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Was ist Jugendsprache und warum verwenden Jugendliche sie?

Untersuchung eines komplexen Phänomens im Lichte älterer und neuer Forschungen

Title: Was ist Jugendsprache und warum verwenden Jugendliche sie?

Term Paper , 2008 , 19 Pages , Grade: 1

Autor:in: Berit Eichler (Author)

Didactics for the subject German - Pedagogy, Linguistics
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Zu „Jugendsprache“, dem Thema meiner neuen Hausarbeit, hat jeder etwas zu sagen. Man schmunzelt über Begriffe, die man von Jugendlichen aufgeschnappt hat, schwelgt in Erinnerungen und staunt noch heute über die täppischen Versuche von Eltern und Lehrern, Jugendsprache zu sprechen. Aber benutzen wir nicht alle bei unseren Gespräch ab und zu jugendsprachliche Elemente? Oder handelt es sich dann um Umgangssprache, wenn die Sprechenden schon erwachsen sind? Was ist Jugendsprache eigentlich? Ist jedes Wort, das ein Jugendlicher äußert, Jugendsprache? Sind es bestimme Ausdrücke oder Tonlagen, die Jugendsprache bestimmen? Können auch Erwachsene Jugendsprache sprechen? Oder wird die Jugendsprache einer Generation automatisch zur Erwachsenensprache, sobald diese Generation volljährig ist? Existiert Jugendsprache überhaupt?
In meiner Hausarbeit gehe ich diesen Fragen anhand älterer und neuerer Forschungsansätze nach. Dazu gebe ich zunächst einen Überblick über Forschungen zum Thema Jugendsprache. Anschließend stelle ich Helmut Hennes Vorschlag, Jugendsprache über die Betrachtung ihrer allgemeinen strukturellen Merkmale sowie ihrer Lexik zu fassen, dar. In Bezug darauf zeige ich am Beispiel des Eintrags über Jugendsprache bei ‘Wikipedia’ welche Popularität Ansätze dieser Art noch heute haben. Im dritten Teil erläutere ich, inwiefern spätere Forschungen diese Herangehensweise kritisieren und welche Ansätze sie stattdessen vorschlagen. Dabei konzentriere ich mich hauptsächlich auf den ethnographischen Ansatz, den Peter Schlobinski, Gaby Kohl und Irmgard Ludewigt in ihrem Buch „Jugendsprache. Fiktion und Wirklichkeit“ (1993) vorstellen. Unter Punkt vier beleuchte ich mögliche Motivationen Jugendlicher, eine eigene Sprache zu sprechen. Ebenso wie bei den Annahmen bezüglich der Merkmale von Jugendsprache wird sich auch hier zeigen, dass die in der Öffentlichkeit verbreiteten Vorstellungen auf vorschnellen Schlüssen beruhen. Den Schluss bildet eine Darstellung des Verständnisses von Jugendsprache aus der Sicht von Jugendlichen selbst.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Anfänge und Entwicklung der Jugendsprachforschung

2.1 Konzentration auf die Lexik

2.2 Merkmale von Jugendsprache auf struktureller Ebene

Analysen von Helmut Henne und ‘Wikipedia’

2.3 Neuere wissenschaftliche Untersuchungen zu Jugendsprache

Ein Überblick

3. Jugendsprache im Kontext

3.1 Die Ethnographie des Sprechens

3.2 Elemente der Ausbildung jugendlichen Sprachstils:

Bricolage, Kontext und Symbole

3.3 Die Partikel ‚ey’

4. Warum sprechen Jugendliche Jugendsprache?

5. Jugendliche über Jugendsprache. Darstellung und Bewertung

5.1 Darstellung

5.2 Bewertung

6. Fazit

6.1 Nachtrag

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht das komplexe Phänomen der Jugendsprache vor dem Hintergrund sowohl älterer als auch neuerer Forschungsansätze. Ziel ist es, die Diskrepanz zwischen populärwissenschaftlichen Vorstellungen, die Jugendsprache primär als starres, lexikalisches Inventar definieren, und modernen soziolinguistischen Erkenntnissen aufzuzeigen, die Sprache als kontextabhängiges, kreatives Handeln begreifen.

  • Historische Entwicklung der Jugendsprachforschung
  • Strukturelle Merkmale und lexikalische Analysen
  • Ethnographische Ansätze zur Untersuchung von Sprechmustern
  • Die Rolle von Bricolage und situativem Kontext
  • Motivationslagen Jugendlicher und Fremd- versus Selbstwahrnehmung

Auszug aus dem Buch

3.1 Die Ethnographie des Sprechens

Um dem komplexen Phänomen Jugendsprache gerecht zu werden, fordern Schlobinski, Kohl und Ludewigt in ihrem Buch eine Untersuchung von Sprechmustern in verschiedenen gesellschaftlichen Kontexten. Mit diesem Ansatz orientieren sie sich an der „Ethnographie des Sprechens“ im Sinne von Dell Hymes (Schlobinski 2002: 17). Als Methode, authentische Sprache im sozialen Kontext zu erheben, wählen sie die teilnehmende Beobachtung. Dabei begibt sich der Forscher über einen längeren Zeitraum in die Untersuchungsgruppe und erhebt informelle Sprachaufnahmen, Hintergrundinformationen usw. (ebd.: 39). Die Datenerhebung dauerte neun Monate und laut den AutorInnen konnte dabei ein vertrauensvoller Umgang mit den Jugendlichen aufgebaut werden. Konkret wurden die Jugendlichen zweimal wöchentlich von den Forscherinnen Ludewigt und Kohl begleitet. Es wurden Aufnahmen von Gesprächen während Gruppenspielen, Unterrichts-, Pausen- und Fetengesprächen gemacht sowie verschiedene Selbstaufnahmen der Jugendlichen.

