Literatur

5.1. Quellen

5.2. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Legalität der Seekriegsführungen im Ersten Weltkrieg, insbesondere die Spannungsfelder zwischen dem deutschen U-Boot-Krieg und der englischen Hafenblockade, und analysiert die Aufarbeitung der resultierenden Kriegsverbrechen durch das Leipziger Reichsgericht.

  • Völkerrechtliche Bewertung des deutschen U-Boot-Krieges und der britischen Fernblockade.
  • Konfliktdynamik zwischen militärischer Führung und ziviler Reichsleitung.
  • Auswirkungen von Strategiewechseln auf die Behandlung neutraler Schiffe und Zivilisten.
  • Historische Analyse der Leipziger Prozesse als juristischer Aufarbeitungsversuch.

Auszug aus dem Buch

2.3. Der U-Boot-Krieg

Die deutsche Flottenrüstung vor dem Ersten Weltkrieg hatte zwei strategische Ziele: Zum einen sollten durch sie die Voraussetzungen für eine deutsche Weltmachtrolle geschaffen werden, zum andern aber sollte die potenzielle maritime Bedrohung England im Falle eines europäischen Kontinentalkrieges zur Neutralität bewegen. Zur volkswirtschaftlichen Bedeutung gibt Immanuel Geiss an, dass „der Bau der Schlachtflotte [...] ein gewaltiges Unternehmen [war], das sich in seinen Dimensionen nur mit dem Bau großer Panzerarmeen und riesiger Luftflotten vor und im zweiten Weltkrieg vergleichen lässt, später mit dem Bau von Atomwaffen [...]“22. Nachdem sich aber nun herausstellte, dass dieses Kalkül nicht aufgegangen war, musste die deutsche Seekriegsplanung weiterhin feststellen, dass die erwartete enge Blockade vor den Mündungen der Elbe, Weser und Ems nicht stattfand und daher die englische Flotte auch nicht, wie geplant, vor Helgoland unter zu Hilfenahme der dortigen Küstenartillerie, gestellt werden konnte.

Die U-Boot-Waffe hingegen war in Deutschland lange Zeit zu Gunsten des Schlachtschiffbaus vernachlässigt worden. So erklärte Admiral Tirpitz, zuständig für die Flottenrüstung, 1904 auf Anfrage des Reichstags, dass die deutsche Marine deshalb noch keine U-Boote baue, da man noch nicht viel von ihnen halte.23 Zwar stiegen die Mittel für den Bau von U-Booten bis zum Jahre 1912 auf 20 Millionen Mark, im Vergleich zu den Mitteln des Flottenbaus fristete die neue Waffengattung jedoch immer noch ein kümmerliches Dasein. Allein der Schlachtkreuzer „Derfflinger“, der 1914 fertig gestellt wurde, kostete 56 Millionen Mark und hatte eine Besatzungsstärke von 1200 Mann, genau 107 Mann mehr als die gesamte deutsche U-Boot-Waffe zu Beginn des Krieges 1914.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Diskrepanz zwischen völkerrechtlichen Idealen und der Realität des industrialisierten Krieges und stellt die Forschungsziele hinsichtlich der Legalität von U-Boot-Krieg und Hafenblockade vor.

2. „Der Untergang des Seekriegsrechts“: Dieses Kapitel analysiert den deutschen Einsatz von Seeminen, die britische Hafenblockade und die Entwicklung des U-Boot-Krieges, wobei der Fokus auf den Spannungen zwischen politischer Führung und Militär liegt.

3. Die Aufklärung von Seekriegsverbrechen und das Leipziger Reichsgericht: Das Kapitel untersucht die strafrechtliche Aufarbeitung deutscher Kriegsverbrechen im Nachgang des Ersten Weltkriegs und die Rolle der Leipziger Prozesse.

4. Fazit: Das Fazit fasst die Enthemmung und Totalisierung des Seekriegs zusammen und bewertet die Leipziger Prozesse trotz ihrer Mängel als rechtsgeschichtlich bedeutsam.

5. Quellen und Literatur: Dieses Kapitel listet alle verwendeten Primärquellen und die wissenschaftliche Literatur zur Erstellung der Arbeit auf.

Schlüsselwörter

Erster Weltkrieg, U-Boot-Krieg, Seekriegsrecht, Hafenblockade, Leipziger Prozesse, Völkerrecht, Prisenordnung, Militär, Reichsleitung, Kriegsverbrechen, Lusitania, Reichsgericht, Neutralität, Konterbande, Diplomatie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die rechtliche und historische Aufarbeitung der Seekriegsführung im Ersten Weltkrieg, insbesondere die Spannungen zwischen den Kriegsparteien und die strafrechtliche Verfolgung daraus resultierender Delikte.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die völkerrechtlichen Rahmenbedingungen, die strategische Rivalität zur See, der Konflikt zwischen ziviler Regierung und militärischem Kommando sowie die juristische Aufarbeitung durch das Leipziger Reichsgericht.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Überprüfung der Legalität von U-Boot-Krieg und Hafenblockade anhand zeitgenössischer seekriegsrechtlicher Normen sowie die Beleuchtung der Leipziger Prozesse als Instrument der Kriegsverbrecheraufarbeitung.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer historischen Quellenanalyse, unter Einbeziehung von Fachliteratur und Dissertationen, um politische und militärische Entscheidungsstrukturen zu rekonstruieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert den Minenkrieg, die britische Blockadepolitik, die Eskalation zum uneingeschränkten U-Boot-Krieg und den juristischen Umgang mit Kriegsverbrechen nach dem Krieg.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Seekriegsrecht, U-Boot-Krieg, Leipziger Prozesse, Völkerrecht, Kriegsverbrechen und das Spannungsfeld zwischen Politik und Militär.

Wie bewertet der Autor den Einfluss von Admiral Tirpitz?

Der Autor zeigt auf, wie Tirpitz durch eigenmächtige öffentliche Äußerungen und den Druck für einen Handelskrieg das zivile Kabinett unter erheblichen politischen Zugzwang setzte.

Warum wird der Lusitania-Fall als zentrales Beispiel angeführt?

Der Fall verdeutlicht den Konflikt zwischen militärischer Eskalationslogik und den diplomatischen Bemühungen der Reichsleitung, die USA nicht durch die Tötung von Zivilisten in den Krieg zu treiben.

Was macht das Urteil gegen Dithmar und Boldt so besonders?

Es war ein Novum in der deutschen Rechtsgeschichte, dass das Reichsgericht den Befehlsnotstand ablehnte und die individuelle strafrechtliche Verantwortung für völkerrechtswidrige Taten unterstrich.

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Details

Title
„Der Untergang des Seekriegsrechts“
Subtitle
Seekriegsrechtsverletzungen im Spannungsfeld englischer Hafenblockade und deutschen U-Bootkrieges
College
University of Bonn  (Historisches Seminar)
Course
Der Erste Weltkrieg
Grade
1,3
Author
M.A. Florian Haubold (Author)
Publication Year
2005
Pages
30
Catalog Number
V119645
ISBN (eBook)
9783640235353
ISBN (Book)
9783640244256
Language
German
Tags
Erster Weltkrieg WK I Seekrieg Recht Kriegführung U-Boote Hafenblockade Untergang Bethmann Hollweg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Florian Haubold (Author), 2005, „Der Untergang des Seekriegsrechts“, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119645
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