Die Rolle Aserbaidschans als sicheres Transitland im Rahmen der Energiepolitik und -sicherheit der EU


Hausarbeit, 2008

21 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Die Energiepolitik der EU
2.1 Energiesicherheit in der EU
2.2 Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)

3 Beziehungen EU-Aserbaidschan
3.1 Geschichte
3.2 Rolle Aserbaidschans in der Europäische Nachbarschaftspolitik
3.3 Energieboom
3.3.1 Bakı-Tbilisi-Ceyhan (BTC) Pipeline
3.3.2 Südkaukasus- Erdgas Pipeline
3.4 Ergebnis

4 Aserbaidschan - Neue Energie Horizont und Europa
4.1 Vereinbarung über Energiepartnerschaft
4.2 Ergebnis
4.3 Nabucco Erdgas Pipeline
4.4 Andere nicht realisierte Projekte
4.4.1 Trans Adriatic Erdgas Pipeline
4.4.2 Odessa-Brody-Gdansk Erdöl Pipeline

5 Schlussbemerkungen

Quellen- und Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Energieprobleme und Energiesicherheit haben als bedeutende Faktoren in den letzten Jahrzehnten die Länder der Welt, unter ihnen auch die europäischen Staaten, zum Nachdenken angeregt.

Bei der Sicherstellung der Energieversorgung von Europa spielt Russland eine wesentliche Rolle. Aber für die europäischen Länder ist dies keine erfreuliche Tatsache. In der Vergangenheit hat sich Russland nicht immer als ein vertrauenswürdiger Partner erwiesen und dies ist auch für die Zukunft ein Unsicherheitsfaktor, ein Umstand, der Europa im Laufe der Zeit immer wieder beunruhigt hat. Daher waren die europäischen Staaten auf der Suche nach effektiven Verbündeten, die einen vertrauenerweckenden Eindruck hinterlassen. Europa nahm deshalb Staaten mit einem reichen Karbohydrogen-Vorkommen ins Visier und weitete die Zusammenarbeit mit ihnen aus.

Ende des 20. Jahrhunderts und Anfang des 21. Jahrhunderts hat Europa einen verlässlichen Partner gefunden. Dieses Land ist die souveräne Aserbaidschanische Republik, die als erstes Land im Jahre 1991 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärt hat. Aserbaidschan konnte politische und ethische Druckmittel Russlands erfolgreich abwehren und wurde auf der ganzen Welt als souveräner Staat international anerkannt. Es hat seine Probleme bei der Lebensmittel- und Energieversorgung gelöst und konnte somit seiner Abhängigkeit von Russland ein Ende setzen. Aserbaidschan hat dies erreicht, ungeachtet dessen, dass es mehr als 20% seines Territoriums im Krieg mit Armenien in den 90er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts verloren, über eine Millionen heimatvertriebene Flüchtlinge untergebracht und die existenziellen Bedürfnisse seiner Bevölkerung erfüllt hat.

Aserbaidschan ist reich an Bodenschätzen wie Karbohydrogen und verfügt über die Möglichkeit der Expandierung auf dem Weltmarkt. Daher war bei der Gründung das Energiesicherheitsthema ein ganz wichtiger Bestandteil der Zusammenarbeit zwischen der EU und Aserbaidschan.

Im Allgemeinen spielt die Zusammenarbeit zwischen Aserbaidschan und anderen Ländern um das Kaspische Meer (Zentralasienländer) eine sehr wichtige Rolle in der Strategie der Energiesicherheit der EU und verringert die Energieabhängigkeit von Russland. Als ein Transitland hat Aserbaidschan bestätigt, dass es ein mehr vorteilhaftes und mehr sicheres Land ist. Und das hat die riskante Gas- und Ölversorgung der EU über Russland vermindert.

Die Beziehungen zwischen Aserbaidschan und EU haben entwickeln sich stetig weiter. Viele Europäische Länder haben nach Aserbaidschan neue Delegationen gesandt. Am 14. Februar 2007 wegen der Einladung Bundeskanzlerin Deutschlands Angela Merkel ist der aserbaidschanische Präsident nach Berlin gereist. Im Treffen zwischen dem Präsidenten Aserbaidschans, Ilham Aliyev, und der Bundeskanzlerin, hat Frau Merkel das große Interesse der Zusammenarbeit Deutschlands mit Aserbaidschan nicht nur im Energiebereich, sondern auch in anderen wirtschaftlichen Bereichen hervorgehoben.