Außerdem wurden Beobachtungsprotokolle angefertigt mit dem Schwerpunkt auf dem jeweiligen situativen Kontext sowie den gruppendynamischen Prozessen. Bei der Interpretation der Daten wurden äußere Umstände, welche die Daten in der einen oder anderen Weise beeinflussen könnten, miteinbezogen (ebd.: 67-68). Obwohl die WissenschaftlerInnen zum Ende ihrer empirischen Datenerhebung 600 Seiten verschriftetes Material zur Verfügung hatten, konnten sie so gut wie keine Ausschnitte ausfindig machen, in denen sie mit Überzeugung hätten sagen können, dass er allgemeine Charakteristika der Jugendsprache wiedergibt: „Zu stark prägten die verschiedenen Aufnahmesituationen und die wechselnde Gruppenzusammensetzung den jeweiligen Sprach und Kommunikationsstil“ (ebd.: 93). Dennoch konnten Schlobinski, Kohl und Ludewigt zentrale Elemente der Ausbildung jugendlichen Sprachstils feststellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema ein, hinterfragt kritisch gängige Vorurteile über Jugendsprache und legt die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.

2. Anfänge und Entwicklung der Jugendsprachforschung: Dieses Kapitel zeichnet den historischen Verlauf nach, beginnend bei der frühen Studentensprachforschung bis hin zur Etablierung des Begriffs Jugendsprache nach 1945.

3. Jugendsprache im Kontext: Hier wird der Fokus auf den ethnographischen Ansatz gelegt, der Jugendsprache als Resultat von Bricolage und situativen Interaktionen versteht.

4. Warum sprechen Jugendliche Jugendsprache?: Das Kapitel beleuchtet die Motive hinter dem Sprachgebrauch, wobei die Abgrenzung von Erwachsenen und die Identitätsbildung kritisch hinterfragt werden.

5. Jugendliche über Jugendsprache. Darstellung und Bewertung: Diese Untersuchung vergleicht die Selbstwahrnehmung Jugendlicher mit den theoretischen Ansätzen der Forschung.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und betont die Unmöglichkeit, Jugendsprache als einheitliches, starres System zu definieren.

Schlüsselwörter

Jugendsprache, Jugendsprachforschung, Ethnographie des Sprechens, Sprachstil, Bricolage, Soziolinguistik, Sprechmuster, Identitätsbildung, Interaktion, Sprachregister, Lexik, Jugendsprachlexika, Kontextabhängigkeit, Sprechereignisse, Kommunikation

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Phänomen der Jugendsprache und hinterfragt die wissenschaftliche sowie öffentliche Sichtweise auf diesen Begriff.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit behandelt die Historie der Forschung, strukturelle Merkmale, ethnographische Untersuchungsmethoden und die psychologischen Hintergründe der jugendlichen Kommunikation.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, das Klischee einer einheitlichen Jugendsprache zu entlarven und stattdessen die Variabilität und Kontextabhängigkeit jugendlicher Sprechstile herauszuarbeiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf eine literaturbasierte Analyse und den Vergleich unterschiedlicher forschungstheoretischer Ansätze, insbesondere mit Bezug auf Schlobinski, Kohl und Ludewigt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Forschungsgeschichte, die ethnographische Betrachtung von Sprechereignissen, die Analyse von Sprachstilen und die kritische Würdigung der jugendlichen Selbstwahrnehmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlagworte sind Jugendsprache, Ethnographie, Sprachstil, Bricolage, Kontextabhängigkeit und soziolinguistische Forschung.

Warum ist das "Bricolage-Prinzip" für die Analyse so wichtig?

Es erklärt, wie Jugendliche verschiedene sprachliche Versatzstücke aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten zu einem eigenen, neuen Sprachstil kombinieren.

Welche Rolle spielt die Partikel "ey" in der Untersuchung?

Die Partikel "ey" dient als konkretes Beispiel dafür, wie ein vermeintliches Sprachmerkmal je nach situativem Kontext unterschiedliche Funktionen – vom Gliederungssignal bis zur Steigerung der Expressivität – erfüllen kann.

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Details

Title
Was ist Jugendsprache und warum verwenden Jugendliche sie?
Subtitle
Untersuchung eines komplexen Phänomens im Lichte älterer und neuer Forschungen
College
University of Bremen  (Sprach- und Literaturwissenschaften)
Course
Entwicklungstendenzen der deutschen Gegenwartssprache
Grade
1
Author
Berit Eichler (Author)
Publication Year
2008
Pages
19
Catalog Number
V120070
ISBN (eBook)
9783640240517
ISBN (Book)
9783640244621
Language
German
Tags
Jugendsprache Entwicklungstendenzen Gegenwartssprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Berit Eichler (Author), 2008, Was ist Jugendsprache und warum verwenden Jugendliche sie?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120070
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