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Die Verwandlung politischer Gewalt in Kunst: Die Symbolisierung von Faschismus und faschistischer Psychologie bei Thomas Manns „Mario und der Zauberer“

Titel: Die Verwandlung politischer Gewalt in Kunst: Die Symbolisierung von Faschismus und faschistischer Psychologie bei Thomas Manns „Mario und der Zauberer“

Seminararbeit , 2006 , 19 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Nina Paulsen (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Hausarbeit untersucht „Mario und der Zauberer. Ein tragisches Reiseerlebnis“ von Thomas Mann. Das Werk ist bereits wiederholt Gegenstand der einschlägigen Forschungsliteratur geworden, die sich dementsprechend auch einer großen und breiten Anzahl von Aspekten und Motiven, die die Mario-Geschichte prägen, widmet. Neben einer Interpretation aus massenpsychologischer Perspektive gehört besonders der Ansatz, den Text zudem aus politischer Sicht zu analysieren, zu den Bearbeitungen, die am häufigsten aufzufinden sind. Dabei reicht die Spanne der vertretenen Thesen von einer Verkörperung Mussolinis durch den Zauberer Cipolla bis hin zu der Auffassung, das Werk sei lediglich schöne Literatur ohne einen politischen Hintergrund. Das mag nicht zuletzt daran liegen, dass Thomas Mann selbst seine Meinung diesbezüglich im Laufe der Jahre änderte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Fragespezifische Textanalyse

2.1. Das Milieu des Ferienortes

2.2. Die Vorstellung des Zauberers Cipolla

3. Fazit

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht Thomas Manns Novelle "Mario und der Zauberer" mit dem primären Ziel, die Symbolisierung faschistischer Psychologie und politischer Gewalt innerhalb des Werkes aufzuzeigen. Dabei wird analysiert, wie die Figur des Zauberers Cipolla als zentrales Symbol für die Verwandlung von Gewalt in ästhetisierte Kunst fungiert.

  • Analyse der politischen Dimensionen und Symbolik in "Mario und der Zauberer"
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Faschismus und faschistischer Psychologie
  • Darstellung der Rolle von Sprache und Suggestion als Machtinstrumente
  • Deutung der gesellschaftlichen Reaktionen und des obrigkeitsstaatlichen Gehorsams
  • Kritische Einordnung des "Ortsdämons" im Kontext historischer Entwicklungen

Auszug aus dem Buch

2.2. Die Vorstellung des Zauberers Cipolla

Der Ort, an dem die Zauberer Cipolla auftritt, ist ein einfacher Saalbau, und liegt im ärmeren Teil des Städtchens, an der Hauptstraße, die „vom Feudalen über das Bürgerliche ins Volkstümliche führte“ (S. 33). Obwohl Nationalismus im bisherigen Verlauf der Erzählung unter Angehörigen der bereits benannten inländischen Mittelklasse zu finden war, ist diese nun nach der großen Abreise verschwunden und der Schauplatz des Geschehens wird in das Milieu einer Unterschicht verlagert, und zwar „zwischen ärmlichen Fischerwohnungen [...], vor deren Türen alte Weiber Netze flickten“ (S. 34).

Die Aufmachung Cipollas wiederum ist auffällig und grotesk. Die oft genannte „Merkwürdigkeit“ des Aufenthaltes scheint sich in seiner Person fortzuführen und zu verkörpern. Der Erzähler beschreibt ihn als Mann „schwer bestimmbaren Alters, aber keineswegs mehr jung“ (S. 38) und mit „scharfem, zerrüttetem Gesicht, stechenden Augen, faltig verschlossenem Munde“ (S. 38 – 39). Die Kleidung des Zauberers ist „von komplizierter Abendstraßeneleganz“ (S. 39) und kostbar, jedoch „sonderbar, hier falsch gestrafft und dort in falschen Falten“ (S. 39) Seine Körperlichkeit ist gezeichnet von „behinderter Lage der Arme“ (S. 39), der Erzähler bezeichnet ihn als „der Verwachsene“ (S. 48), das Gesicht des Zauberers ist geprägt von „strengen Augen mit schlaffen Säcken darunter“ (S. 40), „schadhaft abgenutzten, spitzigen Zähnen“ (S. 41) und er hat „häßliches Haar“ (S. 50).