Meine Hausarbeit erörtert folgende Angelegenheiten: Energiepolitik und -sicherheit der EU; Reduzierung der Abhängigkeit der EU im Energiebereich von Russland; Ausbau der bilateralen Beziehungen EU-Aserbaidschan, abgeschlossene Verträge im Energiebereich; umgesetzte und (noch) nicht realisierte Projekte; die Rolle Aserbaidschans als sicheres Transitland im Rahmen der Energiepolitik und -sicherheit der EU; Risiken und Hoffnungen; Erklärung der Bedeutung und Folgen der genannten Forschungsthematiken für die EU und Aserbaidschan.

2. Die Energiepolitik der EU

2.1 Energiesicherheit in der EU

„Das Hauptdokument in der Energiepolitik der EU ist der Grüne Pakt. Dieses strategische Dokument besagt, wenn Europa seine Ziele im Wirtschafts-, Sozial- und Umweltschutzbereich erreichen möchte, muss es einige mit dem Energiethema zusammenhängende Aufgaben in Angriff nehmen: Hindernisse vor der Erhöhung der Abhängigkeit vom Energieimport, ständig wechselnde Öl- und Gaspreise, Klimawechsel, ein erhöhtes Bedürfnis in Bezug auf einen voll wettbewerbsfähigen inneren Markt sowie dessen Gestaltung“ (PCJ, 3.Bund, S.26).

Die Abhängigkeit der EU von ausländischen Energiequellen wächst ständig. Zurzeit importiert die EU 50% ihres Energiebedarfes; sollte sich dies weiterhin so entwickeln, könnte der Prozentsatz nach 20 Jahren bei 70% liegen.

Wie möchte die EU diese Abhängigkeit auflösen oder wie die Energiesicherheit sicherstellen?

- neue Energiequellen – sollten die Energiequellen sehr unterschiedlich sein, würde sich die Energieabhängigkeit der EU verringern)
- Intensivierung der alternativen Energiequellen – die Nutzung von widerherstellbaren Energiequellen wie Wasser-, Sonne-, Bio- und Windenergie)
- die Steigerung der atomaren Energieherstellung – aber da es für Länder im Umkreis negative Auswirkungen haben kann, ist es nicht zweckdienlich
- die Intensivierung der internationalen Zusammenarbeit im Energiebereich und die Gründung eines Trans- Europäischen Energienetzwerkes mit den Drittweltländern
- schließlich arbeitet heute die EU auch an dem Projekt der Gründung des Energienutzungssystems.

(Auskunft des Zentrums für strategische Forschung in Baku)

2.2 Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP)

Die Grenzen der Europäischen Union wurden vor kurzem bis zum Westen und bis zur Balkanländern erweitert. Nach der Erweiterung der Europäischen Union hat die Europäische Kommission in Zusammenarbeit mit den neuen Nachbarländern eine neue Strategie namens Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) entwickelt. Das geschah aufgrund der Wirkung der beiden letzten Erweiterungsetappen - am 1. Mai 2004 mit der Aufnahme der neuen zehn Mitglieder1 und am 1. Januar 2007 mit dem Anschluss der Länder Rumänien und Bulgarien. Damit ist die EU den Grenzen der GUS-Länder noch näher gekommen.

„Die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) pflegt die Politik mit den außerhalb der Europäischen Union im Ausland befindlichen Regionen. Zu diesen Regionen gehören als Erstes die Länder, die in der Zukunft eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union anstreben oder ihre Wirtschaftsprinzipen mit der Wirtschaft der EU zu koordinieren, zu planen und zu entwickeln suchen“ (PCJ, 2. Band, S.10).

Seit 2007 wurden die Programme TACIS2 und MEDA durch das Europäische Nachbarschafts- und Partnerschaftsinstrument (ENPI) ersetzt. İm Kontext des Mechanismus ENPI wurden die verbündeten Länder, einschließlich Aserbaidschan, mit den neuen Formen der technischen Unterstützung versorgt.

Welche neuen Nachbarn hat die EU?

„Die ENP bezieht sich auf die zur EU über Land oder Meer mit direkten Grenzen verbundenen Länder: am Rand von Europa an die Ukraine, Weißrussland und Moldawien, im südlichen Kaukasus an Armenien, Aserbaidschan und Georgien und in der Mittelmeerregion an Marokko,

[...]

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Details

Titel
Die Rolle Aserbaidschans als sicheres Transitland im Rahmen der Energiepolitik und -sicherheit der EU
Hochschule
Universität Potsdam  (Studienkolleg des Landes Brandenburg)
Note
2
Autor
Jahr
2008
Seiten
21
Katalognummer
V119839
ISBN (eBook)
9783640235667
Dateigröße
682 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Rolle, Aserbaidschans, Transitland, Rahmen, Energiepolitik
Arbeit zitieren
Badir Bayramov (Autor:in), 2008, Die Rolle Aserbaidschans als sicheres Transitland im Rahmen der Energiepolitik und -sicherheit der EU, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/119839

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