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die Forschungsfrage sowie die Absicht, den Text aus politischer und massenpsychologischer Sicht auf eine Symbolisierung faschistischer Strategien hin zu untersuchen.

2. Fragespezifische Textanalyse: Hier erfolgt eine detaillierte Auseinandersetzung mit den Motiven des Werkes, wobei insbesondere das Milieu des Ferienortes und die Figur des Cipolla hinsichtlich ihrer faschistischen Symbolkraft analysiert werden.

2.1. Das Milieu des Ferienortes: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Isolation der Erzählerfamilie, den aufkommenden Nationalismus und die geografischen Spannungsfelder, die als Nährboden für die kommenden Ereignisse dienen.

2.2. Die Vorstellung des Zauberers Cipolla: In diesem Abschnitt wird die Person des Zauberers und der Verlauf seiner Vorstellung analysiert, wobei seine hypnotische Machtausübung als Gleichnis für die Einbindung des Volkes in faschistische Ideologien gedeutet wird.

3. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass die Novelle als politische Erzählung zu verstehen ist, in der die Ästhetisierung von Gewalt ein zentrales Machtinstrument widerspiegelt.

Schlüsselwörter

Mario und der Zauberer, Thomas Mann, Faschismus, faschistische Psychologie, Politische Gewalt, Ästhetisierung von Macht, Cipolla, Nationalismus, Suggestion, Willensfreiheit, Obrigkeitsgehorsam, Symbolik, Machtmissbrauch, Novelle, Italien.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht Thomas Manns Novelle "Mario und der Zauberer" unter besonderer Berücksichtigung ihrer politischen Dimensionen und der Symbolisierung faschistischer Psychologie.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Machtverhältnisse, die Rolle des Nationalismus, die psychologische Manipulation durch Suggestion und die Verwandlung von politischer Gewalt in Kunst.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Figur des Cipolla faschistische Machtstrategien und die psychologische Einbindung einer Masse im literarischen Werk symbolisiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine chronologische Textanalyse und eine Interpretation auf Basis fachspezifischer Literatur zur Novelle und zu politischen Begriffen wie Faschismus und Macht.

Was wird im Hauptteil der Untersuchung behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse des Milieus des Ferienortes als Nährboden für nationalistische Tendenzen sowie in die Untersuchung der Zaubervorstellung Cipollas als Inszenierung faschistischer Psychologie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Faschismus, Machtmissbrauch, politische Gewalt, Suggestion, Nationalismus, Cipolla und Ästhetisierung.

Warum spielt die Figur des Cipolla eine so zentrale Rolle?

Cipolla verkörpert durch seine groteske Erscheinung und seine Fähigkeit zur hypnotischen Unterwerfung die "Verwandlung von politischer Gewalt in Kunst", was ihn zum zentralen Symbol der faschistischen Strategie im Werk macht.

Wie bewertet der Autor den Mord an Cipolla am Ende der Novelle?

Der Autor argumentiert, dass der Mord kein Befreiungsakt oder eine Auflösung der Hoffnungslosigkeit darstellt, sondern eher eine Eskalation und eine Bestätigung des bereits etablierten Machtdrucks.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Verwandlung politischer Gewalt in Kunst: Die Symbolisierung von Faschismus und faschistischer Psychologie bei Thomas Manns „Mario und der Zauberer“
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien)
Veranstaltung
PS "Literatur der Weimarer Republik"
Note
1,0
Autor
Nina Paulsen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
19
Katalognummer
V120397
ISBN (eBook)
9783640257553
ISBN (Buch)
9783640260737
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Verwandlung Gewalt Kunst Symbolisierung Faschismus Psychologie Thomas Manns Zauberer“ Literatur Weimarer Republik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Paulsen (Autor:in), 2006, Die Verwandlung politischer Gewalt in Kunst: Die Symbolisierung von Faschismus und faschistischer Psychologie bei Thomas Manns „Mario und der Zauberer“, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/120397
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Leseprobe aus  19  Seiten
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